DIE DRITTE STIMME von Cilla & Rolf Börjlind – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: btb Verlag (10. November 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442753945
ISBN-13: 978-3442753949
Originaltitel: Den tredje rösten
Übersetzerin: Christel Hildebrandt
Über die Autoren: Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. „Die Springflut“ ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.

Die gesamte bisherige Rönning & Stilton – Reihe:

Die Geschichte:
Eine blinde Frau wird in Frankreich brutal ermordet und ihre zerstückelte Leiche in einem Waldstück vergraben. Niemand sollte sie je finden, doch der Wunsch des Täters geht nicht in Erfüllung …
In Schweden liest Abbas in einer französischen Tageszeitung etwas über den Mord und erkennt die Frau wieder. Er reist mit Ex-Kommissar Tom Stilton nach Marseille, um selbst Nachforschungen anzustellen.
Währenddessen ist auch Olivia, die inzwischen ausgebildete Polizistin ist, wieder einmal auf Spurensuche. Ein Nachbar ihrer Mutter hat sich erhängt und ausgerechnet seine Tochter Sandra hat die Leiche gefunden. Das nun elternlose Mädchen ist schwer geschockt und Olivia erkennt viele Parallelen zu ihrem eigenen Schicksal.
Als Olivia noch einmal das Haus betritt, in dem der Selbstmord geschah, kommt ihr einiges komisch vor. Unter anderem fehlt ein Laptop, den sie eigentlich für Sandra hätte holen sollen.
Bald geht die Polizei von einem Tötungsdelikt aus und möglicherweise hat die Arbeit des Opfers etwas damit zu tun: er hat in der Zollbehörde intern wegen eines Drogendiebstahls ermittelt.

Meine Meinung:
Vom ersten Teil der Reihe war ich ja extrem begeistert und so ging ich natürlich mit hohen Erwartungen an den Folgeband. Komischerweise konnte mich dieser leider nicht so überzeugen und ich frage mich, warum das so ist.
Der Schreibstil erschien mir irgendwie anders, nicht mehr so gut wie vorher. Viele Rezensenten drücken ja häufig ihren Unmut über ungelungene Übersetzungen aus, die den Lesespass an manchen Büchern schmälern würden. Darüber hatte ich mir vorher noch niemals so wirklich Gedanken gemacht, aber in diesem Fall hier wäre es eine mögliche Erklärung, denn Band 1 hatte einen anderen Übersetzer.
Jedenfalls sind mir häufige Wortwiederholungen aufgefallen, die so manche Abschnitte fast etwas plump wirken lassen. Mit ein paar Synonymen hätte man da sprachlich vieles retten können. Ein Beispiel aus einem Dialog:
„Nein. Aber er hätte mich nicht in dieser Form angerufen, wenn es sich nicht um etwas Ernstes gehandelt hätte. Außerdem schien er unter Druck zu stehen. Ich habe ihn gefragt, ob er unter Druck stehe, und das hat er mir bestätigt.“ Seite 160

Auch die Charaktere wirkten im Allgemeinen auf mich nicht mehr ganz so liebenswürdig wie noch im Vorgängerbuch. Die Stammbesetzung hat sich natürlich schon einen festen Platz im Leserherz erobert und es kam noch eine weitere Person hinzu, die ich gern mag: Luna, die neue Vermieterin von Tom. Aber ansonsten konnte mich das Geschehen emotional nicht so mitreißen wie gewohnt.

Die Story wird wieder in vielen Handlungssträngen mit häufigen Szenenwechseln erzählt. Das sorgt dafür, dass keine Längen aufkommen und die Spannung immer präsent ist. Man kann auch allem sehr gut folgen und bald erste Zusammenhänge erkennen. Einiges kam sehr überraschend, besonders am Ende passierte etwas, womit ich so nicht gerechnet hätte. Die Fälle werden schlüssig aufgeklärt, man erfährt aber über die Folgen oder weiteren Schritte nicht mehr viel. Genauso offen bleibt auch der Ausgang des persönlichen Rachefeldzugs von Tom.

In die Handlung wurden auch wieder einige sozial- und gesellschaftskritische Themen eingeflochten. Das fand ich ganz gut. Wir erfahren aber auch vieles aus Toms und Abbas‘ Vergangenheit – und auch von Olivia gibt es Neues. Sie hat sich eine Auszeit genommen und war in dieser Zeit im Ausland auf den Spuren ihrer Eltern unterwegs.

Für Fans der Serie gehört das Buch natürlich zum Pflichtprogramm. Für Neuleser stelle ich mir das Ganze sehr schwer vor, denn die Erlebnisse in Band 1 sind doch extrem wichtig für das Verständnis vieler Dinge. Daher rate ich allen Interessierten: unbedingt der Reihe nach lesen! Trotz kleinerer Enttäuschungen freue ich mich schon auf die Fortsetzung und das Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen Figuren.

Fazit:
Leider nicht ganz so überzeugend wie Band 1 der Reihe, aber durchaus spannend, unterhaltsam und lesenswert!

Bewertung:
4pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 35 ab.

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