{"id":103,"date":"2014-04-13T22:29:11","date_gmt":"2014-04-13T21:29:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=103"},"modified":"2014-04-13T22:33:30","modified_gmt":"2014-04-13T21:33:30","slug":"und-im-wienerwald-stehen-noch-immer-die-baeume-ein-juedisches-familienschicksal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=103","title":{"rendered":"Und im Wienerwald stehen noch immer die B\u00e4ume: Ein j\u00fcdisches Familienschicksal"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3716027103\/ref=as_li_tf_il?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3716027103&#038;linkCode=as2&#038;tag=beastybueche-21\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"http:\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&#038;ASIN=3716027103&#038;Format=_SL250_&#038;ID=AsinImage&#038;MarketPlace=DE&#038;ServiceVersion=20070822&#038;WS=1&#038;tag=beastybueche-21\" ><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=beastybueche-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3716027103\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<p>Gebundene Ausgabe: 320 Seiten<br \/>\nVerlag: Arche; Auflage: 1 (Februar 2014)<br \/>\nSprache: Deutsch<br \/>\nISBN-10: 3716027103<br \/>\nISBN-13: 978-3716027103<br \/>\nOriginaltitel: Och i Wienerwald star tr\u00e4den kvar<\/p>\n<p><strong>Kurzbeschreibung auf <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3716027103\/ref=as_li_tf_il?ie=UTF8&#038;camp=2514&#038;creative=9386&#038;creativeASIN=3716027103&#038;link_code=as3&#038;tag=beastybueche-21\" target=\"_blank\">amazon.de<\/a>:<\/strong><br \/>\nDer ersch\u00fctternde Dokumentarroman \u00fcber das Schicksal einer j\u00fcdischen Familie aus Wien und eine ungew\u00f6hnliche Freundschaft in Schweden w\u00e4hrend der Nazi-Zeit. Otto Ullmann aus Wien, der 1939 mit 13 Jahren als eines von 100 j\u00fcdischen Kindern nach Schweden einreist; Ingvar Kamprad, der Sohn eines schwedischen Gro\u00dfgrundbesitzers, der sich fr\u00fch den Nationalsozialisten anschlie\u00dft und 1943, mit 17 Jahren, die M\u00f6belfirma IKEA gr\u00fcndet. \u00dcber ein Jahrzehnt hinweg sind die beiden befreundet, und Otto, der seine Familie in Auschwitz verlor, ist nach dem Krieg einer der ersten Mitarbeiter des sp\u00e4teren Weltkonzerns. Was verband diese beiden so unterschiedlichen Menschen? Elisabeth \u00c5sbrink erz\u00e4hlt aber noch mehr: Anhand von 500 im Nachlass von Otto Ullmann gefundenen Briefen, die seine Eltern ihm zwischen 1939 und 1944 fast t\u00e4glich schrieben, entfaltet sie das Schicksal dieser j\u00fcdischen Familie und offenbart ein \u00bbEpizentrum des Kummers\u00ab. Eine weitere, einzigartige Geschichte aus dunkler Zeit, die dem Vergessen entgegenwirkt.<\/p>\n<p><strong>Zur Autorin:<\/strong><br \/>\nElisabeth \u00c5sbrink, geboren 1965, lebt als Schriftstellerin, Journalistin, Fernsehproduzentin und Autorin in Stockholm. Sie arbeitet au\u00dferdem f\u00fcr Schwedens popul\u00e4rstes Radioprogramm Sommar in P1, wo sie u. a. Sendungen f\u00fcr das fr\u00fchere ABBA-Mitglied Bj\u00f6rn Ulvaeus produziert hat. \u203aUnd im Wienerwald stehen noch immer die B\u00e4ume\u2039 ist ihr drittes Buch, f\u00fcr das sie 2011 mit dem August-Preis f\u00fcr das beste Sachbuch des Jahres ausgezeichnet wurde. www.elisabethasbrink.se<br \/>\n(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dtv.de\/autoren\/elisabeth_asbrink_17322.html\" target=\"_blank\">dtv.de<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Meine Meinung:<\/strong><br \/>\nOtto lebt mit seinen Eltern Josef und Elise in Wien. Sie spielen Tennis, sind regelm\u00e4\u00dfige G\u00e4ste in der Oper, aber auch bei Fu\u00dfballspielen. Der Vater ist angesehener Journalist, die Familie ist zufrieden und gl\u00fccklich, sie haben viele Freunde und enge Beziehungen zu ihren Verwandten. Doch dann schleicht sich der pure Horror in diese Idylle und dieser hat einen Namen: Antisemitismus.<br \/>\nElisabeth \u00c5sbrink schildert die Anf\u00e4nge der Verfolgung und wie sich die Lage f\u00fcr die kleine Familie immer mehr zuspitzt. Schlie\u00dflich ergreifen die Ullmanns die einmalige Chance, wenigstens ihren 13-j\u00e4hrigen Sohn Otto in Sicherheit zu bringen. Er ist eines von 100 auserw\u00e4hlten Kindern, die nach Schweden einreisen d\u00fcrfen. Der Abschied f\u00e4llt nat\u00fcrlich nicht leicht.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die offene T\u00fcr des Eisenbahnwaggons lockte dunkel mit Rettung, doch sobald Otto hinaufgestiegen war, sp\u00fcrte er den Verlust im R\u00fccken. Von der Sonne in den Schatten.&#8220;<\/em> (Zitat Seite 91)<\/p>\n<p>Der zuweilen etwas poetisch anmutende Schreibstil dr\u00fcckt vieles durch Bilder und gewollte Wiederholungen aus. Elisabeth \u00c5sbrink hat es geschafft, mich ganz in diese bedr\u00fcckende Atmosph\u00e4re zu entf\u00fchren, die Verzweiflung und Not der Familie wird greifbar.<br \/>\nDazu tragen vor allem auch die vielen \u00fcberlieferten Briefe bei, die Ottos Eltern nach Schweden geschrieben haben. Zahlreich werden diese im Buch verwendet und lassen die Familie Ullmann f\u00fcr einen Moment wieder lebendig werden. Man f\u00fchlt mit ihnen, leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen \u00fcber die Fortschritte, die Otto in der Ferne macht.<br \/>\nOttos Antwortbriefe sind zwar nicht mehr erhalten, aber seine Sicht der Dinge erg\u00e4nzt nat\u00fcrlich die Seiten. Genau wie viele Informationen \u00fcber die politische Lage der Zeit, die mir teilweise noch vollkommen neu war und deshalb sehr interessant.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Briefe, die Tag f\u00fcr Tag eintrafen, waren sowohl Rettungsleine als auch Stacheldraht, Wiedersehen und Abschied, zuerst machten sie ihn froh, dann hatte er genug von ihnen, es war einfach kein Platz f\u00fcr alles.&#8220;<\/em> (Zitat Seite 183)<\/p>\n<p>Otto muss sich einleben in einer vollkommen neuen Umgebung, was ihm nicht immer leicht f\u00e4llt. Zun\u00e4chst lehnt er sich noch etwas auf, doch bald f\u00fcgt er sich in sein Schicksal und all das spiegelt sich in den Briefen wider.<br \/>\nDie Eltern sind derweil in Wien ihres ganzen normalen Lebens beraubt und fast alles, was ihnen noch bleibt, ist der Briefkontakt mit ihrem Sohn und die Hoffnung, dass die Entscheidung richtig war und ihn ein besseres Leben erwartet.<br \/>\nDie Briefe haben mich sehr ber\u00fchrt und teilweise sogar zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrt. Obwohl sie keinerlei Mitteilungen dar\u00fcber enthalten, was sich wirklich in Wien zugetragen hat und wie schlimm das Leben der Familie war, kann man doch zwischen den Zeilen deutlich die Verzweiflung herauslesen. Die Formulierungen \u00e4ndern sich im Laufe der Zeit, doch was bleibt, ist immer ein Schimmer von Hoffnung. Sogar noch in dem Brief, den Ottos Vater am 26.09.1942 abgeschickt hat und in dem er schrieb:<br \/>\n<em>&#8222;Wir m\u00fcssen n\u00e4mlich in ein paar Tagen \u00fcbersiedeln. Wenn Du ohne unsere Nachrichten bleibst, dann nimm es Dir nicht zu sehr zu Herzen. &#8230; Lieber Junge, wir sind nicht traurig, und Du sollst es auch nicht sein.&#8220; <\/em>(Zitat Seite 334)<br \/>\nUnd doch machen diese Worte sogar mich traurig, nach so vielen Jahrzehnten, vor denen sie geschrieben wurden.<\/p>\n<p>Das Buch l\u00e4sst die Schrecken dieser Zeit anhand des konkreten wahren Beispiels einer zerrissenen Familie wieder aufleben. Die Briefe zeugen von der Verzweiflung und der Hoffnung und sind sehr aufr\u00fchrend. Die \u00fcbrigen Informationen zur politischen Lage, die vor allem die Rolle Schwedens in diesem Kriegsdrama in den Vordergrund stellen, waren ersch\u00fctternd und informativ.<br \/>\nNicht zuletzt f\u00fchrt uns Elisabeth \u00c5sbrink auch in einer langen Aufz\u00e4hlung vor Augen, dass Antisemitismus keineswegs eine neue Erfindung ist, sondern vielmehr eine lange erschreckende &#8222;Tradition&#8220; hat, die bereits in den Anf\u00e4ngen unserer Zeitrechnung ihren Ursprung hat. Was lernen wir daraus? Dass Geschichte sich wiederholt und dass Verfolgung und Ausgrenzung von Minderheiten oder Andersartigen auch heutzutage noch an der Tagesordnung ist. Vielleicht nicht so offensichtlich in Europa, aber anderswo weltweit. <\/p>\n<p>Die Furcht vor dem Fremden und die Angst um die eigene Zukunft ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst &#8211; und wird auch erst mit ihr zusammen aussterben.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nEin sehr ber\u00fchrendes, aufw\u00fchlendes Buch \u00fcber ein Familienschicksal, das stellvertretend f\u00fcr so viele Leidende, Verfolgte und Get\u00f6tete steht. Interessant ist auch die Verbindung zum inzwischen weltbekannten IKEA-Gr\u00fcnder, die vor allem am Ende des Buches beleuchtet wird.<\/p>\n<p>Dem Buch gebe ich 4 von 5 Sterne, da ich mir noch etwas mehr Informationen \u00fcber den Verbleib mancher Personen gew\u00fcnscht h\u00e4tte und zum weiteren Leben von Otto.<\/p>\n<p>Bei <a href=\"http:\/\/www.daggis-welt.de\/15506\/daggis-buch-challenge-2014\/\" target=\"_blank\">Daggis Buch-Challenge 2014<\/a> streiche ich f\u00fcr dieses Buch Punkt 30 von meiner Liste!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebundene Ausgabe: 320 Seiten Verlag: Arche; Auflage: 1 (Februar 2014) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3716027103 ISBN-13: 978-3716027103 Originaltitel: Och i Wienerwald star tr\u00e4den kvar Kurzbeschreibung auf amazon.de: Der ersch\u00fctternde Dokumentarroman \u00fcber das Schicksal einer j\u00fcdischen Familie aus Wien und eine ungew\u00f6hnliche &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=103\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-103","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rezensionen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=103"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106,"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103\/revisions\/106"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}