Die Brücke der Gezeiten – Ein Sturm zieht auf von David Hair – Meine Meinung…

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (9. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531282
ISBN-13: 978-3764531287
Originaltitel: Mage’s Blood (The Moontide-Quartet 1) Part One

Das Buch „Die Brücke der Gezeiten – Ein Sturm zieht auf“ bildet den Auftakt einer ganzen Reihe. Teil 2 trägt den Untertitel „Am Ende des Friedens“ und erscheint voraussichtlich am 23.06.2014.

Zum Autor:
David Hair ist ein neuseeländischer Schriftsteller. Für seine Jugendromane wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Brücke der Gezeiten ist seine erste Fantasysaga für Erwachsene. Nachdem er lange Zeit erst in England, dann in Indien gelebt hat und die Welt bereiste, lebt er nun in Wellington, Neuseeland.
(Quelle: Penhaligon Verlag)

Der Klappentext:
Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag.
Aber es sind nicht Armeen, sondern drei unscheinbare Menschen, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden…

Das Buch:
Das Cover finde ich sehr gelungen und man sieht ihm das Genre auch sofort an. Die weiteren Bücher der Saga werden wohl in der gleichen Aufmachung erscheinen und sich durch die Farbe unterscheiden, was sich sicher im Regal optisch sehr gut macht.
Auf der Innenseite des Umschlags findet man detaillierte Landkarten der beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Am Ende des Buches gibt es einen vielseitigen Anhang, der nicht nur die Zeitrechnung erklärt, sondern u. a. auch über ein Glossar verfügt, die wichtigsten Eigenschaften der Magi erklärt, ein Verzeichnis der handelnden Personen bietet, sowie eine Erklärung zu den Hauptreligionen.

Die Geschichte:
Diese komplexe Handlung in kurzen Zügen zusammenzufassen, ist gar nicht so einfach. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass viele Völker miteinander im Clinch liegen und sich auf einen weiteren verheerenden Krieg vorbereiten. Dabei gibt es natürlich auch viele Allianzen, Glaubensfragen und Rassenkonflikte zu berücksichtigen, was vieles zusätzlich kompliziert erscheinen lässt. Man könnte sagen: wie im richtigen Leben!
Inmitten dieser Vorkriegswirren lernen wir drei Menschen kennen, die für die weitere Handlung von größter Bedeutung sind:
Zum einen ist da der junge Alaron, der sich nicht nur auf der „Magierschule“ gegen Führungspersönlichkeiten auflehnt und am Ende verbannt wird. Er ist ein sog. „Viertelblut-Magus“, das heißt er hat angeborene Fähigkeiten, von denen die normalen Menschen nur träumen können: die Magi beherrschen die Elemente und können sie für ihre Zwecke manipulieren.
Dann lernen wir noch die junge Ramita kennen. Eigentlich ein ganz normales Mädchen, das am Marktstand seiner Eltern mithilft und von einem gemeinsamen Leben mit ihrem geliebten Verlobten Kazim träumt. Doch der Umstand, dass sie aus einer sehr fruchtbaren Familie stammt, lässt sie schließlich zur Ehefrau eines berühmten alten Magus werden – und ihre Familie wird dadurch sehr reich. Doch Kazim zerbricht fast an diesem Verrat und landet in den Reihen der freiwilligen Soldaten…
Und dann wäre da noch Elena, sie ist eine Magi und hat bereits einen Krieg erleben müssen. Inzwischen schützt sie als Leibwächterin eine königliche Familie und fühlt sich dort sehr wohl und sogar geliebt. Doch eigentlich dient sie einem anderen Meister und ist quasi eine Spionin. Und als sie eines Tages den Befehl erhält, den König und seine Angehörigen zu töten, muss sie sich entscheiden: für Gut oder Böse.

Meine Meinung:
Natürlich muss im Auftakt zu einer ganzen Saga erst einmal vieles vorgestellt, erklärt und eingeführt werden. So auch hier: zahlreiche Völker, Regionen und Städte, Religionen, Personen, Allianzen, Sprachen usw. wollen erst einmal verdaut und verinnerlicht werden. Das hat das Lesen der ersten Hälfte des Buches etwas mühsam gestaltet und ich musste mich manchmal zum Weiterlesen motivieren.
Doch wenn man mit dieser neuen Welt erst einmal etwas vertrauter ist und auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Protagonisten immer deutlicher zutage treten, fesselt die Story mehr und mehr.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, man fühlt mit ihnen, man hasst sie oder liebt sie. Auch die Schauplätze werden gut beschrieben und erscheinen lebendig vor dem inneren Auge.
Der Schreibstil ist weder verschnörkelt, noch irgendwie auf „alt“ getrimmt, sondern klar, einfach, modern. Der Autor spart auch nicht an deutlichen Worten, wenn es zum Beispiel um Schimpfworte geht. Das alles passt aber gut zur Atmosphäre der Geschichte.
Was mich persönlich etwas gestört hat, das ist die Anlehnung vieler Begriffe oder Geschehnisse an unsere reale Welt. So heißt die Hölle zum Beispiel „Hel“ (engl. bei uns „hell“), auch die Wochentage bzw. die Zeitrechnung, vieles Religiöse und manche Völker erinnerten nur allzu deutlich an wirklich existierende Vorbilder. Wenn ich ein Fantasybuch lese, dann möchte ich auch mehr Fantastisches erleben und nicht so viele Parallelen zur realen Welt vorfinden. Das einzig wirklich Außergewöhnliche in diesem Buch ist die sog. „Gnosis“, die Zauberkraft, die den Magi innewohnt. Diese Kräfte – und ihre Entstehungsgeschichte – sind gut durchdacht, aber auch nicht unbedingt neu.
Trotz allem hat mich das Buch (nachdem ich erst einmal die erste zähe Hälfte hinter mir hatte) gut unterhalten und ich werde sicher auch die weiteren Bücher der Saga lesen, denn ich will schließlich wissen, wie es mit den vielen – teils recht liebgewonnenen – Personen weitergeht.

Fazit:
Ein Buch, das man unbedingt als Bestandteil einer ganzen Reihe sehen sollte. Erst einmal muss man die Welt um Yuros und Antiopia kennenlernen und dann beginnt der unterhaltende Teil des Buches. Dieser endet aber recht abrupt, wie man es von solchen Reihen ja meist gewöhnt ist.
Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen und empfehle es Lesern, die auf der Suche nach einer neuen umfassenden Fantasysaga sind.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 16 ab.

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