{"id":1893,"date":"2015-06-14T22:19:56","date_gmt":"2015-06-14T21:19:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=1893"},"modified":"2015-06-14T22:36:12","modified_gmt":"2015-06-14T21:36:12","slug":"wolfsstadt-von-bernd-ohm-meine-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=1893","title":{"rendered":"<strong>Wolfsstadt<\/strong> von Bernd Ohm &#8211; Meine Rezension &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3869135018\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3869135018&#038;linkCode=as2&#038;tag=beastybueche-21&#038;linkId=QGPCMUI7L2NTVPK3\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"http:\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&#038;ASIN=3869135018&#038;Format=_SL250_&#038;ID=AsinImage&#038;MarketPlace=DE&#038;ServiceVersion=20070822&#038;WS=1&#038;tag=beastybueche-21\" ><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=beastybueche-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3869135018\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<p>Gebundene Ausgabe: 503 Seiten<br \/>\nVerlag: <a href=\"http:\/\/www.arsvivendi.com\/Buch\/Kategorie\/9783869135014-Wolfsstadt\" target=\"_blank\">ars vivendi verlag GmbH &#038; Co. KG<\/a> (31. M\u00e4rz 2015)<br \/>\nSprache: Deutsch<br \/>\nISBN-10: 3869135018<br \/>\nISBN-13: 978-3869135014<br \/>\n<strong>Hier findet ihr eine <a href=\"http:\/\/www.arsvivendi.com\/Files\/PDF\/9783869135014_Wolfsstadt.pdf\" target=\"_blank\">LESEPROBE<\/a>!<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcber den Autor:<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/berndohm.de\/\" target=\"_blank\">Bernd Ohm<\/a>, geboren 1965 in Hoya an der Weser, studierte Anglistik, Hispanistik sowie Neuere und Neueste Geschichte an der Universit\u00e4t Augsburg. Sp\u00e4ter arbeitete er als Musiker, Drehbuchautor, \u00dcbersetzer, \u00dcbersetzungslektor und Berater f\u00fcr Softwarelokalisierung. Nach Stationen in Augsburg, M\u00fcnchen und Berlin lebt er heute mit seiner Familie in der N\u00e4he Bremens. <strong>Wolfsstadt<\/strong> ist sein Deb\u00fctroman.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/berndohm.de\/wolfsstadt\/\" target=\"_blank\">HIER<\/a> findet ihr sehr interessante Hintergrundinfos auf der Webseite des Autors.<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte:<\/strong><br \/>\nM\u00fcnchen im Jahr 1948: die Stadt ist immer noch schwer gezeichnet vom Krieg, der nicht nur an den Geb\u00e4uden seine zerst\u00f6rerischen Spuren hinterlassen hat, sondern auch in den K\u00f6pfen der Menschen.<br \/>\nDer Polizist Fritz Lehmann will einen besonders brutalen Mord an einer jungen Frau aufkl\u00e4ren, deren Leiche seltsam zerst\u00fcckelt an einem See gefunden wurde. Doch Zeugen schweigen oder l\u00fcgen, seine Vorgesetzten wollen nicht, dass er im Umfeld der \u00fcberlebenden Juden ermittelt und dann verschwinden auch noch wichtige Unterlagen. Fritz hat das Gef\u00fchl, dass eigentlich niemand wirklich daran interessiert ist, dass der Fall aufgekl\u00e4rt wird. Hinzu kommt noch, dass ihm seine eigene Kriegsvergangenheit sehr schwer zu schaffen macht.<br \/>\nDann findet er doch noch den entscheidenden Hinweis und ihm wird klar, dass er den M\u00f6rder im Alleingang stellen muss &#8230; und dass er ihn t\u00f6ten muss, um das B\u00f6se ein f\u00fcr alle mal unsch\u00e4dlich zu machen!<\/p>\n<p><strong>Meine Meinung:<\/strong><br \/>\nDieses Buch ist wirklich ein grandioses Mahnmal gegen das Vergessen. Nicht nur, dass die Story auf einem wahren Kriminalfall basiert, sondern auch die drastischen Schilderungen so mancher Gr\u00e4ueltaten im Zweiten Weltkrieg erzeugen G\u00e4nsehaut beim Lesen.<br \/>\nEs ist dem Autor anscheinend ein gro\u00dfes Anliegen, die Folgen im Leben der Betroffenen m\u00f6glichst lebensnah zu schildern. Und das ist ihm sehr eindrucksvoll gelungen. Ob es nun die Leiden der Opfer sind oder die Verzweiflung der Menschen, die zu T\u00e4tern wurden &#8211; ob bereitwillig oder gezwungenerma\u00dfen. In einem Krieg kann es einfach nur Verlierer geben &#8211; und einer dieser Verlierer ist auch Fritz Lehmann, der tragische Antiheld der Geschichte.<\/p>\n<p>Bernd Ohm hat einen eher ungew\u00f6hnlichen Erz\u00e4hlstil gew\u00e4hlt, an den ich mich erst ein bisschen gew\u00f6hnen musste. Der Text flie\u00dft richtiggehend dahin und so manche S\u00e4tze erstrecken sich \u00fcber viele Zeilen. Man hat das Gef\u00fchl, irgendwie n\u00e4her an der Story zu sein, es wirkt alles so lebendig und nicht trocken-distanziert.<br \/>\nWenn man sich erst einmal daran gew\u00f6hnt hat, dann kann man sich dem Buch kaum noch entziehen. Vieles ist auch im Dialekt, in Umgangssprache oder &#8211; weil Fritz viel mit den Amerikanern zu tun hat &#8211; auch einfach in Englisch geschrieben. Das macht das Ganze noch authentischer.<\/p>\n<p><em>&#8222;Sein Zeigefinger ist au\u00dferdem eine Spur zu schnell f\u00fcr seinen pommerschen Bauernverstand, und die S\u00e4tze sind eine Spur zu lang und verdreht f\u00fcr einen armen Dorfjungen, der lieber Flu\u00dfpiraten und Buffalo Bill als den Kleinen Katechismus gelesen hat, und deshalb geht in seinem Kopf auch immer wieder der altb\u00f6se Feind um und f\u00fchrt ihn in eine Versuchung, die da hei\u00dft Kartoffel: Bratkartoffeln, Pellkartoffeln, Backkartoffeln, Kartoffelbrei, Kartoffelsalat, Kartoffelpuffer, Kartoffelsuppe, Kartoffelkroketten \u2026 ganze Berge k\u00f6nnte er jetzt \u2026 durchfressen k\u00f6nnte er sich, durch Kartoffelgebirge, so hoch wie die Alpen \u2013 Mensch! Lehmann! \u2013, sch\u00f6n eingelegten Hering und Zwiebeln dazu oder s\u00fc\u00dfsaure Eier in Senfso\u00dfe oder gespickte G\u00e4nsebrust mit Wei\u00dfkohl oder sogar gestopfte Gans, das war so ein herrliches Feiertagsgericht zu Hause in Mahlow, Kreis Belgard-Schivelbein &#8230;&#8220;<\/em> (Seite 9)<\/p>\n<p>Nicht nur wegen seiner ausgesprochenen Leidenschaft f\u00fcr Kartoffelgerichte (die ich vollumf\u00e4nglich teile) ist mir Fritz sehr schnell sympathisch gewesen. \ud83d\ude42<br \/>\nDer Krimi weist zwar sehr viele &#8222;Noir&#8220;-Merkmale auf, aber es ist Bernd Ohm wirklich toll gelungen, dass seine Hauptfigur trotzdem nicht wie ein nervender, se*besessener Schl\u00e4gertyp wirkt. Leider habe ich das in diesem Genre auch schon erlebt.<br \/>\nBei Fritz dagegen sp\u00fcrt man wirklich die innere Zerrissenheit, seine kreisenden Gedanken erschienen mir nicht wie \u00fcberfl\u00fcssige Wiederholungen und seine teils drastischen Ma\u00dfnahmen bei der Aufkl\u00e4rung des Falles werden oft eher mit einem Augenzwinkern geschildert:<br \/>\n<em>&#8222;Lehmann zieht auch seinen Revolver und markiert weiter den Wahnsinnigen, und siehe da, die Menge teilt sich vor ihm wie das Rote Meer vor Moses und dem Volk Israel, sie kommen unbehelligt zu ihrem Jeep, der dann aber nicht gleich anspringen will, Washington flucht, Jay-sus, that motherfucker needs a fuckin&#8216; engine job, bei der Schei\u00dfkarre muss mal der Schei\u00dfmotor \u00fcberholt werden, und das Rote Meer flutet langsam wieder zur\u00fcck, aber dann funktioniert endlich die Z\u00fcndung, sie fahren mit quietschenden Reifen an und rasen in Richtung Friedensengel davon.&#8220;<\/em> (Seite 440)<\/p>\n<p>Vor allem die akribisch recherchierten Augenzeugenberichte so mancher Gr\u00e4ueltaten w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges haben mich sehr ber\u00fchrt. Die Geschichte der Menschheit zeigt zwar leider eher, dass unsere Spezies anscheinend wenig aus vergangenen Fehlern lernt, doch diese Hoffnung darf man trotzdem niemals ganz aufgeben. Und deshalb ist es n\u00f6tig, (sich) zu erinnern &#8211; und dazu leistet dieser Krimi einen fesselnden Beitrag.<br \/>\nAuch der Kriminalfall an sich sorgt f\u00fcr G\u00e4nsehautfeeling, vor allem, wenn man sich ins Ged\u00e4chtnis ruft, dass er ebenso auf einer wahren Begebenheit beruht.<\/p>\n<p>Das Ende fand ich sehr stimmig und vor allem positiver als zun\u00e4chst erwartet. Doch auch der zufriedenstellende Schluss kann nicht verhindern, dass das Buch noch einen langen Nachhall erzeugt &#8230; die Gedanken l\u00f6sen sich nicht so schnell wieder vom Schicksal so mancher Figuren. <\/p>\n<p>Trotz aller Ernsthaftigkeit bedeutet dieser Krimi aber auch beste Leseunterhaltung mit einer guten Portion ironischen Humors. Das Buch kann ich nur empfehlen!<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nEindr\u00fccklich, authentisch, drastisch, fesselnd und sehr emotional bringt uns dieser Krimi die grausamen Folgen des Krieges n\u00e4her &#8230; wenn Menschen zu Monstern, G\u00f6ttern, Wanzen oder Opfern werden. Welche Art von Mensch will man dann sein &#8211; oder hat man vielleicht gar keine Wahl?<\/p>\n<p><strong>Bewertung:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten-300x45.jpg\" alt=\"5pfoten\" width=\"300\" height=\"45\" class=\"alignnone size-medium wp-image-690\" srcset=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten-300x45.jpg 300w, https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten-624x95.jpg 624w, https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten.jpg 709w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebundene Ausgabe: 503 Seiten Verlag: ars vivendi verlag GmbH &#038; Co. KG (31. 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