Der eiserne Sommer von Angelika Felenda – Meine Rezension…

Taschenbuch: 435 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Originalausgabe (18. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518465422
ISBN-13: 978-3518465424

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Über die Autorin:
Angelika Felenda, geboren in Nördlingen, hat Geschichte und Germanistik studiert und arbeitet als Übersetzerin in München.
„Der eiserne Sommer“ ist der Auftakt zu einer Serie um Kommissär Reitmeyer und ihr erster Roman.

Der Klappentext:
München, 1914. Kommissär Sebastian Reitmeyer hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Während die Bevölkerung wie im Taumel das hundertjährige Bestehen des königlichen Leibregiments feiert, führen ihn seine Ermittlungen in einer Mordserie von den Villen der Großbürger bis ins berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere.
Aber gegen das Militär darf er per Gesetz nicht vorgehen, und der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen. Da macht er eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt. Unmittelbar vor Kriegsausbruch könnte sie das ganze Land in den Untergang stürzen…

Die Geschichte:
Ein junger Mann wird tot aufgefunden, zunächst deutet alles auf einen Unfall hin. Doch Kommissär Reitmeyer und seine Truppe finden bald heraus, dass mehr dahintersteckt. Die Spuren führen in die höheren Kreise der Münchner Gesellschaft und leider auch zum Militär. Reitmeyer wird bald nahe gelegt, sich bedeckt zu halten, was die Ermittlungsergebnisse betrifft. Nichts soll an die Öffentlichkeit dringen, die gerade sowieso in hellem Aufruhr ist angesichts des drohenden Krieges. Leider bleibt es nicht nur bei einem Todesfall und so wird schließlich eine ganze Mordserie daraus, die immer weitere Kreise zieht.
Dass ausgerechnet die Ärztin Caroline und deren Familie ebenfalls in die Vorkommnisse verwickelt sind, macht es Sebastian nicht gerade leichter, denn er hat ein Auge auf die junge Frau geworfen…

Meine Meinung:
Trotz der über 400 Seiten gab es in diesem Buch keine Längen, ich habe mich durchgehend sehr gut unterhalten gefühlt.
Die Charaktere sind prima ausgearbeitet, vor allem Sebastian Reitmeyer, über den wir auch einiges aus seinem Privatleben erfahren dürfen. Die Dialoge wirken realistisch und sorgen oft für ein Schmunzeln, denn die Autorin bringt die manchmal etwas schnoddrige bayerische Art sehr treffend auf den Punkt.
Auch was die Zeit betrifft, in der dieser Krimi angesiedelt ist, wirkt alles sehr authentisch. Sebastian ist erst Anfang Dreißig, trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, er wäre mindestens Mitte 40. Dabei könnte ich gar nicht genau erklären, woran das lag, aber für mich passte es einfach: damals wirkten die Menschen ja oft älter oder ernster.
Der Kriminalfall wird spannend erzählt und ist in seiner ganzen komplexen Vielschichtigkeit bestens durchdacht. Man weiß nie so genau, woran man ist und nicht selten wird der Jäger selbst zum Gejagten – einfach toll geschrieben.
Auch die Verwicklungen der „hohen Herrschaften“ werden glaubhaft und eindrucksvoll dargestellt – wie im richtigen Leben! Der Zwiespalt, in dem Kommissär Reitmeyer steckt, ist sehr gut nachfühlbar: einerseits sein Gerechtigkeitsempfinden, andererseits die Sorge um die eigene Zukunft.
Am Ende holt der grausame Krieg die Protagonisten ein und sorgt noch einmal für Herzklopfen. Und ich freue mich jetzt schon auf Band 2 der Reihe…

Fazit:
Ein solider, gut durchdachter Krimi, der mich gefesselt und sehr begeistert hat. Lebendige Charaktere spielen bis zur letzten Seite ein Katz- und Maus-Spiel der besonders kniffligen, pikanten Art.

Bewertung:
5pfoten

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