MÖRDERISCHER SOMMER von TOM CALLAGHAN – Meine Rezension …

Titel: Mörderischer Sommer
Verlag: HoCa – Atlantik
ISBN: 978-3-455-00123-5
Einband: Klappenbroschur
Produktart: Taschenbuch
Seiten: 336
Erscheinungsdatum: 24.04.2018
Übersetzung: Sepp Leeb, Kristian Lutze
Autor: Tom Callaghan
Teil 3 der „Akyl Borubaew“-Reihe

Nach „Blutiger Winter“ und „Tödlicher Frühling“ findet die grandiose Thrillerreihe über (Ex-)Inspektor Akyl Borubaew mit „Mörderischer Sommer“ eine gelungene Fortsetzung.

Wer die ersten beiden Teile noch nicht kennt, sollte diese Wissenslücke möglichst schnell schließen, denn es lohnt sich wirklich. Akyl ist ein Protagonist, mit dem man gerne auf Jagd nach den miesesten Individuen geht, die sich so auf Gottes Erde tummeln. Als ehemaliger Inspektor der Mordkommission hat er schon Dinge gesehen, die anderen Menschen nicht mal in ihren schlimmsten Alpträumen einfallen würden. Er wurde gefoltert, gequält, angeschossen und im Privatleben hat er auch noch seine geliebte Frau an den Krebs verloren.
Man sollte denken, er hätte kapituliert und wäre einer dieser missmutigen Ermittlertypen, die ihren täglichen Kummer in Alkohol ertränken, aber weit gefehlt. Akyl geht tapfer seinen Weg, jammert kaum und sieht seine Bestimmung darin, den unschuldigen Toten Genugtuung zu verschaffen, indem er die Bösewichte unter die Erde oder im besten Fall hinter Gitter bringt.

Im dritten Band verschlägt es Akyl ins heiße Dubai, ein echter Kontrast zum kalten Kirgisistan. Der Minister für Staatssicherheit hat leider etwas „verloren“: seine Geliebte und eine Menge Geld. Er ködert Akyl damit, dass er im Erfolgsfall seinen alten Job als Inspektor bei der Mordkommission wieder zurück bekommen würde.

Schon bald steckt Akyl wieder mittendrin in den übelsten Kreisen und darf sich mit Zuhältern, Menschenhändlern und anderen „freundlichen“ Gestalten herumplagen. Es wird blutig und grausam und manchmal tut es beim Lesen weh, wenn man ein empathischer Mensch ist. Für zartbesaitete Gemüter ist diese Reihe wohl eher weniger geeignet, man sollte schon Szenen im Tarantino-Style ertragen können.

Was mir besonders gut gefällt, das ist Tom Callaghans einzigartiger Schreibstil. Dieser Mann kann einfach nicht ernst bleiben: es gibt keine Zeile, die nicht von Sarkasmus, Ironie und schwarzem Humor geprägt ist. Man hat trotz aller Grausamkeit und Tragik irgendwie ständig ein Grinsen im Gesicht beim Lesen.
Dazu schreibt er noch absolut fesselnd, hält uns mit überraschenden Wendungen und kleinen emotionalen Lichtblicken in Atem. Die Seiten fliegen nur so dahin und ich freue mich heute schon auf eine Fortsetzung, die dann sicher im Herbst angesiedelt sein wird. Hoffentlich ist mit den Jahreszeiten die Reihe nicht beendet.

Eine Thrillerreihe mit extrem viel schwarzem Humor, einem absolut sympathischen Hauptdarsteller, massig Blut und zahlreichen Toten, die sich dieses Schicksal allerdings meist redlich verdient haben. Unbedingt lesen!

Bewertung:

FORGOTTEN GIRL von EVA-MARIA SILBER – Meine Rezension …

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Dp Digital Publishers Gmbh (27. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960873778
ISBN-13: 978-3960873778
Autorin: Eva-Maria Silber

Meine Meinung:
Eine Besonderheit an Eva-Maria Silbers spannenden Thrillern ist, dass sie als Basis ungelöste Kriminalfälle aufgreift. Als ehemalige Rechtsanwältin mit einem guten kriminellen Gespür macht sie sich ihre eigenen Gedanken über den Tathergang und packt diese in extrem fesselnder Form zwischen die Buchdeckel.

In „Forgotten Girl“ geht es um einen sehr grausamen Mord an drei Teenagern, die nachts beim Zelten überfallen wurden. Zwei Jugendliche überleben das Massaker teils schwer verletzt und trotzdem kann der Fall nicht gelöst werden. Katharina leidet unter einer Amnesie und auch Sebastian kann mit seiner Aussage nichts Erhellendes beitragen.
Für Ermittlerin Janna Habena ist es der erste große Mord ihrer Polizeilaufbahn und auch dreißig Jahre später lässt er sie nicht los. Immer wieder rollt sie den „Cold Case“ wieder auf und versucht, neue Spuren zu finden oder mithilfe aktueller Technik noch etwas aus den alten Beweismitteln herauszuholen.

Als Janna schon gar nicht mehr daran glaubt, meldet sich Katharina mit einem neuen Hinweis bei ihr. Sie hat einen Teil ihres Gedächtnisses wiedererlangt. Außerdem trifft sie im Revier auf ihren damaligen Schwarm Sebastian und die beiden werden tatsächlich ein Paar. Doch darf Katharina ihren grausamen Erinnerungen trauen oder spielt ihr das Gehirn einen Streich? Und was ist Sebastians Rolle in dem Mordfall?

Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Schreibstil ist stellenweise sehr nüchtern-faktisch, liest sich fast wie ein Polizeibericht. Das hat mir prima gefallen, macht aber die blutigen Szenen nicht weniger erschreckend. Die Autorin schont die Leser nicht, nimmt sie mit in den Obduktionssaal und beschreibt authentisch die Gedanken und Reaktionen der betroffenen Personen.
Umso menschlicher und verletzlicher wirken die Protagonisten, man kann sich gut in sie hineinversetzen, fühlt mit ihnen.
Ein Teil des Buches erzählt die Geschichte der Ermittler, in einigen Kapiteln lernen wir dagegen direkt die Sicht der überlebenden Katharina kennen. Ihr Trauma ist erschreckend, alles erscheint sehr real und nachvollziehbar, obwohl sie nur Fiktion ist und mit den wahren Begebenheiten des alten Falles nichts zu tun hat.

Eva-Maria Silber hat ein Szenario erschaffen, das den Leser sofort in seinen Bann zieht. Man leidet mit Katharina, man rätselt mit Janna und die Jahre ziehen dahin, ohne dass der Mörder zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Auflösung ist gleichermaßen erschreckend wie überraschend und hat mich vollends überzeugt.

Ich werde sicher auch weitere Bücher von ihr lesen und kann diesen Thriller nur wärmstens weiterempfehlen! Authentisch, blutig, spannend, psychologisch tiefgreifend – ein gelungenes Gesamtpaket.

Bewertung:

DEZEMBERMORD von JOCHEN FRECH – Meine Rezension …

Kriminalroman
Broschur 416 Seiten
ISBN 978-3-7408-0176-2
Verlag: Emons
Autor: Jochen Frech
Teil 2 der „Moritz Kepplinger“-Reihe

Meine Meinung:
Bereits der erste Teil der Reihe mit dem Titel „Hochsommermord“ hatte mir super gefallen und so war es klar, dass ich auch den Nachfolger haben musste.
Wer den ersten Band nicht kennt, hat durchaus etwas verpasst, aber das Buch lässt sich auch ohne Vorkenntnisse gut verstehen. Ich persönlich lege immer Wert darauf, alle Teile der Reihe nach zu lesen, um die Entwicklung der Figuren und ihres Privatlebens mitzuerleben.

Moritz und seine Kollegin Lea sind ein sympathisches und gut eingespieltes Ermittlungsteam, das auch gerne abseits der Dienstvorschriften agiert. Sie sind bereit, für ihre Überzeugungen einzustehen, wenngleich sie von Vorgesetzten und Kollegen gern belächelt werden für ihre Ideen. Am Ende zeigt sich dann schon, wer den richtigen Riecher hatte.

Besonders gefallen hat mir die realistische Darstellung der oft sehr langwierigen und wenig aufregenden Polizeiarbeit, die der Autor natürlich als Insider am besten kennen muss. Viele Befragungen, Akten wälzen, Recherchen und Zusammentragen der wenigen Fakten wechseln sich hier ab mit spannenden Szenen, die man eher in einem Thriller vermuten würde.
Der Tod eines scheinbar Obdachlosen in einem Parkbrunnen gibt Moritz diesmal große Rätsel auf. Nichts will so richtig ins Bild passen und es ist noch nicht einmal sicher, ob es sich um einen tragischen Unfall oder um Mord handelt. Die weiteren Nachforschungen bringen Geheimnisse zutage, die am Ende ein stimmiges Szenario ergeben. Dabei spielt auch die Vergangenheit eine große Rolle.
Der Krimi ist vielschichtig, fesselnd, reich an Überraschungen und manchmal auch etwas blutig. Jochen Frechs Schreibstil ist einfach toll, sehr atmosphärisch und lebendig mit glaubhaften Charakteren und Dialogen.

Ich empfehle die Reihe gerne weiter und hoffe, dass wir bald mehr von Moritz und Lea lesen dürfen.

Bewertung:

DAS GRAB UNTER ZEDERN von REMY EYSSEN – Meine Rezension …

Kriminalroman
477 Seiten / Ullstein Verlag
ISBN-13 978-3-548-28907-6
Erscheinungsdatum: 11.05.2018
Band 4 der „Leon Ritter“-Reihe
Autor: Remy Eyssen

Meine Meinung:
Als großer Fan dieser Reihe musste ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit Leon, Isabelle und Lilou weiter geht. Im Privatleben des Paares gibt es allerdings keine großen Veränderungen, dafür wird es wieder sehr spannend, was den Fall angeht.
Zunächst wird Leon, der ja „nur“ Rechtsmediziner ist, von einigen Polizisten lediglich müde belächelt, als er einen Unfalltoten und einen Selbstmörder als Mordopfer identifiziert. Doch je mehr er eigene Nachforschungen anstellt, umso klarer wird, dass er einer ganz großen Sache auf der Spur ist, die weiter in die Vergangenheit und auf die idyllische Insel Porquerolles führt.
Allerlei skurrile Gestalten vom nervenden Medizinerkollegen über eine Hexe bis hin zum rollstuhlfahrenden Ex-Fremdenlegionär mit Schoßhündchen machen die Story alleine schon zu einem Lesevergnügen, aber natürlich hat dieser Krimi noch viel mehr zu bieten.
Eine spannende Geschichte, die von allerlei Überraschungen und Wendungen begleitet wird und die den Leser zu fesseln weiß von der ersten bis zur letzten Seite. Besonders gefällt mir an dieser Reihe auch, dass alles recht realistisch wirkt: die kleinen Zwistigkeiten in der Beziehung zwischen Leon und Isabelle, die Reibereien im Kollegenkreis bei der Polizei und der Rechtsmedizin und auch das Leben in Südfrankreich im Allgemeinen.
Für mich ist dieses Buch auch wieder ein Stückchen Urlaub gewesen und ich freue mich schon heute auf eine Fortsetzung.

Bewertung:

EISKALTER HUND von OLIVER KERN – Meine Rezension …

Eiskalter Hund von Oliver Kern

Hörbuch CD (gekürzt), 5 CDs, Laufzeit: ca. 379 Minuten
ISBN: 978-3-8371-4087-3
Verlag: Random House Audio
Erscheinungsdatum: 12.03.2018
Autor: Oliver Kern

Meine Meinung:
Ehrlich gesagt habe ich zu diesem Hörbuch in erster Linie gegriffen, weil ich Michael Schwarzmaier als Sprecher so grandios finde. Der Autor Oliver Kern war mir dagegen noch unbekannt, aber er konnte mich mit diesem Auftakt zu einer neuen Krimireihe absolut von seinen Schreibkünsten überzeugen.

Die Hauptfigur ist keinesfalls der ermittelnde Polizist, sondern vielmehr ein Lebensmittelkontrolleur: Fellinger ist sein Name, der Vorname „Berti“ wird dagegen kaum erwähnt. Womit wir auch schon bei den betont freundlichen bayerischen Umgangsformen wären, über die man im Lauf der Geschichte des Öfteren schmunzeln kann. Fellinger ist kein ausgesprochener Menschenfreund und schon aufgrund seines Jobs auch seinerseits nicht gerade beliebt bei manchen seiner Mitmenschen. Er grantelt sich so durchs Leben und schert sich nicht viel um die Meinung anderer, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann gibt er nicht mehr auf.
So kommt es, dass er bei einer Kontrolle im Kühlraum eines Chinarestaurants einen tiefgefrorenen Hund entdeckt, dessen Frauchen scheinbar spurlos verschwunden ist. Fellinger lässt das keine Ruhe mehr und er steckt seine Nase immer tiefer in Angelegenheiten, die ihn eigentlich gar nichts angehen. Das stört nicht nur die zuständige Polizeibehörde, sondern auch noch allerlei mehr oder weniger zwielichtige Gestalten, auf die er im Lauf seiner Nachforschungen stößt.

Die Geschichte ist gleichermaßen amüsant wie spannend und überzeugt nicht nur durch die teils recht skurrilen Figuren, sondern vor allem auch durch die vielen Überraschungen und Wendungen. Man kann sich niemals sicher sein, ob sich am Ende nicht wieder alles ganz anders darstellt – und das tut es dann auch tatsächlich.
Mir hat der lockere humorvolle Schreibstil prima gefallen und Fellinger als Hauptperson ist mir auch echt sympathisch. Normalerweise vertrage ich es ja gar nicht, wenn Hunde zu Schaden kommen, aber hier war es gut auszuhalten.

Für mich ist klar, dass ich auch weitere Teile dieser Reihe unbedingt lesen oder hören muss. Oliver Kern hat einen neuen Fan gewonnen und ich empfehle dieses Buch gerne weiter.

Bewertung:

Daggis Büchersommer 2018

Wir Lesewütigen sind herzlich eingeladen, an Daggis Büchersommer-Challenge teilzunehmen. HIER findet ihr alle Infos und die Ausschreibung.

Meine Fortschritte werde ich auf dieser Seite regelmäßig ergänzen. Viel Spaß euch allen!

Gelesene Bücher:
Forgotten Girl / Eva-Maria Silber (Fünf Teenies zelten an einem See und werden brutal überfallen.)
Mörderischer Sommer / Tom Callaghan (Der Titel sagt alles … heiß und blutig)
Ins Dunkel / Jane Harper (Eine Wanderung durch den Dschungel mit tödlichem Ausgang)
Vier Tage in Kabul / Anna Tell (Es ist heiß in Kabul, also Sommerbuch *g*)

UNSERE LOVE STORY von SUSANNE RADEMACHER – Meine Meinung …

Verlag Herder
1. Auflage 2018
Gebunden
120 Seiten
ISBN: 978-3-451-38127-0
Bestellnummer: P381277
Autorin: Susanne Rademacher

Meine Meinung:
Dieses Album bzw. Erinnerungsbuch ist wirklich eine Beziehungsdokumentation, die richtig ins Detail geht. Stellenweise so sehr, dass ich schon fast dazu raten möchte, das Buch bereits vorsorglich mal zu besorgen, um von Anfang an alles mitzuschreiben, denn es sind Daten und Fakten gefragt, die man nach einigen Jahren Zusammensein möglicherweise nicht mehr parat hat.
Nicht nur beispielsweise Datum, Art des Kennenlernens und eigene Gedanken dazu sind gefragt, sondern auch Erinnerungsstücke, Fotos und alles, was man mit seiner großen Liebe in Verbindung bringt. Vom ersten Date über Verlobung (wenn man denn eine hat / hatte), Hochzeit bis hin zu den wichtigsten Hochzeitstagen findet sich alles in diesem Album.

Zur äußeren Gestaltung kann ich persönlich nur sagen, dass ich mir vielleicht eine neutralere Farbe gewünscht hätte, etwa ein edler Braunton, auf dem auch die hübsche Goldprägung noch besser zur Geltung käme.
Die Oberfläche könnte eventuell noch etwas pflegeleichter sein, so dass es auch nach langer Beanspruchung nicht abgegriffen aussieht.

Ansonsten ist dieses Album, das im Inneren sehr ansprechend und farblich stimmig gestaltet ist, bestimmt eine prima Bereicherung, Begleitung und stetige Erinnerung für zwei Menschen, die sich gefunden haben. Meiner Einschätzung nach wird es eher von Frauen gekauft werden. Zumindest die Männer, die ich so kenne, denken da eher pragmatisch und der nötige Sinn für Romantik fehlt.

Bewertung:

IN TÖDLICHER STILLE von KATE RHODES – Meine Rezension …

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (6. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548289266
ISBN-13: 978-3548289267
Originaltitel: Blood Symmetry
Autorin: Kate Rhodes
Teil 5 der Alice Quentin-Reihe

Meine Meinung:
Im fünften Teil der spannenden Reihe geht es um eine Ärztin, die morgens beim Joggen mit ihrem Sohn entführt wird. Ihrem Sohn Mikey gelingt es jedoch, sich aus dem Auto der Entführer zu befreien, er wird in die Obhut der Polizei genommen.
Alice Quentin ist Kriminalpsychologin und hat bereits viel Erfahrung mit traumatisierten Kindern sammeln können. Sie bekommt die schwere Aufgabe, irgendwie zu Mikey vorzudringen, um an wichtige Informationen zu gelangen, doch dieser ist fast völlig verstummt und total verstört.
Währenddessen ermittelt ihr Freund Don Burns mit seinem Team in alle möglichen Richtungen. Aber es ist wieder Alice, die endlich einen gemeinsamen Nenner findet: es gibt weitere Opfer und alle haben irgendwie medizinisch mit Blut zu tun. Weitere Spuren führen schließlich zu einem großen Skandal in der Vergangenheit: tausenden Patienten wurden verseuchte Blutkonserven verabreicht, durch die sie an HIV, Hepatitis oder anderem erkrankten.

Der Krimi ist in weiten Teilen geprägt von der titelgebenden Stille, denn Alice muss mit Mikey so behutsam umgehen, dass viel Geduld vonnöten ist. Aber auch Action und viel Blut sind Bestandteil der Story, die ich sehr fesselnd und spannend fand. Tolle, lebendige Charaktere, die ich schon in den Vorgängerbänden lieb gewonnen habe und ein wunderbarer Schreibstil sorgen für beste Leseunterhaltung.

Besonders berührend fand ich, dass es den Blutskandal, den Kate Rhodes in den Mittelpunkt dieses Buches gestellt hat, wirklich gab. Sie schreibt darüber am Ende der Geschichte und erklärt, dass sie selbst bzw. ihr Mann davon betroffen waren. Diese Vermischung aus Realität und Fiktion finde ich immer sehr mitreißend.

Bewertung:

STILVOLL HEIRATEN von SUSANNE RADEMACHER – Meine Rezension …

Verlag Herder
1. Auflage 2018
Gebunden mit Leseband
192 Seiten
ISBN: 978-3-451-38118-8
Bestellnummer: P381186
Autorin: Susanne Rademacher

Meine Meinung:
Menschen, die mich kennen, werden sich jetzt wundern über diese Lektüre, denn die Gestaltung meines „großen Tages“ fand in einem Stil statt, der in diesem Buch nur auf Seite 72 kurz erwähnt wird und der alle anderen Seiten irgendwie automatisch überflüssig werden lässt: Elopement.
Susanne Rademacher erwähnt den Begriff neben weiteren Übersetzungen, denn auch im Heiratsgewerbe halten zunehmend englische Begriffe Einzug.
„Elopement“ bedeutet, dass sich das Paar still und heimlich trauen lässt, entweder gleich in der Heimatstadt oder vielleicht während eines gemeinsamen Urlaubs. Das macht automatisch die meisten Planungen überflüssig, zu denen Susanne Rademacher in diesem Ratgeber tolle Tipps gibt.

Erst mal zum Äußeren, denn das ist ja der bekanntlich erste Eindruck. Das Buch hat ein recht handliches Format und die farbliche Gestaltung passt auch sehr gut zum Anlass: ein dezentes Rosa mit goldenen Prägedruckelementen. Wenn man das Buch intensiv nutzt und oft in der Hand hat, könnte es allerdings sein, dass der matte Einband nicht lange so gut aussieht, hier hätte ich vielleicht zu einer Laminierung tendiert.
Das Lesebändchen ist grundsätzlich prima, wahrscheinlich wird eines nicht ausreichen, aber dafür gibt es schließlich schöne bunte Post-its.

Innen ist alles prima unterteilt in die einzelnen wichtigen Kapitel vom Hochzeitsoutfit über die Gäste bis hin zur eigentlichen Tagesplanung. Überall finden sich übersichtliche Checklisten, viel Raum für eigene Notizen, Budgetplanungshilfen und vieles mehr, was die turbulente Zeit vor dem besonderen Tag sicher erleichtert. Sie denkt wirklich an alles, bis hin zu Smalltalkstichworten auf den Tischkärtchen (wer kommt auf so was?).

Zu allen Bereichen gibt die bekannte Hochzeitsbloggerin auch noch Insidertipps und nennt viele Anlaufstellen und Shops im Internet, bei denen man sich Anregungen holen kann oder bei denen man direkt einkaufen könnte.
Die einzelnen Kapitel sind am Rand der Seiten verschiedenfarbig gekennzeichnet und manchmal mit schönen farbigen Illustrationen untermalt – wirklich schön gestaltet.

Auch wenn ich selbst jetzt in absehbarer Zeit nicht heiraten möchte, fand ich die Lektüre sehr interessant und lehrreich. Einige alte Bräuche sind mittlerweile passé, wie das Streuen von Reis, dafür gibt es neue Rituale, von denen ich vorher noch nie gehört hatte.

Alles in allem kann ich das Buch wärmstens weiterempfehlen, denn ich denke, dass es dem künftigen Brautpaar von großem Nutzen sein kann. Es stehen so viele Kleinigkeiten drin, die man im Eifer des Gefechts gern vergisst. Wenn man sich allerdings an diese Tipps hält, dann kann eigentlich kaum noch etwas schief gehen.

Bewertung: