Das Knochenband von Stuart MacBride – Meine Rezension …

Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442481945
ISBN-13: 978-3442481941
Originaltitel: Close to the Bone

„Das Knochenband“ ist bereits der achte Teil der „Logan McRae“-Reihe und nachdem ich es gelesen habe, kann ich wieder einmal bestätigen, dass man gut damit beraten ist, alle Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
So ging ich also an die Sache ohne jegliche Vorkenntnisse heran, wodurch sich doch recht oft das Gefühl großer Wissenslücken beim Lesen einstellte.
Bücherreihen sind für einen Autor bestimmt immer eine schwierige Gratwanderung: seinen Stammlesern möchte man nicht zu viele Wiederholungen zumuten, aber trotzdem sollte man die Neuleser nicht ganz im Dunkeln tappen lassen was die Vorgeschichte betrifft.

Die Geschichte:
Ein Mann wird grausam gefoltert und verbrannt und alles deutet darauf hin, dass der Mord in Zusammenhang mit einem Buch steht, in dem es um Hexenjagd geht.
Detective Inspector Logan McRae soll den Fall aufklären und wird dabei von seiner Chefin DS Steel mächtig unter Druck gesetzt. Bald folgen leider weitere Leichen und außerdem hält eine Serie von brutalen Angriffen auf Asiaten die Polizeitruppe in Atem. Hauptverdächtige für die Morde ist ein junges, psychisch gestörtes Mädchen, die spurlos verschwunden ist.

Meine Meinung:
Wie schon eingangs erwähnt hatte ich stellenweise einige Schwierigkeiten, mich in der Geschichte zurecht zu finden. Es gibt viele Handlungsstränge bzw. Nebenhandlungen, die ihren Ursprung wohl bereits im Vorgängerband haben.

Die Personen blieben mir auch lange fremd, was aber auch etwas am Schreibstil des Autors liegen könnte. Viele Handelnde werden mit (teils skurrilen) Spitznamen betitelt und überhaupt wirkt die Erzählweise oft etwas wirr und unstrukturiert.

Das Verhältnis zwischen den Polizisten ist auch recht rüde und wüste Fäkalsprache ist praktisch schon normal im Umgangston. Besonders eine Person sticht extrem unangenehm heraus: DS Steel, die zweite Hauptperson neben DI McRae. Sie ist eine unbeherrschte, nervige Frau, die permanent mit Kraftausdrücken und Beschimpfungen um sich wirft und eher wie ein Mann mit Hormonüberschuss wirkt. Sie verhält sich meistens widerlich und verschenkt zum Beispiel Se*-Spielzeug an ihre Mitarbeiter.

Logan McRae konnte ich lange Zeit nicht richtig einschätzen, man erfährt stückchenweise Details aus seinem Privatleben und seiner Vergangenheit. Erst im letzten Drittel wurde er mir sympathischer durch eine Enthüllung, die einiges an Tragik offenbarte.

Die Geschichte kommt durch die vielen Handlungsstränge nicht so richtig in Fahrt. Echte Spannung habe ich nicht empfunden, außer vielleicht am Ende beim großen Showdown. Ein paar Überraschungen sorgen am Schluss noch für eine gelungene Auflösung.

Reihentypisch bleiben am Ende viele Dinge ungeklärt, die jedoch nicht den Fall an sich betreffen, sondern nur die Nebenhandlungen.

Den besonderen Humor konnte ich erst im letzten Drittel so langsam würdigen, nachdem ich mich an Stil und Figuren gewöhnt hatte.

Fazit:
Für Stammleser der Reihe sicher ein tolles Buch, für Neulinge wie mich leider besonders anfangs zu verworren – und das Gefühl von Wissenslücken störte mich manchmal.

Bewertung:
3pfoten

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