NEUN TAGE UNENDLICHKEIT von ANKE EVERTZ – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Ansata
Erscheinungsdatum: 1. April 2019
ISBN-13: 978-3778775462
Autorin: Anke Evertz
Interview mit der Autorin zum Buch

Meine Meinung:
Es heißt, wenn man auf der Suche ist nach seinem wahren Ich und das ernsthaft will, dann kommen die Dinge ganz von selbst zu einem, die dabei helfen können. So war es also irgendwie klar, dass dieses Buch genau zur rechten Zeit zu mir gefunden hat. Und es war wirklich eine Offenbarung und Festigung dessen, was ich bereits erfahren habe.

Anke Evertz erzählt in diesem Buch ihre eigene Geschichte, in der sie von einem (im Nachhinein nicht wirklich tragischen) Brandunfall berichtet, der ihr gesamtes Leben veränderte.
Sie war nicht wirklich glücklich mit ihrem Dasein und dann folgte die Wende: durch ihre schlimmen Verbrennungen dritten Grades wurde sie in ein neuntägiges Koma versetzt. In dieser Zeit erfuhr sie die wundervollsten Dinge und gelangte zu überirdischen Erkenntnissen, die sie uns hier schildert. Vieles war so unbeschreiblich, dass es eigentlich keine passenden Worte dafür gibt, aber trotzdem hat mich ihre Geschichte so tief berührt und wirklich mitgenommen. An einigen Stellen schossen mir sogar unweigerlich Freudentränen in die Augen.

Sie spricht zum Leser wie zu einem guten Freund, man fühlt sich sofort angenommen, gut aufgehoben, verstanden. Ihre Erlebnisse, die sie losgelöst von ihrem irdischen Körper machte, sind so wundervoll und tröstlich und sie bergen so viele Weisheiten.

Das Buch kann ich jedem Leser nur wärmstens ans Herz legen, der ebenfalls aus dem starren irdischen Denkmuster ausbrechen möchte und sich selbst in seiner Gänze erfahren möchte. Denn wir sind mehr als Menschen, wir sind unser eigener Schöpfer, ewige Seelen, wunderbare geliebte und liebende Wesen, die alles schaffen können, was sie möchten.
Einen ganz herzlichen Dank an die Autorin für ihre wunderbaren, berührenden Worte, die mir sehr geholfen haben auf meinem Weg.

Bewertung:

DIE LIEFERUNG von ANDREAS WINKELMANN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2019
ISBN-13: 978-3499275173
Autor: Andreas Winkelmann
Leseprobe

Buchtrailer

Meine Meinung:
Auf eine Fortsetzung mit Kommissar Jens Kerner und seinen sympathischen Kolleginnen Rebecca und Carina habe ich mich schon sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Ein weiteres Mal präsentiert uns Andreas Winkelmann hier einen Einblick in die finstersten Albträume, die man als Frau nur haben kann.
Wieso sind eigentlich meist Frauen die Opfer? Gute Frage, die ich mir so noch nie bewusst gestellt hatte. Wahrscheinlich weil die Täter fast ausschließlich Männer sind.

In diesem Thriller wird es dadurch sehr beängstigend, weil die Opfer aus der vermeintlichen Sicherheit ihrer eigenen Wohnung heraus spurlos verschwinden. Die einzige Verbindung, die zunächst sichtbar ist, scheint ein Lieferdienst zu sein, denn unangetastete Pizzen fanden sich an den Tatorten.

Jens ist ein sehr engagierter Polizist, dem wirklich an den Fällen gelegen ist. Wenn er auf einer Spur ist, dann lässt er sich davon nicht mehr abbringen, wenngleich er Wege abseits der Dienstvorschriften einschlagen muss. Seine Kollegin Rebecca sitzt im Rollstuhl und unterstützt ihn mit ihrer brillanten Auffassungsgabe, ihrem Kombinationstalent und ihrer Fähigkeit, sich Gesichter unauslöschlich einzuprägen.
Auch privat verbindet die beiden zusehends mehr, was mich für die beiden sehr freut.

Eine völlig abgemagerte, psychisch total verwirrte Frau taucht in einem Wald auf und Jens gelingt es, sie in eine Klinik zu bringen. Offensichtlich wurde sie jahrelang gefangen gehalten, doch niemand weiß, wer sie ist. Bevor sie Hinweise zu ihrer Identität geben kann, verstirbt sie leider.
Weitere Vermisstenfälle und eine tote Frau geben noch mehr Rätsel auf. Bis sie hinter die ganze Tragweite des Verbrechens kommen, wird es für Rebecca und Jens selbst sehr gefährlich …

Der Schreibstil ist einfach toll zu lesen, ich habe das Buch in einem Rutsch beendet. Wenn man einmal anfängt, kann man es auch kaum noch aus der Hand legen. Winkelmann schreibt fesselnd, eindrücklich, atmosphärisch.
Seine Charaktere finde ich bestens konstruiert, sie wirken sehr sympathisch, was es leicht macht, mit ihnen mitzufiebern – eine ganz wichtige Komponente in einem Buch.
Die Story selbst ist beklemmend, erschreckend und obwohl man auch die Sicht des Täters kennenlernt, nicht leicht zu verdauen. Man möchte sich da immer gar nicht vorstellen, dass die Wirklichkeit noch um einiges schlimmer ist, als wir uns ausdenken können.

Ein Thriller, der eher nichts für ängstliche Menschen ist. Weitgehend unblutig, aber psychisch dramatisch. Ich empfehle das Buch gerne an spannungshungrige Leser weiter! Ich fand es super und ich freue mich schon auf eine hoffentlich erscheinende Fortsetzung der Reihe!

Bewertung:

ICH VERLASSE DICH, WEIL ICH LEBEN WILL von SISSEL GRAN – Meine Rezension …

Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Verlag Herder
Erscheinungsdatum: 20. Mai 2019
ISBN-13: 978-3451600708
Autorin: Sissel Gran
Leseprobe

Meine Meinung:
Trennungen sind niemals einfach, auch nicht für denjenigen, der sie angestoßen hat. Dabei spreche ich aus eigener leidvoller Erfahrung, die inzwischen zwei Jahre zurückliegt, mich aber immer noch oft beschäftigt.
Es reicht nicht, dass man bei Bekannten, Verwandten und im gesamten Umkreis irgendwie als „der/die Böse“ angesehen wird, wenn man sich von seinem Partner trennt. Man plagt sich auch selbst mit Schuldgefühlen, obwohl man die Entscheidung selbst eigentlich nicht anzweifelt, denn dieser geht ein langer Prozess voraus.
Doch warum fühlen wir uns schuldig, wenn wir aus einer Beziehung ausbrechen, deren Weiterführen uns sinnlos erscheint?
Dieser Frage widmet sich Sissel Gran in ihrem aufwühlenden Buch. Sie ist Paartherapeutin und Psychologin und sie hat mit zahlreichen Betroffenen gesprochen und deren Erfahrungen gibt sie hier wieder.
Ich habe mich in vielen Kommentaren wiedergefunden und ich musste mich beim Lesen einigen Dingen wieder stellen. Das führte dazu, dass ich immer wieder Lesepausen brauchte, denn es nahm mich psychisch schon etwas mit.
Es tat aber auch gut, zu lesen, dass man mit den Schuldgefühlen und Zweifeln nicht allein ist und die Autorin beleuchtet viele Aussagen durch ihre Kommentare in einem anderen Licht. Es hilft immer, wenn man etwas aus der Sicht Unbeteiligter betrachten kann, ohne zu sehr von den eigenen Gefühlen vereinnahmt zu werden.
Sehr interessant fand ich auch das Kapitel, in dem es um die Trennungskinder geht. Das Ende einer Beziehung ist irgendwie eine Art Tod, den man erst mal verkraften muss. Das fällt schon dem Ex-Paar nicht leicht, aber den Kindern erst recht nicht.
Ein sehr eindrückliches, gut verständlich geschriebenes Buch, das ich gern weiterempfehle.

Bewertung:

SCHAMANISCHE SCHÖPFERKRAFT von ALBERTO VILLOLDO – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Ansata
Erscheinungsdatum: 22. April 2019
ISBN-13: 978-3778775479
Autor: Alberto Villoldo

LESEPROBE

Meine Meinung:
Auf meinem Weg zu einem erfüllten, gesunden, glücklichen Leben im Einklang mit Natur und Schöpfung war mir dieses Buch eine weitere Hilfe.
Der Autor ist medizinischer Anthropologe und Psychologe und hat in vielen Jahren den Schamanismus in den Anden und im Amazonas studiert. Über seine Reisen und Erfahrungen erzählt er uns in diesem Buch.
Ich habe es als absolut interessant, ich würde fast sagen „erleuchtend“ empfunden. Vieles, das ich schon aus anderen Quellen wusste, wurde mir bestätigt oder nochmals von einer etwas anderen Seite beleuchtet.
Der Autor schreibt sehr locker und er lässt auch humorvolle Anekdoten nicht aus.
Die praktischen Übungen halten sich eher in Grenzen, was ich aber nicht negativ empfunden habe. Es muss sowieso jeder Mensch selbst den Weg finden, der für ihn richtig ist.

Wir können aus seinen Erfahrungen lernen, dass wir uns aktiv ein neues, wahres Leben schaffen können, indem wir unsere alten „Albträume“ hinter uns lassen und unsere destruktiven Glaubenssätze umprogrammieren. Wir müssen zwischen Realität, Traum und Wahrheit unterscheiden können, um selbst zu bestimmen, wie unser Weg aussehen wird. Der Weg zu einem Leben mit Liebe, Dankbarkeit und im Einklang mit der Lichtenergie, die alles umfasst und aus der auch wir (unsere irdischen Körper) geschaffen wurden.

Ein Buch, das uns die Augen öffnen kann durch die Weisheiten der Laika, der Schamanen der Anden, und der Prophezeiungen der Inka. Die Welt befindet sich in einer Phase des Umbruchs, als leuchtende Krieger werden wir das neue Zeitalter maßgeblich gestalten können und alles zum Besseren wenden für die Natur und uns Menschen. Ich empfehle das Buch gerne weiter an alle, die mehr vom Leben erwarten als ein fremdbestimmtes Dasein zu fristen, das von Materialismus und Konsumismus bestimmt wird.

Bewertung:

SEELENVERTRÄGE von LEILA ELEISA AYACH – Meine Rezension …

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 8. April 2019
ISBN-13: 978-3453703674
Autorin: Leila Eleisa Ayach

Meine Meinung:
Auch Leser, die sich noch nicht mit dem Thema „Seelenverträge“ befasst haben, werden in diesem verhältnismäßig dünnen Buch alles finden, was sie für den Start in ein erfüllteres Leben benötigen.
Die Autorin erklärt sehr verständlich, was Seelenverträge sind, warum sie unser aller Leben bestimmen und wie wir damit am besten umgehen können.
Es gibt in unserem Sein keine „Zufälle“, alles hat einen tieferen Sinn, wenngleich wir diesen manchmal nicht sofort erkennen können. Wir haben vor unserer Inkarnation Verträge geschlossen, uns teilweise selbst schwere Bürden auferlegt, durch die wir wachsen wollen und etwas lernen sollen. Als unsterbliche Seelen haben wir schon oft ein irdisches Dasein geführt und so manche Blockaden, die unseren Alltag erschweren, stammen noch aus früheren Leben. Wir können diese erkennen und auflösen.
Mit einigen Seelen stehen wir stets in Verbindung, wir treffen sie immer wieder, schließen mit ihnen zusammen Verträge, helfen uns gegenseitig, unsere Ziele zu erreichen. Dabei spielen wir verschiedene Rollen, die nicht immer auf den ersten Blick positiv erscheinen, aber eben dem höheren Zweck dienen.

Das Buch ist in einer Form geschrieben, die den Leser direkt anspricht. Es kam mir im Großen und Ganzen fast wie eine Predigt vor. Gestört hat mich irgendwann die ständig wiederholte Formulierung „Wir wissen, wer diese Zeilen liest. Wir wissen es.“
Das war mir einfach zu viel, aber insgesamt ist das Buch aufgrund der so wichtigen und gut verständlichen Informationen ein Muss für jeden Leser, der sich auf dem Weg in ein Leben im Einklang mit der Schöpfung befindet.
Ich empfehle es sehr gerne weiter, es hat mir wirklich geholfen.

Bewertung:

DIE BOTSCHAFT DER TIERE von DIANA COOPER – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Ansata
Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2017
ISBN-13: 978-3778775288
Originaltitel: The Archangel Guide to the Natural World
Autorin: Diana Cooper

Meine Meinung:
Um dieses Buch gänzlich würdigen zu können, muss man schon einiges an Vorkenntnissen besitzen, sonst tut man sich beim Lesen stellenweise eher schwer.
Auch für mich war die ganze Geschichte um Atlantis, Lemurien, um Erzengel, Geschöpfe von anderen Planeten, irdische Portale, aufgestiegene Aspekte, Einhörner, Gnome und vieles mehr absolutes Neuland. Ich glaube zwar an eine schöpferische Kraft und daran, dass alles aus Licht und Energie besteht und dass der Geist die Materie erzeugt, aber so haargenaue menschengemachte Beschreibungen der Zusammenhänge lehne ich eher ab.
Daher kann ich schon nichts mit der Bibel oder ähnlichen religiösen Schriften anfangen und genau so geht es mir mit diesen detaillierten Informationen, die man auch unmöglich alle irgendwie im Kopf behalten kann.

Zu jeder Tierart erklärt uns Diana Cooper, woher sie kommen, was ihre Aufgabe hier auf Erden ist und welcher Erzengel sie schützt. Sie erläutert, wie es den jeweiligen Arten hier ergangen ist und sie wirft teilweise auch einen Blick in die Zukunft. Was ich besonders interessant fand, das waren die Infos zum Verhalten der Tiere und über Besonderheiten in ihrem Leben.
Am Ende jeden Kapitels findet man eine Visualisierungsübung, mit der man dem jeweiligen Tier näher kommen kann, um etwas von ihm zu lernen oder ihm zu helfen. Es sind quasi kleine Meditationen, die stellenweise wirklich sehr schön erdacht sind.

Mir persönlich hat dieses Buch jetzt nicht so viel gebracht, aber ich ziehe deshalb auch nicht mehr als einen Stern ab, denn für Andere, die spirituell gebildeter sind als ich und denen diese Weltanschauung nicht so fremd ist, mag es ein wahrer Schatz sein.

Bewertung:

STOPP! DIE UMKEHR DES ALTERUNGSPROZESSES von ANDREAS CAMPOBASSO – Meine Rezension …

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 11. August 2008, wurde laufend aktualisiert
ISBN-13: 978-3442218585
Autor: Andreas Campobasso

Leseprobe (PDF)

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein richtiges Geschenk des Himmels, möchte ich fast sagen.
Der Autor hat eine so wunderbar klare Art, alles zu erklären, dass man sich den lebenswichtigen Informationen nicht verschließen kann. Er belegt viele Thesen durch Hinweise auf entsprechende wissenschaftliche Versuche, es gibt auch einige SW-Fotos, die seine Aussagen unterstreichen.
Er erläutert sehr informativ und schlüssig den Zusammenhang zwischen unserer heutigen „zivilisierten“ Lebensweise und den schier zahllosen Krankheiten, unter denen der Mensch (und seine Haustiere) meistens leiden. In der Wildnis gibt es keine Menschen oder Tiere, die an Diabetes, Übergewicht, ADHS, Allergien oder Krebs leiden und die fast ihr halbes Leben lang immer mehr degenerieren und am Ende dahinsiechen. Das gibt es nur in unserer Zivilisation mit „Lebensmitteln“, die längst den Namen nicht mehr annähernd verdient haben, da sie hauptsächlich aus Fabriken stammen oder im Fall von Obst und Gemüse oft zu belastet oder überzüchtet sind.
Andreas Campobasso hat sein Buch in drei Teile geteilt. Zunächst erläutert er alle Zusammenhänge und gibt uns die nötigen Informationen mit auf den Weg. Im zweiten Teil erklärt er uns, warum ein gutes Ergebnis ohne den mentalen Einfluss nicht erreicht werden kann. Wir müssen unser Denken grundlegend ändern.
Im dritten Teil gibt er uns schließlich konkrete Tipps mit auf den Weg, wie wir unsere neue Lebensweise im Alltag umsetzen können.

Sehr gut fand ich auch, dass er niemals einen besserwisserischen oder gar anklagenden Ton trifft, sondern dass er sich beinahe an manchen Stellen dafür entschuldigt, dass er uns wieder ein Stück Illusion zerstört hat.
Es ist jedem Menschen möglich, gesund und fit ein Alter jenseits der 100 Jahre zu erreichen, wenn man wirklich bereit ist, im Einklang mit der Schöpfung und der Natur zu leben. Wer auf so manche zivilisierte Errungenschaften nicht verzichten will, kann aber auch schon beachtliche Erfolge erzielen und seinem Körper wirklich Gutes tun.

Ich kann dieses Buch von ganzem Herzen weiterempfehlen, ich wünschte, jeder Mensch würde es lesen.

Bewertung:

JAHRE DES JÄGERS von DON WINSLOW – Meine Rezension …

CD-ROM
Verlag: Lübbe Audio
Erscheinungsdatum: 29. März 2019
ISBN-13: 978-3785759776
Autor: Don Winslow
Teil 3 der „Art Keller“-Reihe

Meine Meinung:
Dieses Hörbuch ist definitiv nichts für Menschen, die keine Kraftausdrücke und Schimpfwörter oder sog. Gossensprache mögen. Würde man alle obszönen Begriffe akustisch zensieren, würden manche Sätze fast nur noch aus Piepsern bestehen. Aber wenn man bedenkt, um welche Thematik es hier geht, wundert es nicht, denn wir begeben uns mit Hauptfigur Art Keller ganz tief in den Drogensumpf von Mexiko und Amerika.
Leider kenne ich die beiden Vorgänger „Tage der Toten“ und „Das Kartell“ nicht, was dazu führte, dass viele Szenen für mich eher oberflächlich blieben, da mir der Bezug zu den vielen Personen einfach fehlte. Ich denke, dass es mit den entsprechenden Vorkenntnissen um Längen besser und eindrücklicher ist.
Für mich kamen erst so ab der Hälfte ein paar neue Figuren ins Spiel, mit denen ich wirklich mitgefiebert habe: ein kleiner Junge und dessen Freundin, die vor Verfolgung und tödlicher Bedrohung schließlich die Flucht aus Guatemala Richtung USA wagen. Deren Schicksal hat mich wirklich berührt, leider wird am Ende nicht mehr aufgeklärt, was aus ihnen wurde.
Art Keller selbst ist natürlich auch ein absoluter Sympathieträger, denn er gibt einfach niemals auf, für das Gute zu kämpfen. Er und seine Frau mussten schon so viel durchmachen, aber sie setzen trotz allem immer wieder ihr Leben aufs Spiel. Auch einige Kollegen von Art fand ich wirklich toll.

Man merkt, dass viel Recherchearbeit in dieser Reihe steckt, denn alles wirkt nur allzu realistisch und erschreckend. Ein Menschenleben ist in diesem Drogenkrieg überhaupt nichts wert. Es werden ständig Kämpfe um Territorien geführt, Allianzen geschlossen und wieder gebrochen, Attentate ausgeführt, Menschen verschleppt, gefoltert und zuhauf getötet. Eine rasante, extrem blutige und irgendwie auch niederschmetternde Story, denn die Drogenfahndung kann dieses Übel einfach nicht ausrotten.

Besonders gut fand ich am Ende, dass die wichtigsten Punkte aus allen Büchern noch einmal zusammengefasst wurden. Art Keller erzählt die Geschichte, so wie er sie erlebt hat und man versteht einige Zusammenhänge noch besser.

Wer auf richtig harte Stories und viel Action steht und auch kein Problem mit Vulgärsprache und viel Blut hat, dem sei diese Reihe wärmstens empfohlen. Aber ich würde unbedingt mit Band 1 beginnen, denn das Ganze ist so komplex und es sind so viele Personen / Parteien involviert, dass man sich mit Vorkenntnissen sicher besser zurechtfindet.

Bewertung:

SCHWEIGEPFLICHT von JENS LAPIDUS – Meine Rezension …

Broschiert: 640 Seiten
Verlag: btb Verlag
Erscheinungsdatum: 8. April 2019
ISBN-13: 978-3442718191
Autor: Jens Lapidus

Meine Meinung:
Von Jens Lapidus kannte ich bisher nur die Stockholm Noir-Trilogie, die auch schon erfolgreich verfilmt wurde. So war ich sehr gespannt auf diesen Auftakt zu einer neuen Reihe.
Hauptperson ist diesmal die junge Anwältin Emelie Jansson, die gerade erst ihre Prüfung erfolgreich absolviert hat und bereits eine der großen Hoffnungsträgerinnen der renommiertesten Wirtschaftsanwaltskanzlei Schwedens ist.
Dann ist da noch Teddy, ein inzwischen rehabilitierter Kleinkrimineller, der in seiner Vergangenheit einen schweren Fehler gemacht hat. Er hat im Auftrag Unbekannter einen Mann gekidnappt und dieser hat sich schließlich das Leben genommen aufgrund der schlimmen Erlebnisse in der Gefangenschaft. Teddy fühlt sich deshalb der Familie gegenüber schuldig.
So ist es für ihn selbstverständlich, dass er dem Sohn des Mannes helfen will, als dieser unter Mordverdacht festgenommen wird. Benjamin wurde unweit eines Tatorts in seinem verunfallten Auto gefunden, die Indizien sind erdrückend und er kann sich an nichts erinnern.
Er fordert Emelie als seine Strafverteidigerin an, was deren Chef allerdings nicht erlaubt. Sie entschließt sich, den Fall trotzdem anzunehmen und es zu verheimlichen. Unter sehr erschwerten Bedingungen stürzt sich die junge Anwältin also in ihren ersten eigenen Fall und ermittelt mit Teddy zusammen auf eine Faust. Sie stoßen auf ein Netz aus Korruption und legen sich mit dem organisierten Verbrechen an. Es wird gefährlich für alle Beteiligten …

Jens Lapidus ist ja selbst ein sehr angesehener Strafverteidiger und plaudert somit aus dem Nähkästchen. Solche Bücher liebe ich immer sehr, denn man spürt einfach, dass er weiß, worüber er schreibt.
Dazu hat er sich noch einige wirklich liebenswerte sympathische Charaktere ausgedacht, die ich gleich ins Leserherz geschlossen habe. Die toughe Emelie, ihre Anwaltskollegin Josephine, Teddy und dessen Neffe Nikola und viele mehr machen die Story zu einem Erlebnis, bei dem man gern mit den Beteiligten mitfiebert.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut, zunächst kann man einige Passagen, die ein Informantengespräch dokumentieren, nicht richtig einordnen, aber so nach und nach ergibt alles ein stimmiges Bild. Es geht um Geldwäsche und andere dunkle Finanzgeschäfte, um Diebstahl, Bandenkriminalität und vieles mehr. Ein Einblick in die finstersten Ecken Schwedens. Toll und mitreißend beschrieben, so dass man beim Lesen einfach gefesselt ist.

Was mir dann allerdings nicht so gefallen hat, das war das Ende: ein Cliffhanger, der wirklich neugierig auf die Fortsetzung macht. Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange darauf warten.
Mir hat dieser Thriller einige Stunden beste Leseunterhaltung beschert, die Story ist komplex und prima durchdacht, ich mag die Protagonisten und bin gespannt, wie es mit ihnen weitergeht!

Bewertung:

DSCHUNGEL von FRIEDEMANN KARIG – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2019
ISBN-13: 978-3550200137
Autor: Friedemann Karig

Meine Meinung:
Das Buch ist optisch ein totaler Hingucker: der Schutzumschlag in diesem intensiven Blau und drunter ein grelles Pink, dazu noch das Chamäleon – einfach super designt.
Auch die Story hat mich sehr neugierig gemacht: zwei Freunde, die gemeinsam aufwachsen und von denen einer später bei einer Reise nach Kambodscha spurlos verschwindet, woraufhin der andere alles stehen und liegen lässt, um ihn zu suchen.
Besonders gespannt war ich auf die Atmosphäre in Kambodscha, auf die Beschreibungen der Schauplätze und auf die Abenteuer, die die beiden erleben.

Der Schreibstil des Autors ist sehr mitreißend und lebendig, manchmal auch ein klein wenig anstrengend, da Gedanken, Erinnerungen, imaginäre Gespräche und alles wild durcheinandergemischt werden, vor allem zum Ende hin.
Zunächst wechselt die Geschichte kapitelweise von Gegenwart zu Vergangenheit, wir dürfen wichtige Momente in der gemeinsamen Kindheit von Felix und seinem Freund miterleben. Die Charaktere erhalten dadurch stetig mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit, extrem sympathisch waren mir aber beide nicht. Irgendwie typische Jungs eben, die viel Blödsinn anstellen, sich prügeln und um Mädels streiten. Erst am Schluss versteht man einige Zwischentöne besser, vor allem was Felix‘ Vergangenheit betrifft.

Die Suche nach Felix gestaltet sich sehr schwierig und manchmal bekommt man auch das Gefühl, dass der namenlose Protagonist (oder habe ich da etwas überlesen?) mehr an sich selbst denkt als an seinen Freund. Er lässt sich treiben, kappt zusehends die Verbindungen in die Heimat … ein Davontreiben vor der Realität.
Man bekommt beim Lesen wohl zwangsläufig auch irgendwie Sehnsucht nach der Ferne, nach Strand, Meer, Palmen und einem Leben ohne Zwänge. Doch zwischen all den schönen Szenen stecken immer wieder Schrecken: die Geschichte Kambodschas lässt sich nun mal nicht leugnen, der Völkermord, die furchtbaren Gräueltaten.
Es ist eine ständige Gratwanderung, die den Leser in ihren Bann zieht.
Das Ende ist aufwühlend, eindrücklich und schwer zu beschreiben. Einerseits fand ich es stimmig, andererseits hätte ich mir einen anderen Ausgang der Ereignisse gewünscht. Es lässt mich etwas ratlos zurück, man klappt das Buch nicht gänzlich zufrieden zu, finde ich.

Erkundet den Dschungel, macht euch auf eine Suche nach der Wahrheit, erlebt ein Abenteuer und stoßt mit den beiden Jungs an die Grenzen der Realität und Erinnerungsfähigkeit. Das Buch ist ein Kurztrip der besonderen Art.

Bewertung: