SCHWARZWASSER von ANDREAS FÖHR – Meine Rezension …

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426654210
ISBN-13: 978-3426654217
Autor: Andreas Föhr
Teil 7 der „Wallner & Kreuthner“ – Reihe

Meine Meinung:
Kaum zu glauben, dass dies bereits der 7. Teil einer Krimireihe ist, denn es wird und wird einfach nicht langweilig und man kann nach dem Zuklappen des Buches schon wieder die Fortsetzung nicht erwarten. Grandios geschrieben mit der richtigen Mischung aus Herz, Humor und Spannung!

Seinen Anfang nimmt alles mal wieder damit, dass Polizeiobermeister Leo Kreuthner fast sprichwörtlich über eine Leiche stolpert. Für diese besondere Fähigkeit ist er ja vor allem bei seinem Kollegen Kommissar Clemens Wallner bekannt und, naja, beliebt wäre wohl übertrieben. Kreuthner ist berüchtigt für seine Alleingänge, seine extrem großzügige Auslegung des Rechtssystems und natürlich nicht zuletzt für seinen Schwarzgebrannten. Wallner dagegen zeichnet sich durch eine sehr feine kriminalistische Spürnase, hohe Intelligenz und eine niedrige Toleranzschwelle gegenüber Kälte aus: die Daunenjacke ist quasi sein Markenzeichen.

Es ist nicht unbedingt nötig, die vorherigen Bände zu kennen, aber glaubt mir: ihr WOLLT sie lesen! Eine komplett gelungene Reihe mit sympathischen, urigen Charakteren, die einem so schnell ans Leserherz wachsen und mit denen man gerne mitfiebert.

Der Kriminalfall ist klug durchdacht und sehr verschlungen, bis man das gesamte Ausmaß der Wahrheit erkennt, ist man schon fast am Ende des Buches angekommen. Aber dort ist man sowieso viel zu schnell, denn man merkt bei dem hohen Maß an bester Unterhaltung und Spannung gar nicht, wie man Seite für Seite umblättert. Absolut fesselnd und mit einigen lauten Lachern zwischendurch.

Ein ausführliches Personenregister, ein kurzer Überblick der vergangenen Fälle und sogar ein Kochrezept runden diesen Krimi perfekt ab.

Dieses Buch und überhaupt die gesamte Reihe kann ich nur wärmstens empfehlen! Freue mich schon auf Band 8.

Bewertung:

ROTER NEBEL von JAKOB MELANDER – Meine Rezension …

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442479584
ISBN-13: 978-3442479580
Originaltitel: Serafine
Autor: Jakob Melander
2. Teil einer Reihe nach „Blutwind“

Meine Meinung:
Bereits der erste Teil dieser Reihe mit dem Titel „Blutwind“ hat mir wirklich gut gefallen, abgesehen von der anscheinend recht großen Begeisterung des Autors für Zigaretten bestimmter Marken. 🙂 Diese Affinität zieht sich auch durch den Nachfolgeband, aber man gewöhnt sich daran.
Gewöhnt hatte ich mich inzwischen auch schon an die Protagonisten und habe mich über ein Wiedersehen mit Lars Winkler sehr gefreut. Er ist kein sonderlich einfacher Mensch, ermittelt gerne abseits des Dienstweges und lässt sich auch von Obrigkeiten nicht einschüchtern, wenn er eine Spur verfolgt. Diese Geradlinigkeit gefällt mir prima an ihm.
Wenn man den ersten Band nicht kennt, wird man zwar kein Verständnisproblem haben, aber ich finde bei Reihen immer die Vollständigkeit wichtig. Die Charaktere entwickeln sich weiter und die zusammenhängende Nebenhandlung hat man dann einfach besser im Blick.

Der Fall war mir stellenweise einen Tick zu politisch. Doch wenn der Oberbürgermeister von Kopenhagen unter sehr mysteriösen Umständen getötet wird, bleibt eben die Politik nicht außen vor, zumal er sich gerade im Wahlkampf befand. Eine bedeutende Rolle nimmt die Mutter des Opfers ein und diese Frau war mir wirklich sehr unsympathisch, also hat der Autor wohl alles richtig gemacht in Bezug auf ihre Charakterisierung.
In Rückblenden wird die Vergangenheit des Oberbürgermeisters aufgearbeitet und wir tauchen ein in einen Sumpf aus Unterdrückung, Verleumdung, organisiertem Verbrechen und menschlichen Schicksalen.

Ein spannender zweiter Teil, der mir gut gefallen hat, wenngleich mir die Politik etwas zu präsent war.

Bewertung:

JETZT, BABY von JULIA ENGELMANN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Originalausgabe, 1. Auflage (17. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485681
ISBN-13: 978-3442485680
Autorin: Julia Engelmann

Meine Meinung:
Mit der Kunstform des „Poetry Slam“ habe ich mich bisher nicht wirklich befasst und so war ich umso gespannter auf dieses kleine Büchlein, das ich geschenkt bekommen habe.

Julia Engelmann hat hier Texte verfasst, bei denen man merkt, dass sie von Herzen kommen. Je nach eigener Lebenssituation wird man sich mal mehr, mal weniger angesprochen fühlen.
Auch wenn ich nach Genuss dieser Lektüre zugeben muss, dass „Poetry Slam“ nicht so mein Ding ist, war ich an manchen Stellen fast zu Tränen gerührt. Die Texte haben also durchaus eine große Wirkung auf den Leser, sind ehrlich, emotional und vielfältig. Es geht um Liebe, Erwachsenwerden, Alter, Familie und vieles mehr.

Für Fans dieser Kunstform sehr empfehlenswert, für alle Übrigen: traut euch und versucht es. Vielleicht entdeckt auch ihr einige Zeilen, die euch mitreißen. Mir hat es gut gefallen.

Bewertung:

ENGELSSCHULD von EMELIE SCHEPP – Meine Rezension …

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734104696
ISBN-13: 978-3734104695
Originaltitel: Prio Ett

Meine Meinung:
Nach den ersten beiden Bänden „Nebelkind“ und „Weißer Schlaf“ ermittelt das Team aus Staatsanwältin Jana Berzelius und den Kriminalern Henrik Levin und Mia Bolander nun wieder in einem spannenden und sehr blutigen Fall. Ein Serienmörder verstümmelt brutal seine Opfer und lässt sie dann langsam qualvoll verenden.
Als weitere Hauptperson tritt der Notfallsanitäter Philip Engström in den Mittelpunkt der Geschichte. Er war mir leider als Charakter ziemlich unsympathisch, aber auch mit Jana und Mia konnte ich mich nicht hundertprozentig anfreunden. Am meisten mochte ich Henrik, der am normalsten und nettesten wirkt von allen. Zwischen Jana und Mia herrschte mir zu viel Spannung und „Zickenkrieg“.

Die Story ist recht gut aufgebaut und es gab einige spannende Momente. Fesselnd war das Buch auf jeden Fall, wenn auch phasenweise etwas zu ausführlich für meinen Geschmack. Der Schreibstil liest sich flüssig, man muss allerdings – besonders am Anfang – schon etwas konzentriert lesen, da man mit ständigen Szenenwechsel innerhalb eines Kapitels konfrontiert wird. Wenn man dann alle beteiligten Personen erst einmal kennt, kann dieser schnelle Wechsel schon für Tempo und Spannung sorgen. Etwas seltsam fand ich einige Dialoge, was möglicherweise auch der Übersetzung geschuldet ist. Und manches war mir zu unglaubwürdig oder es wurde von den Ermittlern einfach zu lange ignoriert oder nicht ausgesprochen.
Was die doch recht blutigen Szenen betrifft: die waren für meinen Geschmack absolut ok und nicht zu übertrieben. Für einen Thriller genau richtig.

Insgesamt betrachtet war das Buch recht unterhaltsam und ich habe es in zwei Tagen gelesen. Für Fans der Reihe ist der 3. Band sowieso ein Muss, für Neueinsteiger wäre es vielleicht ratsam, die Vorgänger zu kennen, um gleich zu Anfang schon einen besseren Bezug zu den handelnden Personen zu haben.

Bewertung:

FERNVERKEHR von Tim Boltz – Meine Rezension …

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485207
ISBN-13: 978-3442485208
Autor: Tim Boltz

Meine Meinung:
Dieses Buch sollte eigentlich hauptsächlich gute, humorvolle Unterhaltung bieten, aber für mich kam es zu einer Zeit, in der ich mich auch ein bisschen mit Protagonistin Sibel identifizieren konnte.
Sie steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben: ihr Job als Lehrerin bereitet ihr alles andere als Freude und auch ihre Beziehung geht gerade den Bach runter, da ihr Freund sie dreist betrügt.
Verzweifelt und orientierungslos entschließt Sibel sich, erst einmal dem Alltag zu entfliehen. Die passende Gelegenheit ergibt sich, als ihr Bruder überraschend ins Krankenhaus muss und eine wichtige Fracht nicht selbst nach Istanbul bringen kann. Spontan erklärt sie sich bereit, die Fahrt zu übernehmen – und landet in einer Welt, die sie vorher nicht kannte …

Für mich war dieses Buch eine sehr ausgewogene Mischung aus leichtem Humor und Emotionen. Sibel mochte ich von Anfang an sehr gerne, aber auch unter den Nebenfiguren sind einige Sympathieträger zu finden. Die Geschichte liest sich flüssig und man merkt kaum, wie man die Seiten umblättert. Es wird nie langweilig und die Story war unterhaltsam, wenn auch manchmal recht vorhersehbar. Aber was spricht dagegen, dass am Ende alles gut wird?

Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung: beste Unterhaltung für Zwischendurch!

Bewertung:

FREI VON DER SEELE von Bastian Aue – Meine Rezension …

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1546942157
ISBN-13: 978-1546942153
Autor: Bastian Aue

Manche Bücher kommen genau zur richtigen Zeit im Leben, denke ich. So habe ich das jedenfalls bei „Frei von der Seele“ empfunden, einem kleinen Ratgeber von Bastian Aue, der „Antworten aus einem ganzheitlichen Bewusstsein“ verspricht.

Schon die empfohlene Leseweise war neu für mich: der Autor schreibt, man solle das Büchlein einfach an einer beliebigen Stelle aufschlagen und zu lesen beginnen. Beim ersten Mal habe ich das wirklich so gehandhabt und gleich ein Kapitel erwischt, das mich in diesem Moment sehr angesprochen hat.

Er beschreibt in seinen kurzen Texten beispielsweise viele Zustände von Verzweiflung, Depression, Aussichtslosigkeit oder Hilflosigkeit und zeigt mögliche Wege auf, die uns zurück in ein erfülltes, ausgeglichenes, glückliches Leben führen können. Dabei räumt er auch recht nachvollziehbar mit allgemein bekannten Glaubenssätzen auf.
Natürlich ist vieles Ansichtssache, wenn es um solche Themen geht, aber für mich war seine Denkweise sehr gut nachvollziehbar und ich werde das Buch noch öfters zur Hand nehmen, um darin zu stöbern und um hoffentlich einiges verinnerlichen und umsetzen zu können.

Als Hilfe in schlechten Zeiten, als Denkanstoß, als Geschenk für einen lieben Menschen, dem es gerade nicht gut geht … dieses Buch kann bestimmt vieles bewirken. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung!

Bewertung:

NACHTS AM BRENNER von Lenz Koppelstätter – Meine Rezension …

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch (5. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462050087
ISBN-13: 978-3462050080
Autor: Lenz Koppelstätter

Meine Meinung:
Im dritten Fall nach „Der Tote am Gletscher“ und „Die Stille der Lärchen“ ermittelt der eher stille Commissario Johann Grauner wieder mit seinem sympathischen Team, dem unter anderem auch der etwas geheimnisvolle Neapolitaner Claudio Saltapepe angehört. Die gut ausgearbeiteten Charaktere sind mir schon ans Leserherz gewachsen, weshalb ich mich umso mehr auf neue Abenteuer mit ihnen gefreut habe.

Aber auch ohne Vorkenntnisse kann man diesen atmosphärischen Krimi durchaus genießen, denn der Schreibstil lässt keine Wünsche offen. Sehr anschauliche Beschreibungen bringen uns diese wunderschöne Gegend Südtirols näher und wecken Urlaubssehnsüchte. Wichtige Fakten aus den vorherigen Buch werden auch geschickt wiederholt, so dass keine Wissenslücken zu befürchten sind.
Trotzdem ist es natürlich schöner, wenn man sich mit Land und Leuten bereits „heimisch“ fühlt und nicht nur die Namen von Grauners geliebten Kühen schon kennt, sondern auch um seine Familiengeschichte weiß, die Auslöser ist für seine gelegentlichen Panikattacken.
Grauner ist mit Leib und Seele Polizist, doch fast noch mehr liegt ihm sein kleiner Bauernhof am Herzen und er genießt die stille Zeit mit seinen Tieren.

Im neuen Fall spielt dann auch gleich ein Tier eine große Rolle: ein Pferd. Ein furchtbar entstellter Toter wird am Brenner gefunden, der Grauner und seinem Team große Rätsel aufgibt. Die Ermittlungen reichen irgendwann immer weiter in die Vergangenheit, aber es scheint auch Paralleln zur ganz persönlichen Tragödie von Johann zu geben. Dessen Eltern wurden von einem Unbekannten ermordet und er schwor sich damals, die Tat irgendwann aufzuklären.

Trotz der beschaulichen Landschaft und der meist eher ruhigen Stimmung fehlt es diesem Krimi niemals an Spannung. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite erzählt uns der Autor eine Geschichte über eine alte Schuld, die eine blutige Spur durch viele Jahrzehnte zieht. Unbedingt lesen!

Bewertung: