Und morgen du von Stefan Ahnhem – Meine Rezension …

Broschiert: 560 Seiten
Verlag: List Verlag (12. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471351051
ISBN-13: 978-3471351055
Originaltitel: Offer utan ansikte
Preis: 16,99 EUR

Der Klappentext:
Ein Klassenfoto, drei Tote. Wer wird der Nächste sein?
Helsingborg, Südschweden. Kommissar Fabian Risk ist gerade in sein idyllisches Heimatstädtchen zurückgekehrt. Er möchte endlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch dann wird in seiner alten Schule eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. Daneben liegt ein Klassenfoto. Darauf abgebildet ist Risks alte Klasse, das Gesicht des Mordopfers mit einem Kreuz markiert. Und das ist erst der Beginn einer Mordserie, bei der der Mörder Risk und seiner Familie immer näher kommt.

Meine Meinung:

Zunächst zum löblichen Teil: der Schreibstil von Stefan Ahnhem ist sehr spannungsgeladen, er versteht es, den Leser zu fesseln. Seine Charaktere wirken lebendig, er gibt ihnen Tiefe und Persönlichkeit.
Die Hauptfigur Fabian Risk empfand ich als nicht uneingeschränkt sympathisch, sondern er ist eher ein Typ mit Ecken und Kanten. Zuweilen ist er anstrengend, da er unbedingt seine Alleingänge durchziehen muss, aber das ist ja nicht unbedingt neu in diesem Genre.

Das Buch ist gegliedert in Teil 1 und Teil 2. Im ersten Teil schien schnell festzustehen, wer hinter allem steckt, doch geschickte Wendungen sorgen für Überraschungen. Vieles war trotzdem nur allzu leicht vorhersehbar, was ich sehr schade fand. Noch mehr gestört hat mich allerdings, dass der Autor die Ermittler bei allzu Offensichtlichem ewig im Dunkeln tappen ließ, das nervte beim Lesen.
Im zweiten Teil des Buches wird es dann zunehmend actionreicher, die Leichen stapeln sich quasi schon fast. Manche Szenen kamen mir unnötig ausführlich und extra blutig vor, das wirkte auf mich schon fast effektheischend.

Der Kriminalroman mutierte meiner Meinung nach zunehmend zu einem Actionthriller und die Glaubwürdigkeit nahm in gleichem Maße ab. Der Täter wirkt am Ende wie eine Kreuzung aus MacGyver, Chuck Norris und Superman – es scheint kaum noch Grenzen für ihn zu geben. Da ist sein Unterschlupf, bei dem jeder James Bond – Bösewicht vor Neid erblassen würde, nur noch eine passende Zugabe.
Es wurde immer unwahrscheinlicher und die Logik blieb oft außen vor, wie beispielsweise in der Szene, in der ein Mann durch zentimeterdicken Staub robbt und hinterher keinerlei Spuren hinterlässt.

Wie eingangs erwähnt, fand ich den Schreibstil an sich wirklich gut und ich würde auch noch einen weiteren Teil der Reihe lesen. Nur hoffe ich, dass der Autor dann weniger ins Unmögliche abgleitet und eher beim soliden Krimi bleibt.
Das Ermittlerteam fand ich insgesamt recht sympathisch und da man auch vieles aus dem Privatleben der Charaktere erfahren hat, interessiert mich, wie es mit ihnen weitergeht.

Fazit:
Ein sehr fesselnd geschriebener Krimi, der eigentlich eher wie ein Thriller wirkt. Manchmal unnötig blutig, stellenweise sehr vorhersehbar und am Ende immer unrealistischer … als Auftakt einer Reihe ganz ok, aber für den nächsten Teil wünsche ich mir mehr Authentizität.

Bewertung:
3pfoten

Ein ganz lieber Dank geht an Bücher Pustet für das Leseexemplar! 🙂

2 Gedanken zu „Und morgen du von Stefan Ahnhem – Meine Rezension …

    • Hat aber die meisten anderen Leser anscheinend nicht gestört. 🙂
      Manchmal denke ich, ich bin zu kritisch. Dann bin ich wieder froh, wenn ich ähnliche Rezensionen lese …

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