Der Tag, als wir begannen, die Wahrheit zu sagen von Susan Juby – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: cbj (27. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570159981
ISBN-13: 978-3570159989
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: The Truth Commission
LESEPROBE

Über die Autorin:
Susan Juby fing bereits als Kind mit dem Schreiben an. Nach ihrem Literaturstudium arbeitete sie zunächst in einem Verlag, begann aber auch schon ihre eigenen Bücher zu veröffentlichen. Eine ihrer Jugendbuch-Trilogien wurde bereits erfolgreich fürs Fernsehen adaptiert. Susan lebt und arbeitet in Kanada. Momentan arbeitet sie an einem weiteren Buch, das an der Green-Pastures-Akademie spielt.

Der Buchrückentext:
Das Leben ist nichts für Feiglinge …
… denken sich die drei Freunde seit Kindheitstagen Dusk, Neil und Normandy zu Beginn des 11. Schuljahres und starten ein gewagtes Experiment: Einmal jede Woche wird abwechselnd einer von ihnen einem Menschen aus ihrer Schule eine Frage stellen, die bisher keiner auszusprechen wagte, obwohl alle nach der Antwort lechzen.
Hasst die ewig grantige Sekretärin wirklich alle Schüler, ist der schöne Tyler jetzt schwul oder nicht, nimmt der Freak aus der 12. Drogen und hat die Coole aus dem Langlaufteam mit einem ihrer beiden Teamkollegen was oder gar mit beiden?
Was die drei besten Freunde allerdings damit lostreten, hätten sie nie geahnt. Denn auch sie selbst müssen sich ein paar unumstößlichen Wahrheiten stellen.

Die Geschichte:
Normandy und ihre besten Freunde Dusk und Neil besuchen die 11. Klasse einer Kunstschule. Im Rahmen einer Projektarbeit schreibt Normandy ein Essay, in dem sie über ihren Alltag erzählt. Dieses Essay dürfen wir hier lesen.
Zusammen nehmen sich die drei Freunde aber noch ein ganz anderes Projekt vor: sie gründen eine „Wahrheitskommission“ und stellen Mitschülern oder anderen Personen an der Schule brisante Fragen. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich … und lösen mitunter sogar einen Aufstand aus.
Normandy erzählt uns aber auch vieles aus ihrem Familienleben – und das ist alles andere als harmonisch. Ihre große Schwester ist ebenfalls Künstlerin und hat es bereits zu enormer Berühmtheit gebracht: sie veröffentlicht sehr erfolgreich Graphic Novels, in denen sie ihre eigene Familie gnadenlos ins Lächerliche zieht.

Meine Meinung:
Zunächst hatte ich sehr große Zweifel, ob mir das Buch gefallen würde, denn ich habe die meist wenig schmeichelhaften bisherigen Bewertungen gelesen. Aber andererseits haben mich diese auch neugierig gemacht. Und im Nachhinein kann ich nun sagen: Gut, dass ich das Buch trotzdem gelesen habe, denn mir gefiel es sehr gut! 🙂

Der Schreibstil von Susan Juby ist einfach toll: locker, nicht zu übertrieben jugendlich und mit einer gelungenen Prise ironischen Humors.

Ihre Charaktere wirken zunächst etwas ungewöhnlich, aber trotzdem nicht überzogen: natürlich sind Kunstschüler keine normalen, langweiligen 08/15-Teenager, sondern pflegen mitunter einige Marotten. Mit Normandy habe ich mich sehr schnell anfreunden können und auch ihre Freundin Dusk (die eigentlich Dawn heißt) und ihr Freund Neil sind ganz sympathische Typen.

Ein großer Kritikpunkt vieler Leser sind ja die vielen Fußnoten, die Normandy in ihrem Essay (wir lesen ja quasi ein „Buch im Buch“) verwendet. Anfangs fand ich diese auch ein bisschen anstrengend, aber das legte sich bald, denn sie waren mitunter auch sehr witzig. Außerdem stellen sie eigentlich einen separaten Handlungsstrang dar, der sich am Ende auch mit Wahrheit befasst und der sich um ihre Lehrerin Ms. Fowler dreht.

Neben den Aktivitäten ihrer „Wahrheitskommission“ schildert das Buch ja hauptsächlich Normandys Familienleben, das reichlich verkorkst ist. Sehr bezeichnend fand ich dazu dieses Zitat:

„Familien machen einfach immer weiter, auch wenn sich bestimmte Familienmitglieder nicht ausstehen können und nur dableiben, weil Kost und Logis umsonst sind. Wenn ihr mich fragt, sind Familien zu anpassungsfähig.“ Seite 302

Normandy macht echt einiges mit und ich konnte mich da auch sehr gut hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Sie kämpft nicht nur in der Schule um die Wahrheit, sondern auch zu Hause kann sie nicht mehr länger schweigen. Dabei merkt sie jedoch sehr schnell, dass es nicht immer gut ist, wenn alles ans Licht kommt. Manche Dinge sollten vielleicht doch lieber unausgesprochen bleiben. Doch oft geht es nicht anders, auch wenn es weh tut und unangenehme Konsequenzen hat.

„Für meinen Vater ist die Wahrheit wie eine Zwiebel. Man will dem dummen Ding die Haut nicht komplett auf einmal abziehen, weil man sonst vielleicht nie wieder aufhören kann zu weinen.“ Seite 346

Das Buch hat mir von Anfang bis zum Ende bestens gefallen. Zum Schluss hin wird es noch richtig spannend, denn Normandy und ihre Freunde sind einem ganz besonderen Geheimnis auf der Spur.
Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Susan Juby bereits an einem zweiten Band schreibt! Ich freu mich auf ein Wiedersehen mit Normandy & Co.!

Fazit:
Ein witzig-locker geschriebenes Buch über Freundschaft, Familienkonflikte und die Suche nach der Wahrheit … mir hat´s super gefallen! Empfehlen würde ich es aber noch nicht ab 12 Jahren, sondern vielleicht eher ab 14.

Bewertung:
4,5pfoten

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