ACHTSAM MORDEN von KARSTEN DUSSE – Meine Rezension …

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2019
ISBN-13: 978-3453439689
Autor: Karsten Dusse

Meine Meinung:
Es fällt schon schwer, dieses Buch in eine bestimmte Kategorie einzuordnen. Es ist nicht wirklich ein Krimi, aber durchaus spannend, doch geprägter ist es von sehr viel schwarzem Humor, also würde ich es eher als „Unterweltsatire“ bezeichnen.
Im Mittelpunkt der Story steht der 42-jährige Rechtsanwalt Björn Diemel, der zwar in einer angesehenen Kanzlei arbeitet, aber leider zuständig ist für einen waschechten Gangster. Dragan, sein Mandant, ist nicht nur ein Zuhälter, sondern er handelt auch noch mit allem, was viel Geld (aber auch Ärger) einbringt: Drogen, Waffen und sogar Menschen. Björn muss ihn regelmäßig aus prekären juristischen Situationen retten, er fungiert aber darüber hinaus auch sehr erfolgreich als Geschäftsberater für alle seine Unternehmensbereiche.
Gewissensbisse verspürt Björn dabei kaum, doch seine Frau ist nicht so begeistert von seinen Tätigkeiten. Sie ist der Ansicht, dass er dringend sein Leben ändern müsste, denn die Ehe steht in Gefahr.
Björn besucht schließlich einen Achtsamkeitstrainer, wenngleich er das hauptsächlich für seine kleine Tochter Emily tut, die für ihn das Wichtigste ist.
Der durchschlagende Erfolg des Trainings lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Dragan stört ausgerechnet das Wochenende, das Björn mit Emily am See verbringen möchte … da müssen achtsame Lösungen her!

Von der ersten Seite an hat mich Karsten Dusse mit seinem lockeren, absolut humorvollen Schreibstil fasziniert. Man kommt aus dem Schmunzeln gar nicht mehr raus. Dass er dabei trotzdem so viel ernste Themen aufgreift, gelingt ihm wirklich prima und alles wirkt stimmig.
Die Story ist super durchdacht und trotz einiger Brutalität immer extrem witzig, weil man eigentlich stets mit ruhigem Gewissen sagen kann, dass es keine Unschuldigen trifft.
Nichts kommt zu kurz: schwarzer Humor, Emotionen, Spannung, Lektionen in Achtsamkeit und Tipps zur Beseitigung von lästigen Leichen … ein absolut empfehlenswerter Roman, den man einfach gelesen haben muss.

Bewertung:

SEI DANKBAR & WERDE REICH von PAM GROUT – Meine Rezension …

Broschiert: 272 Seiten
Verlag: Irisiana
Erscheinungsdatum: 13. März 2017
ISBN-13: 978-3424153187
Originaltitel: Thank & Grow Rich
Autorin: Pam Grout

Meine Meinung:
Nach diversen Büchern zu den Themen „Achtsamkeit“, „Anziehung“, „Schwingung erhöhen“ bin ich nun auf dieses Exemplar von Pam Grout gestoßen und ich bin sehr begeistert.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass sie es wirklich versteht, einem die Einfachheit des Ganzen zu vermitteln.
Sie schreibt, dass sie zunächst sogar auf konkrete Übungen und Tipps verzichten wollte und dies erst nach entsprechenden Anmerkungen noch eingefügt hat. Sie hat dies schließlich in ihrer leichten, humorvollen Art in der Form von „Partyspielen“ getan und ruft den Leser dazu auf, sich mit der wachsenden Zahl der anderen Menschen auszutauschen, die beispielsweise bei Instagram ihre Erfolgsfotos hochladen.
Natürlich kann man diesen Weg auch allein gehen, aber eigentlich stünde das wieder etwas im Widerspruch zur Tatsache, dass wir alle sowieso miteinander verbunden sind, also wieso nicht seine Freude und Fortschritte teilen?

Mir gefällt auch sehr ihr lockerer Schreibstil, aber ich hätte mir eine Übersetzung mit einem näheren „Du“ als Anrede gewünscht. Zahlreiche Beispiele aus ihrer Erfahrung bzw. ihrem Umfeld zeigen uns, dass es wirklich möglich ist, sein Leben auf recht einfache Art und Weise so zu ändern, dass man mehr im Einklang ist mit dem „Feld des Potenzials“ (so nennt es Pam, andere würden sagen „Gott“ „die große Macht“ oder was auch immer).

Als ich das Buch im Urlaub gelesen habe und ihre Tipps umgesetzt, sind sogleich wirklich ein paar Dinge passiert, die manche Menschen als glückliche Zufälle bezeichnen würden. Wer das Buch gelesen hat, der weiß aber, dass es keine Zufälle gibt, sondern dass es wirklich wirkt!

Es geht aber nicht sprichwörtlich darum, „reich“ an Geld zu werden durch dieses Buch, sondern es geht vielmehr um generellen Reichtum in Form von Zufriedenheit, Glück, Liebe und Selbstverwirklichung. Also um die wirklich wichtigen Dinge im Leben, die schwerer wiegen als alles Gold.
Das Buch empfehle ich sehr gerne weiter, denn mir hat es tatsächlich geholfen und jeder (ohne Ausnahme) kann diesen Weg ebenso gehen und die Welt damit nebenbei zu einem besseren Ort machen.

Bewertung:

DAS BLUT VON LONDON von LAURA ROBINSON – Meine Rezension …

Taschenbuch: 512 Seiten
Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 8. Juli 2019
ISBN-13: 978-3453439375
Autorin: Laura Robinson

Meine Meinung:
Laura Robinson nimmt uns mit ins Jahr 1781 nach London. Die Stadt wächst stetig, aber die Kluft zwischen Arm und Reich ist sehr groß und es gibt viele Bezirke, in die man besser keinen Fuß setzt, wenn man an Leib und Leben hängt.

Captain Harry Corsham erzählt uns diese Geschichte aus seiner Perspektive. Die Schwester seines Jugendfreundes Tad Archer sucht ihn verzweifelt auf, da ihr Bruder verschwunden ist. Die Spur führt nach Deptford ins Hafenviertel: dort ist die schlimm zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden worden, der sich Thomas Valentine nannte.
Leider muss Harry feststellen, dass es sich dabei um Tad handelt und trotz der Warnungen seitens des Friedensrichters beginnt er sofort, auf eine Faust herauszufinden, wie es zu diesem grausamen Mord kommen konnte.
Schon bald wird klar, dass er sich damit bei einigen Personen von Rang und Namen extrem unbeliebt macht, denn Tad war ein ausgesprochen aktiver Gegner der Sklaverei und versuchte zeitlebens, den Betroffenen mit rechtlichem Beistand zu helfen.
Immer mehr erkennt Harry, dass eine große Sache hinter dem Mord steckt, es geht um sehr viel Geld, um Ansehen, vielleicht sogar um den Fortbestand der Sklavenhaltung. Er setzt dabei nicht nur einmal sein eigenes Leben aufs Spiel, doch er gibt nicht auf …

Harry ist ein Charakter, der sehr authentisch wirkt durch die lebendige Gefühlswelt und seine Gedanken, an denen wir teilhaben dürfen. Man kann deshalb wirklich gut mit ihm mitfühlen, wenn er immer wieder schwere Entscheidungen treffen muss, die nicht selten mit Leben oder Tod zu tun haben.
Er begibt sich auf so gefährliches Terrain, dass sein eigenes Leben und sogar seine Familie davon nicht unerheblich bedroht sind.

Wir dürfen in menschliche Abgründe blicken, die so grausam sind, dass man sie am liebsten als reine Fiktion abtun würde. Aber die Autorin hat sich sehr genau mit den Themen befasst, die sie in diesem Roman verarbeitet. Leider sind die Gräueltaten im Zusammenhang mit den Überseekolonien und der damit verbundenen Sklaverei wohl in Wirklichkeit sogar noch um ein Vielfaches schlimmer gewesen, als wir nach dem Lesen dieses Buches erahnen können.

Es geht wirklich blutig und sehr grausam zur Sache, aber durch den unaufgeregten, ruhigen Schreibstil empfindet man vieles als nicht so unmittelbar bedrohlich, sogar actionreiche Szenen stechen kaum heraus.
Man könnte es auch als historischen Krimi bezeichnen, denn es geht vor allem um die langwierige Suche nach dem Täter. Auf vielen Irrwegen, mit zahlreichen falschen Spuren und unvorhergesehenen Wendungen gelangt Harry am Ende ans Ziel, doch bis dahin fließt viel Blut und es sterben weitere Unschuldige.

Ein historischer Roman, der uns die Gräuel der Sklavenhaltung hautnah schildert. Spannend, fesselnd, emotional und sehr komplex aufgebaut.

Bewertung:

ACHTSAM IN DREI ATEMZÜGEN von DORIS IDING – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Irisiana
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2019
ISBN-13: 978-3424153606
Autorin: Doris Iding

LESEPROBE

Meine Meinung:
Bei diesem Buch muss ich tatsächlich erst mal das äußere Erscheinungsbild loben: toll gestaltet, durchgehend farbig gedruckt, mit einem hochwertigen Hardcover-Einband und wunderschönem Goldfoliendruck. Auch als Geschenk eine absolut gelungene und sinnvolle Idee!

In der momentanen Zeit, in der es gefühlt immer hektischer und rücksichtsloser zugeht, sehnen sich immer mehr Menschen nach Ruhe und Harmonie. Wie wir in zahlreichen Ratgebern lesen können, ist dies am ehesten mit Achtsamkeit und einer generell lebensverändernden Einstellung zu erreichen. Wir müssen uns selbst ändern, um unsere Umwelt anders wahrzunehmen und zu wahrem innerem Frieden zu finden.
Doch was sich immer recht einfach und einleuchtend liest, ist für die meisten Menschen (zu denen ich mich leider auch zählen muss) nicht so leicht umzusetzen. Die Gedanken lassen sich nicht abschalten, man findet keine wirkliche Entspannung und setzt sich manchmal noch mehr unter Druck, wenn es nicht gleich klappen will mit der Meditation oder was auch immer man sich vorgenommen hat.
Hier setzt Doris Iding mit ihrem Buch an. Sie wendet sich gezielt an die Menschen, die Schwierigkeiten haben mit dem Abschalten und Ruhe finden.
Sie schreibt sehr locker und spricht den Leser mit „du“ an, was ich immer sehr schön finde, denn es schafft gleich mehr Nähe und Vertrauen. Sie macht Mut und man lernt, dass auch kleine Schritte wertvoll sind auf dem Weg zum Ziel.
Interessant fand ich hier auch, dass sie einleuchtend die Bedeutung von Düften, Körperhaltung und vielem mehr erklärt und gute Tipps gibt, wie man auch solche Dinge für mehr Entspannung nutzen kann.
Natürlich nimmt auch die Nähe zur Natur wieder sehr viel Raum ein. Der Kontakt zur Schöpfung in seiner schönsten Form ist einfach essentiell wichtig für uns Menschen. Auch hier sind ihre Übungen meist recht unkompliziert umzusetzen.
Die Botschaft des Buches lautet einfach, dass wir alle zu mehr Gelassenheit, Achtsamkeit, Ruhe und Frieden finden können, wenn wir es wirklich wollen und stetig dranbleiben. Es ist – wie fast alles im Leben – reine Übungssache. Je öfter man bewusst auf seinen Atem hört und innehält, desto eher erreicht man sein Ziel.

Das Buch empfehle ich gerne weiter, sowohl an Einsteiger als auch an Leser, die bereits einige Werke zu diesem Thema gelesen haben und nun auf der Suche nach einem praktikablen Weg zur Umsetzung sind.

Bewertung:

SUCHE MICH NICHT von HARLAN COBEN – Meine Rezension …

Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2019
ISBN-13: 978-3442205455
Autor: Harlan Coben

LESEPROBE

Meine Meinung:
Die Story ist ungewöhnlich und beginnt noch recht gemächlich, doch sie nimmt schnell Fahrt auf.
Erst lernen wir Simon und seine Familie kennen. Er ist ein erfolgreicher Finanzberater, arbeitet zusammen mit seiner Schwägerin und seine Frau Ingrid ist Kinderärztin. Sie haben drei Kinder: Sam, Anya und Paige.
Um die älteste Tochter Paige geht es hauptsächlich in diesem Buch, denn sie hat große Probleme. Irgend etwas hat dazu geführt, dass sie sich mit den falschen Leuten eingelassen hat und in die Drogenszene abgerutscht ist. Nachdem sie monatelang verschwunden war, gelingt es Simon, sie in einem Park wieder aufzuspüren. Doch dann kommt es zu einer unschönen Auseinandersetzung zwischen Simon und Paiges Freund und sie rennt wieder weg.
Simon will nicht aufgeben und sucht wieder nach ihr, diesmal intensiver, denn inzwischen ist ein Mord geschehen und niemand weiß, was mit Paige passiert ist …

Der Schreibstil von Harlan Coben ist einfach genial. Absolut mitreißend, stellenweise auch etwas frech-humorvoll und immer wirklich fesselnd und atmosphärisch. Seine Charaktere haben Ecken und Kanten, wirken aber trotzdem liebenswert und sehr authentisch. Außerdem entpuppen sich manche Figuren als überraschend anders, als man zunächst dachte.

Wir tauchen in dieser Story tief ein in einen Sumpf aus Abhängigkeiten, Missbrauch, Unterwerfung, Gier und der Vertuschung alter Geheimnisse. Die Geschichte ist super durchdacht und wartet immer wieder mit Wendungen und neuen Erkenntnissen auf, die man so nicht erwartet hätte.
Sehr schön ist auch, dass die emotionale Seite nicht zu kurz kommt, so dürfen wir vor allem mit Simon mitfiebern und an seinen Gedanken und Gefühlen teilhaben.

Die Morde werden nicht unnötig blutrünstig beschrieben, so dass auch Fans von eher unblutigen Psychothrillern gerne zu diesem Buch greifen dürfen. Ein wirklich spannender und fesselnder Thriller, den ich gerne weiterempfehle!

Bewertung:

AUF DIE SEELE HÖREN von MICHAEL TISCHINGER – Meine Rezension …

Broschiert: 240 Seiten
Verlag: Herder
Erscheinungsdatum: 28. Juni 2019
ISBN-13: 978-3451600845
Autor: Michael Tischinger

Meine Meinung:
Nachdem ich jetzt schon viele Bücher zum Thema „selbstbestimmtes Leben“ gelesen habe, empfand ich dieses hier wie eine sehr gelungene Zusammenfassung all dessen.
Dr. med. Michael Tischinger ist nicht nur Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, sondern auch Diplom Theologe. In seinem Buch lässt er uns auch sehr viel an seinen persönlichen Erfahrungen teilhaben und man fühlt sich direkt gut aufgehoben, da er nicht wie ein allwissender Lehrer auftritt.

Er spricht wirklich alle Themen an, die ich bereits aus anderen Büchern kannte, wie Gelassenheit, die heilende Kraft der Natur, die Verbundenheit von allem oder dass man mit weniger Widerstand weiter kommt im Leben. Seine eigenen Erfahrungen, die Erlebnisse einiger Patienten und allgemeine Wahrheiten verbindet er sehr gelungen mit schönen Zitaten und vielen Übungen.
Michael Tischinger kommt fast gänzlich ohne esoterische Begriffe aus und auch ohne zu sehr ins Religiöse zu gehen, er findet einfach die richtigen Worte, die jeder versteht und unterstreicht dies mit einleuchtenden Beispielen.
So kann man das Buch auch guten Gewissens Menschen empfehlen, für die das Ganze noch eher Neuland ist und die mit Esoterik eigentlich nicht viel zu tun haben.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass das Buch so vielseitig alles Wichtige abdeckt, ohne dass ein Thema unnötig lange behandelt wird und es zu Wiederholungen kommt. Das hat mich in vergleichbaren Büchern oft gestört.

Die Übungen sind eine Einladung zur Entschleunigung, zur Rückkehr zum Wesentlichen, zur Einkehr, zur Ruhe. Sie sind nicht kompliziert und meist auch prima zu Hause in den eigenen vier Wänden praktizierbar – unabhängig von Jahreszeiten und Wetter.

Das Buch war für mich nochmal eine wertvolle Zusammenfassung all dessen, was ich erst einmal theoretisch aus zahlreicher Lektüre mitgenommen habe. Jetzt ist es an der Zeit, das Ganze auch wirklich ernsthaft umzusetzen und in den Alltag zu integrieren. Im Rückblick hätte ich mir viele andere Bücher wohl sparen können, wenn ich gleich auf dieses hier gestoßen wäre, deshalb empfehle ich es gerne wärmstens weiter.

Bewertung:

OPFER von BO SVERNSTRÖM – Meine Rezension …

Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2019
ISBN-13: 978-3499276293
Autor: Bo Svernström

LESEPROBE (PDF)

Meine Meinung:
Ein Journalist, der über eine Journalistin schreibt … und zwar richtig grandios.
Kaum zu glauben, dass dies das erste Buch von Bo Svernström ist, denn es gibt wirklich gar nichts daran auszusetzen.

Der Schreibstil ist mitreißend, er liefert immer genau die richtige Menge an Details, damit man mitten in der Story ist. Seine Charaktere wirken sehr glaubwürdig und lebensecht mit Ecken und Kanten und einer regen Gefühlswelt, an der wir Anteil haben dürfen.
Hauptperson ist der 50-jährige Hauptkommissar Carl Edson, zu dem ich gleich einen ganz guten Draht aufbauen konnte. Er ist kein Sonnenscheinchen, aber auch keiner der typischen abgewrackten Ermittlertypen, die den ganzen Tag die Finger nicht von Alkohol oder schlimmeren Dingen lassen können und deprimiert durch die Gegend schlurfen.
Er ist ein geschiedener Mann mit Teenagertochter, der einfach in seinem Leben schon zu viel Schlimmes gesehen hat. Wenn er eine Spur aufgenommen hat, dann ist er hartnäckig, aber er hält sich an den Dienstweg und ist kein Draufgänger. Sein Team besteht aus sehr fähigen Mitarbeitern, die zwar im Umgang nicht einfach sind, aber dafür umso brillanter arbeiten.
Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Journalistin Alexandra Bengtsson. Sie ist auch geschieden und hat eine Tochter im Teenageralter, was nicht immer einfach ist. Wir erfahren viel über ihre Vergangenheit, den Druck bei der Arbeit und über ihre Familienverhältnisse.

Die Story wird so spannend erzählt, dass man das Buch kaum noch weglegen möchte, aber aufgrund der doch recht hohen Seitenzahl lässt sich das leider nicht vermeiden.
In der ersten Hälfte geht es extrem blutig und grausam zur Sache und die Beschreibung der Foltermorde ist manchmal nichts für schwache Mägen. Doch dann beginnt der zweite Teil und dieser wirkt fast völlig anders: hier liegt der Fokus deutlich auf psychologischer Spannung.
Das Ganze ist also eine sehr stimmige und durchaus überraschende Mischung aus Folterhorror und Psychothriller.
Da es sich bei den Opfern meist um Männer handelt, die selbst schlimmste Verbrechen begangen haben, dürfte sich das Mitleid des Lesers allerdings größtenteils in Grenzen halten, was es wieder ertragbarer macht.

Die Art und Weise, wie der Autor uns diese Geschichte erzählt, ist wirklich etwas besonderes und sorgt für viele Stunden allerbester Leseunterhaltung. Hoffentlich darf Carl Edson weiter ermitteln, ich würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen.

Bewertung:

BITTERHERZ von Samuel Bjørk – Meine Rezension …

Bitterherz von Samuel Bjork

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2019
ISBN-13: 978-3442482276
Autor: Samuel Bjørk
Teil 3 der „Holger Munch“-Reihe

LESEPROBE

Meine Meinung:
Nachdem ich schon mit großer Begeisterung die ersten beiden Teile dieser Reihe gelesen hatte, freute ich mich sehr auf ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Figuren.
Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger haben im letzten Band ja wirklich viel durchmachen müssen. Sie sind immer persönlich sehr stark in die Fälle involviert und so ist es auch diesmal wieder.

Holger ist geschieden und man merkt oft, dass er immer noch darunter leidet. Auch von seiner Tochter erfahren wir Neues in diesem Teil, es geht wieder aufwärts nach den schlimmen Vorkommnissen in der Vergangenheit.
Mia hat ebenfalls einige Schrecken überwunden und sogar eine Therapie hinter sich. Als sie jedoch endlich den dringend nötigen Urlaub antreten möchte, wird sie von Holger gebeten, sie stattdessen bei einem Fall zu unterstützen.
Die geborene Spürnase kann natürlich nicht Nein sagen, so wird das Team wiederbelebt. Auch Curry, Gabriel, Ylva und viele andere alte Bekannte sind wieder mit von der Partie.

Es geht diesmal um eine geheimnisvolle Mordserie, bei der die Ermittler lange im Dunkeln tappen, da das Motiv und ein Zusammenhang zwischen den Opfern nicht ersichtlich ist. Eine tote Tänzerin, ein Musiker und schließlich sogar ein Teenager – was verbindet diese Personen? Die Auflösung ist originell, vielleicht etwas zu sehr zurechtgebogen, aber schon recht stimmig, wenn man bedenkt, welche Abgründe der menschliche Geist haben kann.

Holger und auch einige Mitglieder seines Teams kämpfen mal wieder mit ihren eigenen Dämonen und Süchten. Dies nimmt einigen Raum ein in der Geschichte und macht die Personen menschlicher und wohl auch irgendwie authentisch.
Die Szenen beschreibt der Autor sehr ausführlich und schafft dadurch eine lebendige Atmosphäre, derer man sich schwer entziehen kann.
Ich fand das Buch wieder sehr fesselnd und ich würde mich freuen, noch mehr von Holger und seiner Truppe lesen zu dürfen.
Sehr blutig geht es nicht zur Sache, so dass das Buch auch für Fans von Psychothrillern gut geeignet ist.
Aufgrund der Entwicklung der Protagonisten und der Hintergrundstories würde ich aber empfehlen, alle Bände der Reihe nach zu lesen.

Bewertung:

PRISONERS von GEORGE PELECANOS – Meine Rezension …

Taschenbuch: 229 Seiten
Verlag: ars vivendi Verlag
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2019
ISBN-13: 978-3747200117
Autor: George Pelecanos

Meine Meinung:
Auf dem Buchrücken wird der Roman als „Noir“ bezeichnet, aber durch den schönen, irgendwie Ruhe vermittelnden, eindrücklichen Schreibstil des Autors wirkt alles gar nicht so düster.
Das liegt aber nicht am Fehlen von Gewalt oder Action, doch Pelecanos erschafft eine Atmosphäre, in der einfach keine richtige Aufregung entstehen kann.
Seine Protagonisten, Schauplätze und Anderes, wie Autos, Musik und natürlich Bücher beschreibt er mit viel Liebe zum Detail. Die Literatur spielt sowieso eine sehr entscheidende Rolle in diesem Buch.

Michael Hudson ist 28 und eigentlich ein guter Kerl, aber er lässt sich als Fahrer auf ein Verbrechen mit einigen Kumpels ein und wird prompt verhaftet. Im Gefängnis ist er sehr beeindruckt von der jungen Bibliothekarin Anna, die die Insassen wöchentlich mit Büchern versorgt und auch einen Lesekreis organisiert.
Michael entdeckt seine Leidenschaft fürs Lesen durch sie und lässt sich gerne Tipps von ihr geben.
Durch das Eingreifen des Privatdetektivs Phil Ornazian kommt er allerdings recht schnell wieder frei und gibt sich große Mühe, wieder Fuß zu fassen. Ein Job als Tellerwäscher ist ein guter Anfang. Doch dann taucht Phil auf und fordert eine Gegenleistung für seine Hilfe …

Michael ist ein sympathischer Kerl, der nicht ohne Fehler ist, aber doch immer bemüht, das Richtige zu tun. Phil ist eigentlich nicht sehr viel anders, aber er ist ein Draufgänger, der es mit dem Gesetz nicht so genau nimmt, wenn es darum geht, Geld von Verbrechern zu stehlen oder begangenes Unrecht zu rächen. Unterstützt wird er bei seinen Coups von einem Ex-Cop in Rente.

Die Story ist fesselnd und hat viele Höhen und Tiefen, denn einerseits ist da die beinahe heile Welt, die Michael sich nach der Haft aufbauen will und andererseits sind da die Feldzüge von Phil und Ward. Beides scheint nicht miteinander vereinbar und es ist spannend zu sehen, wie Michael damit zurecht kommt.
Und dann ist da auch noch Anna, die er nach der Entlassung wieder trifft. Glaubhafte Emotionen kommen nicht zu kurz in diesem wunderbar geschriebenen Roman.
Als Hundeliebhaber ist mir besonders aufgefallen, dass Hunde eine große Rolle spielen, der Autor mag sie wohl auch sehr … sympathisch!
Was ebenfalls oft Thema ist: wie unterschiedlich auch heute noch Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe behandelt werden. Auch dies liegt dem Autor wohl sehr am Herzen.

Das Buch empfehle ich gerne allen Lesern, die Lust auf eine spannende und trotzdem mal etwas andere Story haben. Mir hat es einige Stunden bester Leseunterhaltung beschert!

Bewertung:

NEUN TAGE UNENDLICHKEIT von ANKE EVERTZ – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Ansata
Erscheinungsdatum: 1. April 2019
ISBN-13: 978-3778775462
Autorin: Anke Evertz
Interview mit der Autorin zum Buch

Meine Meinung:
Es heißt, wenn man auf der Suche ist nach seinem wahren Ich und das ernsthaft will, dann kommen die Dinge ganz von selbst zu einem, die dabei helfen können. So war es also irgendwie klar, dass dieses Buch genau zur rechten Zeit zu mir gefunden hat. Und es war wirklich eine Offenbarung und Festigung dessen, was ich bereits erfahren habe.

Anke Evertz erzählt in diesem Buch ihre eigene Geschichte, in der sie von einem (im Nachhinein nicht wirklich tragischen) Brandunfall berichtet, der ihr gesamtes Leben veränderte.
Sie war nicht wirklich glücklich mit ihrem Dasein und dann folgte die Wende: durch ihre schlimmen Verbrennungen dritten Grades wurde sie in ein neuntägiges Koma versetzt. In dieser Zeit erfuhr sie die wundervollsten Dinge und gelangte zu überirdischen Erkenntnissen, die sie uns hier schildert. Vieles war so unbeschreiblich, dass es eigentlich keine passenden Worte dafür gibt, aber trotzdem hat mich ihre Geschichte so tief berührt und wirklich mitgenommen. An einigen Stellen schossen mir sogar unweigerlich Freudentränen in die Augen.

Sie spricht zum Leser wie zu einem guten Freund, man fühlt sich sofort angenommen, gut aufgehoben, verstanden. Ihre Erlebnisse, die sie losgelöst von ihrem irdischen Körper machte, sind so wundervoll und tröstlich und sie bergen so viele Weisheiten.

Das Buch kann ich jedem Leser nur wärmstens ans Herz legen, der ebenfalls aus dem starren irdischen Denkmuster ausbrechen möchte und sich selbst in seiner Gänze erfahren möchte. Denn wir sind mehr als Menschen, wir sind unser eigener Schöpfer, ewige Seelen, wunderbare geliebte und liebende Wesen, die alles schaffen können, was sie möchten.
Einen ganz herzlichen Dank an die Autorin für ihre wunderbaren, berührenden Worte, die mir sehr geholfen haben auf meinem Weg.

Bewertung: