Schwarzweiß von Antonia Fennek – Meine Rezension …

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Egmont LYX (15. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802595335
ISBN-13: 978-3802595332

Über die Autorin:
Antonia Fennek ist das Pseudonym der Autorin Melanie Metzenthin, die 1969 in Hamburg geboren wurde, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie hat sie u. a. mehrere Jahre lang mit psychisch kranken Straftätern gearbeitet. Beim Schreiben greift sie gern auf ihre berufliche Erfahrung zurück, um aus ihren fiktiven Charakteren glaubhafte Figuren vor einem möglichst realistischen Hintergrund zu machen.

Der Buchrückentext:
Nach einem abscheulichen Mord wird der psychisch kranke Täter Niklas Rösch in den Maßregelvollzug der Hamburger Psychiatrie eingewiesen – und mit einem Schlag ändert sich alles im Leben der Ärztin Regina Bogner.
Von Anfang an tritt Rösch so auf, als besäße er allein die Kontrolle. Woher kennt er Einzelheiten aus Reginas sorgsam gehüteter Vergangenheit? Und ist der Mord an seiner Nachbarin tatsächlich seine erste Tat? Als Rösch die Flucht aus dem Maßregelvollzug gelingt, schwebt nicht nur Regina in tödlicher Gefahr. Denn ihre Tochter Anabel passt haargenau in Röschs Beuteschema …

Die Geschichte:
Die Psychiaterin Regina Bogner wird mit einem neuen Insassen betraut, der wegen Mordes eingewiesen wurde. Die gestellte Diagnose lautet Schizophrenie, doch bereits nach dem ersten Gespräch mit Niklas Rösch hat Regina größte Zweifel an der Richtigkeit des vorliegenden Gutachtens. Er offenbart ihr, dass er bereits mehrfach getötet hat, doch auch mit diesen Informationen lassen sich Reginas Vorgesetzte nicht davon überzeugen, dass sie es mit einem Psychopathen zu tun haben. Dann flüchtet Rösch und eine gnadenlose Jagd beginnt.
Regina erhält unerwartete Hilfe aus dem Sudan. In diesem Land ist ihr Mann gestorben und sie und ihre Tochter Anabel haben dort Schreckliches erlebt und gesehen. Niklas erstellt eine Todesliste und alle Menschen in Reginas Umfeld werden plötzlich zur Zielscheibe. Gelingt es ihnen, den hochintelligenten Mörder noch rechtzeitig aufzuhalten?

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Antonia Fennek liest sich einfach prima: flüssig, mit lebendigen Dialogen und ohne ausschweifende Ausschmückungen.

Ihre Personen charakterisiert sie absolut realitätsnah: es gibt normalere, unauffälligere Figuren, aber auch einige extreme Charaktere – wie im richtigen Leben. Aufgrund ihres Berufes kann man davon ausgehen, dass sie auch die Insassen der Psychiatrie sehr authentisch schildert, auch wenn uns Außenstehenden so manches Verhalten skurril erscheinen mag. Ein interessanter Einblick in eine andere Welt.

Die Protagonistin Regina ist eine Frau, die recht furchtlos wirkt. Wenn man ihre Geschichte kennt, fühlt man noch mehr mit ihr. In manchen Situationen machte sie auf mich einen etwas zu abgeklärten Eindruck, aber jeder Mensch reagiert wohl in Extremfällen anders.
Der Antagonist Niklas hat mich anfangs manchmal an Hannibal Lecter erinnert und ich fand es lustig, dass er ihn dann sogar selbst erwähnt. Durch seine Lebens- und Leidensgeschichte erlebt man einen gewissen Zwiespalt beim Lesen: eigentlich möchte man ihn für den absoluten Bösewicht halten, aber das gelingt nicht an allen Stellen.

Es gelingt allerdings vorzüglich während der extrem blutigen, grausamen Szenen, in denen Niklas seine Phantasien auslebt. Für zartbesaitete Leser eher weniger empfehlenswert, wobei ich sagen muss, dass diese Dinge nicht unnötig in die Länge gezogen werden.

Die Geschichte an sich ist gut durchdacht und die Hintergründe werden nur langsam Stück für Stück offenbart. So hält sich die Spannung über weite Strecken auf hohem Niveau und findet ihren Höhepunkt beim großen Showdown.
Am Ende erwartet den Leser noch eine sehr gelungene Überraschung.
Manches war vorhersehbar, aber meistens tappte ich schon eher im Dunkeln, was die Auflösung anging.

In einem Nachwort erläutert die Autorin einige fachliche Details zu den Geschehnissen im Buch und es gibt sogar ein Glossar zu einigen verwendeten Fachbegriffen. Das fand ich sehr interessant.

Fazit:
Realitätsnah, erschreckend, blutig, spannend – alles, was ein guter Thriller braucht!
Könnte mir auch sehr gut vorstellen, noch mehr Bücher über Regina Bogner zu lesen, denn das Ende und die Figuren haben durchaus Potential für Fortsetzungen.

Bewertung:
4,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge 2015 hake ich hiermit Punkt 42 ab.

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