Landpartie von Jürgen Seibold – Meine Rezension …

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (8. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492305423
ISBN-13: 978-3492305426

Die gesamte bisherige Reihe:

Über den Autor:
Jürgen Seibold lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Nach zahlreichen Musikerbiografien in verschiedenen Verlagen (Heyne, Moewig, Zsolnay, …) erschien 2007 mit dem Regionalkrimi ENDLICH IST ER TOT (Silberburg) der erste Roman – daraus wurde eine Serie mit bisher sechs Bänden, die alle im Rems-Murr-Kreis angesiedelt sind.

Im Frühjahr 2013 startete im Piper-Verlag mit ROSSKUR eine neue Allgäukrimiserie um den aus Niedersachsen stammenden, von Kempten aus ermittelnden und in Füssen wohnenden Kommissar Eike Hansen. Bereits im Frühjahr 2012 erschien der Psychothriller KINDER (Piper), der an einem Gymnasium im Raum Stuttgart und an einem Internat in der Vulkaneifel spielt. Sowohl im Silberburg- als auch im Piper-Verlag sind weitere Veröffentlichungen geplant.

So schreibt Seibold eine Krimireihe um den Bestatter Gottfried Froelich, in der im März 2012 der dritte Band GRÜNDLICH ABGETAUCHT erschien, und um den LKA-Ermittler Stefan Lindner, der im Oktober 2011 seinen ersten Fall LINDNER UND DAS APFELMÄNNLE und im März seinen zweiten Fall LINDNER UND DIE TAGESLOSUNG löste. 2010 erschien mit BLOSS KEINE MAULTASCHEN eine Komödie, die im Herbst 2012 mit MAULTASCHEN-KOMPLOTT fortgesetzt wurde.

Laufende Infos zu Lesungen, Signierstunden und Krimiwanderungen finden sich auf der Homepage von Jürgen Seibold: www.juergen.seibold.de. Dort können Sie sich auch für den Newsletter des Autors registrieren.
(Quelle: Amazon Autorenseite)

Der Buchrückentext:
Das idyllische Bad Hindelang bereitet sich auf das alljährliche »Jochpass Memorial« vor – ein spektakuläres Bergrennen für Oldtimer. Der Titelverteidiger Rudi Groß geht als Favorit ins Rennen, doch in einer der letzten Kurven verliert er die Kontrolle über seinen Wagen und stürzt in die Tiefe. Schnell steht fest: Der Oldtimer war manipuliert. Als Kommissar Hansen mit seinen Ermittlungen beginnt, stößt er auf wahre Besessenheit und auf Oldtimer-Fans, die um jede Schraube ihrer auf Hochglanz polierten Schätze kämpfen.

Die Geschichte:
Das Buch startet direkt mit einem tragischen Unfall, doch dieser liegt erst einmal noch in der Zukunft. Zunächst geht es eher um eine Erpressung und die ungewöhnliche Bitte, dass Kommissar Hansen als Teilnehmer eines Oldtimerrennens doch unauffällig „undercover“ ermitteln könnte. Mangels anderer Urlaubspläne sagt er zu und landet zusammen mit seinen Kollegen Hanna Fischer und Willy Haffmeyer in einer ganz neuen Welt, die er bisher nicht kannte. Die Faszination für die alten Autos ist aber schnell entfacht und so macht es den Dreien bald richtig Spaß, sich als Fahrer auszugeben.
Als am letzten Tag der Rallye der furchtbare Unfall passiert, tappen die Ermittler – und auch wir Leser – noch völlig im Dunklen. So viele Verdächtige, so viele Motive, doch wer steckte wirklich dahinter?

Meine Meinung:
Dieser Krimi hat mich total gefesselt und ich habe sehr ungern Lesepausen eingelegt. Den lockeren, flüssigen Schreibstil fand ich angenehm und dass es auch einige Stellen zum Lachen gibt ist quasi noch das Sahnehäubchen.

Die Charaktere kannte ich vorher noch nicht, da ich mit dem dritten Teil der Reihe begonnen hatte. Trotzdem fiel es mir gar nicht schwer, Eike und seine Truppe kennen zu lernen – und sie schnell ins Leserherz zu schließen! Natürlich fehlen mir noch viele Hintergrundinfos aus den Vorgängerbänden, aber ich hatte nie das störende Gefühl von Wissenslücken, das sich manchmal einstellt, wenn man mitten in einer Buchreihe erst einsteigt. Trotz allem werde ich jetzt sowieso die Reihe noch von vorne lesen, denn „Landpartie“ hat mich absolut überzeugt!

Als geübter Krimileser habe ich ja häufig schon recht früh einen konkreten Verdacht, der sich dann auch oft bewahrheitet. Nicht so bei diesem Krimi: der Autor schafft es wirklich grandios, den Leser fast bis zur letzten Seite im Dunklen tappen zu lassen. Echt super geschrieben!
Auch die Auflösung fand ich dann sehr gelungen und fast schon ein bisschen zu harmonisch für einen Krimi.

Das ist überhaupt so eine Sache in diesem Buch: es gibt überdurchschnittlich viele freundliche, hilfsbereite Menschen. Ein Stückchen heile Welt, verpackt in eine spannende Geschichte. Und die Krönung des Ganzen ist der freche Kater Ignaz, den man einfach gern haben muss und der immer wieder für lustige Szenen sorgt. Eine insgesamt absolut gelungene Mischung, die mir super gefallen hat.
Dazu zählen natürlich auch noch die schönen Beschreibungen der Landschaft und die authentische Schilderung der ganzen Oldtimer- und Rennszene.

Fazit:
Es ist zwar ein Krimi – und der hat alles, was man erwarten könnte: Spannung, eine Leiche, viele Verdächtige, ausführliche Ermittlungen … aber: über allem liegt so eine heimelige, freundliche Atmosphäre und ein gewisser Humor, der das Buch auch für Nicht-Krimi-Leser zu einem echten Vergnügen machen dürfte!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 8 ab.