WOLFSWUT von ANDREAS GÖSSLING – Meine Rezension …

Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Knaur TB (12. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426521326
ISBN-13: 978-3426521328
Autor: Andreas Gößling

Meine Meinung:
Basierend auf einer wahren Mordserie (hier Infos dazu auf tagesspiegel.de) präsentiert uns der Autor hier einen extrem fesselnden, sehr blutigen Thriller, der mit Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt.

Nach dem Tod des bei allen Menschen sehr beliebten Bauunternehmers Alex Soltau entdeckt dessen Tochter in einem Lagerraum fünf Plastikfässer mit unvorstellbar grausigem Inhalt: verschiedenste Körperteile toter Frauen schwimmen in Konservierungsflüssigkeit. Sofort schaltet sie die Polizei ein, im sicheren Glauben, dass ihr Vater damit niemals etwas zu tun haben könnte.
Die Ermittlungen übernimmt Hauptkommissarin Kira Hallstein zusammen mit ihrem Kollegen Max Lohmeyer. Die beiden bilden ein sehr gutes Team, nicht zuletzt, weil sie oft mehr auf ihr Bauchgefühl vertrauen und weniger auf die gesetzlichen Vorgaben. Welche Ausmaße dieser Fall noch annehmen wird, ist ihnen zunächst nicht klar, doch je tiefer sie in die Vergangenheit von Alex Soltau vordringen, so schauriger werden ihre Erkenntnisse.

Der Schreibstil von Andreas Gößling gefällt mir ausgesprochen gut: die Dialoge wirken glaubwürdig, zusätzlich lässt uns der Autor an den Gedanken seiner Protagonisten teilhaben. Auch die Beschreibungen der Schauplätze sind immer so eindrücklich, dass man alles genau vor sich sieht, obwohl durchaus Orte dabei sind, die man sich lieber nicht genau vorstellen möchte. Elendsstriche, verfallene Gebäude, Folterkeller und alte Militäranlagen sorgen allein schon für Gänsehaut beim Lesen.
Die Charaktere wirken auch sehr authentisch, sie haben eine Vergangenheit, die sie maßgeblich geprägt hat. Kira ist 42 und damit fast 10 Jahre älter als ihr Kollege Max. Das Verschwinden ihres Bruders vor 20 Jahren hat sie niemals überwunden und sie hofft immer noch auf Aufklärung. Max ist ein sehr intuitiver und empathischer Ermittler, der sich in sein Gegenüber schon beinahe zu intensiv einfühlen kann, aber meistens liegt er mit seiner Einschätzung goldrichtig.

Einen minimalen Punktabzug bei der Bewertung gibt es von mir nur, weil manchmal Begriffe verwendet wurden, die mir etwas gewollt „cool“ erschienen, aber das stört nicht wirklich beim Lesen. Und an manchen Stellen musste der Zufall nachhelfen, um der Story die richtige Richtung zu geben, aber auch das ist leicht zu verzeihen bei diesem spannenden Stoff.

Mich hat das Buch jedenfalls durchgehend gefesselt und die dichte, vielschichtige Story hat mich bestens unterhalten. Für zartbesaitete Leser kann ich diesen Thriller leider nicht wirklich empfehlen, denn es geht schon extrem blutig und grausam zur Sache. Wir lernen menschliche Abgründe kennen, die so unvorstellbar sind, dass wir uns wünschen, dies würde alles nur der Phantasie des Autors entspringen. Aber leider sind die geschilderten Zustände und Szenen nur allzu realistisch und für viele Menschen täglicher Alltag und Alptraum. Ein aufrüttelndes Buch, das man nicht zuklappen kann, ohne noch weiter darüber nachzudenken. Was steckt hinter der Fassade scheinbar normaler Mitmenschen? Kennen wir vielleicht gar selbst so einen Wolf im Schafspelz, der ein dunkles Doppelleben führt und unerkannt über Jahrzehnte zahlreiche Morde begeht?

Besonders freut mich, dass der Autor bereits an einer Fortsetzung schreibt, so dass ich auch in Zukunft nicht auf das sympathische Ermittlerduo Kira und Max verzichten muss.

Bewertung:

Ein Gedanke zu „WOLFSWUT von ANDREAS GÖSSLING – Meine Rezension …

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