DIE STRÖMUNG von Cilla & Rolf Börjlind – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: btb Verlag (8. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442753953
ISBN-13: 978-3442753956
Originaltitel: Svart gryning
Übersetzerin: Christel Hildebrandt
Über die Autoren: Cilla und Rolf Börjlind gelten als Schwedens wichtigste und bekannteste Drehbuchschreiber für Kino und Fernsehen. Sie sind unter anderem verantwortlich für zahlreiche Martin-Beck-Folgen sowie für die viel gepriesene Arne-Dahl-Serie. Ihr Markenzeichen sind starke Charaktere und eine stringente Handlung. „Die Springflut“ ist der Start einer Serie um die angehende Polizistin Olivia Rönning.

Die gesamte bisherige Rönning & Stilton – Reihe:

Die Geschichte:
Olivia Rönning ist nach den vergangenen Erlebnissen nun doch bei der Polizei gelandet, allerdings ist sie nicht in Stockholm tätig, sondern auf einer kleineren Insel. Dort geschieht leider ein unfassbares Verbrechen: ein dreijähriges Mädchen wird am helllichten Tag im Sandkasten vor dem Elternhaus ermordet. Ihre Großmutter hatte sie nur für wenige Minuten aus den Augen gelassen und niemanden gesehen.
Olivia vermutet schnell, dass die Tat rassistisch motiviert sein könnte, denn das Opfer war ein Adoptivkind aus Ghana. Eine rechtsradikale Gruppierung ist zudem sehr aktiv auf der Insel und hat dort viele Anhänger.
Zunächst geht man von einem Einzelverbrechen aus, doch dann wird ein zweites Kind getötet und alles deutet auf den gleichen Täter hin. Allerdings konnte sich der Junge, der auf dem Schulweg überrascht wurde, noch kurz gegen seinen Angreifer wehren und so wurden DNA-Spuren sichergestellt.
Die Ermittler stellen einen Zusammenhang her zu einem Mord an einer Prostituierten, der Ex-Polizist Tom Stilton nur allzu gut im Gedächtnis geblieben ist. Es war damals sein Fall und er konnte ihn nicht mehr aufklären vor seinem Zusammenbruch. Wird es ihm jetzt gelingen?

Meine Meinung:
Erst mal muss ich leider anmerken, dass der Klappentext einen Fehler enthält und so etwas sollte eigentlich nicht passieren: hier ist von einer „hochschwangeren Edelprostituierten“ die Rede, obwohl die Frau erst im 3. Monat war. Es taucht später zwar wirklich noch eine Hochschwangere in der Story auf, aber man fragt sich schon, ob der Text von jemandem verfasst wurde, der das Buch gar nicht gelesen hat.

Wer die Reihe um Olivia und Tom noch nicht kennt, sollte besser mit den ersten beiden Teilen beginnen. Das Privatleben der Ermittler spielt immer eine große Rolle und es ist oft von Vorteil, wenn man die Vorgeschichte kennt. Natürlich ist der zu lösende Fall davon größtenteils unabhängig, aber es wird schon häufig Bezug auf die Vergangenheit genommen.

Für mich war es also ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren, auf das ich mich schon sehr gefreut habe. Olivia, Tom, Mette, Abbas und viele andere Charaktere sind wieder mit von der Partie und es war mir ein Vergnügen, mit ihnen mitzufiebern. Olivia ist etwas erwachsener geworden, Tom hat sich gut von seiner Obdachlosenzeit erholt und Mette nimmt neuerdings ab. Die Protagonisten haben sich – mehr oder weniger freiwillig – weiterentwickelt und auch ihre lebendige Gefühlswelt trägt dazu bei, dass sie sehr authentisch und sympathisch wirken.
Auch die Schauplätze in Schweden werden sehr gut beschrieben und man kann sich jederzeit alles bestens vorstellen.

Das zentrale Thema „Rassismus“ ist angesichts der Flüchtlingsströme leider wieder sehr aktuell und brisant. Die Autoren zeichnen ein sehr glaubwürdiges Szenario, das wirklich erschreckend ist. Obwohl in diesem Buch kaum ein Tropfen Blut vergossen wird, ist die Story hochspannend von Anfang bis Ende. Viele überraschende Wendungen sorgen für fesselnde Unterhaltung und ich habe diesen Krimi praktisch in einem Rutsch durchgelesen.
Die Ermittlungsarbeit wird recht ausführlich dargestellt und wie immer helfen Außenstehende in großem Maß dabei, dem Täter auf die Spur zu kommen. In wie weit das realistisch ist, lassen wir mal dahingestellt. Mich störte es jedenfalls nicht.

Was den Schreibstil betrifft: die Geschichte lässt sich wunderbar flüssig lesen und man merkt kaum, wie man die Seiten umblättert. Allerdings sind mir auch hier – wie schon im zweiten Teil – viele unschöne Wortwiederholungen aufgefallen, die man durchaus hätte vermeiden können. Das wirkt stellenweise etwas plump, aber was letztendlich zählt, ist die Story: und die ist prima!

Mir hat auch der dritte Teil der Reihe wieder sehr gut gefallen und ich freu mich schon drauf, mehr von Olivia, Tom & Co. zu lesen. Hoffentlich ist dann auch Ove wieder dabei, er spielte dieses Mal leider gar keine Rolle.

Fazit:
Ein spannender Krimi, der eher wie ein Thriller wirkt. Wer die Reihe nicht kennt: unbedingt von vorne beginnen!
Sympathische Protagonisten, die weitgehend unblutige, fesselnde Unterhaltung und eine bestens durchdachte Story sind gute Gründe für mich, dieses Buch gerne weiter zu empfehlen!

Bewertung:
4,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 33 ab.

Ein Gedanke zu „DIE STRÖMUNG von Cilla & Rolf Börjlind – Meine Rezension …

  1. Hallo Angi,
    welch ein Alptraum, dass ein Kind verschwindet…
    Die Beschreibung klingt gut. Bisher kenne ich die Reihe noch gar nicht.
    Liebe Grüße, Heike

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