Tanz der Tarantel von Kirsten Wulf – Meine Rezension…

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch (18. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462046446
ISBN-13: 978-3462046441

Über die Autorin:
Kirsten Wulf, geboren 1963 in Hamburg, arbeitete als Journalistin in Mittel- und Südamerika, Portugal und Israel. Seit 2003 lebt und schreibt sie in Italien.

Über die Reihe:
Zunächst dachte ich, das wäre der Anfang einer Reihe, da auf der Buchrückseite „der erste Fall für Commissario Cozzoli und Elena von Eschenburg“ steht, aber während des Lesens wurde immer wieder auf die Vergangenheit verwiesen und alles schien so, als hätten die Protagonisten schon einiges gemeinsam erlebt.
Es gibt tatsächlich bereits ein Buch, das allerdings nicht als „Krimi“ betitelt wurde, aber die Vorgeschichte zu „Tanz der Tarantel“ beinhaltet:

Der Klappentext:
Am ersten Abend des Festes Santo Paolo feiert Nicola Capone, der erfolgreichste junge Pizzica-Musiker Apuliens, noch einen furiosen Auftritt in der kleinen Stadt Galatina. Am Morgen des dritten Tages liegt er ermordet in einer Kapelle.
Commissario Cozzoli, der vor Kurzem erst aus Mailand in den Süden versetzt wurde, beginnt zu ermitteln – gemeinsam mit der Hamburger Journalistin Elena von Eschenburg. Sie hatte den Musiker für eine Reportage tagelang begleitet. Das ungewöhnliche Ermittlerpaar erkennt schnell, dass in Apulien nichts so ist, wie es scheint – und dass manche Wahrheiten nur die Musik erzählen kann.

Die Geschichte:
Elena lebt nach ihrer Scheidung mit Sohn Ben bei ihrem Onkel Gigi in Apulien. Sie wohnt noch nicht lange in Italien und lernt erst so nach und nach die Bräuche der Gegend kennen. So auch die Tradition der „Pizzica“-Musik, die früher angeblich die Wirkung hatte, besessene Frauen (die sog. „tarantate“) zu heilen, die von einer Tarantel gebissen wurden und deshalb unter einer Art Fluch oder Wahn zu leiden schienen.
Elena lernt den Musiker Nicola kennen, der mit dieser Musik und seiner Band sogar bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Sie begleitet den Mann und seine bunte Truppe einige Tage lang, um Material und Fotos für eine Reportage zu sammeln.
Es steht ein großes Fest bevor zu Ehren der alten Bräuche und der Auftritt von Nicola und seiner Band wird einer der Höhepunkte sein.
Am Morgen des dritten Festtages erhält Elena frühmorgens eine mysteriöse SMS von Nicola, der sie in einer kleinen Kapelle sehen will. Sie packt ihre Kamera ein und fährt trotz einiger Bedenken zum Treffpunkt. Doch dort wartet nicht Nicola auf sie, sondern nur seine sterblichen Überreste – und die Polizei, die sie sofort als Mordverdächtige verhaftet.
Kommissar Cozzoli sitzt derweil noch in Mailand fest, um seine Aussagen bei einem Mafia-Prozess zu machen. Während seiner Abwesenheit beginnt Elena auf eigene Faust mit den Ermittlungen und gerät dabei selbst in Gefahr…

Meine Meinung:
Kirsten Wulfs Schreibstil gefällt mir sehr gut, ihre Charaktere wirken lebendig und authentisch. Großen Wert legt sie auf ausführliche Beschreibungen der Schauplätze und Besonderheiten der Umgebung. Bei so viel Lokalkolorit kann man sich dem literarischen Ausflug nach Süditalien kaum entziehen, man wird unweigerlich in Urlaubsstimmung versetzt.
Die Story an sich ist gut durchdacht, beinhaltet einige unerwartete Wendungen und findet ein schlüssiges Ende.
Leider hat mir die Spannung gefehlt, die trotz des klugen Plots bei mir nicht aufkommen wollte. Vielleicht lag es daran, dass Nebenhandlungen und die Sache mit den Bräuchen sehr viel Raum einnahmen. So wirkte das ganze Buch irgendwie sehr ruhig, ohne besondere Höhen und Tiefen.
Ein weiterer Kritikpunkt ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber es hat mich leider beim Lesen gestört: Elenas Chefin heißt „Angela M. Brunkhorst“ und diese wurde dann meistens (nicht immer) mit „Angela M.“ abgekürzt. Das „M.“ hätte wirklich nicht sein müssen und wirkte irgendwie deplatziert.
Insgesamt hat mich das Buch aber ganz gut unterhalten und ich wäre nicht abgeneigt, auch weitere Fälle von Elena und Kommissar Cozzoli zu lesen.

Fazit:
Ein eher ruhiger, solider Krimi mit sehr viel Lokalkolorit, dem es ein bisschen an Spannung fehlt.

Wertung:
3 von 5 Sterne
Wäre das Buch nicht als „Krimi“ sondern als „Roman“ betitelt worden, hätte ich 4 Sterne vergeben.

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