Die Zerrissenen von Stephanie Fey – Meine Rezension …

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453417607
ISBN-13: 978-3453417601

Die gesamte bisherige Reihe:

Über die Autorin:
Stephanie Fey, 1967 in Starnberg (Bayern) geboren. Nach einer Ausbildung zur Grafik-Designerin arbeitete sie als Illustratorin für Kinder- und Jugendbücher, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie wohnt mit ihrer Familie am Starnberger See bei München.
„Die Gesichtslosen“ ist der Auftakt der Thrillerreihe um die Münchner Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis, genannt „die Elster“, die Gesichter rekonstruiert und so den Toten ihre Identität zurück gibt. Im Februar 2013 erschien die Fortsetzung „Die Verstummten“. Teil 3 „Die Zerrissenen“ ist am 9. Februar 2015 erschienen.
Für die Anthologie „Totenstille Nacht“ schrieb sie eine kriminelle Adventskalendergeschichte.
Im Februar 2014 ist ihr erstes Sachbuch, das sie mit der Gesichtsrekonstrukteurin Constanze Niess zusammen geschrieben hat, erschienen, die ihr auch bei der Recherche ihrer Thriller hilft: „Die Gesichter der Toten“, mit farbigen Abbildungen und Illustrationen (von Stephanie Fey).
Für „Die Gesichtslosen“ erhielt sie 2012 als erste Autorin den Amazon Autorenpreis. Sie konnte sich zudem gegen drei weitere Rundensieger als Jahressiegerin 2012 durchsetzen.
Mehr unter: www.stephanie-fey.de
(Quelle: Amazon)

Die Geschichte:
Nahtlos schließt sich dieser Band den Geschehnissen des Vorgängers „Die Verstummten“ an: Kurt Krallinger, der auf Carinas Vater geschossen hat, erhängt sich in seiner Gefängniszelle – kurz vor dem anstehenden Prozess. Matte glaubt nicht an einen Selbstmord und vermutet eine Vertuschungsaktion. Carina soll die Obduktion durchführen.
Derweil tauchen auf einem Münchner Friedhof immer wieder Leichen in fremden Gräbern auf: wer sind die Toten und wer hat sie dort abgelegt?
Hat ein früher misshandelter Junge etwas mit den Geschehnissen zu tun?
Und dann ist natürlich auch noch nicht geklärt, was aus Carinas leiblicher Mutter Iris geworden ist. Die Scharfschützin soll vor vielen Jahren gestorben sein – oder vielleicht doch nicht?

Meine Meinung:
Nachdem ich ja jetzt alle drei Teile direkt hintereinander gelesen habe, kann ich guten Gewissens raten: Unbedingt alle Bände der Reihe nach lesen, denn sonst fehlt leider zu viel Vorgeschichte! Natürlich gibt es Rückblicke bzw. einige Infos aus den Vorgängerbänden, aber es ist unmöglich, den Neuleser wirklich gut zu informieren ohne dabei die Stammleser mit zu vielen Wiederholungen zu langweilen. Das gilt auch für die Beschreibung der Charaktere, die ich ja nun schon alle kannte – und mich schon auf ein „Wiederlesen“ mit ihnen gefreut habe!

Der gewohnt prima zu lesende Schreibstil von Stephanie Fey hat mich sofort wieder in seinen Bann gezogen. Hier gibt es ja auch keine zeitliche Trennung zum Vorgängerband, das fand ich sehr gelungen.

Im neuen „Hauptfall“ geht es um Kindesmisshandlung und Nekrophilie: wirklich heftige Themen, die die Autorin wieder anhand echter Fälle sehr detailgetreu und mit viel Nähe zur Realität in gruselig-spannenden Thrillerstoff verwandelt hat. Wenn man weiß, dass vieles auf Fakten beruht, liest es sich noch erschreckender!
Während es mir im letzten Band noch so vorkam, als würde Carinas Familiengeschichte nur ein Drittel des Buches ausmachen, so war es hier schon mindestens die Hälfte. Wir erfahren wieder sehr vieles aus der Vergangenheit von Iris, zum Beispiel über einen Auslandseinsatz in Afghanistan. Etwas gestört hat mich in diesem Zusammenhang eine Szene, in der Matte Offensichtliches irgendwie verleugnet hat und nötige Ermittlungsschritte nicht eingeleitet wurden … vielleicht um das Ergebnis noch etwas hinauszuzögern. Jedenfalls fehlte es mir hier etwas an der Logik.

Wie schon in den ersten beiden Teilen der Reihe schafft es die Autorin, praktisch bis zu den letzten Seiten ein hohes Maß an Spannung aufrecht zu erhalten. Dazu tragen auch viele sehr gut recherchierte Details bei und die Verknüpfung von realen Hintergründen (z. B. Attentate an berühmten Personen) mit einer fiktiven Story.
Eine kleine Liebesgeschichte nimmt auch nicht zu viel Platz ein, das fand ich sehr angenehm, denn so etwas stört mich in Thrillern eher.

Das Ende ist ein regelrechter Showdown mit Schockeffekt. Es blieb für mich noch zu vieles offen, denn jetzt muss leider auch ich etwa ein Jahr auf die Fortsetzung warten. Bis dahin werde ich viele Details nicht mehr so frisch im Gedächtnis haben, was ich sehr schade finde. Aber ich freue mich trotzdem jetzt schon drauf! 🙂

Fazit:
Spannend, etwas eklig und mit interessanten Infos aus der Rechtsmedizin … am Ende bleibt für meinen Geschmack leider zu vieles offen, aber eine Fortsetzung ist ja bereits in Arbeit!

Bewertung:
4,5pfoten

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