VIER TAGE IN KABUL von ANNA TELL – Meine Rezension …

Verlag: Rowohlt POLARIS
Erscheinungstermin: 21.08.2018
Paperback, 368 Seiten
ISBN: 978-3-499-27384-1
Übersetzerin: Ulla Ackermann
Autorin: Anna Tell
Teil 1 der „Amanda Lund“-Reihe

Leseprobe (PDF)

Die Story:
In Kabul wird ein schwedisches Diplomatenpaar entführt. Amanda Lund ist gerade vor Ort, um in Afghanistan die einheimischen Truppen auszubilden und zu unterstützen. Von ihrem Kollegen Bill erhält sie den Auftrag, sich der Sache anzunehmen. Der schwedische Botschafter ist allerdings nicht sehr hilfsbereit und schon bald entdeckt Amanda die Gründe hierfür: ein schier undurchdringliches Geflecht aus Erpressung, Schmuggel, Vertuschung und politischen Verstrickungen.

Meine Meinung:
Die Autorin ist eigentlich Kriminalkommissarin und Unterhändlerin, also eine waschechte Insiderin. „Vier Tage in Kabul“ ist ihr Erstlingswerk und dafür ist es wirklich herausragend gut geworden.
Der Schreibstil ist wunderbar atmosphärisch und flüssig, wobei ich fand, dass eine Steigerung im Laufe des Buches erkennbar ist. Ihre Charaktere beschreibt sie mit viel Liebe zum Detail, sie haucht ihnen echtes Leben ein. Amanda Lund, die Hauptperson, habe ich schnell ins Leserherz geschlossen und ich freue mich schon jetzt auf weitere Abenteuer mit ihr, denn dies soll ja der Auftakt zu einer Reihe sein.

Die Story ist bestens durchdacht und verschiedene Handlungsstränge werden nach und nach stimmig zu einem großen Ganzen verknüpft. Einfach super geschrieben und durchgehend mit viel Spannung erzählt.
Mit Amanda konnte ich mich sehr gut identifizieren, ich mag ihre Denk- und Handlungsweise und dass sie sich nicht einschüchtern lässt. Einschüchterung ist nämlich ein großes Thema in diesem Thriller, denn einflussreiche Personen versuchen immer wieder, die Ermittlungen zu sabotieren oder sogar gänzlich zu verhindern.
Am deutlichsten bekommt dies Amandas Kollege Bill zu spüren, der die Operation von Stockholm aus koordiniert. Ständig wird er auf politische Notwendigkeiten hingewiesen, die offensichtlich schwerer wiegen als einzelne Menschenleben oder Gerechtigkeit.

Das Verhältnis zwischen Infos aus dem Privatleben der Figuren und der eigentlichen Thrillerhandlung ist der Autorin auch perfekt gelungen. Amanda wirkt glaubwürdig und ist eine wundervolle Protagonistin, mit der man gerne mitfiebert.

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Story sehr facettenreich ist und verschiedenste Aspekte und Schauplätze in sich vereint. Es gibt keinerlei Längen, sondern es geht eher Schlag auf Schlag mit viel Action und noch mehr Geheimnissen. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Ein durchgehend spannend erzählter Thriller, den ich gerne weiterempfehle. Weder Action noch Emotionen kommen zu kurz, es ist eine wunderbar gelungene Mischung, die viele unterhaltsame Lesestunden garantiert!

Bewertung:

INS DUNKEL von JANE HARPER – Meine Rezension …

Verlag: Rowohlt POLARIS
Erscheinungstermin: 24.07.2018
Paperback, 416 Seiten
ISBN: 978-3-499-27473-2
Übersetzer: Ulrike Wasel + Klaus Timmermann
Autorin: Jane Harper
Teil 2 der „Aaron Falk“-Reihe

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht einen spannenden Thriller, in dem fünf Frauen zu einem Teambuildingevent in den australischen Dschungel aufbrechen und nur vier von ihnen erreichen das Ziel. Wo ist Alice, was ist mit ihr geschehen?
Das müssen die Ermittler, Suchmannschaften und Aaron Falk mit seiner Kollegin Carmen herausfinden.
Alice hat für Aaron nicht ganz freiwillig als Informantin fungiert und nun macht sich dieser Vorwürfe, ob dies mit ihrem Verschwinden zu tun haben könnte. Doch es gibt noch viel mehr Geheimnisse und mögliche Gründe für ein Verbrechen. Unter anderem trieb ein berüchtigter Serienmörder in der Gegend einmal sein Unwesen.

Der Schreibstil von Jane Harper ist wunderbar zu lesen, flüssig und sehr atmosphärisch und ausführlich. Trotzdem hatte ich einige Probleme mit dem Buch. Es fehlte mir einfach an Spannung und das leider durchgehend.
Die Story wird aus wechselnden Perspektiven erzählt: die Kapitel sind jeweils in der Vergangenheit und Gegenwart angesiedelt. Wir erleben hautnah den Treck der Frauen und die Ermittlungen von Aaron und Carmen mit.

Keine der fünf Frauen war mir sympathisch und ich konnte keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Ich empfand sie eher als anstrengend und teils zickig. Daran konnten auch umfangreiche Informationen zu deren Vorgeschichte, Verbindungen aus der Vergangenheit und vieles mehr nichts ändern. Ganz im Gegenteil: die vielen Backgroundinfos waren mir sogar zu viel und anfangs eher verwirrend.
Auch zu Aaron erfährt man ein bisschen etwas aus seiner Vorgeschichte und viele kleine Andeutungen machen neugierig auf Band 1. Ihn mochte ich von allen Figuren noch am liebsten.

Jane Harper hat sich aber sehr viele Verstrickungen ausgedacht und falsche Spuren gelegt, so dass man wirklich nie weiß, woran man ist. Auch die Auflösung war gut durchdacht und alles fügte sich gut ineinander. Trotzdem blieb einfach die Spannung auf der Strecke, die wollte bei mir nicht aufkommen.

Als Thriller kann ich das Buch deshalb nicht wirklich bezeichnen. Das geht für mich auf jeden Fall eher in die Richtung Krimi. Es wird einfach ruhig ermittelt ohne viel Action und Aaron begibt sich auch selbst nicht in gefährliche Situationen, so dass „Thriller“ für mich irreführend wirkt.

Weiterempfehlen kann ich das Buch aber auf jeden Fall allen Fans der Reihe und Lesern, die auf der Suche nach einem ausgefeilten Psychokrimi sind, denn hier spielt sich viel Zwischenmenschliches ab und die Spannung könnte somit eher daraus entstehen und aus dem Verborgenen, das sich erst nach und nach aufklärt.

Bewertung:

IN DEINEM NAMEN von HARLAN COBEN – Meine Rezension …

In deinem Namen von Harlan Coben

Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-20544-8
Erscheinungsdatum: 18.06.2018
Verlag: GOLDMANN
Autor: Harlan Coben

Meine Meinung:
Nap (Napoleon) Dumas ist Polizist und vor 15 Jahren verlor er bei einem rätselhaften Unfall seinen Zwillingsbruder Leo. Er ist zusammen mit einem Mädchen von einem Zug überrollt worden, angeblich hätten Alkohol und Drogen dazu beigetragen.
Nap will diese Version bis heute nicht akzeptieren und ist außerdem auf der Suche nach seiner damaligen großen Liebe Maura, die kurz nach dieser Tragödie spurlos verschwand.

Als nun plötzlich am Tatort eines Polizistenmordes ausgerechnet Mauras Fingerabdrücke auftauchen, sind die Ereignisse der Vergangenheit so präsent wie nie. Eigentlich ist Nap als Ermittler gar nicht zuständig, doch er kann die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Er geht eigenen Spuren nach, deckt Dinge auf, die lange zurückliegen und steckt seine Nase in Angelegenheiten von höchster Sicherheitsstufe, was ihm ordentlich Ärger einbringt.
Doch Nap ist immun gegen Anfeindungen, er geht stur weiter seinen Weg, egal wo er aneckt. Für ihn zählt nur das Ergebnis und dass er endlich Licht ins Dunkel bringen kann.

Besonders gut gefallen hat mir an diesem Thriller, dass er vielschichtig und komplex ist. Die Vergangenheit wird immer wieder eingeblendet, alles fügt sich langsam ineinander zu einer stimmigen Story, die niemals langweilig wird beim Lesen. Trotz einer durchgehenden Spannung geht es insgesamt eher ruhig zu, es gibt wenig echt spektakuläre, actionreiche Szenen, aber trotzdem weiß der Autor zu fesseln. Man rätselt mit, man glaubt sich am Ziel und schon wieder rückt eine überraschende Wendung alles in ein neues Licht. Wirklich toll geschrieben und allerbeste, weitgehend unblutige Leseunterhaltung, die ich gerne weiter empfehle!

Bewertung:

MÖRDERISCHE PROVENCE von PIERRE LAGRANGE – Meine Rezension …

Verlag: FISCHER Scherz
ISBN: 978-3-651-02563-9
448 Seiten, Klappenbroschur
Autor: Pierre Lagrange
Teil 3 der „Albin Leclerc“-Reihe
LESEPROBE (PDF)

Meine Meinung:
Diese Krimireihe gehört zu meinen absoluten Favoriten. Und das liegt nicht nur an den wunderschönen Schauplätzen in meiner zweiten Heimat Südfrankreich, an denen ich teilweise schon selbst gewesen bin.

Hauptperson ist Albin Leclerc, ein Polizist im Ruhestand, der von seinen Kollegen den kleinen Mops Tyson geschenkt bekommen hat. Eigentlich wollten sie ihn damit sinnvoll beschäftigen, damit er endlich seine Nase aus Angelegenheiten hält, die ihn nichts mehr angehen. Doch weit gefehlt: Albins Spürsinn sorgt immer wieder dafür, dass er mitten in aktuellen Ermittlungen landet und am Ende auch noch erheblich zur Aufklärung der spannenden Fälle beiträgt, natürlich zusammen mit seinem Spürhund.

Nicht nur Albin ist ein sehr sympathischer Charakter, auch seine Lebensgefährtin, Tochter, Enkelin und einige Polizisten habe ich gleich ins Leserherz geschlossen. Eine tolle Truppe, mit der man gerne mitfiebert – und das ist auch stets nötig, denn irgendwie gerät immer jemand in Gefahr.

Dieses Buch liest sich wie ein spannender Blockbusterthriller … hat man einmal angefangen, kann man es kaum noch aus der Hand legen. Eine Frau wird nach einem Verkehrsunfall von Unbekannten verschleppt und gerät zufällig in die Fänge eines Menschenhändlerrings. Die Szenen sind auf psychologischer Ebene stellenweise extrem heftig und schwer zu ertragen. Die Vorstellung, dass solche Verbrechen ganz real und täglich passieren, ist wirklich erschreckend.
Umso mehr hat mich das Geschehen berührt und mitgerissen. Ein wahnsinnig fesselnder Krimi, der schon eher ein Thriller ist. Für zartbesaitete Leser vielleicht eher weniger geeignet.

Am Ende des Buches gibt es gleich eine Leseprobe für Albins vierten Fall und ich kann es jetzt schon kaum erwarten.
Eine superspannende Reihe mit sympathischen, herzlichen Charakteren und jeder Menge allerbester Leseunterhaltung. Kann ich nur wärmstens weiterempfehlen!

Bewertung:

PAULA KOMMT von PAULA LAMBERT – Meine Rezension …

Pappband / 208 Seiten
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: 7. Juni 2018
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3833863974

Leseprobe (PDF)

Meine Meinung:
Bei mir hat Paula ja schon gewonnen mit ihrer offenen Haltung und der Überzeugung, Menschen niemals wegen ihrer Neigungen oder solchen Dingen zu diskriminieren. Für sie gibt es einfach Arschlö*** und welche, die es eben nicht sind. Genau meine Einstellung! 🙂

Auch sonst habe ich selten beim Lesen eines Ratgebers so gelacht wie bei diesem hier. Ein wunderbar lockerer, humorvoller Schreibstil sorgt grundsätzlich für beste Unterhaltung, aber dann kommt noch eine Riesenportion Selbstironie der Autorin hinzu – eine grandiose Mischung, die einfach Spaß macht.

Man kann auch durchaus noch Neues lernen in diesem Buch, ich habe bei Weitem nicht alles gewusst, was dort angesprochen wurde. Aber es gibt natürlich auch viele Fragen auf dem „Dr.Sommer-Bravo-Niveau“, über die man hauptsächlich lachen kann.
Das Buch spricht zwar auch Männer an, aber zum Großteil ist es schon eher an Frauen gerichtet. Paula erzählt aus ihrem eigenen Sexleben, von ihren persönlichen Pleiten, Pech und Pannen. Aber wir dürfen auch hinter die Kulissen ihrer TV-Show blicken und außerdem kommen auch ihre Zuschauer / Leser zu Wort mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen.

Ein rundum gelungenes Buch, das nicht nur Ratgeber, sondern Gute-Laune-Garant ist. Unbedingt lesen!

Bewertung:

DAS HAUS DER MÄDCHEN von ANDREAS WINKELMANN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 26. Juni 2018
ISBN-13: 978-3499275166
Autor: Andreas Winkelmann
LESEPROBE (PDF)

Meine Meinung:
Andreas Winkelmann schreibt unglaublich spannende Thriller, weshalb ich auch diesen unbedingt sofort haben musste. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören mit dem Lesen.

Im Wesentlichen verfolgen wir zwei Handlungsstränge, die sich irgendwann zusammenfinden.
Alles beginnt mit einem unglaublichen Mord, bei dem ich mich so gut in die Szene hineinversetzen konnte, dass ich echte Gänsehaut bekam. Der Krankenpfleger Oliver ist nachts auf dem Heimweg, als er in einem Kleintransporter vor sich Unglaubliches beobachtet. Er vermutet ein Verbrechen und verfolgt den Wagen, um mit seinem Handy ein Foto zu schießen. Geschossen wird dann kurz darauf auch tatsächlich, aber mit der Folge, dass Oliver stirbt.
Freddy, ein seit Kurzem obdach- und mittelloser Geschäftsmann, hat das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Er wird Zeuge des kaltblütigen Mordes und steht fortan selbst auf der Abschussliste.

Dann wäre da noch Leni, die vom Land in die große Stadt gekommen ist, um hier ihr berufliches Glück zu finden. Vom Chef ihrer künftigen Praktikumsstelle in einem Verlag hat sie ein günstiges Zimmer vermittelt bekommen, das sich als wirklich großzügig herausstellt. Allerdings teilt sie die Wohnung nicht mit einem Vermieter, sondern mit vielen anderen jungen Leute. Eine von ihnen ist Vivien, die in Hamburg auf der Suche nach einem Millionär fürs Leben ist und die Leni unbedingt mitnehmen will ins aufregende Nachtleben. Als am nächsten Tag Viviens Zimmer plötzlich neu vermietet ist und von ihr jede Spur fehlt, wird Leni misstrauisch.

Leni ist ein wunderbarer Mensch, den man sofort ins Herz schließt. Zurückhaltend, schüchtern, aber im richtigen Moment zeigt sie den Mut einer Löwin. Sie setzt sich für Schwächere ein, lässt nicht locker, bis sie ihr Ziel erreicht hat.
Freddy dagegen ist auch nicht unsympathisch, hat aber wesentlich mehr Ecken und Kanten und schlechte Eigenschaften oder Flecken in der Vergangenheit, die es einem zunächst vielleicht nicht so leicht machen, ihn zu mögen.
Aber auch er kriegt die Kurve und wird zu einem tollen Protagonisten.

Auf Seiten der Polizei haben wir es hauptsächlich mit Jens Kerner zu tun und seiner Kollegin Rebecca. Die beiden sind ein unschlagbares Team und ihr Diensteifer endet nicht mit dem Feierabend. Mit viel Herzblut, Ausdauer und gutem Gespür kommen sie jedem Geheimnis auf die Spur.

Besonders mitgefühlt habe ich auch mit den Opfern, denn man ist hautnah dabei, wenn sie leiden oder sogar sterben müssen. Es geht durchaus brutal und blutig zur Sache und Andreas Winkelmann beleuchtet die Untiefen der menschlichen Psyche so treffend, dass man wirklich nur hofft, niemals solchen Leuten zu begegnen. Es ist eine Geschichte, die auch im normalen Leben durchaus vorstellbar ist, obwohl man sich das Gegenteil wünscht.

Spannend von Anfang bis zum Ende, mit extrem vielen falschen Spuren und Verwirrspielen, immer wieder anderen Blickwinkeln und Gänsehautgarantie. Ein Thriller, den man gelesen haben muss!

Bewertung:

DER FLÜSTERMANN von CATHERINE SHEPHERD – Meine Rezension …

Taschenbuch: 334 Seiten
Verlag: Kafel Verlag
Erscheinungsdatum: 20. Juni 2018
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3944676203
Autorin: Catherine Shepherd
Teil 3 der „Laura Kern“-Reihe nach „Engelsschlaf“ und „Krähenmutter“

Meine Meinung:
Dieses Buch hab ich direkt am Stück gelesen, da es mich sofort gefesselt und nicht mehr losgelassen hat.

Zum einen lag das an den wirklich gut ausgedachten Charakteren, mit denen man einfach gern mitfiebert. Allen voran Laura Kern, die Polizistin mit der unglaublichen Vergangenheit als Entführungsopfer oder ihre Kollegen Max und Taylor. Jeder hat so seine eigene Geschichte, die den Figuren Tiefe, Greifbarkeit und Authentizität verleiht.
Die Balance zwischen Aufklärung der Fälle und Privatleben wurde auch optimal getroffen, alles fügt sich nahtlos zusammen.

Dazu kommt noch der sehr lebendige und atmosphärische Schreibstil der Autorin, der von der ersten Seite zu begeistern weiß. Immer wieder schafft sie es, die Spannung hochzuhalten, obwohl geübte Thrillerleser aufgrund der immer wieder eingestreuten Rückblenden schon recht früh ihre Schlüsse ziehen können.

Es ist ein atemloses Katz-und-Maus-Spiel, bei dem ein sehr intelligenter und organisierter Täter seinen Opfern scheinbar sogar noch eine Chance gibt, ihrer anschließenden Bestrafung zu entgehen. Sogar zwei Chancen räumt er ihnen ein, doch wenn sie einem anderen Mensch wiederholt ihre Hilfe versagen, sind sie unweigerlich tot – und bei den Methoden ist er alles andere als zimperlich.

Es geht heiß, blutig und eklig zur Sache, aber trotzdem ist es immer gut zu vertragen. Keine übermäßig ausgeschlachteten Szenen, die es nicht bräuchte. Alles wirklich super geschrieben und absolut empfehlenswert!

Bewertung:

DAS MÄDCHEN IM EIS von ROBERT BRYNDZA – Meine Rezension …

Das Maedchen im Eis von Robert Bryndza

Penguin Verlag
Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-328-10097-3
Erscheinungsdatum: 11.09.2017
Autor: Robert Bryndza
Teil 1 der „Erika Foster“-Reihe

Meine Meinung:
Durch eine Leseprobe bin ich auf diesen gelungenen Serienauftakt aufmerksam geworden und das Buch ist wirklich empfehlenswert.

Im Mittelpunkt der Story steht DCI Erika Foster, die noch sehr an einem persönlichen Schicksalsschlag zu knabbern hat: ihr Mann war ebenfalls Polizist und ist genau neben ihr in einem missglückten Einsatz gestorben.
Jetzt soll sie als ersten großen Fall ausgerechnet den Mord an einer Tochter aus besserem Hause aufklären. Doch dabei eckt Erika ständig an, denn bei ihr haben Titel und Geld keine Bedeutung, wenn es um Gerechtigkeit geht. Sie sieht es gar nicht ein, die Reichen und Einflussreichen zu schonen, wenn sie dafür bei ihren Ermittlungen behindert wird.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie bald wieder zu Hause sitzt, vom Dienst suspendiert, doch das hält sie nicht davon ab, der Spur weiter nachzugehen. Sie ist eine sehr ehrliche, ehrgeizige und engagierte Frau und glücklicherweise halten ein paar ihrer Kollegen zu ihr. Es ist ihr ganz egal, wenn sie sich unbeliebt macht, die Hauptsache ist, dass den Opfern Gerechtigkeit widerfährt.

Das Besondere an diesem Krimi ist die durchgehend hohe Spannung, einige echt sympathische Charaktere, die ständig im Clinch liegen mit regelrechten Kotzbrocken. Die Arbeit der Polizei wird sehr lebensnah geschildert, auch in der Rechtsmedizin sind wir natürlich dabei. Es geht schon etwas brutal und blutig zur Sache, aber es ist vollkommen im Rahmen und auch für Leser mit schwächerem Magen noch gut geeignet.

Schon im August dürfen wir uns auf die Fortsetzung dieser Reihe freuen und ich bin sehr gespannt, was Erika dann erwartet.
Ein hohes Spannungslevel und viele überraschende Wendungen und Fallstricke machen dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen. Kann ich nur empfehlen!

Bewertung:

MÖRDERISCHER SOMMER von TOM CALLAGHAN – Meine Rezension …

Titel: Mörderischer Sommer
Verlag: HoCa – Atlantik
ISBN: 978-3-455-00123-5
Einband: Klappenbroschur
Produktart: Taschenbuch
Seiten: 336
Erscheinungsdatum: 24.04.2018
Übersetzung: Sepp Leeb, Kristian Lutze
Autor: Tom Callaghan
Teil 3 der „Akyl Borubaew“-Reihe

Nach „Blutiger Winter“ und „Tödlicher Frühling“ findet die grandiose Thrillerreihe über (Ex-)Inspektor Akyl Borubaew mit „Mörderischer Sommer“ eine gelungene Fortsetzung.

Wer die ersten beiden Teile noch nicht kennt, sollte diese Wissenslücke möglichst schnell schließen, denn es lohnt sich wirklich. Akyl ist ein Protagonist, mit dem man gerne auf Jagd nach den miesesten Individuen geht, die sich so auf Gottes Erde tummeln. Als ehemaliger Inspektor der Mordkommission hat er schon Dinge gesehen, die anderen Menschen nicht mal in ihren schlimmsten Alpträumen einfallen würden. Er wurde gefoltert, gequält, angeschossen und im Privatleben hat er auch noch seine geliebte Frau an den Krebs verloren.
Man sollte denken, er hätte kapituliert und wäre einer dieser missmutigen Ermittlertypen, die ihren täglichen Kummer in Alkohol ertränken, aber weit gefehlt. Akyl geht tapfer seinen Weg, jammert kaum und sieht seine Bestimmung darin, den unschuldigen Toten Genugtuung zu verschaffen, indem er die Bösewichte unter die Erde oder im besten Fall hinter Gitter bringt.

Im dritten Band verschlägt es Akyl ins heiße Dubai, ein echter Kontrast zum kalten Kirgisistan. Der Minister für Staatssicherheit hat leider etwas „verloren“: seine Geliebte und eine Menge Geld. Er ködert Akyl damit, dass er im Erfolgsfall seinen alten Job als Inspektor bei der Mordkommission wieder zurück bekommen würde.

Schon bald steckt Akyl wieder mittendrin in den übelsten Kreisen und darf sich mit Zuhältern, Menschenhändlern und anderen „freundlichen“ Gestalten herumplagen. Es wird blutig und grausam und manchmal tut es beim Lesen weh, wenn man ein empathischer Mensch ist. Für zartbesaitete Gemüter ist diese Reihe wohl eher weniger geeignet, man sollte schon Szenen im Tarantino-Style ertragen können.

Was mir besonders gut gefällt, das ist Tom Callaghans einzigartiger Schreibstil. Dieser Mann kann einfach nicht ernst bleiben: es gibt keine Zeile, die nicht von Sarkasmus, Ironie und schwarzem Humor geprägt ist. Man hat trotz aller Grausamkeit und Tragik irgendwie ständig ein Grinsen im Gesicht beim Lesen.
Dazu schreibt er noch absolut fesselnd, hält uns mit überraschenden Wendungen und kleinen emotionalen Lichtblicken in Atem. Die Seiten fliegen nur so dahin und ich freue mich heute schon auf eine Fortsetzung, die dann sicher im Herbst angesiedelt sein wird. Hoffentlich ist mit den Jahreszeiten die Reihe nicht beendet.

Eine Thrillerreihe mit extrem viel schwarzem Humor, einem absolut sympathischen Hauptdarsteller, massig Blut und zahlreichen Toten, die sich dieses Schicksal allerdings meist redlich verdient haben. Unbedingt lesen!

Bewertung:

FORGOTTEN GIRL von EVA-MARIA SILBER – Meine Rezension …

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Dp Digital Publishers Gmbh (27. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960873778
ISBN-13: 978-3960873778
Autorin: Eva-Maria Silber

Meine Meinung:
Eine Besonderheit an Eva-Maria Silbers spannenden Thrillern ist, dass sie als Basis ungelöste Kriminalfälle aufgreift. Als ehemalige Rechtsanwältin mit einem guten kriminellen Gespür macht sie sich ihre eigenen Gedanken über den Tathergang und packt diese in extrem fesselnder Form zwischen die Buchdeckel.

In „Forgotten Girl“ geht es um einen sehr grausamen Mord an drei Teenagern, die nachts beim Zelten überfallen wurden. Zwei Jugendliche überleben das Massaker teils schwer verletzt und trotzdem kann der Fall nicht gelöst werden. Katharina leidet unter einer Amnesie und auch Sebastian kann mit seiner Aussage nichts Erhellendes beitragen.
Für Ermittlerin Janna Habena ist es der erste große Mord ihrer Polizeilaufbahn und auch dreißig Jahre später lässt er sie nicht los. Immer wieder rollt sie den „Cold Case“ wieder auf und versucht, neue Spuren zu finden oder mithilfe aktueller Technik noch etwas aus den alten Beweismitteln herauszuholen.

Als Janna schon gar nicht mehr daran glaubt, meldet sich Katharina mit einem neuen Hinweis bei ihr. Sie hat einen Teil ihres Gedächtnisses wiedererlangt. Außerdem trifft sie im Revier auf ihren damaligen Schwarm Sebastian und die beiden werden tatsächlich ein Paar. Doch darf Katharina ihren grausamen Erinnerungen trauen oder spielt ihr das Gehirn einen Streich? Und was ist Sebastians Rolle in dem Mordfall?

Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Schreibstil ist stellenweise sehr nüchtern-faktisch, liest sich fast wie ein Polizeibericht. Das hat mir prima gefallen, macht aber die blutigen Szenen nicht weniger erschreckend. Die Autorin schont die Leser nicht, nimmt sie mit in den Obduktionssaal und beschreibt authentisch die Gedanken und Reaktionen der betroffenen Personen.
Umso menschlicher und verletzlicher wirken die Protagonisten, man kann sich gut in sie hineinversetzen, fühlt mit ihnen.
Ein Teil des Buches erzählt die Geschichte der Ermittler, in einigen Kapiteln lernen wir dagegen direkt die Sicht der überlebenden Katharina kennen. Ihr Trauma ist erschreckend, alles erscheint sehr real und nachvollziehbar, obwohl sie nur Fiktion ist und mit den wahren Begebenheiten des alten Falles nichts zu tun hat.

Eva-Maria Silber hat ein Szenario erschaffen, das den Leser sofort in seinen Bann zieht. Man leidet mit Katharina, man rätselt mit Janna und die Jahre ziehen dahin, ohne dass der Mörder zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Auflösung ist gleichermaßen erschreckend wie überraschend und hat mich vollends überzeugt.

Ich werde sicher auch weitere Bücher von ihr lesen und kann diesen Thriller nur wärmstens weiterempfehlen! Authentisch, blutig, spannend, psychologisch tiefgreifend – ein gelungenes Gesamtpaket.

Bewertung: