London Underground von Oliver Harris – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (29. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896674498
ISBN-13: 978-3896674494
Originaltitel: Deep Shelter

Über die Reihe:
Seinen ersten Auftritt hatte Detective Nick Belsey in „London Killing“, dieses Buch hier setzt die Reihe fort.

Über den Autor:
Oliver Harris, geboren 1978, hat am University College of London Englische Literatur studiert und in Psychologie promoviert. Sein Debüt „London Killing“, Detective Nick Belseys erster Fall, erschien 2012 bei Blessing. Oliver Harris lebt in London.

Die Kurzbeschreibung:
Bei einer Verfolgungsjagd durch die Londoner City entdeckt Detective Nick Belsey einen Bunker und ein mysteriöses Tunnellabyrinth unter den Straßen der Stadt. Der Verdächtige verschwindet darin spurlos, aber der ungewöhnliche Ort bringt Belsey auf eine Idee: Am Abend verabredet er sich dort mit einer jungen Frau zu einem ganz besonderen Rendezvous. Als er die junge Frau in der Dunkelheit des Tunnelsystems verliert, ist ihm bald klar, dass sie entführt worden ist. Weil niemand erfahren darf, dass er selbst in den Fall verwickelt ist, ermittelt Belsey fieberhaft und muss seinen Kollegen immer einen Schritt voraus sein: Er liefert sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Entführer, gerät immer tiefer in die Londoner Unterwelt hinein und stößt dabei auf eine eiskalte Rachegeschichte, die bis in die Zeiten des Kalten Krieges zurückreicht.
(zur Verlagsseite mit LESEPROBE)

Die Geschichte:
Nick Belsey ist ja eigentlich Detective, aber bei seinem Verhalten muss man sich das immer wieder vor Augen führen, um ihn nicht versehentlich für einen Verbrecher zu halten. Bei der Verfolgung eines Verdächtigen stößt er auf einen Eingang zu einem alten unterirdischen Bunker. Er verschafft sich illegal Zutritt und findet dort in einem Raum eine beachtliche Sammlung Alkohol und verschreibungspflichtiger Medikamente. Sofort beschließt er, das Zeug zu Geld zu machen.
Er hat aber noch eine weitere (schlechte) Idee: er benutzt den ungewöhnlichen Ort für ein Date. Als plötzlich seine Begleiterin in der Dunkelheit verschwindet und er nur noch ihre Handtasche findet, weiß Nick, dass er mal wieder ein Problem hat.
Um seine Beteiligung an der Sache zu vertuschen, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln. Immer tiefer dringt er zu den Geheimnissen vor, die unter Londons Straßen verborgen liegen …

Meine Meinung:
Irgendwie hatte ich beim Lesen den guten alten Elmer Fudd im Kopf, der immer so leidenschaftlich Jagd auf Bugs Bunny gemacht hat: er steht mit geladener Flinte auf einer Wiese mit vielen Löchern und der Hase geht immer dort ein und aus, wo er gerade nicht hinschaut.
So ähnlich ergeht es Nick Belsey in diesem Thriller. Wobei er aber bald auch noch ein zusätzliches Problem hat: auch auf ihn wird Jagd gemacht.
Überhaupt gibt es in diesem Buch viele Personen, die gleichzeitig Jäger und Gejagte sind. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen sehr häufig, schon allein beim Verhalten des Protagonisten Nick.
Den Kerl kann man getrost als etwas „durchgeknallt“ bezeichnen. Er schreckt vor allen möglichen Straftaten nicht zurück – und das als Polizist. Trotz allem wirkt er irgendwie liebenswürdig und wenn man sich erst einmal an ihn gewöhnt hat, möchte man ihn nicht mehr missen. Ich freue mich jedenfalls schon auf seinen nächsten Fall.

Was die Story betrifft: es handelt sich praktisch um eine ständige Verfolgungsjagd, bei der der Entführer Nick immer eine Nasenlänge voraus ist. Der Polizist folgt der Spur wie bei einer Schnitzeljagd, setzt die Puzzleteilchen so nach und nach zusammen, bevor es am Ende zum großen Showdown kommt. Die größte Rolle in diesem Buch spielen unterirdische Bunkeranlagen, die wohl in ähnlicher Form wirklich existieren und die den Autor sehr fasziniert haben.
Drumherum hat er sich eine sehr spannende, gut durchdachte Story gestrickt, die mich absolut gefesselt hat.
Wenn man London kennt, ist das Buch bestimmt noch viel besser zu lesen. Es werden nämlich sehr viele Orte, Straßen, Bezirke beschrieben, die ich mir wohl irgendwann noch persönlich ansehen muss.

Dieses Buch liest sich einfach toll. Da ich normalerweise sehr viel Wert auf Authentizität lege, musste ich das hier mal etwas außer Acht lassen. Aber der sympathische Nick ist es auf jeden Fall wert, dass man ein Auge zudrückt, wenn er wieder seine Alleingänge durchzieht und actionreich aus Fenstern springt oder ähnliches.

Fazit:
Nick Belsey ist ein durchgeknallter Typ, von dem ich auf jeden Fall noch mehr lesen will! 🙂

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 37 ab.

4 Gedanken zu „London Underground von Oliver Harris – Meine Rezension …

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