Das Raunen der Toten von Oliver Becker – Meine Rezension …

Broschiert: 340 Seiten
Verlag: ars vivendi verlag GmbH & Co. KG (31. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869135026
ISBN-13: 978-3869135021
LESEPROBE

Über den Autor:
Oliver Becker lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Er schreibt Romane der unterschiedlichsten Genres – ob pralles Historienabenteuer, Kriminalroman oder auch sozialkritische Tragödie. Für Becker liegt der Reiz des Schreibens gerade darin, immer wieder Neuland zu betreten. Oder wie er es sagt: »Das Einzige, worauf ich mich festlegen lasse: dass ich mich nicht festlegen lasse.« Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählt die Trilogie um die »Krähentochter«.

Der Buchrückentext:
Ein abgelegenes Dorf nordwestlich von Hannover in den Dreißigerjahren: Die einzige Hure der Ortschaft, eine Kanadierin indianischer Herkunft, wird erwürgt aufgefunden. Die Kriminalpolizei in Barghude nimmt die Ermittlungen auf. Aber ohne Erfolg: Niemand will etwas gesehen oder gehört haben. Christian Falk, der Liebhaber des Opfers, kann sich damit nicht abfinden. Er stellt verschiedene Leute zur Rede – und bringt sich dadurch selbst in höchste Gefahr. Einzig Vera, die Tochter eines geachteten Großbauern, scheint auf seiner Seite zu sein. Doch schon bald muss erneut jemand sterben …

Die Geschichte:
Auf dem Friedhof eines kleinen Dorfs wird eine tote Frau gefunden: sie kam aus dem Ausland und verdiente sich ihr Geld als Prostituierte. Christian Falk, der sie vor einiger Zeit aus Kanada mitgebracht hat, trägt die Leiche nach Hause und trauert auf seine eigene Weise … Er begibt sich selbst auf die Jagd nach dem Täter, nachdem die Polizei die Tote mitgenommen hat.
Christians Methoden sind weniger zurückhaltend als die der polizeilichen Ermittler, die relativ erfolglos viele Dorfbewohner verhören. Derweil werden die verdächtigten Männer immer ungehaltener: sie wollen ihrerseits den mutmaßlichen Mörder bestrafen. Ein gefährliches Verwirrspiel nimmt seinen Lauf …
Auch Vera, die Tochter eines ortsansässigen Großbauern, macht sich ihre Gedanken über den Täter: könnte ihr Freund etwas damit zu tun haben?

Meine Meinung:
Oliver Beckers Schreibstil liest sich wunderbar und er erschafft durch seine detailreiche Erzählweise eine lebendige Atmosphäre.

Dass die Handlung in den Dreißigerjahren angesiedelt ist, spielt eigentlich eher eine untergeordnete Rolle und wird auch nicht zu sehr thematisiert. Dieser Aspekt ist wohl hauptsächlich wichtig für Vera: sie ist für die damaligen Umstände eine sehr moderne, unabhängige Frau.

Christian, die Hauptperson, ist mir weder besonders sympathisch noch unsympathisch. Meine Lieblingsfigur ist ein Außenseiter, der jedoch auch eine wichtige Rolle in der Story spielt.

Nach dem Auffinden der Leiche geht es eher ruhig weiter. Wer Action und blutrünstige Szenen sucht, der ist mit diesem Krimi weniger gut bedient. Der Autor legt das Hauptaugenmerk viel mehr auf extrem fein gezeichnete Charaktere, aus deren Leben wir sehr viel erfahren.
Diverse Rückblicke in die Vergangenheit bringen langsam Klarheit in die Geschichte, die losen Enden verknüpfen sich immer mehr. Zum Ende hin kommt dann auch noch ein bisschen Spannung auf, als sich die Ereignisse zuspitzen.

Die Story ist gut durchdacht und nur für „geübte“ Krimileser an manchen Stellen vorhersehbar. Ein interessantes Konstrukt aus Mord, Eifersucht, Hass, Liebe und den Geistern der Vergangenheit, die sich nicht so leicht begraben lassen. Leider fehlt in weiten Teilen etwas die nötige Spannung.

Der Schluss hat mir sehr gut gefallen, denn er lässt keine Fragen offen und bietet noch einen kleinen Zukunftsblick darauf, was aus den Hauptpersonen geworden ist.

Fazit:
Ein eher ruhiger Krimi mit sehr fein gezeichneten Charakteren … unblutig und stimmungsvoll!

Bewertung:
4pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 60 ab.

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