DAS GIFT DES BÖSEN von SHARON BOLTON – Meine Rezension …

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2020
ISBN-13: 978-3442488742
Originaltitel: The Poisoner
Autorin: Sharon Bolton

LESEPROBE

Meine Meinung:
Zu diesem Buch habe ich gegriffen, weil Sharon Bolton eine meiner Lieblingsautorinnen ist. Ich wusste also nicht, dass es bereits Teil 2 einer Serie ist, sonst hätte ich die Bücher auf jeden Fall der Reihe nach gelesen, das ist mir generell wichtig.
Man kann diesen Thriller aber auch ohne Vorkenntnisse genießen. Es wird genügend erklärt, so dass man sich alles halbwegs zusammenreimen kann. Natürlich niemals so gut, als hätte man den Vorgänger wirklich gelesen, zumal die Autorin selbst in einem Vorwort erklärt, dass „Das Gift des Bösen“ sowohl Folgeroman als auch ein Vorläufer von „Der Schatten des Bösen“ ist. Die Erzählzeiten überschneiden sich nämlich: wir springen zwischen 1999 und 1969.

Die Story führt die inzwischen ranghöchste Beamtin der englischen Polizei Florence Lovelady zurück in die Provinz nach Sabden. Gleichzeitig ist es eine Rückkehr zu einem Fall, der sehr persönlich und einschneidend für die damals noch junge Frau war. Sie hat dort vor 30 Jahren einen Serienmörder überführt, mit dem sie eine Zeit lang sogar im gleichen Haus gelebt hat.
Den Kontakt zu Larry Glassbrook hat sie auch nach seiner Inhaftierung nie wirklich abgebrochen. Und er ist es schließlich auch, der sie kurz vor seinem Tod auf etwas Ungeheuerliches aufmerksam macht. In der Nähe des ehemaligen Waisenhauses, das damals aufgrund von Florences Ermittlungen geschlossen wurde, wurden vier Kinderskelette gefunden. Die offizielle Darstellung besagt, dass diese dort schon vor sehr langer Zeit vergraben wurden, doch Larry ist sich sicher, dass dies eine Lüge ist.
Zunächst will Florence der Sache nicht nachgehen, denn zu viele schlimme Erinnerungen verbinden sie mit dieser Stadt, doch dann kann sie einfach nicht anders. Ob das auch an den Hexen in Sabden und einem besonderen Zauber liegt?

Ehrlich gesagt, war ich etwas überrascht, als es plötzlich in Richtung Zauberei, Hexen und Übersinnliches ging, wobei ich solchen Dingen gegenüber überaus aufgeschlossen bin. Ich hatte sie nur in diesem Thriller nicht erwartet.
Es passt aber super zur Story und wirkte auf mich durchaus stimmig.
Ohne Vorkenntnisse muss man aber schon aufmerksam lesen, um die vielen Protagonisten auf den beiden Zeitebenen nicht durcheinander zu bringen. Zur Erleichterung gibt es am Ende des Buches ein Personenverzeichnis, das ich allerdings erst am Schluss gesehen habe.

Die Geschichte ist sehr komplex, irgendwie düster und auf jeden Fall hochspannend. Mich hat das Buch von Anfang bis Ende so gefesselt, dass ich es an einem einzigen Tag regelrecht verschlungen habe.
Florence war mir gleich sympathisch und ich könnte mir auch gut vorstellen, noch weitere Bücher mit ihr als Hauptperson zu lesen. Aber auch die weiteren Personen wirkten glaubwürdig, lebensecht und vielschichtig.
Der Schreibstil von Sharon Bolton ist sowieso prima: sie versteht es, die Leser in ihren Bann zu ziehen. Man ist richtig im Geschehen und kann sich alles sehr gut vorstellen.

Für mich bleiben natürlich trotzdem noch einige offene Detailfragen, die aber der erste Teil beantworten sollte. Den werde ich mir zeitnah besorgen und freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen mit Florence.

Ein wirklich empfehlenswerter Mysterythriller, den man möglichst mit Vorkenntnissen lesen sollte. Ich fand ihn durchgehend spannend und unterhaltsam.

Bewertung:

DAS GROSSE BUCH VOM FASTEN von RUEDIGER DAHLKE – Meine Rezension …

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Überarbeitete Neuausgabe: 16. September 2019
ISBN-13: 978-3442222872
Autor: Ruediger Dahlke

Meine Meinung:
Auf meinem Weg zu einem Leben mit mehr Gesundheit, Achtsamkeit und einer besseren Verbindung zum „großen Ganzen“ kam ich natürlich auch um das Thema „Fasten“ nicht herum. Fasten ist eine wunderbare Möglichkeit, durch Verzicht seinen Geist zu erweitern und Dinge zu erleben, die man nicht für möglich halten würde.
Das funktioniert aber nur, wenn man mit der richtigen geistigen Haltung an die Sache herangeht, sonst verkommt es zur sinnlosen „Nulldiät“, was der Autor auch recht eindrücklich in diesem Buch hier beschreibt.

Das Buch ist unheimlich informativ und sehr übersichtlich in größere Kapitel und in gut gegliederte Abschnitte unterteilt, die seitlich durch kleine Überschriften oder Schlagworte gekennzeichnet sind. Das erleichtert das Wiederfinden wichtiger Passagen und man kann wirklich gut mit diesem Buch arbeiten.
Er weißt auch sehr viel auf den historischen Hintergrund des Fastens hin und vermittelt auch hier einiges Wissen, unter anderem zahlreiche Zitate aus dem Essener Evangelium.
Wir erfahren auch, welche homöopathischen Mittel hilfreich sein können während des Fastens. Außerdem gibt er viele nützliche Tipps zu Krisenzeiten und evtl. auftretenden Problemen. Wenn man dieses Buch gelesen hat, fühlt man sich auf jeden Fall gut gerüstet für die Fastentage.

Durch die Lektüre habe ich viel Neues gelernt, das mir bisher vom Fasten noch nicht so bewusst war. Außerdem bin ich dank des Buches auf die „Sharepflaume“ gestoßen, die die zeitaufwändigen Einläufe während der Fastenzeit unnötig machen kann. Für diese Erkenntnis bin ich dem Autor wirklich sehr dankbar. So kann man das Fasten viel leichter in den Alltag integrieren, wenn man es länger machen möchte und sich nicht so viel Urlaub nehmen kann.

Sehr interessant fand ich auch die eigenen Erlebnisse des Autors in Bezug auf die „Lichtnahrung“ und seine Informationen hierüber. Vielleicht werde ich eines Tages auch mal dieses Stadium erreichen, wir werden sehen.

Auf jeden Fall hat mir das Buch sehr weitergeholfen und ich empfehle es gerne weiter. Es ist wirklich eine Art „Fastenbibel“, die man immer wieder zur Hand nehmen kann zum Nachschlagen.

Bewertung:

DER SCHOKOLADENSALON von FIONA McINTOSH – Meine Rezension …

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 18. November 2019
ISBN-13: 978-3734107405
Originaltitel: The Chocolate Tin
Autorin: Fiona McIntosh

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt im Jahr 1915 im englischen York und sie endet auch dort im Jahr 1921. Während dieser Zeit begleiten wir die junge Alex Frobisher auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben, was in dieser Epoche alles andere als normal war.
Alexandra ist die Tochter reicher Eltern, aber sie wehrt sich entschieden dagegen, ihr ganzes Leben „nur“ als Hausfrau und Mutter zu verbringen, so wie es die Gesellschaft von ihr erwartet. Sie ist sehr intelligent und gerissen und versteht es, ihre Ziele – wenngleich auf Umwegen – zu erreichen, ohne ihren Eltern damit größeren Kummer zu bereiten.
Großen Kummer erleidet sie dann aber selbst, als sie einer Heirat mit einem Mann zustimmt, der sie zwar respektiert und ihr alle Freiheiten lässt, bei dem sie jedoch keine echte Liebe findet. Diese Gefühle erlebt sie erst später mit einem anderen Mann, der aber unerreichbar für sie ist.

Den deutschen Titel „Der Schokoladensalon“ finde ich fast etwas unpassend, da dieser erst auf den letzten 25 Seiten eine Rolle spielt, der englische Titel dagegen bezieht sich auf ein Objekt, welches in der gesamten Story quasi den roten Faden bildet: eine Schokoladendose, die während der Kriegszeit an Soldaten an der Front verschickt wurde.

Eine solche Dose führt zwei Menschen zusammen, die sich ansonsten niemals begegnet wären – mit weitreichenden Folgen.
Wie in solchen Büchern üblich, greift der Zufall natürlich oft ein, damit die Story funktionieren kann und am Ende alles gut wird. Daran darf man sich nicht stören und wir erörtern ja hier nicht die Glaubwürdigkeit, hier zählen andere Dinge. Emotionen zum Beispiel … und die kommen wahrlich nicht zu kurz. Vor allem auf den letzten Seiten, hier stieg mein Taschentuchverbrauch rapide an.

Der Schreibstil von Fiona McIntosh ist sehr mitreißend und man merkt auch, dass sie viel recherchiert. Man kann sich alle Ort immer prima vorstellen, man ist immer mitten im Geschehen und auch die Protagonisten wirken glaubwürdig und lebensecht.
Alex und auch einige weitere Figuren habe ich schnell ins Leserherz geschlossen und gerne mit ihnen mitgefiebert.

Bis die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt, vergeht jedoch eine ganze Weile und man muss als Leser etwas geduldig sein. Deshalb auch ein Stern Abzug, denn mit einer leicht verkürzten Fassung wäre es manchmal vielleicht auch getan gewesen.
Hält man jedoch durch, wird man mit einer wirklich spannenden Story belohnt, die richtig ans Herz geht. Alex ist eine mutige Frau, die nicht nur für die Rechte der Frauen kämpft, sondern noch viel mehr vollbringt.
Erschreckt haben mich einige historische Gegebenheiten, die man sich heutzutage glücklicherweise kaum noch vorstellen kann.

Mir hat das Buch prima gefallen und ich empfehle es gern weiter.

Bewertung:

DIE KLAMM von REINHARD KLEINDL – Meine Rezension …

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 18. November 2019
ISBN-13: 978-3442489404
Autor: Reinhard Kleindl
Teil 2 der „Anja Grabner“-Reihe nach „Stein“
LESEPROBE

Meine Meinung:
Leider kenne ich den ersten Teil der Reihe (noch) nicht, so dass ich schon an manchen Stellen das leichte Gefühl von Wissenslücken hatte, wenn darauf Bezug genommen wird. Das berührt aber nicht den aktuellen Fall, sondern vielmehr das Privatleben von Hauptfigur Anja Grabner, die eigentlich zunächst gar nicht mehr im Polizeidienst ist.

Anja ist eine sympathische Protagonistin, obwohl sie nicht immer ganz einfach ist. Mit ihren Ecken und Kanten wirkt sie authentisch. Das trifft auch auf die übrigen Figuren zu, denen der Autor echtes Leben eingehaucht hat. Unter ihnen befinden sich viele ungewöhnliche Personen, deren Verhaltensweisen man oft erst auf den zweiten Blick versteht.

Emotionen spielen eine große Rolle in diesem Thriller und die Story ist eine gut ausbalancierte Mischung zwischen Lösung des Falles und Privatleben der Ermittler.
Es geht um eine verschwundene Familie, deren Verbleib Anja keine Ruhe mehr lässt. Auch gegen Widerstände von allen möglichen Seiten behauptet sie ihre Linie und geht notfalls auch im Alleingang Spuren nach.
Unterschwellige Spannung ist eigentlich durchgehend präsent, an einigen Stellen auch etwas Action. Richtig blutige Szenen halten sich aber Grenzen, wie ich finde.
Besonders ist, dass eine verschworene Gemeinschaft eine Rolle spielt, wie wohl auch schon im ersten Teil. Undurchsichtige Zusammenhänge, einige Überraschungen und unvorhersehbare Wendungen machen das Ganze perfekt.

Der Schreibstil liest sich wirklich prima, man ist immer mitten im Geschehen und ich konnte mit der Hauptfigur auch gut mitfühlen.
Ein Thriller, der in vielerlei Hinsicht überzeugen kann: interessante Figuren, spannende Story, etwas Action und viel Emotion.

Bewertung:

VEGAN OHNE HYPE von DR. SEBASTIAN STEINEMANN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 179 Seiten
Verlag: Independently published
Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2019
ISBN-13: 978-1082166587
Autor: Dr. Sebastian Steinemann

Meine Meinung:
Mit gesunder und auch mit veganer Ernährung beschäftige ich mich schon ein Weile, doch erst dieses Buch hat es geschafft, mir verständlich zu machen, wie das alles so funktioniert mit den Aminosäuren, Proteinen und so weiter.

Der Autor erklärt wirklich sehr gut und auch bei Laien kommt die Botschaft an. Wobei hier deutlich die gesundheitlichen Aspekte im Vordergrund stehen und weniger die ethischen Gründe für eine vegane Lebensweise. Das fand ich auch recht sinnvoll, denn es geht um Argumente, die man nicht durch unterschiedliche Betrachtungsweisen relativieren kann.

Wer sich allerdings sehr große Hilfen in Form von konkreten Rezepten und ähnlichem erhofft, könnte erst mal enttäuscht werden. Das Buch enthält wenig in dieser Hinsicht, aber dafür gibt es den kostenlosen Onlinebegleitkurs, der offene Fragen beantwortet.

Ein sehr gutes Buch, das uns anschaulich die Grundlagen veganer Ernährung erklärt – und zwar ohne erhobenem Zeigefinger!

Bewertung:

MORD AUF PORTUGIESISCH von HEIDI VAN ELDEREN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2019
ISBN-13: 978-3328103066
Autorin: Heidi van Elderen

Meine Meinung:
Anfangs musste ich schon ein paar Mal schlucken, weil die Situation echt brenzlig war für Raquel, aber wir wissen ja eigentlich, dass es gut ausgeht, denn schließlich ist das 150 kg schwere Schweinchen die Hauptdarstellerin in diesem Krimi.
Ihr Besitzer, der 38-jährige Dorfpolizist Fernando Valente, hat sie als Ferkel mit der Flasche aufgezogen und eine besondere Bindung zu dem klugen Tier. So bringt er es natürlich absolut nicht übers Herz, sie kurz vor Weihnachten zu schlachten, wie es eigentlich die Tradition von ihm verlangen würde.
Glücklicherweise kommt ihm ein gewiefter Nachbarsjunge zu Hilfe und gemeinsam ernennen sie Raquel zum ersten Polizeischwein Portugals. Leider sehen das nicht alle Menschen gern und so müssen Fernando und sein Vierbeiner noch etliche Prüfungen bestehen, um die Schlachtbank auch dauerhaft zu umgehen.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich sehr mitreißend und man ist immer mitten im Geschehen. Sie beschreibt die Landschaften sehr eindrücklich und ihre Protagonisten sind absolut liebenswert und lebensnah. Fernando, Raquel und noch viele andere Figuren habe ich jetzt schon ganz fest ins Leserherz geschlossen und freue mich sehr auf eine hoffentlich baldige Fortsetzung der Reihe.
Der Kriminalfall ist sehr klug durchdacht und wartet mit vielen Überraschungen und Wendungen auf. Dabei verzichtet die Autorin aber weitgehend auf blutige Szenen und Effektheischerei.
Die Balance zwischen Krimihandlung und dem Privatleben von Fernando ist auch absolut stimmig. Es wird an keiner Stelle langweilig, ich habe sehr mitgefiebert und die Emotionen kommen nicht zu kurz. Es gibt sehr viele liebenswerte Szenen, die den Leser auch häufig zum Schmunzeln bringen.

Ein super geschriebener Krimi mit sehr sympathischen Personen, den man einfach gelesen haben muss. Freue mich schon auf mehr von Fernando und Raquel.

Bewertung:

DAS ERBE von ELLEN SANDBERG – Meine Rezension …

Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 28. Oktober 2019
ISBN-13: 978-3328104025
Autorin: Ellen Sandberg (Pseudonym von Inge Löhnig)

Meine Meinung:
Dieser Roman beschäftigt sich mit der Frage von Falsch und Richtig, er handelt von Entscheidungen mit weitreichenden Folgen, von gutem und schlechtem Gewissen, aber leider auch von Neid, Habgier, Wut, Intrigen, Verrat, Lügen und Mord.
Kein leichter Stoff, den uns die Autorin hier serviert.

Die Hauptfigur ist Mona, die überraschend von ihrer Großtante Klara ein riesiges Haus in München erbt. Mehrere Millionen ist die Immobilie wert und das ruft natürlich sofort Neider, „gute Freunde“ und vor allem die eigene Familie auf den Plan, die alle mindestens ein Stück vom Kuchen abhaben möchten.
Mona ist bei allen als „Gutmensch“ bekannt, die keinem Bettler widerstehen kann, doch die aggressive und furchtbare Art der ganzen Leute, die plötzlich etwas von ihr wollen, lässt sie zunehmend hart werden. Trotzdem unternimmt sie intensive Nachforschungen, als der Verdacht aufkommt, dass das Haus während des Krieges nicht ordnungsgemäß den Besitzer gewechselt hat. Die früheren Eigentümer waren Juden und Mona nimmt sich vor, deren Schicksal zu klären …

Der Schreibstil ist prima zu lesen, alles wirkt sehr lebendig und realistisch. Die Geschichte konnte mich durchaus fesseln, sie hat mich aber auch berührt – positiv, aber auch negativ.
Eine Vielzahl der Charaktere in dieser Story ist einfach abgrundtief unsympathisch und das hat mir schon einiges abgefordert als Leserin. Man mag behaupten, einiges wäre zu extrem klischeehaft und überzeichnet, aber ich fand diese schlimmen Personen leider nur allzu realistisch.
Das proletenhafte, rücksichtslose Verhalten dieser Figuren stürzt nicht nur Mona in Gewissenskonflikte, sondern auch ich als Leser habe sehr mit mir gerungen und überlegt, wie ich an ihrer Stelle handeln würde. Anders wäre es wohl zu einfach gewesen, also echt gut geschrieben! Beruhigend ist, dass es auch einige liebe Charaktere gibt, die Anlass zu Hoffnung und Mut zum Durchhalten geben.

Man fiebert mit Mona mit und man ist gefesselt von den Geheimnissen, die so nach und nach gelüftet werden. Ich fand die Thematik interessant und auch die zeitlichen Hintergrundinfos am Ende des Buches sehr eindrucksvoll. Man weiß ja vieles aus der Zeit des 2. Weltkriegs, aber manche Dinge noch einmal so Punkt für Punkt vor Augen geführt zu bekommen, war schon heftig. Dazu noch das persönliche Schicksal einer Familie zu lesen, macht die Schrecken wieder lebendig und greifbar.

Ein berührender, fesselnder Roman, der mich mit seinen vielen unsympathischen Charakteren oft ein wenig verzweifeln ließ beim Lesen. Einzig der Schluss hat mir nicht gefallen, hier hätte ich mir noch etwas mehr Happy End für die richtigen Menschen gewünscht, also vielleicht einen kleinen Blick in die Zukunft.

Bewertung:

DIE MACHT IHRES UNTERBEWUSSTSEINS von DR. JOSEPH MURPHY – Meine Rezension …

Taschenbuch: 112 Seiten
Verlag: Ariston
Erscheinungsdatum der Neuausgabe: 2. September 2019
ISBN-13: 978-3424202199
Originaltitel: Power of your subconscious mind
Autor: Dr. Joseph Murphy

Meine Meinung:
Der grandiose Autor Dr. Joseph Murphy ist zwar leider bereits im Jahr 1981 verstorben, aber seine Bücher und seine Lehren werden niemals an Aktualität verlieren.
Sein Hauptwerk „Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ erschien bereits 1962, es erfreut sich aber auch heute noch größter Beliebtheit.
Bei diesem kleinen Büchlein handelt es sich nicht um das Originalbuch, sondern um eine sehr schön gestaltete Sammlung von Affirmationen zur aktiven positiven Beeinflussung des Unterbewusstseins.
Affirmationen sind positiv formulierte, kurze Sätze, die man sich leise oder laut vorsagen soll, um damit das Unterbewusstsein positiv zu beeinflussen.
Auf jeder Seite, die durchgehend farbig blau gestaltet wurden, findet sich ein Satz und darunter eine kurze Erklärung, was sich dahinter verbirgt. Wobei die Sätze oben weniger direkt zum Aussprechen geeignet sind, sondern eher kurze Feststellungen (wie zum Beispiel „Schützen Sie sich vor negativen Suggestionen anderer.“), die dann im unteren Text näher erläutert werden bzw. um die entsprechenden Affirmationssätze ergänzt werden. Ich habe das Büchlein deshalb eher als Stichwortausgabe des Hauptwerkes empfunden, in dem wichtige Punkte herausgestellt und ganz kurz erläutert werden.
Als Einstieg oder zur Wiederholung ist es prima geeignet. Da ich mich schon viel mit dem Thema „positiv leben“ auseinandergesetzt habe, fand ich das Büchlein sehr hilfreich, um es immer mal wieder durchzublättern, bis einem die neue Lebensweise wirklich in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Auch als Geschenk für Interessierte könnte ich mir das Buch gut vorstellen.

Bewertung:

ERBARMUNGSLOSER HERBST von TOM CALLAGHAN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Atlantik
Erscheinungsdatum: 7. Oktober 2019
ISBN-13: 978-3455001242
Autor: Tom Callaghan
finaler Teil 4 der „Akyl Borubaew“-Reihe

Meine Meinung:
Nach „Blutiger Winter“, „Tödlicher Frühling“ und „Mörderischer Sommer“ bildet „Erbarmungsloser Herbst“ den finalen Band der Reihe um den kirgisischen Inspektor Akyl Borubaew.

Akyl hat schon so viel erleben müssen in seinem Job bei der Mordkommission, dass ihn kaum noch etwas schocken kann. Der Tod seiner geliebten Frau hat ihn auch sehr mitgenommen, aber trotz allem ist er niemand, der in Depressionen verfällt. Er hängt sogar ausgesprochen an seinem Beruf und er legt sich regelmäßig mit dem Minister für Staatssicherheit an, der ihn zuweilen für seine Spezialaufträge missbraucht.

Im großen Finale läuft dann auch alles etwas anders als gewohnt, denn Akyl wird gleich zu Beginn durch Minister Tynalijew vom Dienst suspendiert. So hat er leider gar keine Gelegenheit mehr, den angeblichen Drogenselbstmord einer jungen Frau aufzuklären.
Stattdessen verschlägt es Akyl auf die andere Seite, nämlich mitten hinein ins organisierte Verbrechen und den Drogenhandel. Er soll für einen mächtigen Unterweltboss Verhandlungen in Bangkok führen, wobei die kulturellen Unterschiede dabei noch sein kleinstes Problem darstellen. Glücklicherweise ist Saltanat wieder an seiner Seite, doch auch ihr Einfluss ist begrenzt, so dass es wirklich brenzlig wird für Akyl.

Die drei Vorgängerbände habe ich mit größter Begeisterung verschlungen, denn Tom Callaghan schreibt so mitreißend, lebendig und mit sehr viel schwarzem Humor. Dazu ist Akyl noch ein wirklich sympathischer Charakter, mit dem man einfach gern auf Verbrecherjagd geht.
Der letzte Band wirkte auf mich allerdings nicht ganz so abwechslungsreich und mir fehlte auch etwas der unterschwellige Humor. Alles ist eher düster und unheilschwanger. Auch die zahlreichen (teils echt grausamen) Morde, die die Reihe so prägten, blieben hier größtenteils aus. Es gibt natürlich diverse Schießereien, aber echte Highlights fehlten mir.
Die Story ist wieder prima durchdacht und wartet mit zahlreichen Überraschungen auf. Wir erfahren sehr viel über Vertriebswege, Herstellung und Territorialkämpfe rund um den Drogenhandel. Alles erscheint recht realistisch und nur allzu vorstellbar.

Insgesamt betrachtet empfand ich den letzten Band als einen Tick schwächer als die Vorgänger, aber für Fans der Reihe ist er natürlich ein Muss. Ich habe mich sehr über ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten gefreut, wobei ich mir gewünscht hätte, noch mehr über Otabeks neues Leben zu erfahren. Dies ist ein Junge, den Akyl und Saltanat gemeinsam gerettet hatten.
Das Ende war so gar nicht nach meinem Geschmack, aber damit muss ich leben. Ein Abschied ist niemals schön und ich werde Akyl wirklich vermissen, ich hätte gerne noch weitere Abenteuer mit ihm gelesen.

Bewertung:

NÄCHTE DES ZORNS von ANNA TELL – Meine Rezension …

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2019
ISBN-13: 978-3499273858
Autorin: Anna Tell
Teil 2 der „Amanda Lund“-Reihe

Leseprobe (PDF)

Meine Meinung:
Schon der erste Teil „Vier Tage in Kabul“ hat mir sehr gut gefallen und so musste ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit Amanda weiter geht.
Inzwischen ist sie tatsächlich Mutter von Zwillingen und alleinerziehend. Der Wiedereinstieg in den nicht ganz ungefährlichen Job gelingt ihr aber recht problemlos und sie wird zu einem Einsatz in den Kosovo beordert. Ein dort stationierter Polizist wurde entführt und sein Kollege vor Ort verhält sich äußerst merkwürdig.
Bald sind Amanda und ihr Team zurück in Schweden, denn dort laufen alle Fäden zusammen und es stellt sich heraus, dass weit mehr hinter der Sache steckt als zunächst angenommen.

Anna Tell erzählt wieder so eindrucksvoll und lebensnah, als wäre ihr das alles selbst widerfahren. Wenn man weiß, dass sie tatsächlich eine schwedische Kriminalkommissarin ist, könnte man sich das beinahe vorstellen. Das hohe Maß an Authentizität macht das Ganze für mich noch spannender und glaubwürdiger.

Ihre Protagonisten sind sympathisch und wirken ebenfalls sehr realistisch. Wir erfahren einiges aus dem Privatleben des Teams, aber dies hält sich doch immer dezent im Hintergrund und dient eher dazu, die Beziehung zu den Figuren noch zu intensivieren und sie noch lebendiger zu machen.
Amanda ist mutig und geht oft Risiken ein, obwohl sie jetzt Mutter ist und mehr Verantwortung hat. Das ist wirklich nicht ganz einfach in diesem Beruf.

Der Fall ist wieder prima durchdacht und es geht diesmal um Korruption, Drogenhandel, Entführung und Rache. Amanda verhandelt mit einem Geiselnehmer und versucht, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Das Ende kam dann irgendwie recht plötzlich und wenigstens durften wir in einem kurzen Epilog noch ein bisschen mehr erfahren. Einiges bleibt offen und so freue ich mich natürlich schon jetzt auf eine hoffentlich baldige Fortsetzung.
Wer übrigens nicht so viele blutige Szenen mag, der ist hier auch recht gut aufgehoben, denn diese halten sich in Grenzen.

Eine sehr spannende, fesselnde und authentisch wirkende Story, die mich bestens unterhalten hat. Ich empfehle die Reihe gerne weiter!

Bewertung: