DIE EWIGEN TOTEN von SIMON BECKETT – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2019
ISBN-13: 978-3805250023
Autor: Simon Beckett
Teil 6 der „David Hunter“ – Reihe

Meine Meinung:
Die David Hunter – Reihe überzeugt ja schon immer optisch durch das stimmige, reduzierte Schwarz-Weiß-Design. Man denkt gleich unweigerlich an den Tod und der spielt natürlich eine große Rolle, denn Dr. Hunter ist schließlich forensischer Anthropologe.
Im inzwischen sechsten Band der Reihe hat David es mit einem schaurigen Fund zu tun: auf dem Dachboden eines stillgelegten Krankenhauses, das demnächst abgerissen werden soll, wird eine mumifizierte Tote gefunden mit einem Fötus im Bauch. Wie ist die schwangere Frau gestorben und wer ist sie?
Doch damit nicht genug, denn einer von Hunters Kollegen bricht bei der Bergung durch die marode Decke und landet direkt in einem Raum, der keine Tür besitzt. Jemand hat ein geheimes Zimmer geschaffen und dort zwei Menschen in ihren Krankenbetten zurück gelassen …

Simon Becketts wunderbar anschaulicher Schreibstil erzeugt schon bei der Beschreibung des verlassenen Krankenhauses erste Gänsehaut. Die Geschichte hat mich gleich gefesselt und ich hab das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen.
Die Balance zwischen dem hochspannenden Kriminalfall und Davids Privatleben ist sehr stimmig. Auch ohne Vorkenntnisse kann man dem Geschehen problemlos folgen, denn wichtige Ereignisse werden noch einmal kurz angeschnitten.
David hat bei einem schrecklichen Autounfall seine Frau und Tochter verloren, trotz allem resigniert er nicht. Es gibt eine neue Liebe in seinem Leben, wenngleich er sich dem Ganzen noch nicht so öffnen kann, wie er sollte. Seiner Arbeit widmet er sich mit viel Eifer und Herzblut und er beweist oft den richtigen Riecher und entdeckt Details, die andere übersehen.
Er ist ein sehr sympathischer Protagonist, dem das Schicksal der Toten wirklich nahe geht und der auch für sein Umfeld immer das Beste möchte. Auch die übrigen Charaktere wirken sehr realistisch und glaubwürdig.

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, da die Presse und örtliche Aktivisten immer wieder für Behinderungen sorgen. Doch dann ergeben sich erste Hinweise und diese führen ins Drogenmilieu. Wir dürfen die Polizisten hautnah bei ihrer Arbeit begleiten und natürlich wird auch die forensische Spurensuche sehr ausführlich und interessant beschrieben. Die Story ist vielschichtig und wartet mit vielen Überraschungen und Wendungen auf.
David hat indes noch ganz andere Probleme: ein tödlicher Schatten aus seiner Vergangenheit scheint ihn immer noch zu verfolgen …

Diesen Thriller kann ich wirklich sehr empfehlen, denn auch ohne großes Blutvergießen erschafft der Autor eine schaurig-fesselnde Atmosphäre, der man sich schwer entziehen kann. Spannend, emotional und bestens durchdacht.

Bewertung:

TANNENSTEIN von LINUS GESCHKE – Meine Rezension …

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2019
ISBN-13: 978-3423262187
Autor: Linus Geschke

Meine Meinung:
Für schwache Nerven und Mägen ist dieser Thriller möglicherweise nicht ganz die richtige Lesekost, aber wenn ihr auf Spannung, Blut und Action steht, dann unbedingt zugreifen!

Was bringt einen Mann dazu, erst über ein Jahr in einem abgelegenen Ort zu leben, um dann dort plötzlich elf Menschen zu ermorden und spurlos zu verschwinden? Das fragt sich nicht nur Ex-Polizist Alexander Born, sondern auch seine ehemaligen Kollegen, die den „Wanderer“ drei Jahre später noch immer nicht verhaften konnten.
Eine blutige Spur von Morden zieht sich seitdem durch ganz Deutschland, doch niemand sieht den gemeinsamen Nenner.
Als Alexander aus der Haft entlassen wird (er hatte es mit dem Gesetz nicht so genau genommen, wie es sein Beruf erfordert hätte), begibt er sich auf einen privaten Rachefeldzug. Der Wanderer hat nämlich auch seine Freundin und Kollegin Lydia auf dem Gewissen.
Unerwartete Hilfe bekommt er von Norah, einer jungen Polizistin, die es nicht ertragen kann, dass ihr Chef ihr immer nur langweilige Routinearbeiten zutraut.
Erste Hinweise führen geradewegs zur russischen Mafia, die in Deutschland gut vernetzt ist und unter anderem viel Geld mit Prostitution und Menschenhandel verdient. Born ist nicht gerade ein vorsichtiger und zurückhaltender Zeitgenosse, so dass er bald jede Menge Ärger mit äußerst gefährlichen Typen am Hals hat. Doch ist er auch wirklich auf der richtigen Spur?

Dieser Thriller ist wahnsinnig fesselnd und jede Seite bietet allerbeste Leseunterhaltung. Linus Geschkes Schreibstil ist mitreißend, atmosphärisch, lebendig und an etlichen Stellen blitzt schwarzer Humor durch. Eine prima Mischung, die einfach Spaß macht.
Seine Protagonisten wirken glaubwürdig, obwohl Born manchmal schon gewisse Superheldenallüren an den Tag legt und viele Situationen mit mehr Glück als Verstand übersteht. Das Besondere an den handelnden Personen ist auch, dass kaum jemand leicht einschätzbar ist. Die Grenzen zwischen unseren Vorstellungen von Gut und Böse verschwimmen oft, es bilden sich Grauzonen, in denen viel Raum für eigene Interpretationen bleibt.

Die Story ist actionreich, blutig und grausam, vielschichtig – und nicht für alle sympathischen Figuren gibt es ein Happy End. Immer wieder denkt man, man hätte einen Teil durchschaut, aber weit gefehlt: der Autor überrascht uns regelmäßig mit gelungenen Wendungen und neuen Erkenntnissen, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Wer sympathische Killer im Stil von „Dexter“ mag, der wird sicher auch viel Freude an diesem Thriller haben.
Die Geschichte wirft für manchen vielleicht Fragen auf nach Recht und Unrecht. Darf man das Gesetz in die eigene Hand nehmen, wenn die Justiz offensichtlich versagt? Und ist ein Mörder ein böser Mensch, wenn er ausschließlich andere böse Menschen tötet? Wie definieren wir „böse“ überhaupt? Werden manche Menschen bereits böse geboren oder sind doch alle nur ein Produkt ihrer Erlebnisse und Erfahrungen – und ist dies eine Rechtfertigung?
Eine spannende, brisante Thematik, die in Kombination mit den Machenschaften der Mafia noch um einiges eindrücklicher und kontroverser erscheint.

Das Buch ist der Auftakt zu einer dreiteiligen Reihe und ich freue mich schon jetzt sehr darauf, mehr von Born, Norah & Co. lesen zu dürfen! Dieser Thriller verdient eine klare Leseempfehlung!

Bewertung:

JAGDTRIEB von HENDRIK ESCH – Meine Rezension …

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2019
ISBN-13: 978-3442488162
Autor: Hendrik Esch

Meine Meinung:
Dieser Krimi ist ungewöhnlich, er ist frech, er ist unterhaltsam und irgendwie auch ein bisschen durchgeknallt.

Paul Colossa ist Anwalt und er staunt nicht schlecht, als er plötzlich Inhaber einer eigenen Kanzlei ist. Sein Onkel Oscar verstarb überraschend und hat ihm sein Haus samt Mieterin, Firma und Angestellten vermacht.
Zunächst kommt sich Paul noch etwas fremd vor in der neuen Situation und über die ihm hinterlassenen Aktenstapel kann er sich auch nur bedingt freuen. Einige Pannen sorgen für Erheiterung: schlecht für Paul, gut für uns Leser.
Onkel Oscars Klienten sind teils recht ungewöhnlich. Er hat verschiedenste Menschen vertreten, ganz unabhängig von Herkunft, Beruf, Finanzen oder gesellschaftlichem Stand. Und er hat sich auch mit kleinen Angelegenheiten befasst, obwohl diese kaum Geld einbrachten. Paul muss sich erst mit den Gepflogenheiten vertraut machen.
Bald trifft er auf die junge Russin Maja, deren Vater sehr wohlhabend ist. Sie wendet sich an Paul, weil ihr Ex-Freund sie permanent belästigt, ein Stalker wie aus dem Lehrbuch.

Paul ist sofort Feuer und Flamme für den Fall, naja, eigentlich eher für Maja. Er fühlt sich gut in seiner Beschützerrolle und legt bald wahre Cowboyallüren an den Tag. Immer tiefer lässt er sich in die Sache verwickeln, er ist sogar selbst dabei, als Maja dem Stalker eine Falle stellen will. Doch diese Aktion geht gründlich schief und Paul kommt nicht ungeschoren davon …

Hendrik Eschs Debütroman ist wirklich mehr als gelungen und bildet auch noch den Einstieg in eine Reihe, was ich ja sowieso immer sehr gut finde. Wenn man Charaktere ins Leserherz geschlossen hat, möchte man auch in Zukunft nicht auf sie verzichten.
Paul ist jetzt kein ganz unumstritten sympathischer Protagonist, aber sehr menschlich – oder soll man besser „männlich“ sagen? 😀 Er handelt sehr emotional und manchmal auch etwas unüberlegt, aber er hat doch das Herz am rechten Fleck. Auch seinen Kumpel Attila fand ich wirklich prima, was man von der Ex-Freundin nicht gerade behaupten kann. So wirklich „normale“ Menschen gibt es in der Story irgendwie auch gar nicht, der Autor hat sich einiges einfallen lassen und seinen Figuren trotzdem eine glaubwürdige Lebendigkeit verliehen.

Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen, genau die richtige Menge an Details, viele Dialoge, die nicht aufgesetzt wirken und vor allem massig Humor zwischen den Zeilen. Ja, es gibt Szenen, an denen manch ein Leser Anstoß nehmen könnte, aber dann gehört man eben nicht zur erlauchten Zielgruppe. 🙂 Mich persönlich hat nur die „Sache mit dem Hund“ gestört … so was geht bei mir immer überhaupt nicht, da gibt´s glatt nen halben Stern Abzug in der Wertung.

Ansonsten kann ich das Buch nur weiterempfehlen an alle Krimifreunde, die auf der Suche nach etwas ungewöhnlichem „Stoff“ sind und die ein Herz für einen Anwalt haben, der nicht immer nur mit dem Kopf denkt!
Hoffentlich dürfen wir Paul bald bei weiteren Abenteuern begleiten, ich würde mich sehr freuen!

Bewertung:

DER HUNGER DER LEBENDEN von BEATE SAUER – Meine Rezension …

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 25. Januar 2019
ISBN-13: 978-3548291215
Autorin: Beate Sauer
Teil 2 der Reihe mit „Friederike Matthée“ nach „Echo der Toten“

Meine Meinung:
Dieses Buch ist jetzt schon eines meiner Lesehighlights 2019! Es hat mich so mitgerissen und in den Bann gezogen, dass ich es fast in einem Rutsch durchgelesen habe.

Wir begleiten die junge Friederike Matthée, die in Köln im Jahr 1947 für die Weibliche Polizei tätig ist. Sie ist eine absolut sympathische Hauptfigur, die ich sofort ins Leserherz geschlossen habe. Sie ist mutig, empathisch, sehr zielstrebig und sie lässt sich auch durch Hindernisse nicht von einem Vorhaben abbringen.
Friederike soll eine Mordverdächtige verhören, die mit der Tatwaffe in der Hand neben einer erschossenen Gutsbesitzerin aufgegriffen wurde. Die junge Frau hat ein ellenlanges Vorstrafenregister und es bleibt eigentlich kein Zweifel an ihrer Schuld.
Doch Friederikes Bauchgefühl sagt ihr, dass mehr hinter der Sache stecken könnte. Sie beginnt auf eigene Faust zu recherchieren, denn offiziell gilt der Fall mit der Verhaftung bereits als abgeschlossen. Unerwartete Hilfe bekommt sie aus den Reihen der Besatzer: aus England wird Lieutenant Richard Davies wieder nach Deutschland versetzt. Er soll den Tod von drei Piloten aufklären, die wohl von Einheimischen nach einem Absturz ermordet wurden. Friederike und Richard sind sich bereits in der Vergangenheit sehr nahe gekommen und bilden ein wunderbares, erfolgreiches Team. Bald vermuten sie, dass ihre beiden Fälle zusammenhängen könnten.
Und dann wäre da noch ein mysteriöser entstellter Mann, der von Kindern als furchterregendes Monster beschrieben wird. Er scheint eine wichtige Rolle zu spielen, doch deren wahre Tragweite bringt Friederike am Ende in arge Bedrängnis.

Dieses Buch erzählt eine wahnsinnig fesselnde und vielschichtige Story über Schuld, Rache, Gehorsam und Vergeltung. Friederike kämpft gegen einen unsichtbaren, scheinbar übermächtigen Gegner, der um jeden Preis verhindern will, dass die Wahrheit ans Licht kommt.
Neben der durchgehenden Spannung haben mir vor allem die vielen emotional-tröstlichen Momente gefallen. Diese stechen aufgrund der allgemein schwierigen Lage in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit besonders stark hervor.
Man kann den Hunger, die Verzweiflung, die Trauer und Ungewissheit der Menschen gut nachfühlen.
Der Schreibstil ist sehr anschaulich, man hat als Leser immer den Eindruck, ganz nah dabei zu sein. Man läuft mit Friederike durch zerstörte Landschaften, teilt sich das karge Essen und möchte sie tröstend in den Arm nehmen, wenn sie einmal der Mut verlässt und die Widerstände übermächtig scheinen.

Auch ohne Kenntnis des ersten Bandes kann man alles verstehen, aber ich werde mir „Echo der Toten“ auf jeden Fall noch kaufen, denn es ist bestimmt ähnlich unterhaltsam und mitreißend wie der Nachfolger.
Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung. Ich freue mich jetzt schon auf eine Fortsetzung!

Bewertung:

ICH BRINGE DIR DIE NACHT von CATHERINE RYAN HOWARD – Meine Rezension …

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 22. Januar 2019
ISBN-13: 978-3499274947
Originaltitel: The Liar’s Girl
Autorin: Catherine Ryan Howard

Meine Meinung:
Es hat zwar ein paar Seiten gedauert, aber dann war ich absolut gefesselt von der Story. Wenn man erst einmal die Erzählerin Alison näher kennengelernt hat, dann fiebert man wirklich mit. Ich konnte ihre Zerrissenheit spüren, ihr Schwanken zwischen Glauben, Hoffen, Misstrauen und dem Wunsch nach Verdrängung.

Aber erst mal kurz zur Story:
Vor 10 Jahren war Alison Studienanfängerin und hatte ihren ersten Freund, mit dem sie sehr glücklich war. Sie war zusammen mit ihrer besten Freundin Liz nach Dublin gezogen und alles lief gut, doch dann erschütterte eine grausame Mordserie die Stadt. Junge Mädchen wurden nachts niedergeschlagen und in den Kanal gestoßen, wo sie ertranken. Ausgerechnet Alisons Freund Will wurde für die Taten verhaftet und sitzt seitdem hinter Gittern.
Doch plötzlich tauchen weitere Opfer auf und die ganzen Geschehnisse von damals drohen Alison zu überrollen. Ist ein Nachahmungstäter am Werk oder steckt mehr dahinter? Will hat angeblich wichtige Informationen, aber er will sie nur Alison mitteilen … wie wird sie sich entscheiden?

Die Autorin charakterisiert ihre Figuren sehr lebensnah und glaubwürdig. Man nimmt ihnen sämtliche Gefühlsregungen wirklich ab, ob Angst, Trauer, Entsetzen, Eifersucht, Verzweiflung oder Misstrauen. Manchmal fand ich, dass die Bezeichnung „Psychothriller“ fast passender gewesen wäre, denn die Psyche der Protagonisten spielt eine große Rolle. Und auch ich als Leser konnte mich dem Sog der Geschichte nicht entziehen, ein Gefühl von Spannung und Neugier.

Alison fand ich recht sympathisch, während mir ihre Freundin Liz ziemlich nervig erschien. So ist es auch bei den übrigen Charakteren: eine sehr gute, glaubhafte Mischung – wie im richtigen Leben.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, man erhält stets genau die nötige Menge an Details, ohne dass die Spannung durch langatmige Ausführungen leiden würde. Die geschickt platzierten Überraschungen und Wendungen machen das Buch zu einem echten Pageturner. Immer, wenn man denkt, man hätte das Rätsel durchschaut, wird wieder einiges in Frage gestellt … wirklich bestens konstruiert.
Erzählt wird die Story auf zwei Zeitebenen in angenehm kurzen Kapiteln und auch die Perspektive des Täters lernt man kennen.

Das Buch empfehle ich gerne weiter, auch für Leser mit schwächerem Magen ist es prima geeignet, denn der Thrill beschränkt sich wirklich eher auf die psychische Ebene und es gibt keine unnötig blutigen Szenen.

Bewertung:

WUNDBRAND von CILLA & ROLF BÖRJLIND – Meine Rezension …

Wundbrand von Cilla Boerjlind

Broschiert: 528 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2019
ISBN-13: 978-3442757206
Originaltitel: GANGRENE
Übersetzer: Susanne Dahmann & Julia Gschwilm
Autoren: Cilla & Rolf Börjlind
Teil 5 der „Olivia Rönning & Tom Stilton“-Reihe nach diesen Büchern:

Meine Meinung:
Dies ist eins der Bücher, die man sofort bis zur letzten Seite lesen will und gleichzeitig nicht möchte, dass es jemals endet, weil man dann wieder sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten muss.
Ihr seht also schon: ich liebe diese Reihe! Eine meiner absoluten Favoriten und zumindest Band 1 wurde sogar bereits sehr gelungen verfilmt.
Aber warum sind diese Thriller so besonders?
Als erstes natürlich wegen der Protagonisten, die so sympathisch sind, dass man sich im echten Leben solche Freunde wünschen würde. Die Hauptpersonen Polizistin Olivia Rönning und Ex-Kommissar Tom Stilton haben beide eine bewegte Vergangenheit, die Spuren hinterlassen hat. Doch sie sind Kämpfer, die trotz aller Widerstände nicht aufgeben und die sich gern von ihrem Bauchgefühl leiten lassen. Genauso auch ihr Freund Abbas, der ebenfalls seine dunklen Geheimnisse hütet. Olivias Chefin Mette und ihr Mann Mårten bilden einen ruhenden Gegenpol. Wobei man hier auch Toms Freundin Luna und seine Halbschwester Aditi hinzuzählen kann: allesamt Menschen, die sich um Tom sorgen, nachdem er im letzten Band eine schmerzhafte Grenze überschritten hat, die sein Leben nun schwer belastet.
Neben diesen lieben Figuren gibt es noch eine Menge weiterer, die man sofort tief ins Leserherz schließt und gar nicht anders kann, als mit ihnen mitzuleiden und mitzufiebern.
Bestimmt kann man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber die Reihe ist so grandios und die Protagonisten haben schon so viel gemeinsam erlebt und durchlitten, dass ich unbedingt dazu raten würde, keinen Band auszulassen!

Doch nicht nur die Figuren sind wunderbar ausgearbeitet, haben Tiefe und wirken sehr realistisch, auch der allgemeine Schreibstil ist einfach nur toll. Man merkt wirklich, dass hier erfolgreiche Drehbuchautoren am Werk sind: man ist immer mitten im Geschehen, lebendige Bilder entstehen beim Lesen, denen man sich nicht entziehen kann. Und trotzdem verlieren sich die Autoren niemals in langatmigen Details, sondern bringen die Geschichte stets auf den Punkt. Fesselnd, actionreich, hochspannend, mit sehr vielen Emotionen, aber auch das richtige Quäntchen Humor fehlt nicht: allerbeste Leseunterhaltung!

Die Story ist wieder einmal sehr vielschichtig und undurchschaubar. Wir dürfen uns über viele Wendungen, überraschende Verbindungen und ein versöhnliches Ende freuen. Die Schauplätze könnten gegensätzlicher nicht sein: das kalte Schweden einerseits und das heiße, sonnige Thailand als Gegenpol.
Tom begibt sich in Nordthailand auf die Suche nach einem unbekannten Mann und hat dabei nicht nur mit einem unfreundlichen Drogenbaron zu kämpfen. Doch nicht nur er gerät ins Schwitzen, auch Olivia und Mette haben in Schweden alle Hände voll zu tun: eine ganze Familie wird Opfer eines Bombenanschlags. Was steckt hinter der Tat? War es eine Terrorzelle oder doch eine Einzelperson, die sich für ein vermeintliches Unrecht rächen wollte?

Rache ist ein großes Thema in diesem Krimi, den ich eigentlich eher als Thriller bezeichnen würde. Aber wir tauchen auch in andere Welten ab, die von Drogen und schlimmsten Völkermorden beherrscht werden. Viele Szenen hinterlassen Gänsehaut oder machen ehrlich betroffen. Es gibt jedoch auch zahlreiche emotional-tröstliche Momente, die zu Herzen gehen. Eine sehr komplexe, facettenreiche Geschichte, die einfach Spaß macht.

Der inzwischen fünfte Band der Reihe liest sich genauso fesselnd und spannend wie seine Vorgänger. Ich kann die Fortsetzung schon heute kaum erwarten und hoffe, dass auch weitere Bücher verfilmt werden.

Bewertung:

Band 1 wurde bereits verfilmt:

DIE ANDERE FRAU von MICHAEL ROBOTHAM – Meine Rezension …

Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 27.12.2018
ISBN-13: 978-3442315048
Originaltitel: The Other Wife
Autor: Michael Robotham
Teil 11 der Joe O´Loughlin und Vincent Ruiz – Reihe
LESEPROBE

Meine Meinung:
Es ist ja nicht so, dass der Psychologe Joe O´Loughlin nicht schon genug Probleme im Leben hätte: erst kürzlich hat er seine Frau verloren, er kümmert sich jetzt alleine um seine Tochter Emma und obendrein plagt ihn noch seine Parkinson-Erkrankung. Doch zu allem Überfluss erreicht ihn nun noch ein Anruf aus dem Krankenhaus: sein Vater William wäre schwer gestürzt und liegt im Koma.
Als Joe auf der Intensivstation ankommt, sitzt dort eine Fremde am Bett und behauptet, Williams Ehefrau zu sein. Nichts scheint einen Sinn zu ergeben, denn Joes Eltern sind seit Jahrzehnten verheiratet und diese Frau ist definitiv nicht seine Mutter, sondern viel jünger.
Er vertraut sich vorerst nur einer seiner drei Schwestern an und fängt an, auf eigene Faust genauer zu recherchieren, denn von Seiten der Polizei ist nicht viel Unterstützung zu erwarten. Der ermittelnde Beamte mag Joe nicht und macht keinen Hehl aus seiner Abneigung. Dafür erhält er tatkräftige Hilfe von seinem Freund Vincent Ruiz: der Ex-Polizist ist immer zur Stelle, wenn es brenzlig wird.
Die Geheimnisse, die Joe so nach und nach lüftet, bringen ihn und das vorgebliche Wissen um die eigene Vergangenheit bedrohlich ins Wanken. Nichts ist mehr so, wie es schien …

Joe, Vincent und die Töchter Emma und Charlie habe ich ja schon lange fest ins Leserherz geschlossen, denn ich bin ein großer Fan dieser immer spannenden und überraschenden Buchreihe. Nun kommen noch weitere interessante Personen hinzu, die man mehr oder weniger sympathisch finden mag. Kate wird hoffentlich noch länger eine Rolle spielen.
Michael Robotham haucht seinen Figuren ganz viel Leben und Emotionen ein. Es sind Typen mit Ecken und Kanten, mit Problemen und viel Tiefe und Authentizität.
Auch der Schreibstil ist einfach prima: man ist immer mittendrin, fiebert mit und kann sich alles wunderbar bildlich vorstellen.
Die Story ist super durchdacht und wirklich harter Tobak: stellt euch vor, ihr erfahrt plötzlich, dass eine sehr nahestehende Person seit Jahrzehnten ein Lügengebäude errichtet hat. Besonders für Joe, der ja auch noch Psychologe ist, muss dies eine extrem verstörende und schmerzhafte Erfahrung sein. Man lässt alle möglichen Situationen Revue passieren, fragt sich ständig, was war wahr und was gelogen. Was bedeutet dies für das eigene Leben und was waren die Gründe für all das?
Der Autor schildert diese Verwirrtheit von Joe, das Auftauchen immer neuer Erkenntnisse und viele überraschende Wendungen so eindrücklich und fesselnd, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Natürlich dürfen wir uns auch noch über eine gehörige Portion Action und einige blutige Szenen freuen, so dass Thrillerfans voll auf ihre Kosten kommen. Dieses Buch kann ich nur empfehlen!

Bewertung:

ICH KÜSS DICH TOT von ELLEN BERG – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 9. November 2018
ISBN-13: 978-3746634388
Autorin: Ellen Berg

Meine Meinung:
Zwischen blutrünstigen Krimis und Thrillern greife ich auch gern mal zu humorvoller Lektüre und Ellen Berg ist eine Garantin für lustige Leseunterhaltung. Umso besser, wenn nun auch hier gemordet wird, so muss ich nicht einmal ganz auf mein übliches Genre verzichten.

Lesern, die ihre Bücher aufgrund des Covers kaufen, sei gesagt: das könnte bei Ellen Berg irreführend sein. Man mag denken, dass es fast nur um Senioren geht, wenn man die liebevoll gestalteten Titelbilder so ansieht. Doch das stimmt keinesfalls.

So spielt in diesem Roman die erfolgreiche Hotelmanagerin Annabelle die Hauptrolle und diese ist noch sehr weit vom Rentenalter entfernt. Genau genommen ist sie 35 Jahre alt und gerade auf dem Weg von New York zu einem neuen Traumjob im warmen, sonnigen Singapur.
Doch dann erreicht sie ein Hilferuf aus den tief verschneiten bayerischen Alpen: ihr Vater hatte einen Schlaganfall, ausgerechnet kurz vor Weihnachten. Sie soll dringend kommen und im elterlichen Hotel mit anpacken.
Annabelle ist hin- und hergerissen zwischen Karriere und Familie, doch schließlich entscheidet sie sich, wenigstens ein paar Tage in der alten Heimat nach dem Rechten zu sehen.
Dort stolpert sie gleich am Ortseingang über eine tiefgefrorene Leiche und das ist noch nicht das Verrückteste, das sie zu Hause erwartet. Ihrem Vater geht es überraschend gut, dafür sorgt der dorfeigene Tierarzt höchstpersönlich. Ihre Oma erzählt von Hexen und Flüchen, die Mutter zieht sich deprimiert zurück und zu allem Überfluss verschwindet auch noch der Tote, nachdem Annabelle die Polizei gerufen hat. Das Hotel ist total heruntergekommen und für alle in der kleinen Ortschaft gibt es sowieso nur ein Thema: ein unbeliebter Landwirt will sein ganzes Hab und Gut an einen Investor verkaufen, der einen riesigen Freizeitkomplex plant. Man bangt um die Bergidylle und fürchtet zerstörerischen Massentourismus. Und Annabelle soll nun alles richten …
Dazu kommen noch einige Bekanntschaften, die das Herz der frisch Getrennten zum Stolpern bringen. Eine turbulente Zeit beginnt, wie wird sich Annabelle entscheiden?

Ellen Bergs Figuren muss man einfach mögen, denn sie sind einzigartig, skurril, liebenswürdig und trotzdem irgendwie lebensecht. Nur allzu typisch menschliche Eigenschaften beobachtet sie mit viel Liebe zum Detail und überspitzt dann an ihren Protagonisten alles etwas.
Man darf keine Story erwarten, die besonders realistisch wäre, doch das ist auch nicht nötig. Denn was die Autorin sich hier wieder ausgedacht hat ist einfach turbulent, spannend und überraschend. Dazu noch die nötige Portion Emotionen und fertig sind einige Stunden allerschönste Leseunterhaltung mit garantiertem Happy End.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist zur Zeit genau die richtige Lektüre: verschneite Schauplätze, viele Lacher, Liebe, Familie und Freunde, die zusammenhalten. Was kann man sich zum Jahresstart mehr wünschen?

Bewertung:

ZORN – BLUT UND STRAFE von STEPHAN LUDWIG – Meine Rezension …

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 24. Oktober 2018
ISBN-13: 978-3596701391
Autor: Stephan Ludwig

Meine Meinung:
Viele Buchreihen lassen ja mit der Zeit etwas nach, die sprichwörtliche Luft ist raus. Aber nicht so bei Zorn und Schröder! Hier kam es mir so vor, als würde der Autor (aka „der Schöpfer“) erst so richtig aufdrehen.

Im inzwischen bereits achten Teil wird es mal wieder richtig brenzlig für Hauptkommissar Claudius Zorn und seinen Vorgesetzten, den „dicken Schröder“. Die beiden ungleichen Männer verbindet seit Längerem eine wunderbare Freundschaft und nicht nur deshalb möchte ich allen Neulesern dringend raten: lest alle Bände der Reihe nach, die Entwicklung der Figuren ist einfach prima und ihr solltet euch das nicht entgehen lassen. Natürlich kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber dann fehlt vielleicht das gewisse Etwas.
Mir persönlich sind Zorn und Schröder auf jeden Fall schon gaaaaanz fest ans Leserherz gewachsen, genau wie Edgar, Malina, Rufus und Frieda. Und für all diese Personen hält der Schöpfer schlimmste Überraschungen bereit in diesem Werk. Man braucht an vielen Stellen schon einen etwas stärkeren Magen, denn es wird eklig, blutig und man fühlt mit den armen Opfern.

Stephan Ludwigs Schreibstil ist einfach genial: frech, direkt, nicht zu viel und nicht zu wenig Drumherum, viel Spannung, eine super durchdachte Story und vor allem auch eine Menge Emotionen, obwohl man das im ersten Moment gar nicht so glauben mag. Der toughe Zorn wird zunehmend weicher, trotzdem kann er noch ordentlich austeilen und auch das Rauchen lässt er sich nicht nehmen.

Es geht diesmal um eine geheimnisvolle Mordserie, in der leider ausgerechnet Friedas Vater das erste Opfer ist. Die Toten haben auf den ersten Blick überhaupt keine Verbindung zueinander und die Ermittler tappen lange Zeit im Dunkeln. Grausamste Folter- und Tötungsarten werden uns hier nicht erspart und spannende Wendungen und viele Überraschungen sorgen zusätzlich für Nervenkitzel. Wer entführt und brandmarkt scheinbar wahllos Männer und Frauen und bringt sie schließlich um?

Wer gerne mal wieder zu einem fesselnden Thriller greifen möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen! Wie gesagt: vorher evtl. noch die Vorgängerbände lesen, damit ihr nichts verpasst.
Am Ende des Buches bleibt noch einiges im privaten Leben der Protagonisten offen, so dass ich die Fortsetzung kaum erwarten kann.

Bewertung: