Wenn die Christrose blüht von Christian Signol – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 2 (September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3825177483
ISBN-13: 978-3825177485

Die Geschichte:
Es geht um den 10-jährigen Sébastien, der mit seiner Mutter in einem nicht so schönen Stadtteil von Paris lebt. Der Vater hat die beiden schon vor einigen Jahren verlassen.
Sébastien erkrankt leider an Leukämie und äußert den Wunsch, diese schwere Zeit bei seinen Großeltern in einem kleinen Dörfchen auf dem Land zu verbringen. Alle willigen schnell ein und so zieht Sébastien nach Millac. Er genießt das stille Leben und schöpft neue Kraft für die Strapazen der Chemotherapie.

Meine Meinung:
Normalerweise lese ich nicht gerne Bücher über Krankheiten, denn beim Lesen möchte ich lieber den realen Widrigkeiten des Alltags entfliehen. Trotzdem habe ich mich auf diesen Roman eingelassen, den er versprach auch wunderschöne Beschreibungen der südfranzösischen Landschaft – und die mag ich ja bekanntlich sehr.

Es ist tatsächlich auch so, dass das Buch in großen Teilen von diesen atmosphärischen und bildhaften Schilderungen der Umgebung lebt. Aber Christian Signol hat auch seinen Protagonisten echtes Leben eingehaucht, so dass man schnell mit Sébastien und seinen Großeltern mitfühlt.

Im Großen und Ganzen dreht sich alles um das Auf und Ab während Sébastiens Chemotherapie. Abwechselnd verbringt er seine Zeit im Krankenhaus und dann wieder im idyllischen Millac, in dem er bald auch Freunde findet. Manchmal hatte ich den Eindruck, es würde nicht viel passieren, aber so richtig langweilig wurde es nie, eher etwas gleichförmig.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nicht wirklich zu einem 10-jährigen Jungen passt, egal ob es um den Umgang mit Mädchen geht oder bei anderen Verhaltensweisen. Das wirkte mir oft zu erwachsen.

Die Unterschiede zwischen der ländlichen, eher ärmlichen Lebensweise und dem hektischen Stadttrubel spielen ebenso eine große Rolle wie die Kluft zwischen Jung und Alt. Auch die langsame Überalterung abgelegener Dörfer wird thematisiert.

Vor dem Schluss habe ich mich etwas gefürchtet, denn mitten in der Behandlung neigt sich das Buch dem Ende zu. Doch ich wurde angenehm überrascht, auch wenn mir das alles etwas zu schnell ging. Fragen bleiben trotzdem kaum offen, im Epilog wird alles Wesentliche noch geklärt.

Fazit:
Wunderbare, stimmungsvolle Beschreibungen der Landschaft entführen den Leser in eine südfranzösische Idylle, jedoch immer überschattet von der Krankheit Sébastiens. Es zeigt, wie nahe Licht und Schatten beieinanderliegen und es ruft dazu auf, das Leben zu genießen und wertzuschätzen.

Bewertung:
3pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 36 ab.

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