Die Berufene von M. R. Carey – Meine Rezension …

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342651513X
ISBN-13: 978-3426515136
Originaltitel: The Girl With All the Gifts

Der Buchrückentext:
Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein grauen­hafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert und bedrohen die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Schar Kinder, die anders auf den Erreger reagieren. Auf einer ent­legenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie gefangen – zu allem entschlossen, um ihnen ihr biologisches Geheimnis zu entreißen. Doch es läuft nicht nach Plan …

Die Geschichte:
Ein Pilz breitete sich auf der Erde aus und infiziert den Großteil der Bevölkerung: die Menschen werden durch den Befall zu willenlosen Zombies, die nur noch den Hunger nach Fleisch kennen. Man nennt sie deshalb in diesem Buch auch sehr passend die „Hungernden“.
Auf einer kleinen Militärbasis werden Dutzende Kinder gefangen gehalten, die zwar offensichtlich befallen sind, die aber noch normale Verhaltensweisen zeigen. Die Wissenschaftlerin Caroline Caldwell will herausfinden, was in den Gehirnen der Kinder anders ist, um ein Heilmittel gegen die Infektion zu finden.
Melanie ist eines dieser besonderen Kinder, sie verfügt über eine sehr hohe Intelligenz – und sie mag ihre „Lehrerin“ Helen Justineau, die eigentlich Psychologin ist. Doch es gelten hohe Sicherheitsvorkehrungen: schließlich sind die anscheinend so harmlosen Kinder immerhin kleine Hungernde, die jederzeit zu blutrünstigen Monstern mutieren können.
Dann wird die Basis angegriffen und einer kleinen Gruppe gelingt die Flucht, darunter auch Melanie …

Meine Meinung:
Es handelt sich um eine „Zombie“-Geschichte und deshalb gebe ich zu, dass ich nicht mit so hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Doch schon nach wenigen Seiten konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Es ist ein echter Pageturner!

Der Schreibstil ist einfach wunderbar zu lesen. Eine gute Mischung aus lebendigen Dialogen, anschaulichen Beschreibungen der Schauplätze und einem guten Maß an Humor, so wie hier auf Seite 63:
„Die Infektion breitete sich weiter aus, während der globale Kapitalismus sich selbst auffraß, fast wie die beiden Riesen in dem Dali-Gemälde Autumn Cannibalism. Gegen den Weltuntergang konnte am Ende auch massenweise perfekt inszenierte PR nicht bestehen. Er kletterte einfach über die Barrikaden und amüsierte sich.“

Mit Melanie, der Hauptperson, fühlt man praktisch ab der ersten Seite mit. Sie ist eine sympathische Figur, die ich sofort ins Leserherz geschlossen habe. Man durchleidet mit ihr brenzlige Situationen und kann das Gefühlschaos, das in ihr tobt, gut nachvollziehen.
Es gibt aber weitere Sympathieträger in dieser Geschichte: unter anderem Helen, die entgegen aller Vernunft auf ihre Gefühle hört.

Natürlich gibt es schon viele Zombie-Geschichten, aber diese hier unterscheidet sich schon allein durch die Perspektive: was denkt und fühlt ein kleines Mädchen, das langsam begreift, WAS es eigentlich ist?

Die Story wird sehr spannend erzählt, es ist irgendwie ein Road-Trip der besonderen Art. Natürlich gibt es auch viele blutige Szenen, das bleibt bei dieser Thematik nicht aus. Für mich als Thriller-Leser war es allerdings sehr gut auszuhalten.

Das Buch hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Zeile hervorragend unterhalten. Es gab keine Längen, so dass man gar nicht merkt, dass es über 500 Seiten dick ist. Das Ende hat mir bestens gefallen, es hat gleichzeitig etwas Anklagendes und etwas Tröstliches.

Fazit:
Natürlich gibt es schon viele Zombiegeschichten, aber diese hier ist einfach anders: intelligenter, vielschichtiger, unterhaltender … einfach toll!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 5 ab.

Ein Gedanke zu „Die Berufene von M. R. Carey – Meine Rezension …

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