Wiener Totenlieder von Theresa Prammer – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Marion von Schröder (27. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3547712092
ISBN-13: 978-3547712094

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Der Buchrückentext:
Schöner Sterben in Wien
Carlotta Fiore ist Kaufhausdetektivin, gescheiterte Opernsängerin und ehemalige Polizeianwärterin. Und neuerdings Statistin an der weltberühmten Wiener Oper. Eigentlich ist sie dort Undercoverermittlerin: Die Polizei braucht ihre Hilfe. In der Welt der exzentrischen Künstler ist ein Mörder unterwegs. Ein Sänger nach dem anderen stirbt. Die Aufführungen sind ausverkauft, aber kaum jemand möchte mehr auftreten. Zum Glück bekommt Lotta Hilfe von Ex-Kriminalkommissar Konrad Fürst. Doch auch gemeinsam können sie nicht verhindern, dass jede Vorstellung ein neues Opfer fordert …

Die Geschichte:
Carlotta Fiore ist die Tochter einer berühmten Opernsängerin, die es aber selbst leider beruflich nicht so weit geschafft hat: sie fristet ihr Dasein als Kaufhausdetektivin. Als sie von einem Bekannten gebeten wird, sich als verdeckte Ermittlerin in die Wiener Oper einschleusen zu lassen, stimmt sie widerwillig zu: des Geldes wegen.
Hilfe bei diesem Job erhält sie von dem Ex-Polizisten Konrad Fürst. Die beiden sollen als Statisten auskundschaften, wer hinter einer rätselhaften Mordserie steckt, bei der die Opfer live während der Vorstellungen sterben.
Lotta und Konrad laufen Gefahr, plötzlich selbst ins Visier des Täters zu geraten, denn die Zahl der Angestellten nimmt rapide ab: kaum jemand will noch auftreten, die Krankmeldungen häufen sich. Ob sie ihren Auftrag erfolgreich beenden können?

Meine Meinung:
Erst mal muss ich zugeben, dass ich an dieses Buch mit eher geringen Erwartungen herangegangen bin. Das lag zum einen vielleicht am Cover, das mich nicht so überzeugt hat. Außerdem hatte ich befürchtet, dass der Opernbetrieb zu detailliert im Vordergrund stehen würde.
Doch ich muss zugeben: ich wurde absolut angenehm überrascht! 🙂

Der Schreibstil von Theresa Prammer hat mir sofort bestens gefallen. An manchen Stellen schreibt sie auch leicht ironisch-humorvoll … so was liebe ich! Ihre Dialoge wirkten auf mich sehr authentisch und die Schauplätze konnte ich mir auch gut vorstellen.
In Zeiten boomender Regionalkrimis muss ich noch dazu sagen: dieser hier gehört nicht in diese Kategorie. Es tauchen zwar natürlich einige landestypische Dinge oder Begriffe auf, aber das bleibt nebensächlich.
Erzählt wird uns die ganze Geschichte übrigens aus Lottas Sicht bzw. in manchen Kapiteln aus der Perspektive der späteren Opfer.
Unterbrochen wird die spannende Handlung immer wieder durch eine andere Geschichte: betitelt mit „Das Mädchen“ lernen wir in diesen meist recht kurzen Einschüben ein Kind kennen, das anscheinend ein schweres Trauma erlitten hat.

Was die Charaktere betrifft: die Hauptpersonen sind sicher Lotta und Konrad, doch auch die anderen Figuren werden sehr schön beschrieben und wirken alles andere als blass. Etwas verkorkste Protagonisten, die sich unter anderem mit Beziehungs- und Suchtproblemen herumplagen, sind ja nun nichts Neues mehr – und müssen nicht zwingend sympathisch wirken. Doch hier habe ich Konrad sehr schnell ins Leserherz geschlossen und auch Lotta fand ich mit der Zeit immer liebenswerter. Je mehr man aus der Vergangenheit der beiden erfährt, desto mehr Verständnis hat man für ihre Eigenarten und Nöte.
Eine meiner absoluten Lieblingsfiguren in diesem Buch ist das sog. „Ameisenbärmädchen“. Das klingt zunächst nicht sehr schmeichelhaft, aber wenn ihr es lest, dann werdet ihr sehen, was ich meine! 😉

Zur Krimihandlung kann ich sagen, dass ich schon nach wenigen Seiten sehr gefesselt war davon. Auch die mysteriösen Einschübe über das unbekannte Mädchen haben dazu beigetragen, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.
Die Morde sind vielleicht nicht immer hundertprozentig realitätsnah und manchmal sind Zufälle nötig, damit alles funktioniert, aber das hat mich in diesem Buch irgendwie gar nicht gestört.
Zum Schluss hin wird die Story immer emotionaler, ohne jedoch zu kitschig zu wirken. Mag sein, dass hier meine Vorliebe für Happy Ends (und die leicht tränenfeuchten Augen 😉 ) auch dafür gesorgt haben, dass ich manches nicht so kritisch betrachtet habe. Beim letzten Satz habe ich jedenfalls sehr erleichtert aufgeatmet: eine Wendung, die ich mir kaum zu wünschen gewagt hätte.

Dieses Krimidebüt kann ich allen Liebhabern spannender Lektüre nur empfehlen! Mir hat es bestens gefallen und ich hoffe, dass ich sehr bald mehr von Lotta lesen darf!

Fazit:
Ein geniales Krimidebüt mit liebenswerten Protagonisten und genau der richtigen Balance zwischen Spannung und Emotionen! Auf eine Fortsetzung freue ich mich schon heute!

Bewertung:
5pfoten

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