nichts als blauer dunst von Renate Behr – Meine Rezension …

Taschenbuch
Verlag: Brighton Verlag (27. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958760023
ISBN-13: 978-3958760028

Über die Autorin:
Renate Behr wurde 1954 in Bochum-Wattenscheid geboren. Schon von frühester Jugend an gehörten Geschichte, Literatur und das Schreiben zu ihren bevorzugten Hobbys. Aus dem Hobby „Schreiben“ ist inzwischen ein Beruf geworden. Seit 2007 wurden von der im südlichen Münsterland wohnenden Autorin Romane aus unterschiedlichen Genres veröffentlicht . Es gibt darüber hinaus zahlreiche weitere Veröffentlichungen in Anthologien und unter dem Label „B-Project Behr und mehr“ fungiert die Autorin als Herausgeberin einer eigenen Anthologiereihe mit humorvollen Alltagsgeschichten. (Mehr auf der Autorenseite bei Amazon)

Der Buchrückentext:
Im Jahr 2007 erschüttern mehrere Vermisstenmeldungen die Kleinstadt Werne. Zunächst verschwindet Friedhelm Opendieck, Ehemann der bekannten Werner Unternehmerin Annette von Bechtholf-Opendieck. Dann sind nacheinander drei junge Frauen aus Werne und Lünen nicht mehr aufzufinden. Erst als der junge Polizeibeamte Christian Wörner Kommissar Jens Wischkamp bittet, einen Zusammenhang der Vermisstenfälle zu untersuchen, gibt es neue Erkenntnisse. Mindestens zwei der verschwundenen jungen Frauen können mit Friedhelm Opendieck in Verbindung gebracht werden. Als einige Wochen später seine Psychotherapeutin Beatrice Mengels ermordet aufgefunden wird, deutet alles auf Friedhelm Opendieck als Täter hin. Aber die Fahndung nach ihm bleibt erfolglos.
In seinem siebten Fall später greifen die Schatten der Vergangenheit nach Kriminalkommissar Jens Wischkamp. Beim Abbruch der Schule am Windmühlenberg im Jahr 2013 in Werne werden menschliche Knochen gefunden. Handelt es sich dabei um die Überreste der Vermissten? Bei genauerer Untersuchung des Fundes stellt sich heraus, dass dort nicht nur drei, sondern fünf menschliche Leichen versteckt worden waren. Aus Tätern werden Opfer und Kriminalkommissar Wischkamp verfolgt die Spuren bis in die Vergangenheit. Wird es ihm gelingen, die Wahrheit ans Licht zu bringen?

Die Geschichte:
Eine unsympathische reiche Frau meldet ihren Mann bei Polizist Christian Wörner als vermisst. Sonderlich traurig scheint sie über den Verlust allerdings nicht zu sein. Sie spricht von diversen Affären ihres untreuen Ehemannes und vermutet, dass er vielleicht mit einer seiner Gespielinnen durchgebrannt sei. Angesichts ihres Verhaltens ist Christian schnell geneigt, deren Vermutung zu glauben: mit dieser furchtbaren Person möchte man wirklich nicht sein Leben verbringen.
Kurz darauf verschwinden allerdings auch noch drei junge Frauen spurlos und diese Vermisstenquote ist doch ungewöhnlich für die sonst eher ruhige Gegend. Ein Leichenfund macht schließlich aus dem vermissten Ehemann einen dringend Tatverdächtigen – die Fahndung verläuft allerdings ergebnislos.
Nach einigen Jahren werden bei Abbrucharbeiten verschiedene Skelette gefunden. Kommissar Jens Wischkamp und sein Kollege Christian Wörner nehmen die Ermittlungen wieder auf. Ob sie den Fall jetzt endlich abschließen können?

Meine Meinung:
Der Schreibstil gefiel mir gleich sehr gut. Das Buch las sich flüssig und die Dialoge wirkten lebendig und glaubwürdig.

Die Ermittler Wörner und Wischkamp sind mir sofort sympathisch gewesen. Eine kurze einleitende Erklärung brachte mir auch die Vergangenheit von Kommissar Jens Wischkamp und seiner Frau näher, so dass ich auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände die wesentlichen Eckdaten kannte.
Das Privatleben von Jens spielte auch im Buch eine nicht unwesentliche Rolle. Mir als Buchreihenfan hat das super gefallen, denn dadurch wirken die Charaktere noch menschlicher und man fühlt sich ihnen als Leser näher.

Auch positiv aufgefallen ist mir, dass die Autorin umfassend recherchiert hat. Die Ermittlungen wirkten glaubwürdig, es wurden keine Wunder vollbracht, sondern es steckte akribische, aufwändige Arbeit dahinter.

Der aufzuklärende Kriminalfall erschien zunächst sehr undurchsichtig. Eine Vermutung hatte ich allerdings schon recht früh und die verdichtete sich zunehmend.
Der titelgebende blaue Dunst zog sich wie ein roter Faden durch das Buch, doch auch dieser konnte vieles nicht verschleiern. Größter Kritikpunkt meinerseits sind die vielen Wiederholungen, die mir irgendwann das Gefühl vermittelten, ich würde als Leser nicht ganz ernst genommen: Details und Fakten wurden ständig „wiedergekäut“. Dabei sollte doch das gerade den Reiz eines spannenden Krimis ausmachen: auf versteckte Hinweise zu achten, auf glaubhafte falsche Spuren geführt zu werden, scheinbar unwichtige Details zu erkennen. Das fehlte mir hier gänzlich und so schlich sich bald das Gefühl ein, die Story würde sich im Kreis drehen und nicht so recht vorwärts kommen.
Die leider wenig überraschende Auflösung wurde dann in Rekordzeit abgehandelt. Es gab keine weiteren Erklärungen darüber, wie das alles zu bewerkstelligen war. Das wirkte dann auf mich etwas konstruiert und nicht sehr glaubwürdig.

Am Ende konnte allerdings wieder die Geschichte über das Privatleben von Jens Wischkamp einiges gutmachen: es gab eine berührende Szene, die auch durchaus den Wunsch weckte, die Reihe weiterhin zu verfolgen. So klappte ich das Buch mit sehr gemischten Gefühlen zu …

Fazit:
Schöner Schreibstil, sympathische Ermittler und eine zunächst recht spannende Story. Dann wiederholt sich alles viel zu oft und mir fehlten Überraschungen und Wendungen … die Auflösung wird dagegen in wenigen Sätzen abgehandelt. An manchen Stellen zu viel, an anderen zu wenig.

Bewertung:
3pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 38 ab.