DEINER SEELE GRAB von Inge Löhnig – Meine Rezension …

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548611249
ISBN-13: 978-3548611242
Autorin: Inge Löhnig

Die gesamte Reihe bisher:

Die Geschichte:
In München treibt ein Serienmörder sein Unwesen und die Opfer sind wehrlose alte Menschen. Er schickt der Presse und der Polizei E-Mails, in denen er u. a. die verheerenden Zustände in manchen Pflegeheimen anprangert. Er bezeichnet sich als „Samariter“, aber irgendwie passt das alles nicht wirklich zusammen. Wieso tötet er alte Menschen, wenn er andererseits für deren Rechte kämpft?
Kommissar Konstantin Dühnfort und sein Team sind außerdem auf der Suche nach Elena, der illegalen Putzfrau des ersten Mordopfers, denn auch sie steht unter dringendem Tatverdacht.
Doch Tino und auch seine Kollegin Kirsten haben nebenbei noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Tino wurde von einer Verdächtigen hereingelegt und zu Unrecht beschuldigt, sie tätlich angegriffen zu haben. Kirsten hat nach dem Selbstmord ihres Mannes große Schwierigkeiten mit ihrer Tochter und ihren Schwiegereltern.

Meine Meinung:
Die Krimis von Inge Löhnig lese ich ja sowieso immer sehr gerne, aber mit „Deiner Seele Grab“ hat sie es geschafft, noch eine Schippe draufzulegen.
Sie greift ein Thema auf, das uns alle angeht: das Altern mit all seinen Widrigkeiten und Konsequenzen. In diesem Buch stecken viele Emotionen und vor allem auch viel Gesellschafts- und Sozialkritik. Wie kann es sein, dass immer wieder alte Menschen einsam und unbemerkt sterben und erst Wochen später gefunden werden? Wieso herrschen in vielen Pflegeheimen schlimme, menschenunwürdige Bedingungen, weil Bürokratie und Einsparungen wichtiger sind als die Bewohner? Und wieso hat in manchen Familien der Streit ums Erbe einen höheren Stellenwert als das Wohlergehen der Senioren? Das sind nur einige der Fragen, die Inge Löhnig in eine sehr komplexe und bestens durchdachte Handlung einfließen lässt.

Wer die vorherigen Bücher gelesen hat, kennt ja bereits die Protagonisten: Konstantin Dühnfort, seine Freundin Gina und seine Kollegin Kirsten, sowie einige andere aus dem Ermittlungsteam und den Familien. Auch ohne jegliches Vorwissen kann man den Nebenhandlungen natürlich gut folgen, denn Wichtiges aus der Vergangenheit der Charaktere wird meistens noch einmal kurz erklärt.
Auch Nebenfiguren wirken bei Inge Löhnig niemals blass, sondern lebendig und authentisch. Genauso detailliert beschreibt sie auch die Schauplätze, die man sich immer bestens vorstellen kann. Dabei findet sie immer genau das richtige Maß und verliert sich nicht in unwichtigen Kleinigkeiten.

An Spannung mangelt es in dieser Geschichte nicht, denn viele Verdächtige sorgen für Verwirrung und Überraschungen. Oft verschwimmen auch die Grenzen von Gut und Böse, die Story ist emotionsgeladen und facettenreich.
Sehr authentisch und psychologisch gut beleuchtet werden die Beziehungen innerhalb einer Familie dargestellt: die Rivalität zwischen Geschwistern, das Buhlen um die Liebe und Gunst der Eltern, die verschiedenen Rollen der Mitglieder. Einfach grandios geschrieben – und man erkennt beim Lesen einiges wieder aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis.

Dieser Krimi bietet fesselnde Unterhaltung, sympathische Charaktere und viel Stoff zum Nachdenken. Der Fall wird natürlich abgeschlossen und ich fand die Auflösung sehr stimmig und passend. Ich habe das Buch in nur zwei Tagen gelesen und freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe: „Nun ruhet sanft“ liegt hier schon bereit und „Gedenke mein“ erscheint Mitte Januar 2016.

Fazit:
Ein sehr komplexer, spannender Krimi, vollgepackt mit Emotionen und brisanten Themen. Toll zu lesen und fesselnd bis zum Schluss.

Bewertung:
5pfoten

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