Skalpelltanz von Jenny Milewski – Meine Rezension …

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453418379
ISBN-13: 978-3453418370
Originaltitel: Skalpelldansen
Übersetzer: Maximilian Stadler
Autorin: Jenny Milewski

Die Geschichte:
Der Thrillerautor Jonas Lerman leidet nach einigen erfolgreichen Veröffentlichungen (u. a. sein Buch „Skalpelltanz“) unter der gefürchteten Schreibblockade.
Als sich dann die Verbrechen, die er auf den ersten Seiten, die er nach Monaten wieder zu Papier bringt, beschreibt, plötzlich fast zeitgleich in der Realität ereignen, glaubt er an eine beginnende Geisteskrankheit. Immer mehr seltsame Dinge geschehen und er rückt ins Fadenkreuz des ermittelnden Kriminalkommissars …

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist recht gut zu lesen, oft allerdings etwas zu ausführlich, was manchmal zu Längen führt.

Die Geschichte fand ich anfangs eigentlich recht interessant: wir lesen quasi fast ein „Buch im Buch“, denn es geht um den Autor Jonas Lerman, der darin auch der Verfasser von „Skalpelltanz“ ist. Das hätte alles ganz spannend werden können.
Doch dann wird die Handlung erst einmal über viele Seiten von der Schreibblockade des Autors beherrscht, nach ein paar actionreicheren Kapiteln war mir dann nach der Hälfte des Buches leider schon klar, wohin das alles führt.
Und nach nur wenigen weiteren Seiten wurde meine Vermutung auch schon bestätigt. Dann glitt die Handlung für mich ins absolut Unverständliche ab: Jonas benahm sich so unnachvollziehbar, dass ich ihn manchmal am liebsten hätte schütteln mögen. Es kam mir ein bisschen so vor wie in schlechten Horrorfilmen, in denen die Verfolgten sich grundsätzlich trennen und sehenden Auges mitten ins Verderben (beispielsweise die Treppe hoch statt zur Tür hinaus) rennen. Es folgen noch reichlich übertrieben blutige, eklige Szenen, die der Handlung aber meines Erachtens nicht wirklich dienten, sondern nur effektheischend auf mich wirkten.

Was die Charaktere betrifft: da gab es einige ganz sympathische, glaubwürdige Figuren. Jonas war von Anfang an etwas zwiespältig dargestellt, was im Nachhinein betrachtet auch Sinn ergibt. Leider macht ihn das nicht gerade zu einem Protagonisten, den man wirklich ins Herz schließt.

Das Buch hat ganz gute Ansätze und man kann auch wirklich prima nachvollziehen, was die Autorin ausdrücken wollte, aber auf mich wirkt es leider trotzdem viel zu unglaubwürdig.
Für ein Debüt ist es schon recht solide und bestimmt dürfen wir von der Autorin noch mehr lesen.

Fazit:
Ganz guter Anfang, schön zu lesen, doch dann zunehmend unrealistischer und nach der Hälfte kann man bereits die Auflösung erahnen. Hat mich leider nicht so überzeugt.

Bewertung:
2,5pfoten

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