BEIJING BABY von Volker Häring – Meine Rezension …

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Conbook Medien; Auflage: 1 (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958891004
ISBN-13: 978-3958891005
Autor: Volker Häring

Die Geschichte:
Die junge Kommissarin Xiang Xia hat sich aus der Provinz nach Peking versetzen lassen. Dort teilt sie sich das Büro mit Inspektor Wang, der eigentlich schon eher im Rentenalter ist.
Ihr erster gemeinsamer Fall, den sie aufzuklären haben, ist der Tod einer Studentin, die von der Dachterrasse des Theaterinstitutes gestürzt ist. War es wirklich Selbstmord oder steckt mehr dahinter?
Die Nachforschungen der Polizei zeigen bald, dass sich die tote Xiao Fang nicht nur ihrer Ausbildung gewidmet hat, sondern einigen Nebenjobs nachging. Die Spur führt in einen Sumpf aus Korruption und Lügen und mitten hinein ins Rotlichtmilieu.

Meine Meinung:
Auf diesen Krimi war ich sehr gespannt, denn er entführt den Leser in eine Welt, von der wir meist nur wenig Ahnung haben. Der Autor hat allerdings selbst längere Zeit in Peking verbracht und so einen sehr lebendigen Einblick erhalten. Sein Wissen über Politik, Kultur, landestypische Speisen, Getränke, Bräuche und vieles mehr hat er in geballter Form in dieses Buch gepackt.
Zunächst hat mich das Ganze fast noch etwas überfordert, das begann schon mit den vielen X-Wörtern, vor allem bei den Namen der Figuren. Ein kleiner Kulturschock, wenn man so will … mit der Zeit gewöhnt man sich allerdings langsam daran und man bekommt ja sowieso zunehmend ein besseres Bild von den Protagonisten, so dass man sie gut auseinanderhalten kann.

Die Hauptperson ist die junge Kommissarin Xiang Xia, die mir recht sympathisch war. Sie verkörpert den eher modernen Teil der Geschichte und bildet einen wunderbaren Kontrast zum älteren Wang, der ein richtiges chinesisches Urgestein ist.

Durch die vielen Erklärungen zu Land und Leuten kam für mich leider weniger Spannung auf, denn die Ermittlungen ziehen sich auch durch zahlreiche Dialoge und Verhöre gefühlt in die Länge. Aber angesichts der gelungenen Auflösung war alles in sich sehr stimmig und die Story bietet für große Action auch einfach keinen Anlass.

Durch diesen Krimi habe ich viel über China gelernt. Die Geschichte liest sich flüssig und ist faszinierend, erschreckend und auch ein bisschen humorvoll. Die Schauplätze wirken sehr anschaulich und atmosphärisch, weckten aber in mir jetzt nicht unbedingt die Reiselust.
Übrigens: wer gerne mal auf chinesisch schimpfen möchte, der findet im Buch auch viele Anregungen. 🙂

Fazit:
Viele Infos über Land und Leute machen dieses Buch beinahe zu einem Reiseführer für Peking: interessant und bestens durchdacht! Gute Krimiunterhaltung mit Mehrwert!

Bewertung:
4,5pfoten

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