ENTSPANNTE ELTERN von DR. JANE SCOTT – Meine Rezension …

Entspannte Eltern von Jane Scott

Taschenbuch, Broschur, 368 Seiten
ISBN: 978-3-442-17717-2
Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 19.03.2018
Autorin: Dr. Jane Scott

Meine Meinung:
Manche würden behaupten, ich hätte dieses Buch ja als „Unbeteiligte“ gelesen, weil ich nun mal keine Kinder habe und auch nie welche wollte. Aber ich habe mich in den letzten Monaten sehr viel mit dem „inneren Kind“ befasst, mit den Auswirkungen, die eine (meist unbewusst) falsche Erziehung bis ins Erwachsenenleben haben kann. Gibt es vielleicht einfache Wege, um solche Fehler zu vermeiden und seine eigenen Kinder möglichst unbelastet heranwachsen zu lassen?

Dr. Jane Scott zeigt diese möglichen Wege auf und sie nimmt Eltern gleichzeitig den Druck von den Schultern, der durch das Umfeld und die Gesellschaft heutzutage meist unweigerlich aufgebaut wird.
Jeder kennt inzwischen den Begriff „Helikoptereltern“ und genau das ist leider der allgemeine Trend in unseren angeblich so fortschrittlichen Industrienationen (USA, Deutschland, aber es gibt glücklicherweise auch kleine Ausnahmen). Die Kinder haben kaum noch Luft zum Atmen, sie werden von morgens bis abends beschäftigt, von allen potentiellen Gefahren (die wir für solche halten) ferngehalten, sie werden in Watte gepackt und ihrer Bewegungsfreiheit beraubt. Schon im Säuglingsalter fängt das an und hat – wie die Autorin in ihrer Eigenschaft als Kinderärztin jahrelang beobachten konnte – schlimme Folgen für den Nachwuchs. Das sog. „Flachkopfsyndrom“ nimmt beispielsweise immer mehr zu und die Kleinen können ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten nicht optimal entwickeln, wenn sie sich nicht frei bewegen können und entsprechend gefordert werden.
Dr. Jane Scott ist in Kenia aufgewachsen und hat auch danach viel Erfahrungen in anderen Ländern sammeln können. Sie ist fasziniert von der Leichtigkeit und Einfachheit mit der in vielen Kulturen auch heute noch ganze Generationen von Kindern aufwachsen dürfen. Während bei uns alles reglementiert und mit falschen Ansätzen „gefördert“ wird, dürfen die Kleinen anderswo einfach noch Kind sein mit ausreichend Zeit zum Toben, freiem Spielen und dazu noch gelassenen, ausgeglicheneren Eltern als hierzulande.
Ihre Tipps sind denkbar einfach: niemals Angst machen und von der Gesellschaft ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden, mit dem er glücklich ist. Wenn dazu ungewöhnliche Ansätze nötig sind, dann schert euch nicht um die Meinung der Nachbarn.
Entschleunigt euer Leben und euren Alltag: wer ständig unter (oft selbst auferlegtem) Stress steht, der kann nicht vernünftig handeln und wird sich alles schwerer machen, als es eigentlich sein müsste.
Habt Vertrauen in die Kinder, gebt ihnen Mut und Anregungen mit auf den Weg, aber keine ständigen Verbote und Einschränkungen. Nehmt sie ernst, geht niemals davon aus, dass sie sich schlecht benehmen, weil sie euch ärgern wollen. Hinterfragt das angebliche Fehlverhalten, versetzt euch in die Lage des Kindes und löst Konflikte mit Verständnis und Geduld.
Diese und viele weitere sehr hilfreiche Tipps sorgen mit Sicherheit auch dafür, dass aus diesen Kindern Erwachsene werden, die nicht Jahrzehnte später noch mit unverarbeiteten Problemen aus ihrer Kindheit zu kämpfen haben.

Auch ich als „Nichtmutter“ habe sehr viel einleuchtende und hilfreiche Dinge aus dieser Lektüre mitnehmen können. Die Autorin versucht nicht mit 08/15-Ratschlägen ein starres Verhaltenskonzept vorzugeben, sondern sie erteilt kleine Hilfestellungen und zeigt eindrücklich positive und auch negative Folgen auf. Als Kinderärztin geht sie natürlich oft auf den Bereich der Gesundheit ein, was uns allen sehr am Herzen liegen sollte.
Manches klingt einfach wie „zurück zu den Anfängen“, weniger Schnickschnack, mehr freies Leben, Zeit, Verständnis und Liebe … und warum sollte ein Ratgeber immer kompliziert sein? Das Buch kann ich nur wärmstens empfehlen!

Bewertung:

NIGHT STALKER von ROBERT BRYNDZA – Meine Rezension …

Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten
ISBN 978-3-328-10121-5
Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 13.08.2018
Autor: Robert Bryndza
Teil 2 der „Erika Foster“-Reihe

Meine Meinung:
Schon der erste Fall von DCI Erika Foster mit dem Titel „Das Mädchen im Eis“ hatte mir sehr gut gefallen. So musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt lesen.

Erika ist immer noch nicht wieder ganz auf der Höhe, denn vor etwa zwei Jahren starb ihr Mann bei einem missglückten Einsatz vor ihren Augen. Trotzdem will sie ihre Arbeit erledigen und stürzt sich manchmal fast verbissen hinein. Sie geht ungewöhnliche Wege und schreckt vor Verboten nicht zurück, was sie bei manchen Kollegen und Vorgesetzten nicht gerade beliebt macht.
Ich mag sie ganz gern, genau wie einige ihrer sympathischen Kollegen, die ich bereits im ersten Teil ins Leserherz geschlossen habe.

Leider wird ausgerechnet Isaac, einer ihrer guten Freunde und Forensiker, in dieser Geschichte persönlich sehr hart vom Schicksal getroffen, was natürlich auch Erika nicht kalt lässt.
Eine geheimnisvolle Mordserie hält die Polizei in Atem und die Opfer sind immer Männer, die anscheinend Verbindungen in die Schwulenszene haben. Während Erikas Chef dies als gewöhnliche Verbrechen abtut, erkennt sie die Zusammenhänge und spricht einen schlimmen Verdacht aus: sie haben es mit einer weiblichen Serienmörderin zu tun.

Diese These findet wenig Unterstützer und Erika ist wieder einmal auf sich gestellt, Als sie schließlich auch noch beurlaubt wird, begibt sie sich endgültig auf einen gefährlichen Weg, der sie einiges kostet.

Das Buch ist durchgehend spannend und fesselnd und der Schreibstil zieht den Leser schnell in seinen Bann.
Besonders gut gefiel mir auch, dass die Charaktere sehr vielschichtig sind und die Grenzen zwischen Gut und Böse meist eher fließend.
Die Thematik ist emotional, mitreißend und kontrovers.
Blutige Szenen halten sich in Grenzen, so dass die Reihe auch für Leser mit nicht so starkem Magen geeignet ist. Ich empfehle die Bücher gerne weiter, wobei es durchaus von Vorteil ist, wenn man Band 1 bereits kennt, aber man kann die Geschichten auch getrennt voneinander sehr gut lesen.

Bewertung:

RACHEWINTER von ANDREAS GRUBER – Meine Rezension …

Rachewinter von Andreas Gruber

Taschenbuch, Klappenbroschur, 592 Seiten
ISBN: 978-3-442-48655-7
Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 17.09.2018
Reihe: 3. Teil der „Walter Pulaski“-Reihe nach „Rachesommer“ und „Racheherbst“
Autor: Andreas Gruber

Meine Meinung:
Fast etwas schockiert habe ich das Buch nach vielen aufregenden Lesestunden schließlich zugeklappt und freu mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Schockiert deshalb, weil Andreas Gruber sich diesmal wieder wirklich sehr erschreckende Mordmethoden ausgedacht hat, die auch hartgesottenen Thrillerlesern ein bisschen Gänsehaut bescheren dürften.
Aber erst mal zum Allgemeinen: wer die Buchreihe noch nicht kennt, darf gerne erst die Vorgängerbände lesen, denn es lohnt sich wirklich und man kennt dann einfach die Charaktere schon besser. Und was gibt es Schöneres, als einen Band nach dem nächsten lesen zu können, ohne warten zu müssen. 😉
Natürlich haben auch Neueinsteiger sicher keine Probleme, sich mit den Figuren anzufreunden. Der Autor hat nämlich echt liebenswürdige Charaktere erschaffen, die man einfach gern haben muss.
Im Mittelpunkt steht Kriminalkommissar Walter Pulaski, der allerdings durch einige Verfehlungen und Alleingänge in der Vergangenheit im Dienst degradiert wurde. Das sagt schon vieles über ihn aus: er schert sich wenig um Vorschriften, wenn sie ihn dabei behindern, einen Fall aufzuklären. Hat er einmal eine Spur, dann lässt er sich durch nichts davon abbringen.
Ähnlich unkonventionell und zielstrebig ist auch Anwältin Evelyn Meyers, deren Wege sich schon früher mit denen von Walter gekreuzt haben. Und auch diesmal wird den beiden irgendwann klar, dass sie demselben Täter auf den Fersen sind und den Showdown bestreiten sie zusammen.

Es ist eine toll durchdachte, sehr spannend erzählte Story mit Tiefgang und vielen Emotionen. Viele Puzzleteile, die sich nach und nach zu einem Bild formen, das erschreckend und abgrundtief böse ist.
Man fragt sich unweigerlich, wie viel Wahrheit in diesem Buch steckt, denn es geht darum, dass sich reiche und einflussreiche Personen so ziemlich alles erlauben können und damit ungeschoren davonkommen. Doch Walter und Evelyn sorgen als Läuse im Pelz der intriganten Gestalten dafür, dass es auch Ausnahmen von dieser Regel gibt, wenngleich sie selbst dabei in arge Bedrängnis geraten.

Als Leser ist man dank des atmosphärischen, lebendigen Schreibstils immer voll dabei, man kann sich (manchmal fast zu gut) in alles hineinversetzen und fiebert regelrecht mit. Es mangelt nicht an blutigen Szenen, doch diese werden nicht unnötig in die Länge gezogen. Andererseits gibt es genauso viele versöhnliche, schöne Momente und natürlich kommen auch einige Tiere in der Geschichte vor, denn diese liegen dem Autor sehr am Herzen.

Den „Rachewinter“ kann ich deshalb nur wärmstens weiterempfehlen, Thrillerfans kommen hier voll auf ihre Kosten, denn diese Reihe bietet pure fesselnde Leseunterhaltung!

Bewertung:

GSCHLAMPERTE VERHÄLTNISSE von FELICITAS GRUBER – Meine Rezension …

Gschlamperte Verhaeltnisse von Felicitas Gruber

Diana Verlag
Taschenbuch, Broschur, 304 Seiten
ISBN: 978-3-453-35957-4
Autorin(nen): Felicitas Gruber ist das Pseudonym der beiden wundervollen Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch.

Die bisherige Reihe:

Meine Meinung:
Voller Vorfreude auf neue Abenteuer mit den längst sehr liebgewonnenen Charakteren habe ich angefangen, den inzwischen fünften Band zu lesen und schwupps: schon wieder fertig. Das ging irgendwie gefühlt viel zu schnell, aber wenn man einmal damit angefangen hat, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Geübte Krimileser werden zwar viele Zusammenhänge schnell erkennen, aber das schmälert die fesselnde Leseunterhaltung an keiner Stelle.
Der gewohnt locker-humorige Schreibstil zieht einen sofort in den Bann und die liebevoll ausgestalteten Figuren sorgen zusätzlich dafür, dass man sich beim Lesen einfach nur wohlfühlen kann.
Allen, die diese tolle Regionalkrimireihe noch nicht kennen, sei dringend angeraten, alle Bände zu lesen… ihr werdet es nicht bereuen.
Man kann es natürlich auch ohne Vorkenntnisse genießen, aber inzwischen ist schon so viel passiert in München-Giesing und die Figuren erhalten durch die stete Entwicklung noch mehr Tiefe und Lebendigkeit.
Die Hauptrolle spielt natürlich auch in diesem Teil wieder der süße Mops Murmel, ähm Moment, nein, nicht ganz … Natürlich Sofie, die Gerichtsmedizinerin (aber Murmel ist der heimliche Star), daneben auch noch Joe, ihr Ex-Mann und Kriminalpolizist und natürlich viele weitere liebe (und manchmal etwas kratzbürstige) Leute, die ich hier nicht alle nennen kann. Ihr sollt ja schließlich noch etwas zum Entdecken haben.

Apropos „Entdecken“: es gibt gleich mehrere Fälle, die Sofie und ihr tolles Team zu lösen haben, darunter auch das Rätsel um die Entdeckung dreier scheinbar uralter Heiligenreliquien. Es handelt sich dabei um kunstvoll geschmückte Totenschädel, die aus einem Raub stammen.
Es geht sofort zur Sache und über Langeweile können sich weder die Protagonisten noch die Leser beklagen. Aber auch die schönen Dinge des Lebens kommen nicht zu kurz: die Liebe ist ein Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht. Zugegebenermaßen in verschieden angenehmen oder unangenehmen Ausprägungen, aber immer mit viel Emotion.

Diese Krimireihe kann man eigentlich getrost allen Lesern empfehlen, es geht nicht extrem blutig oder eklig zu, die Dialektpassagen sind auch für Nichtbayern noch gut verständlich und die Figuren schließt man so schnell ins Herz, dass man die Fortsetzung kaum abwarten kann. Unbedingt lesen!

Bewertung:

DAS KALA-EXPERIMENT von KARL OLSBERG – Meine Rezension …

Piper Verlag
Erscheinungsdatum: 01.08.2018
432 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31270-7
Autor: Karl Olsberg

Meine Meinung:
Dieses Buch liest sich wie ein Hollywood-Blockbuster: die Schauplätze verteilt um den gesamten Globus, eine hochspannende Story, sympathische Charaktere und ein mysteriöser Hauch liegt über allem …

Der Autor packt gerne kritische Untertöne in seine tollen Stories, das liebe ich an seinen Büchern. Sein Schreibstil ist wunderbar zu lesen, flüssig, lebendig und mitreißend. Genauso die Charaktere: sehr lebensnah und keine fehlerlosen Übermenschen, alle ausgestattet mit dem nötigen Maß an Emotionen, so dass man sie schnell ins Leserherz schließen kann.

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen Bloggerin Nina in Deutschland und John Sparrow in den USA, der sein Geld mit einer etwas fragwürdigen Tätigkeit verdient.
Nina interviewt einen Physiker und kurz darauf begeht dieser überraschend Selbstmord. Sie zweifelt die offizielle Darstellung an und beginnt eigene Nachforschungen, die sie bald mit Physiker Paul zusammenbringen. Durch ihn erfährt sie viel Wissenswertes und beide entwickeln eine erschreckende Theorie.
Derweil geschehen überall auf der ganzen Welt höchst mysteriöse Dinge: wie aus dem Nichts tauchen Menschen, Tiere oder Gegenstände auf, sorgen für Chaos und größte Verwirrung. Was steckt hinter diesen Phänomenen? Sind sie ein Zeichen Gottes, wie viele glauben wollen? Oder sind sie das Ergebnis eines missglückten Experiments?

Das Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, weil es mich extrem gefesselt hat. Der Autor stellt einige Thesen auf, die ich mir durchaus in der Realität vorstellen könnte. Was ist wahr und was ist nur Fiktion? Die Grenzen scheinen bei Karl Olsberg fließend, denn was wir heute zu wissen glauben, kann schon morgen völlig überholt sein.
Ein spannendes Thema, verpackt in einen emotionalen, actionreichen Thriller, den ich sehr gerne weiterempfehle!

Bewertung:

DU LEBST NICHT UM ZU LEIDEN von BLAKE D. BAUER – Meine Rezension …

Trias Verlag
Sachbuch, broschiert, 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.08.18
ISBN: 9783432106847
ISBN (E-book): 9783432106854
Autor: Blake D. Bauer

Meine Meinung:
Dieser Ratgeber hat mich wirklich schon ein ganzes Stück weitergebracht auf meinem Weg zu einem erfüllten Leben, aber es liegt auch noch viel vor mir. Vor allem hat es mich dazu inspiriert, endlich aktiv etwas zu ändern und wie der Autor schreibt „die Komfortzone zu verlassen“ und Neues zu wagen.

Es war jetzt nicht das erste Buch in dieser Richtung, das ich gelesen habe und es weist natürlich sehr viele Parallelen auf zu ähnlicher Lektüre, aber der Autor beschreibt manche Situationen so eindrücklich, dass ich mich oft wiedererkannt habe. Der sehr persönliche Bezug zu seinen eigenen Erlebnissen macht alles noch glaubhafter.

Wie in allen solchen Ratgebern wird sehr viel wiederholt, damit man die Dinge verinnerlichen kann. Sehr oft wird auch vorgeschlagen, schriftliche Notizen, Übungen und Meditationen zu machen, was ich bisher aber noch nicht getan habe. Es ist also für mich noch sehr viel Potential vorhanden, da ich das Buch im ersten Schritt einfach nur komplett gelesen und die oberflächlichen Eindrücke aufgenommen habe. Aber schon diese waren extrem lehrreich.

Wer seine eigene Vergangenheit aufarbeiten möchte und endlich ein selbstbestimmtes, unabhängiges, glückliches Leben führen möchte, das geprägt und gespeist ist von echter Liebe zu sich selbst und dem ganzen Universum, dem sei dieser Ratgeber wärmstens empfohlen. Er kann wirklich die Augen öffnen und den Weg weisen – und das ohne esoterisch angehauchte Note oder religiöse Aspekte.
Interessante und eindrückliche Zitate runden das Geschriebene perfekt ab.

Bewertung:

DIE GRÜNE LÜGE von KATHRIN HARTMANN – Meine Rezension …

Die gruene Luege von Kathrin Hartmann

Paperback, Klappenbroschur, 240 Seiten
ISBN: 978-3-89667-609-2
Blessing Verlag
Erscheinungsdatum: 12.02.2018
Autorin: Kathrin Hartmann

Der Trailer zum gleichnamigen Film:

Meine Meinung:
Den gleichnamigen Film habe ich bisher leider nicht gesehen, aber das steht definitiv noch auf meiner To-Do-Liste.

Das Buch fand ich sehr interessant und aufschlussreich, allerdings mit einem ganz geringen Abzug für die Fülle an Zahlen, die kein Mensch im Kopf behalten kann und die stellenweise eher verwirrend auf mich wirkte.

Kathrin Hartmann konfrontiert uns mit vielen Fakten, die wirklich erschreckend sind und sehr zum Nachdenken anregen. Vieles wusste ich zwar bereits, aber es in dieser geballten Form zu lesen, ist durchaus aufrüttelnd.
Ob nun die Verschleierung der Folgen einer Ölpest durch BP, die Folgen des Palmölanbaus oder die angeblich so geniale Idee, Jeans zum Teil aus Plastikabfällen herzustellen: die Konzerne halten die Verbraucher systematisch zum Narren.
Bei manchen Schilderungen könnte man sogar das Gefühl bekommen, dass die Dreistigkeit der Lügen im Verhältnis zu den Umweltsünden steht: je mehr „Dreck am Stecken“ ein Konzern hat, desto mehr legt er sich ins Zeug, um nach außen hin wieder gut dazustehen. Und je mehr Werbung wird er machen, so mein persönliches Empfinden. Sieht man sich so einen durchschnittlichen Werbeblock einmal an, so wird man wirklich merken, dass eigentlich fast keines der Produkte einer genaueren Prüfung in Bezug auf Sozial- und Umweltverträglichkeit standhält. Alleine die Verwendung von Palmöl disqualifiziert einen Großteil aller Fertigprodukte und Süßwaren.

Die Autorin erklärt auch sehr anschaulich, warum man sich auf Zertifikate und Labels nicht verlassen sollte, die manche Produkte als besonders umweltfreundlich ausweisen. Die Vergabe solcher Auszeichnungen ist oft mehr als fragwürdig und alles andere als objektiv und unabhängig.

Sehr interessant und vor allem bewegend fand ich die Erzählungen von Kathrin Hartmann bezüglich des Widerstandes vor Ort. Eindrücklich schildert sie die Folgen der Ausbeutung für die Menschen, die direkt davon betroffen sind.

Das Wissen, das dieses Buch vermittelt, sollte Pflichtlektüre in allen Schulen sein. Die einzige Chance für den Fortbestand unserer Erde sind aufgeklärte Menschen, die nicht die Augen vor der Wahrheit verschließen und bereit sind, für das große Ganze vielleicht auch die ein oder andere Einschränkung in Kauf zu nehmen. Wenn viele von uns an einem Strang ziehen, dann können wir etwas bewegen, wenngleich die Übermacht der Konzerne einschüchternd und ernüchternd ist. Aber nur wer handelt, kann etwas verändern!

Bewertung:

KEIN GELD MACHT AUCH NICHT GLÜCKLICH von PHILIPP WOLK + JOCHEN TILL – Meine Rezension …

Kein Geld macht auch nicht gluecklich von Philipp Wolk

Taschenbuch, Broschur, 288 Seiten
ISBN: 978-3-442-17737-0
Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 16.04.2018
Autor: Philipp Wolk, zusammen mit Jochen Till

Meine Meinung:
Dies war wirklich der unterhaltsamste und kurzweiligste Ratgeber, den ich seit Langem gelesen habe. Sogar für einige Lacher hat das Buch gesorgt, wirklich sehr empfehlenswert.
Aber wie geht das zusammen? Ratgeber und Humor? Lest es einfach, dann seht ihr es schwarz auf weiß.

Philipp Wolk ist „Bänker“ und hat BWL studiert, aber er will mit seinem Wissen nicht zwanghaft reich werden und anderen Menschen irgendetwas verkaufen, sondern er berät eher aus Leidenschaft.
Eigentlich wirkt er dabei aber gar nicht wie der typische „Menschenfreund“, vielmehr hab ich mich oft selbst wiedererkannt in seinen Schilderungen über nervige Begegnungen mit unerzogenen Kindern oder in seiner Einstellung zur Familienplanung. Er ist mir sehr sympathisch.

In diesem Buch schildern die Autoren einige durchaus humorvolle Alltagssituationen, in die geschickt die nützlichen und einfach verständlichen Finanztipps eingeflochten wurden. Es geht allgemein ums Sparen, um Altersvorsorge, die Planung einer Eigenheimanschaffung, Aktienfonds und vieles mehr.

Philipp berät mit Herz und ohne erhobenen Zeigefinger und man merkt einfach, dass er es neutral tut und ohne daran etwas verdienen zu wollen, mal abgesehen davon, dass es sehr schön wäre, wenn sich das Buch gut verkaufen würde, denn so ganz ohne Geld ist man eben auch nicht glücklich!
Ich wünsche es ihm und empfehle das Buch hiermit gerne weiter.

Bewertung:

KLUGSCHEISSER ROYALE von THORSTEN STEFFENS – Meine Rezension …

Taschenbuch: 232 Seiten
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 1. August 2018
ISBN-13: 978-3492501651
LESEPROBE
Über den Autor: Thorsten Steffens, geboren 1974, studierte Germanistik und Anglistik an der Universität zu Köln. Zuvor, währenddessen und danach arbeitete er in den unterschiedlichsten Berufen: Als Grafiker, als Platzanweiser, als Dozent an einer Universität und als Kassierer im Supermarkt. Inzwischen jedoch arbeitet er als Lehrer an einer Realschule, wo er die Fächer Deutsch und Englisch unterrichtet sowie eine Anti-Rassismus-AG leitet. »Klugscheißer Royale« ist sein Debüt-Roman.

HIER findet ihr einen Blogbeitrag von Thorsten Steffens, in dem er die interessante und sehr langwierige Entstehungsgeschichte des Romans erzählt.

Die Geschichte:
Timo Seidel ist 28, Studienabbrecher und Callcenter-Mitarbeiter – und ein Klugscheißer der Oberklasse.
Er lässt sich von seiner Freundin aushalten und hat auch sonst wenig Ambitionen, etwas aus seinem Leben zu machen. Bis plötzlich alles irgendwie den Bach runter geht: er verliert seinen Job, Cleo verlässt ihn und die Unterstützung im Arbeitsamt hat er sich auch anders vorgestellt.
Gut, dass es noch seine Freunde gibt. Durch Kontakte bekommt er die Chance, als Aushilfslehrer Englisch zu unterrichten. Dass er dabei der einzige Mann in einem Frauenkollegium ist, stellt sich nicht als einzige Hürde heraus. Doch Timo kämpft sich durch …

Meine Meinung:
Kaum zu glauben, dass dies ein Debütroman ist. Da dürfen sich die etablierten Autoren in diesem Genre ziemlich warm anziehen, denn Thorsten Steffens liefert uns hier allerbesten Humor, einen ironisch-trockenen Schreibstil und nebenbei viele Klugscheißerinfos, mit denen man selbst im realen Leben punkten kann: oder wusstet ihr schon, was „Soziolekt“ oder „Acrylbratze“ bedeuten?
Die immer wieder eingestreuten Begriffserklärungen haben mich genauso schmunzeln lassen wie so manche Kapitelüberschrift. Aber die Geschichte selbst sorgte hin und wieder für echt laute Lacher, einfach grandios geschrieben und trotz mancher Übertreibung immer irgendwie ganz nah am echten Leben.

In Timo habe ich mich jedenfalls ein großes Stück weit wiedererkannt, was man jetzt im ersten Moment als nicht gerade positiv deuten könnte. Aber im Lauf der Geschichte merkt man, dass mehr in diesem Kerl steckt, als es zunächst den Anschein hat. Es wird durchaus auch sehr emotional, besonders zum Ende hin.

Er ist als Protagonist nicht nur witzig, sondern vielschichtig und wirkt sehr lebensnah. Man kann eine Wandlung miterleben, irgendwie wird er im Lauf der Story fast ein bisschen erwachsen. Auch die weiteren Handelnden sind keinesfalls blasse Randfiguren, sondern oftmals echte Sympathieträger, mit denen man selbst gern befreundet wäre. Auffällig ist dabei, dass man oft erst hinter die Fassade blicken muss, um das wahre Potenzial zu erkennen.

Es ist eine Geschichte, in der alles steckt, was man sich von einem guten Buch wünscht: Humor, Emotionen, etwas Spannung und Überraschungen, Ups and Downs und Personen, mit denen man wirklich mitfühlen kann. Einzig das Happy End hat mir persönlich etwas gefehlt, es bleibt einiges offen, so dass das Buch unbedingt einer Fortsetzung bedarf.

Gerne empfehle ich dieses Buch wärmstens weiter für Leser aller Altersgruppen, denn Lachen ist bekanntlich gesund! Hoffentlich dürfen wir in Zukunft noch mehr von diesem tollen Autor und auch von Timo Seidel lesen. Beste Unterhaltung garantiert!

Bewertung:

KINDERSPIELE FÜR DIE KLEINSTEN von GERDA PIGHIN – Meine Rezension …

Kinderspiele fuer die Kleinsten von Gerda Pighin

Gebundenes Buch, 128 Seiten
ISBN: 978-3-8094-3842-7
Verlag: Bassermann
Erscheinungsdatum: 20.11.2017
Autorin: Gerda Pighin

Meine Meinung:
In einer Zeit, in der leider viel zu viele Kleinkinder nur noch vor der laufenden Glotze „abgestellt“ werden, anstatt sich fördernd mit ihnen zu beschäftigen, ist so ein Buch vielleicht für manche Eltern eine wirklich gute Anregung.
Wahrscheinlich wird es solche Problemfälle aber leider nicht erreichen, was sehr schade ist. Gut, dass es auch noch viele andere Mamas und Papas gibt, die ihrem Nachwuchs echte Werte, Wissen, Selbstvertrauen und eine ordentliche Erziehung mit auf den Lebensweg geben. Das fängt natürlich schon bei den Allerkleinsten an, doch wie beschäftigt man sich mit einem Säugling?
Gerda Pighin rät in diesem wundervollen Buch dazu, die Kinder stets in den Alltag mit einzubeziehen. Die Kleinen unterscheiden nicht zwischen Spiel und uns zuweilen lästigen Alltagspflichten: für sie ist auch Kuchenbacken, Kochen, Staubsaugen oder Blumen gießen ein Abenteuer, wenn man sie teilhaben lässt.
Wenn man sein Kind ermuntert, mutig die Welt zu entdecken, wird es sich auch öfters mal alleine beschäftigen. Dann sollte man es möglichst wenig unterbrechen, sondern einfach machen lassen. Auch mit Kritik sollte man sich zurückhalten, denn Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen … ok, der Griff auf die heiße Herdplatte gehört natürlich nicht dazu! 🙂

Das Buch ist sehr übersichtlich in verschiedene Bereiche gegliedert, so dass man sich leicht zurechtfindet, wenn man beispielsweise eher etwas für Schlechtwettertage sucht. Es gibt „Spiele für die Sinne“, „Singen, Tanzen, Ringelreihen“, aber auch „Alltag und Haushalt“ und einiges mehr.
Die einzelnen Tipps werden kurz erklärt und sind jeweils mit dem empfohlenen Alter versehen und es steht auch meist dabei, für welche Bereiche das Spiel förderlich ist, z. B. „Beweglichkeit, Muskulatur“ oder „Gleichgewicht, Motorik, Sinne“ für Säuglinge.
Für die ganz Kleinen ab der Geburt bis zum Alter von etwa 3 Jahren ist für jeden etwas dabei. Besonders schön fand ich auch die zahlreichen farbigen Illustrationen auf jeder Seite … ganz wunderschön gestaltet.

Das Tolle an den meisten Tipps ist auch, dass sie absolut nichts kosten. Gerda Pighin zeigt, dass man Kinder einfach durch bloße Aufmerksamkeit glücklich machen kann. Es ist nicht nötig, seinen Nachwuchs mit teurem Spielzeug zu überhäufen. Es sind oft die kleinen Dinge, die viel wertvoller sind als der fragwürdige Plastikmüll, den uns die Werbemaschinerie als so unentbehrlich verkaufen will.

Dieses Buch kann man nur empfehlen, es ist wirklich wundervoll geschrieben, gestaltet und der Inhalt ist absolut wertvoll. Auch als Geschenk für frisch gebackene Eltern bestimmt eine tolle Idee!

Bewertung: