{"id":2163,"date":"2015-09-21T23:22:11","date_gmt":"2015-09-21T22:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=2163"},"modified":"2015-09-21T23:22:11","modified_gmt":"2015-09-21T22:22:11","slug":"runa-von-vera-buck-meine-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=2163","title":{"rendered":"<strong>Runa<\/strong> von Vera Buck &#8211; Meine Rezension &#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3809026522\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3809026522&#038;linkCode=as2&#038;tag=beastybueche-21\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"http:\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&#038;ASIN=3809026522&#038;Format=_SL250_&#038;ID=AsinImage&#038;MarketPlace=DE&#038;ServiceVersion=20070822&#038;WS=1&#038;tag=beastybueche-21\" ><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=beastybueche-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3809026522\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<p>Gebundene Ausgabe: 608 Seiten<br \/>\nVerlag: <a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Runa-Roman\/Vera-Buck\/e467771.rhd\" target=\"_blank\">Limes Verlag<\/a> (24. August 2015)<br \/>\nSprache: Deutsch<br \/>\nISBN-10: 3809026522<br \/>\nISBN-13: 978-3809026525<br \/>\nAutorin: <a href=\"http:\/\/www.vera-buck.com\/Vera_Buck\/home.html\" target=\"_blank\">Vera Buck<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Runa-Roman\/Vera-Buck\/e467771.rhd?mid=4&#038;serviceAvailable=true&#038;showpdf=false#tabbox\" target=\"_blank\">LESEPROBE<\/a><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Interview mit Vera Buck zu &quot;Runa&quot; - Limes\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/lDmg3BsQ0Jw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Die Geschichte:<\/strong><br \/>\nDer junge Schweizer Medizinstudent Jori (Johann Richard Hell) arbeitet Ende des 19. Jahrhunderts in der Salp\u00eatri\u00e8re in Paris, einem riesigen Komplex, der offiziell ein Altershospiz f\u00fcr Frauen ist. Eigentlich sind dort aber auch alle m\u00f6glichen j\u00fcngeren Frauen und auch Kinder untergebracht, die als geisteskrank gelten. Der Leiter Prof. Dr. Jean-Marie Charcot ist ber\u00fchmt f\u00fcr seine Ver\u00f6ffentlichungen und Vortr\u00e4ge, immer wieder testet er neue Behandlungsmethoden an seinen Patientinnen.<\/p>\n<p>Jori ist zun\u00e4chst sehr beeindruckt und begeistert von Charcot, doch mit der Zeit br\u00f6ckelt seine Bewunderung. Die Frauen und M\u00e4dchen, die der Arzt seinem Publikum wie Jahrmarktsattraktionen vorf\u00fchrt, tun ihm zunehmend leid. Das liegt auch ein bisschen daran, dass seine gro\u00dfe Liebe Pauline auch in die M\u00fchlen solcher Kliniken geraten ist: sie gilt ebenfalls als geisteskrank und Jori m\u00f6chte unbedingt einen Weg finden, um sie zu heilen. Erreichen will er dieses Ziel, indem er eine neue Operationsmethode testet &#8211; und das ausgerechnet an einem sehr seltsamen M\u00e4dchen: Runa. <\/p>\n<p><strong>Meine Meinung:<\/strong><br \/>\nDieser Roman hat mich gleicherma\u00dfen fasziniert wie erschreckt. Vera Buck hat sehr viel recherchiert und wahre Personen und Begebenheiten geschickt mit einer fiktionalen Geschichte verkn\u00fcpft. Entstanden ist daraus ein fesselndes, authentisches Buch, das uns mitnimmt ins Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts.<br \/>\nQuasi nebenbei erf\u00e4hrt man dabei auch so interessante Dinge wie die Geschichte von Eug\u00e8ne Poubelle, dessen Nachname heute in Frankreich zur Bezeichnung f\u00fcr &#8222;M\u00fclleimer&#8220; geworden ist, da er im Jahr 1883 in Paris die M\u00fclltrennung einf\u00fchrte.<br \/>\nAber nat\u00fcrlich liegt das Hauptaugenmerk auf den damaligen Zust\u00e4nden in den psychiatrischen Einrichtungen, die damals noch andere Namen trugen. Von einer Heilung der kranken Menschen war man noch sehr weit entfernt, es wurde mit teils grausamsten Methoden &#8222;therapiert&#8220;, \u00fcber die wir heute nur den Kopf sch\u00fctteln k\u00f6nnen. Vera Buck beschreibt einige solcher Situationen extrem eindrucksvoll und authentisch. Man ist beim Lesen einfach nur froh, so etwas nicht selbst erleben zu m\u00fcssen.<br \/>\nAuch einige Tierversuche, die nat\u00fcrlich damals ebenfalls u. a. zur Erforschung des Gehirns durchgef\u00fchrt wurden, werden erl\u00e4utert. Diese Szenen waren f\u00fcr mich als Tierfreund auch nicht leicht zu ertragen.<\/p>\n<p>Hauptperson in diesem Buch ist &#8211; neben Runa nat\u00fcrlich &#8211; Jori, aber erz\u00e4hlt wird uns die Geschichte von Maxime, der zur Zeit der Ereignisse noch ein Jugendlicher war und eher zuf\u00e4llig in die Ereignisse verwickelt wird.<br \/>\nDoch es gibt auch noch einen weiteren Erz\u00e4hlstrang, der sich mit dem sehr ungew\u00f6hnlichen Monsieur Lecoq befasst. Er ist ein Ex-Polizist, der sich aufgrund seiner eigenen Physiognomie nach der Lekt\u00fcre eines Lehrbuches selbst f\u00fcr einen geborenen Verbrecher h\u00e4lt. Klingt komisch und ist es auch irgendwie, aber mir war der skurrile Kerl doch sympathisch.<br \/>\nIhre Charaktere zeichnet Vera Buck sehr detailliert und lebensnah mit all ihren Schrulligkeiten und Eigenarten. Bei Jori hat mir besonders sein eigener Wandel gefallen, den er sehr deutlich durchlebt: vom \u00fcbereifrigen Studenten zu einem gef\u00fchlvollen, empathischen Menschen, der die Frauen nicht mehr nur als Forschungsmaterial betrachtet. Das machte ihn zunehmend liebenswerter und ich h\u00e4tte ihm ein echtes Happy End gew\u00fcnscht.<br \/>\nRuna, das titelgebende M\u00e4dchen, ist eine sehr tragische und geheimnisvolle Figur. Ihr Verhalten l\u00e4sst sie erst abschreckend wirken, aber je mehr man aus ihrer Vergangenheit erf\u00e4hrt, desto verst\u00e4ndlicher wird ihre Situation.<\/p>\n<p>Die Autorin schafft es, gleich zu Beginn ein hohes Ma\u00df an Spannung aufzubauen, das sich konstant bis zum Ende auf diesem Level h\u00e4lt. Wirklich super geschrieben und durch den ungek\u00fcnstelten Schreibstil absolut fl\u00fcssig und wunderbar zu lesen.<br \/>\nAn manchen Stellen tragen schon die lebendigen Beschreibungen der Schaupl\u00e4tze dazu bei, dass sich beim Leser eine leichte G\u00e4nsehaut einstellt: das &#8222;alte&#8220; Paris war nicht gerade ein Ort zum Wohlf\u00fchlen f\u00fcr Jedermann. Die hygienischen Bedingungen und andere damalige Zust\u00e4nde waren alles andere als sch\u00f6n, wie beispielsweise eine Szene mit einem von Ratten angeknabberten S\u00e4ugling wirkungsvoll zu unterstreichen wei\u00df.<\/p>\n<p>Da es praktisch nur um weibliche Patientinnen bzw. &#8222;Versuchsobjekte&#8220; geht und auch sehr eindr\u00fccklich geschildert wird, wie die \u00c4rzte, Studenten und Zuschauer sich an so manchen Situationen richtiggehend erg\u00f6tzt haben, muss man schon manchmal aufpassen, keine Abneigung gegen M\u00e4nner zu entwickeln. \ud83d\ude42 Aber gl\u00fccklicherweise gibt es ja noch Typen wie Jori oder Lecoq, die dann wieder etwas vers\u00f6hnlich wirken auf die weibliche Leserschaft.<\/p>\n<p>Den gelungenen Abschluss bildet ein Epilog, in dem wir noch erfahren, was aus den wichtigsten Figuren geworden ist. F\u00fcr manche h\u00e4tte ich mir ein sch\u00f6neres Ende gew\u00fcnscht und einiges bleibt auch im Dunkeln.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nSo authentisch, dass es beim Lesen manchmal fast weh tut &#8230; interessant, fesselnd, spannend, erschreckend. Ein Buch, das man nur empfehlen kann!<\/p>\n<p><strong>Bewertung:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten-300x45.jpg\" alt=\"5pfoten\" width=\"300\" height=\"45\" class=\"alignnone size-medium wp-image-690\" srcset=\"https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten-300x45.jpg 300w, https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten-624x95.jpg 624w, https:\/\/blog.beastybabe.de\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/5pfoten.jpg 709w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebundene Ausgabe: 608 Seiten Verlag: Limes Verlag (24. 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