KILLERVERSE von Ben Bauhaus – Meine Rezension …

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (14. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802596145
ISBN-13: 978-3802596148
Über den Autor: Ben Bauhaus wurde 1973 in Berlin geboren und ist in Niedersachsen aufgewachsen. Nach einem Studium der Amerikanistik an der FU Berlin arbeitet Bauhaus derzeit als Game-Designer. Er hat drei Kinder und wohnt mit seiner Familie in Berlin.

Die gesamte bisherige „Johannes Thiebeck“-Reihe:

Die Geschichte:
Johannes „Johnny“ Thiebeck ist ehemaliger Hauptkommissar des LKA und arbeitet inzwischen notgedrungen selbstständig als Sicherheitsberater. Als eines Tages eine unbekannte junge Frau vor seiner Tür steht, die ihn um Hilfe bittet, weiß er zunächst nicht, dass es sich um die neue Assistentin seiner Ex-Partnerin Jana handelt. Henni hat schon viel über die guten Ermittlerqualitäten von Johnny gehört und außerdem ist sie frustriert, weil Jana und ihr Kollege Mirko sie bei den Nachforschungen zu einem aktuellen Mordfall außen vor lassen. Das hat allerdings einen guten Grund: Hennis Schwester Marlene kannte den Toten und das Verbrechen hat sie sehr mitgenommen.
Das Opfer war der Besitzer eines kleinen Reisebüros und er wurde grausam mittels Sekundenkleber erstickt. Marlene scheint seitdem in großer Angst zu leben, aber sie vertraut Henni nicht an, warum das so ist.
Johnny willigt schließlich ein, gemeinsam mit Henni eigene Nachforschungen anzustellen. Dabei stoßen sie mit Unterstützung eines fähigen Computernerds auf eine Irlandreise, die der Tote vor einigen Jahren organisiert hatte. Auch Marlene hat daran teilgenommen. Schnell wird klar, dass der Mord kein Einzelfall ist: auch in Irland gab es ein fast identisches Verbrechen …

Meine Meinung:
Schon der erste Teil der „Johannes Thiebeck“-Reihe hat mir super gefallen und hier geht es genau so weiter. Beste Unterhaltung mit viel Spannung und Herz.

Der Schreibstil von Ben Bauhaus ist locker, flüssig und mit vielen glaubwürdigen Dialogen gewürzt. Manche Formulierungen haben mich auch zum Schmunzeln gebracht, es steckt also auch eine gute Prise Humor in der Geschichte.
Die Schauplätze werden immer sehr anschaulich beschrieben, ohne jedoch zu sehr in unwichtige Details zu gehen.

Auf manche der Charaktere habe ich mich richtig gefreut … wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Allen voraus natürlich Johnny, der uns die Geschichte auch aus seiner Perspektive erzählt. Er ist ein sehr intelligenter Ermittler, der dank seiner Beobachtungsgabe oft auf Dinge stößt, die andere Menschen übersehen. Er findet Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben und trotzdem tritt er selten überheblich auf. Eine Ausnahme bilden da allerdings Leute, die er nicht mag oder die ihn in der Vergangenheit ungerecht behandelt haben: gegenüber Janas neuem Kollegen Mirko verdient sein Benehmen nicht immer Bestnoten. Aber für seine Freunde ist Johnny stets ein verlässlicher und starker Halt, auf den man zählen kann. Nach außen ein harter Kerl, aber innerlich ein weiches, großes Herz – so könnte man Thiebeck wohl beschreiben.
Henni ist auch eine tolle Protagonistin, die mir gleich sympathisch war. Ihre lockere, kumpelhafte Art ist sehr erfrischend und so passt sie auch gut zu Johnny.
Es gibt noch einige weitere Figuren, die ich fast auf Anhieb mochte. Und dabei ist mir dann auch aufgefallen, dass überhaupt sehr viele nette Charaktere in dieser Story vorkommen. Während in anderen Thrillern häufig aggressiv-unsympathische Typen auftauchen, waren hier sogar die „Bösen“ an vielen Stellen eher freundlich und umgänglich. Das gibt dem ganzen Buch eine irgendwie friedliche Hintergrundatmosphäre – trotz der grausamen Morde.

An Spannung mangelt es dem Thriller natürlich auch nicht. Von Anfang an kann man schön miträtseln und sich so seine Gedanken machen über das Mordmotiv. Mit meiner ersten Theorie lag ich nicht ganz richtig, das wäre am Ende auch zu langweilig gewesen. Es steckte noch viel mehr dahinter und bis zur Aufklärung des Ganzen sorgen einige Überraschungen und Wendungen für fesselnde Unterhaltung.
In einer Nebenhandlung geht es um ein weiteres Verbrechen, das zusätzlich noch einige spannende Szenen bereithält. Insgesamt fand ich auch die Balance zwischen Ermittlungen und Privatem wieder bestens gelungen.

Das Ende ist stimmig und alle offenen Fragen werden geklärt. Trotzdem kam der Schluss irgendwie zu früh, denn ich hätte gerne noch einige Stunden weitergelesen. 🙂 Das ist definitiv kein Buch, das man anfangen sollte, wenn man noch eine Menge Arbeit vor sich hat … es könnte nämlich sein, dass man es nicht mehr aus der Hand legen will!

Auf dem Buchrücken findet sich folgender Hinweis: „Packender Berlin-Thriller für Fans von Andreas Winkelmann und Veit Etzold“
Meiner Meinung nach würden Andreas Winkelmann und Andreas Gruber besser passen, denn bei Veit Etzold wird man inzwischen mit so vielen unnötigen (auch blutigen) Details und Wiederholungen gelangweilt, dass mir dies vom Stil her nicht vergleichbar erscheint. Ben Bauhaus hat das Ausschlachten der Morde in allen Einzelheiten nicht nötig, um Spannung zu erzeugen und seine Charaktere sind viel sympathischer.

Fazit:
Spannende Unterhaltung mit tollen Ermittlern, mit denen man gerne auf die Jagd geht. Die Story ist super durchdacht und bis zum Ende fesselnd.
Für Thriller-Fans ein echtes Muss! Aber wenn ihr die Reihe noch nicht kennt: unbedingt erst Band 1 lesen!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 54 ab.

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