Blutapfel von Till Raether – Meine Rezension …

Broschiert: 480 Seiten
Verlag: rororo (30. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267098
ISBN-13: 978-3499267093
Autor: Till Raether

LESEPROBE (PDF)

Der 1. Teil der Reihe:

Die Geschichte:
Nach seinem letzten spektakulären Fall trägt sich Hauptkommissar Adam Danowski mit dem Gedanken, sich beruflich etwas zurück zu ziehen. Seine Hypersensibilität und der bevorstehende Karrieresprung seiner Frau haben ihn auf die Idee gebracht, sich eine bequeme Teilzeitstelle zuteilen zu lassen. Doch dann kommt ihm ein Mord dazwischen: ein IT-Spezialist wird während eines Staus im Elbtunnel in seinem eigenen Auto erschossen.
Danowskis Kollegen ermitteln in Richtung eines Bandenkriegs, an den er nicht so recht glauben will. Doch auch seine eigenen Nachforschungen verlaufen zunächst eher ergebnislos.
Nebenbei besucht Adam seinen Ex-Partner Finzi im Pflegeheim, in dem er seit einem noch nicht entdeckten Mordversuch lebt. Leider ist er noch nicht wirklich ansprechbar und wirkt wie im Koma … und leider bleibt Adam nicht sein einziger Besuch.
Dann läuft ein MEK-Einsatz total schief und der Fall wird immer brisanter, Danowski und seine Kollegin Jurkschat werden schließlich sogar offiziell von den Ermittlungen ausgeschlossen. Eine höhere Instanz scheint Interesse an der Sache zu haben, doch Adam lässt nicht locker und legt sich sogar mit Geheimdiensten an!

Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, denn der etwas schrullige Hauptkommissar Adam Danowski ist einfach ein total sympathischer Typ, den ich schon im ersten Teil der Reihe sofort ins Leserherz geschlossen habe. Durch seine Hypersensibilität hat er es nicht leicht im Alltag: er nimmt alle Eindrücke besonders ungefiltert wahr und fühlt sich dadurch schnell überfordert. Er ist ein Typ, der nicht davon träumt, Karriere zu machen: er will einfach nur in Ruhe gelassen werden.
Genauso hab ich mich auf ein Wiedersehen mit Finzi gefreut. Der hatte ja im letzten Buch großes Glück im Unglück: er hat den heimtückischen Mordanschlag einer Profikillerin überlebt, den diese leider als beinahe tödlichen Alkoholrückfall getarnt hat.
Auch die anderen Mitglieder des Ermittlerteams sind genial ausgedacht: Jurkschat, die ständig an ihrem Pferdeschwanz herumfummelt, die Chefin mit ihrer Ehefrau und die beiden unliebsamen Kollegen Behling und Kienbaum, mit denen sich Danowski gerne verbale Schlagabtäusche liefert.
Alle haben ihre Macken, wirken lebendig und authentisch. Das trifft auch auf die übrigen Charaktere zu, die Till Raether mit genauso viel Liebe zum Detail beschreibt wie seine Schauplätze. Ein großer Teil der Handlung befasst sich mit verlassenen Orten und dem ungewöhnlichen Hobby „Urban Exploring“: das verbotene Entdecken von beispielsweise still gelegter Fabrikgebäude, alter Schulen, verschlossener Bunkeranlagen oder aufgegebener Tunnel.

Besonders toll finde ich an dieser Reihe den genialen Schreibstil des Autors: es fühlt sich beim Lesen anfangs immer etwas an, als würde man durch dichten Nebel irren. Seltsame Szenen werden beschrieben, in denen man zunächst keinen Sinn erkennen kann. Erst so nach und nach schälen sich Zusammenhänge heraus und man sieht klarer.
Absolut super finde ich auch die ständigen ironisch-witzigen Kommentare von Adam und überhaupt die ganzen Dialoge, die niemals konstruiert und steif wirken.
Der ganze Schreibstil von Till Raether ist humorvoll, locker und ungekünstelt – einfach super zu lesen!
Und natürlich weiß er auch, wie man Spannung aufbaut. Durch das anfängliche „Im-Dunkeln-tappen“ ist man sofort gefesselt von der Story und will immer wissen, wie es weitergeht. An Action und brenzligen Situationen fehlt es auch nicht, doch vor zu viel Blut und ekligen Szenen muss man hier keine Angst haben: das hat der Autor nicht nötig, um seinen Krimi spannend zu machen!

Super finde ich auch, dass es viele liebevolle, irgendwie tröstliche Szenen gibt inmitten der Mordermittlungen. Vor allem was Finzi betrifft, aber auch der Umgang zwischen Adam und seiner Ehefrau hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Eher tragisch dagegen war der Moment im Buch, den das Coverbild darstellt: das ging wirklich zu Herzen.

Fazit:
Ein rundum gelungener Krimi mit viel Spannung, tollen Figuren, einem genial-humorvollen Schreibstil und einem stimmigen Ende, das mich auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt. Ich liebe diese Reihe!!!

Bewertung:
5pfotenplus

2 Gedanken zu „Blutapfel von Till Raether – Meine Rezension …

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