Sorry von Zoran Drvenkar – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (12. Mai 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548281834
ISBN-13: 978-3548281834

Über den Autor:
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Berlin. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt jetzt in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin.
Er ist der Autor vielfach ausgezeichneter Kinder- und Jugendbücher, unter anderem schrieb er unter Pseudonym den Bestseller Die Kurzhosengang. 2003 erschien sein Psychothriller Du bist zu schnell, der zurzeit verfilmt wird.
Weitere Infos: www.drvenkar.de

Der Buchrückentext:
Sie sind seine Opfer. Er macht sie zu Tätern.

Vier Freunde folgen einem scheinbar harmlosen Auftrag und stehen plötzlich einer grauenvoll zugerichteten Leiche gegenüber. Er zwingt sie, sich in seinem Namen bei dem Opfer zu entschuldigen. Als sie darauf eingehen, nimmt ein unvorstellbar perfides und grausames Spiel seinen Lauf.
Zoran Drvenkar ist mit diesem Buch ein zutiefst verstörender Thriller gelungen, in dem es auf die Frage nach Gut und Böse keine Antwort mehr gibt.

schockierend, berührend und unerbittlich präzise

Du schreist aus der Tiefe deines Unterbewusstseins. Du bist wie ein Taucher, dem nur noch Sekunden bleiben, um aus dieser Tiefe zu fliehen. Dein Schreien ist das Seil, an dem du dich aus der Dunkelheit ziehst. Dein Schreien ist dein Leben, zusammengefasst in einem Atemzug.

Die Geschichte:
Eine Jugendclique findet sich nach vielen Jahren wieder und gründet zusammen eine ungewöhnliche Agentur mit dem Namen „Sorry“. Die Idee dahinter: praktisch alle Menschen laden immer wieder in ihrem Leben Schuld auf sich, doch die wenigsten können sich dafür adäquat entschuldigen. Die Agentur übernimmt dies für ihre Klienten.
Hauptsächlich erhalten sie ihre Aufträge aus der Geschäftswelt, doch auch Privatleute nehmen ihre Dienste in Anspruch. Und so kommt es, dass sie eines Tages in einer heruntergekommenen Wohnung einer übel zugerichteten toten Frau gegenüberstehen. Es reicht ihrem Kunden jedoch nicht, dass sie sich in seinem Namen bei der Leiche entschuldigen: sie sollen diese auch noch beseitigen!
Natürlich sind die vier Freunde wenig motiviert, bei diesem „Spiel“ mitzumachen, aber geschickte Drohungen lassen letzte Widerstände verschwinden. Und dann gibt es kein Zurück mehr und eine tödliche Jagd beginnt …

Meine Meinung:
Zunächst hatte ich meine Schwierigkeiten mit dem etwas eigenwilligen Schreibstil: es gibt beispielsweise keine wörtliche Rede in Anführungszeichen. Dialoge werden durch Striche am Zeilenanfang kenntlich gemacht.
Auch die zeitliche Abfolge sorgt etwas für Verwirrung, aber die Kapitel sind deutlich mit „danach“ oder „davor“ bezeichnet und mit dem jeweiligen Namen des Protagonisten, um den es gerade hauptsächlich geht.
Ein Viertel des Buches hatte ich dann schon hinter mir, als ich mich mit dem Stil angefreundet hatte. Gefesselt hat mich die Story aber schon früher. Man kann durchaus behaupten, dass es sich hier um einen echten „Pageturner“ handelt, der mit einem durchgehend hohen Spannungsbogen aufwarten kann.
Mit den Protagonisten konnte ich mich zwar nicht wirklich identifizieren, was aber wohl auch an ihren teils etwas außergewöhnlichen Lebensgeschichten liegt. Aber ihre Handlungen sind trotzdem gut nachvollziehbar.
Die Story habe ich stellenweise als irgendwie diffus empfunden, als würde man durch dichten Nebel gehen und zwar hier und da etwas daraus hervorblitzen sehen, aber eben doch nichts Deutliches erkennen können.
Die ganze Tragik der Hintergründe wird dann auch erst so nach und nach klar – und es steckt Erschreckendes dahinter.
Hier verschwimmen dann auch langsam die Grenzen zwischen Gut und Böse: welches Verbrechen hat welche Strafe verdient? Wie weit darf man gehen, um Unrecht zu rächen?
Einige Stellen fand ich nicht ganz realitätsnah, aber insgesamt ist das Szenario bzw. Teile davon leider nur allzu vorstellbar.
Das Ende ließ einige Fragen offen, hier hätte ich mir noch einen kurzen Epilog gewünscht, der die Zukunft einiger Charaktere kurz zusammenfasst.

Fazit:
An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen. Dann wurde ich mit einer spannend-verworrenen Geschichte belohnt, deren Ende mir allerdings etwas zu offen war.

Bewertung:
4pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 28 ab.

3 Gedanken zu „Sorry von Zoran Drvenkar – Meine Rezension …

  1. Hallo liebe Angi! 🙂

    Ich wollte dich fragen, ob ich deine Rezension hier von „Sorry“ verlinken darf?
    Ich bin nämlich hier Mitglied: https://bloggervernetzt.wordpress.com/ und dort sammeln wir zu allen möglichen Büchern Rezensionen – und von den unterschiedlichsten Blogs – und verlinken sie dort. Das soll nämlich irgendwann zu einem ganz großen Blogger-Rezensions-Netzwerk werden. 😉 Habe ich deine Erlaubnis? 🙂

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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