Winterapfelgarten von Brigitte Janson – Meine Rezension …

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (10. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354861230X
ISBN-13: 978-3548612300

Über die Autorin:
Brigitte Janson heißt eigentlich Brigitte Kanitz und wurde 1957 in Lübeck geboren. Viele Jahre war Hamburg ihre Wahlheimat, wo sie als Journalistin arbeitete. Heute lebt sie in den italienischen Marken.

Der Buchrückentext:
DU WEISST, ES IST GLÜCK, WENN ES NACH ÄPFELN DUFTET
Claudia Konrad ist außer sich. Mit 51 soll sie plötzlich zu alt sein für ihren Job? Nicht besser geht es ihrer Tochter Jule, die nach einem schrecklichen Unfall kaum noch das Haus verlässt. Ihre Freundin Sara ist dagegen müde – von ihrer langweiligen Ehe. Schluss damit, denken sich die Freundinnen und ziehen auf einen Apfelhof im Alten Land. Tolle Idee, aber Gebäude können morsch, Äpfel wurmstichig und attraktive Nachbarn eigenbrötlerisch sein. Die Katastrophe naht. Der Rettungsengel auch: Rentnerin Elisabeth strandet auf dem Hof und bringt mit viel Charme Ordnung in das Chaos.

Die Geschichte:
Claudia ist eigentlich die beste Verkäuferin in der Parfümerie und trotzdem soll sie einfach ins Lager abgeschoben werden: ihr nicht mehr ganz jugendliches Aussehen ist die einzige Begründung für diese Demütigung. Claudia ist empört und kündigt kurzerhand. Als sie einigermaßen verwirrt aus der Parfümerie stürmt und sich auf einer Bank ausruht, hat sie eine besondere Begegnung, die ihr Leben nachhaltig verändern wird: sie findet einen seltsamen Apfel.
Auch ihre Tochter Jule hat es gerade nicht leicht: vor einigen Monaten hatte sie einen schweren Reitunfall und igelt sich seitdem nur noch ein. Sie geht allen Kontakten aus dem Weg, lässt sich gehen. Nicht mal ihre Patentante Sara kann zu ihr vordringen.
Claudia hat indes nur noch diesen besonderen Apfel im Kopf und kann Sara zu einem Ausflug ins „Alte Land“ überreden, dort treffen sie auf Johann, der nicht gerade erfreut ist über die beiden „Verrückten“. Doch es wird noch schlimmer für ihn: Claudia kauft seinen Nachbarhof, denn aus dem Garten dort stammt der besondere Apfel, der nachhaltig ihre Zukunft bestimmen soll. Doch nicht nur ihre eigene Zukunft … denn bald wird der „Glockenhof“ zu einer Anlaufstelle für alle möglichen leidgeprüften Gestalten.

Meine Meinung:
Lange Zeit habe ich ja praktisch nur Krimis und Thriller gelesen, aber – vielleicht liegt´s am fortschreitenden Alter? 🙂 – so nach und nach verschieben sich meine Vorlieben. Es darf ruhiger, unblutiger, gefühlvoller zugehen, aber ein No-Go wird immer bleiben: keine ausführlichen Bettgeschichten bitte! 😀

Dieses Buch hat meine Erwartungen vollends erfüllt: es hat mich allerbestens unterhalten, ich hab es an nur zwei Tagen gelesen, das spricht eigentlich schon für sich. 🙂
Natürlich spuken mir immer noch die Krimis im Hinterkopf herum und so ist der einzige klitzekleine „Kritikpunkt“ (ich möchte es eigentlich gar nicht so nennen), dass die Story doch recht vorhersehbar ist. Andererseits hat das auch irgendwie etwas Tröstliches und so gibt es dafür auch keinen Punktabzug!

Die Charaktere sind mir allesamt schnell ans Herz gewachsen, sie sind größtenteils ein bisschen spleenig oder abgedreht, aber sehr liebenswürdig.
Es wimmelt zwar von verschiedensten Problemen in diesem Buch, aber seltsamerweise wirkt das nie bedrückend beim Lesen. Das liegt wohl an der irgendwie positiven Grundstimmung, die über allem liegt und einem immer das beruhigende Gefühl vermittelt, dass alles gut werden wird.
Und so begleiten wir die unterschiedlichen Frauen aus drei Generationen durch dieses Buch, fiebern mit ihnen und die Seiten fliegen nur so dahin.
Es gibt humorvolle Stellen, es gab aber auch Momente, in denen ich zur Taschentuchbox greifen musste. Vor allem mir als Tierfreund wurde es mehrfach sehr warm ums Herz bei dieser Geschichte.
Brigitte Janson schreibt wirklich toll: fesselnd, liebevoll, humorvoll und mit lebendigen Dialogen.

Fazit:
Ein Buch wie ein praller Apfel: süß und herzhaft, aber auch ein bisschen bitter, wenn man zu tief hineinbeißt und einen Kern erwischt.

Bewertung:
5pfoten

Ein besonders liebes Dankeschön geht an Claudia, die mir das Buch freundlicherweise ausgeliehen hat! <3 *drückdich*

Kaimankacke von Lars Simon – Meine Rezension …

Audio CD (2. Oktober 2014)
Anzahl Disks/Tonträger: 3
Format: Box-Set
Label: Jumbo Neue Medien (DA Music)
ASIN: B00NVWR9IU
ISBN: 978-3-8337-3360-4

Die gesamte Reihe:

Die Kurzbeschreibung:
Lieber eine Piña Colada in der Karibik als stinkenden Fisch bei schwedischem Dauerregen? Kurzentschlossen folgt Torsten der Aufforderung seines Vaters und bucht sich im selben Club-Hotel ein, in dem dieser mitsamt esoterischer Lebensgefährtin Renate und den Gödseltorp-Kampfgenossen Rainer und Bjørn weilt. Torsten hofft dort seine Schreibblockade zu vertreiben – denn der Abgabetermin für den nächsten Roman rückt drohend näher. Aus dem erholsamen Karibik-Traum wird aber erstmal nichts, da auf der anderen Seite des großen Teichs einige unliebsame Überraschungen auf Torsten warten. Zu allem Überfluss bringen ihn schließlich auch noch die Exkremente einer geheimnisvollen Kaimanart in eine scheinbar auswegslose Situation … caca de caimán! Was für eine Kaimankacke!

Die Geschichte:
Als Einstimmung oder Vorbereitung auf dieses Buch sollte man sich vorher auf jeden Fall „Elchscheiße“ zu Gemüte führen. So ist man schon mal mit den durchaus nicht ganz normalen Protagonisten vertraut und kennt auch die Vorgeschichte, welche erzählt, wie es dazu kam, dass Torstens Vater, dessen Freundin Renate, Rainer und Bjørn in Costa Rica gelandet sind.
Torsten sitzt derweil in seinem geerbten Bauernhof in Schweden fest und versucht seine Agentin zu vertrösten, die endlich eine Leseprobe des neuen Romans sehen will. Seine bisherigen Ideen kamen beim Verlag leider gar nicht an, aber was Besseres fällt ihm einfach nicht ein – er leidet unter einer akuten Schreibblockade.
Als dann auch noch seine Freundin Linda auf die Idee kommt, es noch einmal mit ihrem Ex-Freund zu versuchen, hält Torsten nichts mehr in Schweden. Er bucht die letzte verfügbare Unterkunft im Club „Mucho Gusto“, in dem sein Vater mit Gefolgschaft Urlaub macht und fliegt los.
Vor Ort wird ihm sehr schnell klar, dass sein Vater auf der Urlaubspostkarte möglicherweise etwas beschönigende Worte gefunden hat für Unterkunft, Service, etc., aber nun ist er schon einmal da und will sich erholen.
Wirklich erholsam wird der Aufenthalt dann aber eher nicht, sondern – wie immer bei der Truppe – eher turbulent und chaotisch.

Meine Meinung:
An dieses Buch muss man einfach mit den richtigen Erwartungen rangehen, sonst könnte man vielleicht etwas enttäuscht werden. Es ist eher weniger der feine, hintergründige Humor, den uns Lars Simon hier präsentiert, sondern geballte Komik.
Skurrile, bisweilen etwas anstrengende Personen, darunter ein Pärchen, das im schönsten Hessisch miteinander streitet, dazu noch unmögliche Zustände im Ferienclub und eine Expedition in den Dschungel zu noch seltsameren Gestalten – das sind die Eckpfeiler dieses Romans.
Da ich „Elchscheiße“ schon kannte, freute ich mich auf eine Fortsetzung des Abenteuers. Der Schreibstil gefiel mir wieder sehr gut, bis auf einige nervende Wiederholungen bezüglich der Namen zweier Personen habe ich eigentlich nichts auszusetzen.
Am meisten lachen musste ich über die hessischen Sprüche von Karl-Heinz, der war wirklich prima, auch wenn er ständig nur motzte. So zwiespältig sind fast alle Charaktere in diesem Buch: einerseits möchte man sie manchmal einfach fesseln und knebeln, andererseits erweisen sie sich wieder als durchaus liebenswürdig und sympathisch.
Die Story ist weniger actiongeladen als im Vorgänger „Elchscheiße“, es geht aber trotzdem recht heiß her im Dschungel. Das Ende bietet wieder viel Stoff für einen weiteren Teil, denn wie die Sache mit Linda ausgeht, steht in den Sternen.

Der Sprecher Holger Dexne bringt zusätzlich richtig Schwung in die Geschichte. Manchmal wirkt es beinahe wie ein Hörspiel mit mehreren Sprechern, so individuell vertont er die Charaktere – echt prima!

Fazit:
Kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch, geballte Komik mit Urlaubsfeeling!

Bewertung:
3,5 Pfoten
4pfoten

Ich will es doch auch! von Ellen Berg – Meine Rezension …

Taschenbuch: 335 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746630762
ISBN-13: 978-3746630762

Über die Autorin:
Ellen Berg, geboren 1969, studierte Germanistik und arbeitete als Reiseleiterin und in der Gastronomie. Heute schreibt und lebt sie mit ihrer Tochter auf einem kleinen Bauernhof im Allgäu. Ihre bisherigen Romane „Du mich auch. Ein Rache-Roman“, „Das bisschen Kuchen. (K)ein Diät-Roman“, „Den lass ich gleich an. (K)ein Single-Roman“, „Ich koch dich tot. (K)ein Liebesroman“, „Gib’s mir Schatz. (K)ein Fessel-Roman“, „Zur Hölle mit Seniorentellern. (K)ein Rentner-Roman“ und „Ich will es doch auch.(K)ein Beziehungsroman“ liegen im Aufbau Taschenbuch vor und sind große Erfolge.
(Amazon)

Der Buchrückentext:
Frikadelle zum Frühstück!
Charlotte hat einen tollen Job, eine tolle Wohnung, eine tolle Therapeutin – nur leider keinen Kerl. Und das mit 39! Da taucht plötzlich ein Mann mit einem hinreißenden Lächeln auf. Allerdings ist er ausgerechnet – Klempner. Und schon der Name: Uwe, so heißt man doch nicht! Doch mit ihm gibt es Fleischbällchen zum Frühstück, Tanzen im Regen und einfach alles, was Spaß macht. Charlotte ist selig, ihr Umfeld entsetzt. Downdating? Das kann doch nichts werden!

Die Geschichte:
Die Protagonistin Charlotte (39) ist nicht gerade eine einfache Person: erfolgreich als Kardiologin, geplagt von allerlei Phobien, bevormundet von ihren Eltern – und immer noch unverheiratet – rettet sie sich mit strengen Regeln und Ritualen durchs Leben.
Als es in ihrem Büro zu einem Wasserrohrbruch kommt, steht plötzlich Uwe vor ihr: groß, kräftig, ungehobelt – und irgendwie faszinierend.
Ihre Eltern wollen einen standesgemäßen Bräutigam für ihre Tochter, doch was will Charlotte? Lange Zeit weiß sie das selbst nicht so genau, bis sie einen Unfall hat und das Schicksal seinen Lauf nimmt …

Meine Meinung:
Das war bereits das dritte Buch, das ich von Ellen Berg gelesen habe. Verglichen mit „Zur Hölle mit Seniorentellern!“ und „Den lass ich gleich an!“ geht es hier realistischer und kritischer zur Sache. Aber natürlich mit dem gewohnt feinen Humor und liebenswerten Protagonisten, sowie einem Ende, das man einfach lieben muss.
Damit zunächst einmal zu Charlotte: mit ihren vielen Macken und Phobien wirkt sie trotzdem niemals anstrengend, sondern einfach nur liebenswürdig. Ein bisschen kann bestimmt jeder von uns sich auch wiedererkennen in dieser Frau, denn wer ist schon so perfekt wie es die Umwelt von uns erwartet?
Dann taucht Uwe auf und auch ihn schließt man schon nach kurzer Zeit ins Herz. Ein bodenständiger Handwerker, der Charlottes Herz im Sturm erobert. Sein Einfallsreichtum und seine beschützende Art sind einfach toll.
Auch die anderen Figuren in diesem Roman sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern sie tragen erheblich zur Story bei – und auch darunter finden sich noch einige Sympathieträger, mit denen man mitfiebern kann.

Der Schreibstil ist toll zu lesen, keine Schachtelsätze, keine störenden Längen. Dafür viel Humor von der feinsinnigen Art, der dem Leser nicht mit dem Holzhammer aufgedroschen wird. Außerdem hat dieses Buch auch das Potential, uns zum Nachdenken anzuregen. Sind wir so frei von Zwängen, wie wir es gerne wären? Leben wir unser Leben selbstbestimmt – oder versuchen wir die Erwartungen von anderen zu erfüllen? Haben wir Vorurteile, die wir überdenken sollten?

Die Geschichte selbst ist gut durchdacht, kann mit allerlei Überraschungen und Wendungen aufwarten und erhält ein rundes Ende. Spannend und unterhaltsam vom Anfang bis zum Ende!

Fazit:
Ein humorvoller, fesselnder Roman mit liebenswürdigen Protagonisten, der nicht oberflächlich daherkommt, sondern durchaus mit etwas Tiefgang und Denkanstößen aufwarten kann.

Bewertung:
5pfoten

Bücher, Bücher, Bücher …

Der aktuelle Lesestapel hat die 30 cm – Marke überschritten und ich hoffe sehr, dass jemand mir LESEZEIT zu Weihnachten schenkt! 🙂

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Wieder mal eine sehr bunte Mischung – und zwei vegane Koch- bzw. Backbücher werden demnächst auch noch dazukommen. Auf die bin ich schon besonders gespannt.

Gestern habe ich mit meinem Patenkind das Bücherregal aus- und umsortiert. Wir haben tatsächlich wieder ein bisschen Platz schaffen können. 🙂

Folgende Bücher sind damit in die Tausch-/Verkaufsliste gerutscht, die ihr HIER bei lovelybooks immer aktuell ansehen könnt:

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Wenn jemand Interesse hat: bitte einfach melden! 🙂

Schluss mit dem Bullshit von Tobias Hürter u. Max Rauner – Meine Rezension …

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Piper (6. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492056261
ISBN-13: 978-3492056267

Der Buchrückentext:
Gebrauchsanweisung für den gesunden Menschenverstand
Die Menge an Bullshit, die täglich auf uns einprasselt, nimmt zu. Die Autoindustrie preist ihre Geländewagen als umweltfreundlich, Politiker sprechen von „alternativlosem Handeln“, Bäckereien backen Brötchen mit „energetisiertem“ Wasser. Tobias Hürter und Max Rauner schlagen sich durch den Dschungel des Blödsinns und zeigen scharfsinnig und humorvoll, wie uns andere für dumm verkaufen und was wir dagegen tun können.

Meine Meinung:
Das Buch kann man im Regal kaum übersehen: das Wort „BULLSHIT“ springt einem förmlich ins Auge, die rote Signalfarbe erledigt den Rest. Besonders der Untertitel „Auf der Suche nach dem verlorenen Verstand“ ließ mich irgendwie auf ein Buch hoffen, dass dem Bullshit dieser Welt sehr humorvoll begegnet.
Dem war dann allerdings nicht so, obwohl es durchaus die ein oder andere Stelle gibt, an der man schmunzeln muss.

Insgesamt nähern sich die Autoren dem Thema „Bullshit“ aber eher von der wissenschaftlichen Seite und sie gliedern das Buch dazu in verschiedene Bereiche, wie z. B. „Werbung“, „Esoterik“, „Medizin“, „Religion“ oder „Wissenschaft“.

Es waren durchaus einige interessante Informationen dabei, aber vieles war mir auch nicht wirklich neu. Dass in der Werbung beispielsweise viel Bullshit erzählt wird, das dürften auch weniger intelligente Konsumenten bereits gemerkt haben.
Während in den Sparten „Esoterik“ und „Medizin“ mit Bullshitbeispielen nicht gespart wurde, halten sich die Autoren beim Thema „Religion“ sehr bedeckt. Und so findet man dort plötzlich in den zusammenfassenden Tipps folgende Aussage:
„3. Bewahren Sie sich Ihre intellektuelle Demut.
Keiner weiß, ob es Gott gibt oder nicht. Jeder kann sich irren“
(S. 196)

Diese Erkenntnis hätte ich persönlich mir auch in anderen Bereichen gewünscht, beispielsweise wenn es um Homöopathie, Akupunktur, TCM, etc. geht. Denn das alles als Bullshit zu bezeichnen und die Wirksamkeit ausschließlich dem Placebo-Effekt zuzuschreiben, ist mir zu einfach.

Da spricht auch der schöne Satz von Max Weber auf Seite 250 dafür, würde ich behaupten:
„Wissenschaftlich überholt zu werden, ist nicht nur unser aller Schicksal, sondern unser aller Zweck.“

Was vor einigen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten noch als Wahrheit und Fakt galt, das ist einige Zeit später vielleicht schon wieder komplett überholt.
Deshalb hätte ich mir weniger streitbare Beispiele gewünscht, sondern mehr humorvollen Bullshit aus Politik, Werbung, etc.

Oder auch etwas Aufklärung über sehr weitreichenden Bullshit, der von höchster Stelle angezettelt und mittlerweile aufgedeckt wurde: zum Beispiel die angebliche „Schweinegrippe“-Pandemie.
Das stünde dann allerdings im Gegensatz zur Aussage von Seite 260, welche die Weltgesundheitsorganisation noch als „unabhängige, vertrauenswürdige Institution“ bezeichnet.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist dies ein Buch, über das man vortrefflich diskutieren kann und bei dem wahrscheinlich kein kritischer Leser allen Aussagen zustimmen kann.
Interessant ist es auf jeden Fall und einen gewissen Unterhaltungswert bietet es auch!

Bewertung:
3pfoten

Die Abstimmung läuft! Habt ihr schon mitgemacht?

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Bei lovelybooks werden auch dieses Jahr wieder die Lieblingsbücher des Jahres gekürt – und zwar UNSERE Lieblingsbücher! Deshalb müssen wir auch alle fleißig abstimmen, was seit heute möglich ist!

Also klickt gleich mal auf den folgenden Link zum lovelybooks Leserpreis 2014 und stimmt für eure Favoriten. Ich hab heute schon … 🙂

Die Schnitzlers von Jutta Jacobi – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Residenz; Auflage: 1 (30. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3701732795
ISBN-13: 978-3701732791

Über die Autorin:
Jutta Jacobi, geboren 1955, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften in München. Seit ihrer Promotion lebt sie als Hörbuch- und Buchautorin in Hamburg. In Wien absolvierte sie eine Ausbildung zur Feldenkrais-Pädagogin. Zuletzt erschienen: „Zarah Leander. Das Leben einer Diva“ (2006)

Der Buchrückentext:
Ein Leiterwagen und die Untreue einer schönen Buchhändlerstochter setzten ihn in Bewegung: Jutta Jacobi erzählt von Johann Schnitzler, dem begabten Sohn eines armen jüdischen Tischlers aus Nagykanizsa, der in Wien ein berühmter Arzt wurde. Von seinem Sohn Arthur, der sich vom Erotomanen zum Moralisten wandelte. Von dessen Frau Olga, der reuevollsten Geschiedenen aller Zeiten. Von Lili, die an der Seite eines faschistischen Offiziers ihr Glück nicht fand. Von Heinrich, der 1938 nach Amerika emigrieren musste. Von Arthurs Enkeln Peter und Michael, die sich von den Lasten der Vergangenheit befreiten. Von der Urenkelin Giuliana, die auf dem Wiener Zentralfriedhof die Gräber mit Steinchen schmückt.

Die Geschichte:
Jutta Jacobi begibt sich auf Spurensuche, unterhält sich mit den noch lebenden Schnitzlers: Peter, Michael und Giuliana, studiert hinterlassene Briefe, Tagebücher und vieles mehr. Aus all dem strickt sie diese interessante Familiengeschichte über einige Generationen von 1858 bis heute.

Meine Meinung:
Erst mal muss ich gestehen, dass ich vorher vom berühmten Arthur Schnitzler noch nie gehört hatte.
Aber es kann Abhilfe geschafft werden: Da seine Werke inzwischen zu den berühmten Klassikern zählen, gibt es bei amazon 32 Bücher sogar kostenlos zum Herunterladen.

Was den Schreibstil von Jutta Jacobi betrifft: da gibt es absolut nichts auszusetzen. Das Buch liest sich prima, lebendig und sehr authentisch. An manchen Stellen war es mir etwas zu ausführlich, aber das lag nicht am Erzählstil, sondern eher daran, dass mich das Theater- und Schauspielergewerbe nicht so interessierte.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und ich habe einiges dazugelernt. Sehr interessant fand ich zum Beispiel die Ausführungen über die Anfänge des Fahrradfahrens (inkl. Clubregeln).
Auch die Zeit des 2. Weltkriegs war spannend, wobei die Familie durch Flucht eigentlich nicht so viel von den Schrecken mitbekam.
Man erlebt im Zeitraffer wie Kinder geboren werden, aufwachsen, selbst Familien gründen, wieder geschieden werden, teilweise sogar wiederholt neu heiraten und schließlich sterben. Das Buch zeigt einfach alle Höhen und Tiefen in einem normalen Menschenleben auf, wobei man die Schnitzlers oft gar nicht als so „normal“ bezeichnen kann. Da sind durchaus ungewöhnliche Charaktere dabei. Mir ist Michael Schnitzler, der engagierte Umweltschützer, am sympathischsten gewesen. Ein toller Mann, der viel Gutes vollbringt!
Sehr schön fand ich, dass das Buch auch einige Seiten mit Fotos der Familie Schnitzler enthält. Das bringt einem die Protagonisten noch näher. Auch sehr hilfreich ist der Stammbaum, der auf der Umschlaginnenseite zu finden ist.

Fazit:
Eine interessante, ausführlich erzählte Familiengeschichte mit vielen Originaldokumenten, Fotos und historisch Wissenswertem!

Bewertung:
3,5 Pfoten
4pfoten

Die Teufelshaube von Ariana Franklin – Meine Rezension …

Audio CD (16. Oktober 2009)
Anzahl Disks/Tonträger: 6
Format: Box-Set
Label: Der Hörverlag Gmbh (Edel)
ASIN: B0011FDUG4

Über die Autorin:
Leider ist Ariana Franklin (Pseudonym von Diana Norman) bereits im Januar 2011 verstorben. Sie war eine britische Schriftstellerin und Biografin und wurde am 25.08.1933 in London geboren.

Die komplette Reihe:

Die Kurzbeschreibung:
England 1176: Die Geliebte von Henry II. stirbt an den Folgen einer unheimlichen Vergiftung. Der König tobt – während seine Gemahlin, die machthungrige Eleanor von Aquitanien, triumphiert. Doch steckt sie wirklich hinter dem grausamen Anschlag? Die Rache des Königs wäre unerbittlich – und würde einen Krieg entfachen, der sein mühsam befriedetes Land endgültig zerstören würde. Nur eine ist in der Lage, die Zeichen richtig zu deuten: Adelia, die Totenleserin.

Die Geschichte:
Adelia, die ausgebildete Ärztin und sehr begabte „Totenleserin“ (wäre heutzutage quasi eine „Rechtsmedizinerin“) hat sich inzwischen mit ihrer Tochter, ihrem guten Freund Mansur (ein exotischer Sarazene) und ihrer Haushälterin / Freundin Gyltha in England niedergelassen. Im ersten Buch der Reihe muss sie im Auftrag des Königs einen kniffligen Kriminalfall lösen und als sie das mit Bravour meistert, will der König sie nicht mehr zurück nach Italien reisen lassen.
Sir Rowley, der inzwischen Bischof Rowley ist, fordert ein weiteres Mal Adelias Hilfe an. Widerwillig stimmt sie zu, sich der Sache anzunehmen, um einen Krieg zu verhindern. Die wichtigste Geliebte des Königs wurde mit Pilzen vergiftet und alles deutet darauf hin, dass die Königin dahintersteckt. Rowley glaubt nicht an diese Version und will zusammen mit Adelia die Wahrheit herausfinden.
Es wird wieder sehr gefährlich und spannend, denn hier geht es um intrigante Menschen, die über viel Macht und Einfluss verfügen!

Meine Meinung:
Als großer Fan dieser Reihe war ich natürlich auch von diesem Buch wieder sehr begeistert!

Die Charaktere sind wundervoll gezeichnet: teils sympathisch, teils skurril, manche sehr facettenreich und wandlungsfähig. Adelia und ihre kleine Truppe sind so tolle Protagonisten, die man sehr schnell ins Herz schließt. Was mich total gefreut hat: sogar „Wächter“, Adelias Hund, durfte in dieser Folge wieder auferstehen, nachdem er im letzten Buch leider den Heldentod gestorben ist.

Was die Story betrifft: sie ist spannend aufgebaut, man wird durch allerlei falsche Spuren und überraschende Wendungen bis zum Ende bestens unterhalten. Die Beschreibungen der Sektionen mit damaligen Mitteln ist sehr interessant zu lesen. Überhaupt stellt die Autorin die damalige Zeit und die damit verbundenen Umstände sehr lebensnah dar.

Fazit:
Dieses Buch hat mich bestens unterhalten, es war spannend und die Protagonisten sind so eine liebenswürdige Truppe! Beate Himmelstoß liest ganz prima, es macht Spaß, ihr zuzuhören.
Eine klare Leseempfehlung für Krimifreunde und Leser, die gern Historisches mögen.

Bewertung:
5pfoten

In den Straßen von Nizza von Robert de Paca – Meine Rezension …

Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Emons Verlag (18. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954512823
ISBN-13: 978-3954512829

Über den Autor:
Robert de Paca lebt seit über fünfzehn Jahren an der Côte dʼAzur und arbeitete in der Luxushotellerie sowie der Gastronomie. Er betreute zehn Jahre lang ein Internet-Tourismusportal über die Côte d´Azur zwischen Monaco und Cannes. Heute lebt er mit seinen Kindern in der Provence und betreibt eine Internetkochschule für mediterrane Küche.

Der Buchrückentext:
Nicolas arbeitet als Chauffeur, Fremdenführer und Sekretär für die Reichen der Reichen in Nizza und erfüllt seinen zahlungskräftigen Auftraggebern fast jeden Wunsch. Als er eines Tages einen russischen Kunden fährt, wird er in einen mysteriösen Gemäldediebstahl verwickelt – und unfreiwillig zum Vermittler zwischen Täter und Bestohlenem. Zusammen mit Versicherungsdetektivin Nathalie macht er sich daran, die bedeutenden Gemälde wiederzubeschaffen, und ein rasantes Katz-und-Maus-Spiel entlang der malerischen Küste beginnt …
Spannende Einblicke in die schillernde Welt der Schönen und Reichen, eine zarte Liebesgeschichte – ein herrlich leichter kulinarischer Krimi.

Die Geschichte:
Nicolas hat einen abwechslungsreichen, interessanten Job: er sorgt als „Allrounder“ dafür, dass zahlungskräftige Kunden ihren Aufenthalt an der Côte d´Azur uneingeschränkt genießen können. So denkt er sich auch nicht viel dabei, als er für den Russen Konstantin einen eher ungewöhnlichen Auftrag ausführen soll: dessen Bekannter Fedor soll möglichst unauffällig mit der High Society bekannt gemacht werden. Nicolas erfüllt die Aufgabe mit Bravour und erreicht, dass Fedor bereits am Tag darauf zu einem hochrangigen Event eingeladen wird.
Am Morgen danach sind Konstantin und Fedor allerdings plötzlich verschwunden – genau wie die wertvollen Gemälde des gestrigen Gastgebers.
Natürlich fällt der erste Verdacht sofort auf Nicolas und seinen unbekannten Begleiter und damit beginnt die Misere. Der Bestohlene erpresst Nicolas und fordert ihn auf, die Kunstwerke zurück zu holen. Tatkräftige Hilfe erhält er dabei von Nathalie, die im Auftrag der Versicherung nach dem Diebesgut suchen soll. Eine spannende Jagd durch eine traumhafte Landschaft beginnt …

Meine Meinung:
Seit fast zehn Jahren reisen wir regelmäßig an die Côte d´Azur, die keineswegs nur Tummelplatz der Reichen ist. Auch als „Otto Normalbürger“ kann man dort relativ preiswert urlauben und die wunderschöne Gegend genießen! Am besten bucht man eine Ferienwohnung, dann kann man auch gleich die Rezepte am Ende des Buches vor Ort frisch nachkochen! 🙂

Als großer Fan der Gegend um Nizza und Cannes habe ich mich gleich wohlgefühlt beim Lesen. Der Autor beschreibt die Schauplätze so toll, dass sofort lebendige Bilder entstehen. Er verbindet dies oft mit kleinen wissenswerten Anmerkungen zu Historie oder Besonderheiten.
Überhaupt sind es oft die kleinen Zusatzinfos, die ich sehr interessant fand: ob zur typisch französischen Lebensweise, zu Gesetzen oder zu Umgangssprache und Sprichwörtern. Man merkt einfach, dass der Autor auch wirklich dort lebt und eigene Erlebnisse bzw. Erkenntnisse einfließen lässt.

Doch nicht nur durch die glaubhaften Schilderungen der Handlungsorte kann dieser Krimi mit einem hohen Maß an Authentizität glänzen. Auch die handelnden Personen wirken lebendig und ihr Verhalten war durchgehend nachvollziehbar.
Das Buch kommt mit vergleichsweise wenigen Charakteren aus, von denen man einige schnell ins Herz schließt. Vor allem natürlich die Hauptpersonen Nicolas und Nathalie, die sich im Laufe der gemeinsamen Ermittlungen auch immer näher kommen. Hier wären wir beim nächsten Lob: es entspinnt sich zwar eine zarte Liebelei zwischen den beiden, doch dies wird in meist humorvoller Form à la „Was sich liebt, das neckt sich!“ niemals in den Vordergrund gestellt. Absolut toll gelöst.

Was den Kriminalfall an sich betrifft: es gibt hier keine Leichen am laufenden Band. Es fließt genau genommen überhaupt kein Blut und trotzdem versteht es der Autor, den Leser zu fesseln. Gänsehauterzeugende Hochspannung kommt zwar nicht auf, aber das würde auch nicht zur sonstigen Stimmung des Buches passen.
Die Ermittlungen werden sehr detailliert und glaubhaft beschrieben, die Auflösung fand ich total gelungen und irgendwie tröstlich gerecht.

Der Autor legt großen Wert auf die kulinarischen Genüsse, die die Region zu bieten hat und lässt seinen Protagonisten häufig am Herd stehen. Oft läuft einem beim Lesen schon das Wasser im Mund zusammen. Doch auch hier bietet Robert de Paca Hilfe zur Selbsthilfe: am Ende des Buches findet man einige der Rezepte, mit denen man Nicolas‘ Gerichte nachkochen kann.

Fast unnötig zu erwähnen, dass ich mich unheimlich freue, dass ein weiteres Buch in Arbeit ist und ich auch in Zukunft nicht auf Neues von Nicolas und Nathalie verzichten muss!

Fazit:
Für Fans der Region „PACA“ (Provence-Alpes-Côte d’Azur) ein absolutes Lesevergnügen, das vergangene Urlaube wieder sehr lebendig ins Gedächtnis ruft.
Auch für Krimifans, die es nicht so blutig mögen, ist das Buch eine klare Leseempfehlung!

Bewertung:
5pfoten

Der unglaubliche Sommer des Tom Ditto von Danny Wallace – Meine Rezension …

Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (15. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453269519
ISBN-13: 978-3453269514
Originaltitel: Who is Tom Ditto?

Über den Autor:
Danny Wallace, geboren 1976, lebt in einer alten Streichholzfabrik im Londoner East End. Als Journalist schrieb er für den Independent und den Guardian, als Comedy-Produzent, Autor und Moderator ist er im Fernsehen, Radio und Theater präsent. Nach einigen humorvollen Sachbüchern (von denen Der Ja-Sager mit Jim Carrey in der Hauptrolle fürs Kino verfilmt wurde) war Auf den ersten Blick sein Romandebüt, dessen Kinoverfilmung in Vorbereitung ist. (Amazon)

Der Buchrückentext:
Tom, ich habe dich nicht verlassen. Aber ich bin weg. Mach bitte weiter wie immer.
In Liebe, Hayley

Vom einen Moment auf den anderen bricht die Welt des Radiomoderators Tom Adoyo in Stücke. Was verbirgt sich hinter der kryptischen Nachricht, was soll das Ganze? Er fragt Freunde und Verwandte, doch die hüllen sich in Schweigen. Seine Spurensuche führt Tom schließlich zu einer exzentrischen Gruppe mit einem seltsamen Hobby.

Die Geschichte:
Tom Adoyo moderiert zusammen mit seinem Kollegen die Morgenshow. Der immer gleiche Trott frühen Zubettgehens und noch früheren Aufstehens bestimmen sein Leben. Doch eines Tages wird die tägliche Routine jäh unterbrochen: seine Freundin Hayley ist spurlos verschwunden und hat ihm nur eine seltsame Nachricht hinterlassen.
Natürlich beherzigt er nicht ihren Rat, so weiterzumachen wie immer. Er geht Hayley suchen, telefoniert mit Bekannten und Verwandten, doch angeblich kann ihm niemand weiterhelfen. Irgendwann stößt er bei der Suche auf eine seltsame Gruppe mit einer gewöhnungsbedürftigen Lebenseinstellung.
Dort trifft er zum ersten Mal auf Pia und ahnt noch nicht, dass diese Frau alles verändern wird.

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Danny Wallace ist sehr schön zu lesen. Er spielt mit bewussten Wiederholungen und versteckten Anspielungen, auch an humorvollen Einlagen fehlt es nicht.

Die Charaktere sind teils wirklich kurios, ich musste die meisten erst näher kennenlernen, um Sympathien für den ein oder anderen zu empfinden. Hayley mochte ich nicht und mit Tom konnte ich mich auch erst zu Ende etwas anfreunden.

Was die Story betrifft: sie konnte mich lange leider nicht so richtig fesseln. Die seltsame Gruppe, auf die Tom während seiner Suche nach Hayley stößt, fand ich einfach nur schräg. Ihr fragwürdiges „Hobby“ hat mich anfangs sogar etwas genervt.
Erst im letzten Drittel wird es für mein Empfinden spannender und die losen Fäden führen zusammen. So langsam wird deutlich, was der Autor uns mit der ganzen Geschichte mitteilen will. Man erkennt im Nachhinein Anspielungen und Denkanstöße. Auch das etwas abrupte Ende lädt noch einmal dazu ein, die Story Revue passieren zu lassen.

Fazit:
Man sollte dieses Buch aufmerksam lesen – und wenn man sich ganz darauf einlässt, dann kann man auch vieles „zwischen den Zeilen lesen“. Der Autor will uns viel mitteilen in seiner etwas kuriosen Geschichte, doch vieles kommt nicht so richtig beim Leser an, was ich sehr schade finde.
Ein Buch, über das man noch lange nachdenken kann – wenn man will!

Bewertung:
3pfoten