Bis ans Ende ihrer Tage – Rezension

Der Titel von Jens Østergaards Thriller „Bis ans Ende ihrer Tage“ klingt schon etwas nach Märchen und um etwas Ähnliches geht es auch in diesem Buch.

Jens Østergaard erzählt in seinem Debütroman die Geschichte des Polizisten Thomas Nyland. Er will gerade eine verstörte Frau, die vom Tatort eines Mordes fliehen konnte, ins Krankenhaus bringen, als er von einem Mann niedergestochen wird.
Die Ermittlungen im Mordfall finden erst einmal ohne ihn statt und laufen in eine Sackgasse.
Trotz der Tatsache, dass Thomas sich im Krankenstand befindet, fängt er an, auf eigene Faust zu ermitteln. Er will sich nun auch aus sehr persönlichen Gründen den Täter schnappen.
Hilfe erhält er dabei von einer Spezialistin für slawische Volkssagen, die ihn bald auf die Spur eines wahrhaftigen Drachenjägers führt…

Meine Meinung:
Mit Thomas Nyland, dem Protagonisten, habe ich mich schnell anfreunden können. Er ist ein sympathischer Mann, der hier sehr menschlich dargestellt wird und nicht als übermächtiger Superheld daherkommt. Auch die weiteren Charaktere, sowie die Schauplätze läßt Jens Østergaard real und lebendig wirken. Das Buch lässt sich flüssig und angenehm lesen, kurze Kapitel und geschickte Ortswechsel sorgen dafür, dass keine Längen entstehen.
Der Thematik zufolge bleibt es natürlich nicht aus, dass wir auch einiges über russische Volkssagen erfahren. Ob der Autor hierfür viel recherchiert hat oder ob die im Buch erwähnten Geschichten seiner Fantasie entspringen, kann ich als Laie nicht beurteilen. Ich fand es jedenfalls ganz interessant zu lesen.
Der Plot ist gut durchdacht und die Spannung hält sich zwar auf keinem nervenzerreißend hohen Niveau, aber sie ist durchaus vorhanden. Dass der Täter schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt fest stand, fand ich etwas schade. Ich hätte gerne noch mehr mitgerätselt und mir eventuell die eine oder andere Überraschung in der etwas geradlinigen Story gewünscht.
Manche Gewaltszenen werden für zarte Gemüter vielleicht etwas zu plastisch geschildert, mich hat es allerdings nicht gestört.
Schön fand ich, dass es sich nicht nur um die Ermittlungen dreht, sondern dass den Personen an sich auch genügend Raum gelassen wird.
Der Schluss lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung mit Thomas Nyland geben wird, auf die ich mich auch schon freue.

Fazit: Ein solider Thriller, der mich gut unterhalten hat. Wer totalen Nervenkitzel erwartet, könnte aber etwas enttäuscht sein.

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