{"id":501,"date":"2014-06-16T22:55:20","date_gmt":"2014-06-16T20:55:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=501"},"modified":"2014-06-16T22:55:20","modified_gmt":"2014-06-16T20:55:20","slug":"herrliche-zeiten-von-norbert-leithold-meine-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.beastybabe.de\/?p=501","title":{"rendered":"<strong>Herrliche Zeiten<\/strong> von Norbert Leithold &#8211; Meine Rezension&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3421046204\/ref=as_li_tf_il?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3421046204&#038;linkCode=as2&#038;tag=beastybueche-21\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"http:\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&#038;ASIN=3421046204&#038;Format=_SL250_&#038;ID=AsinImage&#038;MarketPlace=DE&#038;ServiceVersion=20070822&#038;WS=1&#038;tag=beastybueche-21\" ><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=beastybueche-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3421046204\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n<p>Gebundene Ausgabe: 544 Seiten<br \/>\nVerlag:<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/dva\/\" target=\"_blank\"> Deutsche Verlags-Anstalt<\/a> (3. M\u00e4rz 2014)<br \/>\nSprache: Deutsch<br \/>\nISBN-10: 3421046204<br \/>\nISBN-13: 978-3421046208<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/SPECIAL_zu_Norbert_Leithold_Herrliche_Zeiten\/aid50370.rhd?aid=50370\" target=\"_blank\">HIER<\/a> findet ihr ein Interview mit dem Autor auf der Verlagsseite.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den Autor:<\/strong><br \/>\nNorbert Leithold, geboren 1957 in Schwerin, begann seine literarische Karriere Ende der 1980er Jahre unter dem Autorennamen Norbert Bleisch mit &#8222;Kontrollverlust&#8220; (1988), &#8222;Lord M\u00fcll&#8220; (1989) und &#8222;Viertes Deutschland&#8220; (1992). Er wurde f\u00fcr sein literarisches Werk vielfach ausgezeichnet, u.a. 1991 mit dem Alfred-D\u00f6blin-F\u00f6rderpreis. Seit 2000 erforscht er die friderizianische Zeit und ver\u00f6ffentlichte von der Kritik gelobte Sachb\u00fccher zum Thema. Mit &#8222;Herrliche Zeiten&#8220; legt er nun seinen vierten Roman vor; er hat ein Jahrzehnt daran gearbeitet.<\/p>\n<p><strong>Der Klappentext:<\/strong><br \/>\nMit der Wucht eines antiken Dramas erz\u00e4hlt Norbert Leithold vom Aufstieg einer Berliner Unternehmerfamilie im &#8222;Dritten Reich&#8220;. Die Kypscholls dienen sich den M\u00e4chtigen an, sind T\u00e4ter, werden aber auch Opfer der Ideologien und ihrer eigenen Machtspiele &#8211; und kommen trotzdem immer wieder auf die Beine. Auch die n\u00e4chste Generation lebt in herrlichen Zeiten, bis das Jahr 1967 die Z\u00e4sur bringt.<br \/>\nAn drei Generationen spiegelt Norbert Leithold die Wirren des 20. Jahrhunderts &#8211; ein monumentaler Roman \u00fcber Anpassung und Rebellion.<\/p>\n<p><strong>Die Geschichte:<\/strong><br \/>\nZun\u00e4chst lernen wir die Familie Kypscholl kennen und einige Personen aus dem Bekanntenkreis. Der 2. Weltkrieg steht vor der T\u00fcr und Hermann Kypscholl unterst\u00fctzt die Pl\u00e4ne und ist bereit, seinen Beitrag zu leisten &#8211; und damit nebenbei gut zu verdienen. Auch die Tochter Anna findet ihren Platz und setzt sich begeistert f\u00fcr die Errichtung von sog. &#8222;Lebensbornheimen&#8220; ein, in denen die arische Rasse herangez\u00fcchtet werden soll.<br \/>\nNur Otto, der seinen Vater Hermann leidenschaftlich hasst, will lieber Maler werden und landet schlie\u00dflich gezwungenerma\u00dfen in der Wehrmacht. Doch dort macht er dank seines Kunstverstandes \u00fcberraschend schnell Karriere und lernt sogar sein Idol G\u00f6ring pers\u00f6nlich kennen.<br \/>\nWir begleiten zun\u00e4chst Anna und Otto auf ihrem Weg, erleben mit ihnen diverse H\u00f6hen und Tiefen im Krieg, pers\u00f6nliche Schicksalsschl\u00e4ge und die Bedeutung wahrer Freundschaften oder Gef\u00e4lligkeiten, die lebensrettend sein k\u00f6nnen.<br \/>\nSp\u00e4ter dreht sich die Geschichte dann eher um deren Kinder: Regina ist die Tochter von Anna, Otto hat einen Sohn namens Karl, der ihn ebenso leidenschaftlich hasst wie Otto einst seinen eigenen Vater &#8211; so schlie\u00dft sich der Kreis, aber das ist nur ein kleine Parallele von vielen, die Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<p><strong>Meine Meinung:<\/strong><br \/>\nDer Schreibstil hat mir zun\u00e4chst einiges an Konzentration und Durchhalteverm\u00f6gen abverlangt, erst ab der H\u00e4lfte des Buches hatte ich mich daran gew\u00f6hnt und konnte das Gelesene richtig genie\u00dfen. Es gibt in diesen S\u00e4tzen keine hervorgehobene w\u00f6rtliche Rede, alles wirkt irgendwie gleichf\u00f6rmig ohne besondere H\u00f6hen oder Tiefen. Dramatische Szenen, wie ein t\u00f6dlicher Autounfall, folgen ansatzlos auf Banalit\u00e4ten, man wird nicht vorgewarnt &#8211; wie im richtigen Leben.<\/p>\n<p><em>&#8222;Als Oberscharf\u00fchrer Otto Kypscholl im Fr\u00fchjahr 45 in die elterliche Villa am Wannsee zur\u00fcckkehrt, fragt er als Erstes seine Mutter, Mein Gott, Junge, da bist du, nach Elias Finkel, dann nach dem Totenhochtreiber.&#8220;<\/em><br \/>\nZitat Seite 203<\/p>\n<p>Die Geschichte ist temporeich, die Schaupl\u00e4tze wechseln manchmal fast ansatzlos und auch gr\u00f6\u00dfere Zeitspr\u00fcnge erfolgen ohne Ank\u00fcndigung.<br \/>\nDie Sprache ist deutlich und den jeweiligen Charakteren angepasst, zuweilen sehr direkt und manchmal etwas vulg\u00e4r, aber immer passend.<br \/>\nUnter den Protagonisten gibt es nicht viele, die man wirklich uneingeschr\u00e4nkt sympathisch finden kann. Alle Figuren haben ihre Ecken und Kanten, handeln oft egoistisch und manche sind wohl auch als ernsthaft psychisch gest\u00f6rt zu bezeichnen. Ihre Gef\u00fchlswelt wird nicht bewusst beleuchtet, es sind eher ihre Taten, die sie lebendig erscheinen lassen.<br \/>\nNorbert Leithold hat f\u00fcr dieses Buch intensiv recherchiert und vermittelt dem Leser in unterhaltsamer Form auch einiges an geschichtlichem Wissen, das sehr interessant und teils erschreckend ist.<br \/>\nEr zeichnet ein lebendiges und realistisches Bild einer Familiengeschichte, die fesselnd und vielschichtig ist.<\/p>\n<p>Nachdem ich mich an den Schreibstil gew\u00f6hnt hatte, hat mich das Buch richtig in seinen Bann gezogen. Speziell die zweite H\u00e4lfte hat mir gefallen. Es war sch\u00f6n zu lesen, wie sich die Lebenswege verschiedener Personen immer wieder kreuzen, wie alte Beziehungen sich auf die Zukunft auswirken.<\/p>\n<p>Am Ende erwartet den Leser ein sehr temporeiches Finale, das mir pers\u00f6nlich leider etwas zu abrupt endete. Ich h\u00e4tte mir noch einen kurzen Epilog gew\u00fcnscht, um zu erfahren, was aus den Protagonisten wurde.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nTrotz des gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Schreibstils ist das Buch fesselnd, facettenreich und interessant. Es \u00fcberzeugt durch ungew\u00f6hnliche Charaktere und eine grandiose, klug durchdachte Story.<\/p>\n<p><strong>Wertung:<\/strong><br \/>\n3,5 von 5 Sternen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gebundene Ausgabe: 544 Seiten Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (3. 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