GESCHÄNDET von PATRICK BUROW – Meine Meinung …

Schon die ersten beiden Teile der Thriller-Reihe (SCHULD und ENTFÜHRT) haben mich total begeistert. Das liegt unter anderem am sympathischen Cold-Case-Team, das aus den verschiedensten Charakteren besteht … eine interessante Truppe, in der jeder eine spannende Vergangenheit mitbringt. Wir erfahren immer wieder ein bisschen mehr aus dem Leben der Figuren, das ist für mich einer der Pluspunkte an Buchreihen und gibt mir das Gefühl, die Protagonisten „zu kennen“ … jeder weitere Band ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Auch dieses Mal stimmt wieder die Balance aus Ermittlungsarbeit in einem spannendem Kriminalfall und den teils recht emotionalen Einblicken in das Privatleben der Figuren. Der Schreibstil ist lebendig, mitreißend und fesselnd.
Thrillertypisch darf auch mal etwas übertrieben oder die Realitätsnähe ein bisschen in den Hintergrund gerückt werden … manchmal schießt das Team schon übers Ziel hinaus mit seinen Methoden. Dass sie überhaupt noch Befugnisse haben und so viel bewegen können, grenzt stellenweise an ein Wunder. Die oft auch unorthodoxen Ermittlungswege machen das Ganze wieder besonders und zeugen vom großen Engagement der Truppe.

Super an der Reihe finde ich zudem, dass der Autor ja immer auch ein Stück weit aus dem Nähkästchen plaudert: als Strafrichter und früherer Staatsanwalt weiß er darüber Bescheid, was so hinter den Kulissen der Justiz abgeht. Man kann also ganz nebenbei noch ein bisschen Wissen sammeln.
Auch die schöne Stadt Hamburg lernt man durch die atmosphärischen Schauplatzbeschreibungen etwas kennen.

Die Thematik wurde wieder bestens aufbereitet und sowohl strafrechtlich wie auch psychologisch interessant beleuchtet … vor allem bei Leserinnen wird so manche Szene für Gänsehaut sorgen. Situationen, die man sich in den schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen kann, aber trotz allem nie effektheischend präsentiert mit unnötigen Details. Es ist eher ein Psychothriller, würde ich sagen.

Das Lesen hat mir wieder einige Stunden bester Leseunterhaltung beschert und ich freue mich jetzt schon sehr auf weitere Abenteuer mit der liebgewonnenen Cold Case – Truppe!

Meine Bewertung:

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Print, 328 Seiten
erschienen am 19.11.2022
ISBN: 979-8363998812
Autor: Patrick Burow
Teil 3 der „Cold-Case-Team“-Thrillerreihe

STÜRMISCHES LAVANDOU von REMY EYSSEN – Meine Rezension …

Stürmisches Lavandou
Band 8 der „Leon Ritter“-Krimireihe
Ullstein Buchverlag
Autor: Remy Eyssen
ISBN 9783864932038
Erscheinungsdatum: 28.04.2022
Paperback 528 Seiten

Auf diese Fortsetzung habe ich mich schon sehr gefreut. Ich liebe die Reihe um Rechtsmediziner Leon Ritter, den es in die wunderschöne Provence verschlagen hat.

Das Besondere an der inzwischen achtteiligen Krimiserie sind nicht nur die wunderschönen und lebendig beschriebenen Schauplätze im idyllischen Südfrankreich, es sind auch die liebenswürdigen Protagonisten, die ich inzwischen ganz fest in mein Leserherz geschlossen habe.
Der deutsche Gerichtsmediziner Leon Ritter hat sich nach einem Schicksalsschlag für einen neuen Wirkungskreis in der Provence entschieden. Dort besitzt er ein altes Bauernhaus mit einem kleinen Weinberg und hat außerdem in den letzten Jahren eine sehr harmonische Beziehung mit Isabelle Morell aufgebaut. Sie ist Capitaine bei der örtlichen Polizei und gemeinsam lösen sie die kniffligsten Fälle.

Auch in diesem Band geht es wieder sehr blutig und grausam zur Sache. Der Autor beschreibt die Szenen aber nie übertrieben effektheischend, sondern eher realitätsnah und authentisch. Verbrechen sind nun mal nicht schön und harmlos.
Wieder wundervoll zu lesen waren die lebendigen Schilderungen von Landschaft, Umgebung, Leuten und provencetypischen Gewohnheiten … man fühlt sich wie im Urlaub. Was bei mir aber dieses Mal tatsächlich der Fall war: ich habe das Buch am Strand von Lavandou gelesen. 🙂

Wie immer beweist Leon den richtigen Riecher und kann den Fall am Ende lösen – wenngleich das nicht allen Kollegen von Isabelle gefällt.
Es wird spannend und einige Überraschungen und persönliche Verstrickungen machen das Ganze noch eindrücklicher.

Wie bei jeder Reihe: lest am besten alle Bücher nacheinander, so könnt ihr die privaten Entwicklungen optimal erleben, wenngleich die Fälle natürlich einzeln abgeschlossen sind. Es lohnt sich, ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

RAQUEL – EIN POLIZEISCHWEIN ERMITTELT von HEIDI VAN ELDEREN – Meine Rezension …

Herausgeber:‎ Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 8. März 2022
Taschenbuch: ‎448 Seiten
ISBN-13: 978-3328107088
Autorin: Heidi van Elderen
Teil 3 der „saustarken Krimi-Reihe aus Portugal“

Meine Meinung:
Dies ist schon der dritte Teil der saustarken Reihe und ich könnte ewig weiterlesen, denn Raquel und ihr „Herrchen“ Fernando sind so liebenswert und sympathisch.

Wer die ersten beiden Bücher noch nicht kennt, der sollte am besten (wie eigentlich bei jeder Reihe) von vorne beginnen. Die Fälle sind zwar jeweils abgeschlossen, aber die stetigen Entwicklungen im privaten Bereich sind hier mindestens genauso wichtig.
Wenn man die vielen tollen Protagonisten mal ins Leserherz geschlossen hat, dann möchte man sie nicht mehr missen und fiebert immer wieder aufs Neue mit, wenn sie in gefährliche Abenteuer geraten.
Auch Raquel, das allseits beliebte Polizeischwein mit dem besonderen Riecher für alles Essbare, ist nicht gefeit vor Angriffen. Sie wird tatsächlich von einem Unbekannten entführt.

Durch den wundervoll-lebendigen Schreibstil von Heidi van Elderen ist man immer mitten im Geschehen und kann sich alles prima vorstellen. Die herrlichen, ausführlich beschriebenen Schauplätze, das Rauschen des Meeres, der harzige Duft der Pinien oder die Wärme der Frühlingssonnenstrahlen: vor allem Leser, die schon einmal in einer ähnlichen Gegend waren, sind mit allen Sinnen dabei.
Auch besonders an der Reihe sind die liebenswürdigen Kabbeleien innerhalb der Familie von Fernando, was ja schon einmal damit beginnt, dass seine Chefin gleichzeitig seine Zwillingsschwester ist.

Für mich war dieses Buch nicht nur beste Krimiunterhaltung, wenngleich es meist nicht sehr actionreich sondern eher gemächlich zugeht. Nebenbei konnte ich auch einiges lernen über Land und Leute, und ich weiß nun beispielsweise, dass es nicht nur einen Eichen-, sondern auch einen Pinienprozessionsspinner gibt. Eine nicht unwichtige Erkenntnis, wenn man in mediterranen Gebieten Urlaub macht.
Der Fall, den es diesmal zu lösen gilt, ist sehr abwechslungsreich und verzwickt. Es mangelt nicht an Verdächtigen und immer wieder sorgen neue Erkenntnisse für überraschende Wendungen.

Die Reihe ist eine wunderbare Mischung aus Spannung, Emotionen, Humor, Informationen und Urlaubsfeeling und wir dürfen am Leben einer sehr sympathischen Familie teilhaben … für mich die perfekte Leseunterhaltung!

Bewertung:

DER TEEPALAST von ELISABETH HERRMANN – Meine Rezension …

Verlag: GOLDMANN
Erscheinungsdatum: 27.09.2021
ISBN: 978-3-442-49211-4
656 Seiten, Paperback
Autorin: Elisabeth Herrmann
LESEPROBE

Meine Meinung:
Das Buch ist wirklich dick, aber trotzdem möchte man es fast in einem Rutsch durchlesen, wenn man mal richtig in der Story drin ist. Und das dauert nicht lange, denn es ist praktisch von der ersten Seite an extrem fesselnd und spannend. Man merkt einfach, dass hier eine erstklassige Krimiautorin am Werk ist.
Natürlich handelt es sich beim „Teepalast“ nicht um einen Krimi, aber deshalb liest es sich nicht weniger mitreißend. Wir dürfen eine sehr starke junge Frau auf ihrem gesamten Lebensweg begleiten, der alles andere als gewöhnlich und eintönig ist.

Lene Vosskamp wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf und als Frau hat sie im Jahr 1834 sowieso keine rosige Zukunft vor sich. Die Welt wird von Männern dominiert und diese missbrauchen ihre Überlegenheit auch nicht selten. Durch einen Zufall erhält Lene eine wertvolle Silbermünze, deren Bedeutung ihr zunächst nicht bewusst ist.
Erst im Lauf der Geschichte erfährt sie, welch großer Schatz ihr da in die Hände gefallen ist. Die Münze berechtigt den Besitzer zum Handel mit Tee, allerdings am anderen Ende der Welt: in China. Der Weg dorthin ist ohne Geld und vor allem als Frau eigentlich nicht zu schaffen. Doch das scheinbar Unmögliche hält Lene niemals davon ab, ihr Glück zu versuchen. Wenngleich sie auf ihrem Weg extrem viele Rückschläge hinnehmen muss, lässt sie sich nicht beirren.

Es gibt viele sympathische Figuren in dieser Geschichte, die es einem leicht machen, wirklich mitzufiebern. Elisabeth Herrmann hat sich eine wundervolle Besetzung ausgedacht und auch ihre Schauplätze wirken stets lebendig und authentisch. Der Schreibstil ist mitreißend, krimispannend, manchmal humorvoll und oft emotional – immer perfekt auf die Situation abgestimmt. Eine rundum gelungene Mischung für einige Stunden beste Leseunterhaltung.
Ganz nebenbei erhält man noch einen tollen Einblick in die damalige Lebenssituation, dank der sorgfältigen Recherchen fühlt man sich wie auf einer Zeitreise.

Mir hat es sehr gefallen, Lene bei ihren aufregenden Abenteuern zu begleiten. Auch nach 650 Seiten hatte ich das Gefühl, noch weiterlesen zu wollen. Dieses Buch kann ich nur empfehlen, es lohnt sich!

Bewertung:

DAS GEHEIMNIS von ELLEN SANDBERG – Meine Rezension …

Verlag: Penguin
Hardcover, 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 25.10.2021
ISBN: 978-3-328-60196-8
Autorin: Ellen Sandberg
LESEPROBE

Meine Meinung:
Nachdem ich bisher schon alle Romane von Ellen Sandberg (Inge Löhnig) mit Begeisterung verschlungen habe, war ich sehr gespannt auf das neueste Buch. Im direkten Vergleich schneidet „Das Geheimnis“ zwar etwas schwächer ab, aber es ist trotz allem eine sehr spannende und lesenswerte Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen zunächst zwei Frauen: Mutter Helga und deren Tochter Ulla, welche ab ihrem 9. Lebensjahr ausschließlich bei ihrem Vater aufwuchs. Helga hatte bis auf gelegentliche Briefe den Kontakt abgebrochen, worüber Ulla niemals hinweggekommen ist.
Leider konnte sie auch als Erwachsene die Umstände nicht mehr aufklären, da ihre Mutter bereits 1975 durch einen Unfall ums Leben kam. Ulla war damals erst 15 Jahre alt. Die Ungewissheit hat ihr Leben in vielen Bereichen geprägt, oft sehr unbewusst. So ist zum Beispiel das Verhältnis zu ihrer eigenen Tochter Sandra sehr angespannt.
Als Ulla sich kurz vor ihrem 60. Geburtstag entschließt, einige Wochen im früheren Haus ihrer Mutter zu verbringen, findet sie dort unerwartet Antworten auf ihre zahlreichen Fragen. Und eine erschreckende Geschichte offenbart sich, deren Tragweite und Auswirkungen leider enorm sind.

Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr lebendig und mitreißend. Die wechselnden Kapitel aus der Sicht der verschiedenen Frauen machen das Lesen kurzweilig und fesselnd. Neben der Perspektive wechseln auch die Zeiten: wir erleben das Jahr 1975, aber auch die Gegenwart in 2020, sowie aus Erzählungen die schlimme Ära des Krieges während der Dreißiger- und Vierzigerjahre.
Geprägt ist die Geschichte vor allem von Emotionen, die dank der authentischen Charakterisierung der Figuren auch sehr lebensnah wirken und geradezu zum Mitfühlen anregen. Tatsächlich habe ich einige beschriebene zwischenmenschliche Probleme im eigenen Leben wiedergefunden. Nicht nur deshalb kann das Buch auch zum Nachdenken animieren.
Neben all den Gefühlsaspekten kommt aber auch die Spannung in diesem Roman nicht zu kurz, gibt es doch zahlreiche Geheimnisse, die es zu lüften gilt. Der Titel hält, was er verspricht. Wobei ich aber zugeben muss, dass ich als geübter Krimileser vieles schnell vorausahnen konnte. Die Hauptthemen sind Flucht, Vertreibung und vor allem Schuld und deren Auswirkungen auf unser Leben und das unserer Umgebung.

Die wichtigsten Rollen in diesem Roman spielen Frauen, deren Platz in der Gesellschaft im Wandel der Zeit und ihre speziellen Sorgen und Nöte. So richtig anfreunden konnte ich mich aber leider mit keiner der Figuren, obwohl sie durchaus nicht unsympathisch waren. Aber wohl doch etwas zu eigen und ihre Handlungen waren für mich oft nicht gut nachvollziehbar, trotzdem aber im Zuge der Ereignisse auch wiederum nicht unlogisch.

Bildet euch unbedingt eine eigene Meinung, denn ich bin sicher, dass hier beim Lesen sehr die persönlichen Emotionen und Erfahrungen zum Tragen kommen und die Geschichte wirkt so immer etwas anders, denke ich.
Es lohnt sich auf jeden Fall, denn ihr dürft eine spannende, wenngleich auch sehr tragische Lebensgeschichte erfahren, die aufwühlend und gleichermaßen unterhaltend ist.

Bewertung:

ACHTUNG, GESCHICHTSDIEBE! von NICOLE GROM – Meine Rezension …

Verlag: World for kids
Hardcover, 424 Seiten
ISBN: 9783946323204
Erscheinungsdatum: 20.09.2021
empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Autorin: Nicole Grom

Meine Meinung:
Dieses Buch macht Geschichte lebendig, es verbindet eine spannende Abenteuerstory mit viel Sightseeing im wunderschönen Prag.
Schlägt man es auf, prangt sofort auf der Innenseite des Umschlags eine kleine Karte der tschechischen Hauptstadt. So kann man immer mal wieder nachsehen, wo sich die drei sympathischen Hauptdarsteller gerade aufhalten. Das Trio besteht aus den Geschwistern Jana und Pavel, die von ihrem kleinen Hündchen Streusel begleitet werden.
Es gibt noch weitere liebenswürdige Figuren, die man allesamt schnell ins Leserherz schließt. Insgesamt eine gelungene Mischung aus freundlichen und eher gruseligen Darstellern, deren Rollen aber nicht immer gleich deutlich werden.

In dieser Geschichte verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, so dass wir am Ende eine fesselnde Story miterleben dürfen, die sich vieler wahrer Elemente bedient. Man lernt zahlreiche historische Orte, Sehenswürdigkeiten und Personen kennen, die durch das beherzte Eingreifen des mutigen Trios gerettet werden müssen vor dem Vergessenwerden. Dazu müssen Pavel und Jana eine Art Schnitzeljagd nach immer neuen Hinweisen absolvieren, wobei sich ihnen so manche schaurige Kreatur in den Weg stellt. Werden die Geschwister das Herz von Prag und damit die ganze Geschichte retten können?

Der Schreibstil ist herrlich atmosphärisch und mitreißend, man ist immer mitten im Geschehen, was nicht zuletzt auch der wundervoll-ausführlichen Beschreibung der Schauplätze zu verdanken ist. Die Geschichte spielt sich an vielen realen historischen Orten in Prag ab, die man tatsächlich besuchen kann – oder vielleicht sogar schon einmal erkundet hat. Man merkt eben einfach, dass hier eine Autorin am Werk ist, die vom Fach ist: eine Historikerin.
Obwohl ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, hat mich das Buch bestens unterhalten. Ich habe richtig Lust bekommen, Prag selbst mal zu erkunden. Die Geschichte ist spannend, fesselnd und absolut liebenswürdig.
Für den kleinen Leser, der das Buch jetzt von mir bekommt, habe ich noch viele Fotos ausgedruckt, die die Originalschauplätze, Personen oder beispielsweise die Kronjuwelen zeigen. So kann man sich das Ganze noch besser vorstellen und es ist dann quasi eine illustrierte Ausgabe. 🙂 Wobei aber auch bereits einige tolle Zeichnungen von Barbora Kyšková das Buch verschönern.

Bewertung:

ENTFÜHRT von PATRICK BUROW – Meine Rezension …

Taschenbuch, 340 Seiten
ISBN 979-8758672679
Erscheinungsdatum: 03.11.2021
Autor: Patrick Burow
Teil 2 der „Cold-Case-Team“-Reihe

Meine Meinung:
Nach dem ersten Teil der Reihe „Schuld“ war ich gespannt, wie es mit dem Cold-Case-Team weitergeht. Nun dürfen wir endlich die Fortsetzung in Händen halten …

Das Cold-Case-Team ist eine ganz besondere Truppe, was schon mal einen Teil des Reizes dieser Reihe für mich ausmacht. Ich mag etwas schräge Figuren, die von der übrigen Gesellschaft oft unterschätzt werden und dann doch Überragendes vollbringen. Fans von „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff oder dem „Sonderdezernat Q“ von Jussi Adler-Olsen werden daher bestimmt auch diese Reihe hier mögen.
Das Team besteht aus dem strafversetzten Ex-Staatsanwalt Michael Thomforde, Ex-SEK-Leiter Jan Erikson, Polizeipsychologin Renate Krayenborg und der Computerexpertin Sasha. Sie wurden in den Keller des Polizeimuseums verbannt und sollen dort alte Akten sortieren. Doch dann kommt eine verzweifelte Mutter zu ihnen mit der Bitte, ihren seit drei Jahren verschwundenen Sohn zu finden.

Das Team beschließt, sich des Falls anzunehmen, wenngleich sie nach der langen Vermisstenzeit wenig Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Ermittlungen haben. Ihre Nachforschungen führen sie in eines der dunkelsten Kapitel menschlicher Grausamkeit: Kindesmissbrauch und Menschenhandel im ganz großen Stil.
Die beschriebenen Szenen sind absolut realitätsnah und seit dem letzten Jahr sollte dieses brisante Thema auch bei vielen Menschen angekommen sein, denn es gab zahlreiche Aktionen und Verhaftungen. Leider ist der Sumpf schier unendlich tief und die Täter durch die Anonymität im Darknet meist gut geschützt. Aber jedes gerettete Kind zählt im Kampf gegen diese Monster – und dies wird auch in diesem Thriller sehr eindrucksvoll deutlich.

Der Schreibstil ist atmosphärisch und macht einfach Spaß, denn man ist stets mitten im Geschehen. Eine gewisse Prise Humor fehlt genauso wenig wie glaubwürdige Emotionen. Einfach eine rundum gelungene und fesselnde Mischung, die einige spannende Lesestunden garantiert.
Die Figuren haben ihre Ecken und Kanten und wirken damit lebensnah und authentisch. Sie machen auch Fehler und müssen Rückschläge einstecken, eben wie im richtigen Leben. Es fällt daher nicht schwer, eine Bindung zu ihnen aufzubauen und wirklich mitzufiebern.

Für mich ist es eine Reihe, von der ich mir noch viele Teile wünsche. Freu mich jetzt schon drauf, zu lesen, wie es mit dem besonderen Team weitergeht!

Bewertung:

KLUGSCHEISSER SUPREME von THORSTEN STEFFENS – Meine Rezension …

Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 30.09.2021
Broschur, 272 Seiten
ISBN 978-3-492-50459-1
Autor: Thorsten Steffens
Teil 3 und Abschluss der „Timo Seidel“-Reihe

Meine Meinung:
Nach „Klugscheißer Royale“ und „Klugscheißer Deluxe“ dürfen wir nun endlich erfahren, wie Timos Leben weiter verläuft. Für Fans der Reihe ist dieser dritte Teil natürlich ein Muss und allen Neu-Lesern kann ich nur raten: bitte lest alle Bücher nacheinander, es lohnt sich!

Thorsten Steffens erzählt mit viel Humor und einem wundervoll-mitreißenden Schreibstil die Story von Timo Seidel, der sich vom chaotischen Callcenter-Mitarbeiter vorwärtskämpft bis zum erfolgreichen Lehrerjob. Was er dabei so alles erlebt, dürfen wir in den drei Büchern hautnah mitfühlen.
In diesem letzten Teil muss er sich als Referendar beweisen und das macht ihm seine Klasse gar nicht so leicht. Manche Szenen erinnern ein bisschen an „Fack ju Göhte“, aber besonders lustig finde ich auch die immer wieder eingestreuten Begriffserklärungen im Lexikonstil. Da finden sich dann allerlei witzige (neue) Wörter, wie zum Beispiel „untergrammatisiert“ oder „Globuli-Gaby“.

Doch nicht nur der tolle Humor ist ein Grund, die Bücher zu lesen. Auch die Figuren sind prima erdacht und wirken in ihrer Vielschichtigkeit sehr realistisch und oft auch richtig liebenswürdig – wie Timo zum Beispiel. Die Geschichte ist eine absolut gelungene Mischung, in der auch die Emotionen nicht zu kurz kommen.
Es ist wirklich schön, die Entwicklung des Protagonisten so mitverfolgen zu können. Im letzten Teil erscheint Timo manchmal schon fast zu handzahm, vor allem wenn es um seine titelgebende Eigenschaft, das Klugscheißen geht.

Es hat mir sehr viel Freude gemacht, dieses und auch die vorangehenden Bücher zu lesen. Sie bieten tolle Unterhaltung und einige Stunden unbeschwerten Humors in dieser aktuellen Zeit. Kann ich nur empfehlen!

Bewertung:

KREUZVERHÖR von JENS LAPIDUS – Meine Rezension …

Verlag: btb
Paperback 638 Seiten
ISBN 978-3442719525
Erscheinungsdatum: 16.08.2021
Autor: Jens Lapidus
Teil 2 der Stockholm-Reihe nach „Schweigepflicht“

Meine Meinung:
Auf diese Fortsetzung hab ich mich schon sehr gefreut, da mir im Vorgängerband „Schweigepflicht“ die Protagonisten bereits ans Leserherz gewachsen sind und ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht mit Teddy, Emelie, Nikola und Co.
Wenn man den ersten Teil noch nicht kennt, sollte man diesen unbedingt vorher lesen. Die Figuren entwickeln sich weiter innerhalb der fortlaufenden Geschichte und es würden euch einfach zu viele Infos aus der Vergangenheit fehlen, die wichtig für die Story sind. Bei Buchreihen empfehle ich generell: immer eins nach dem anderen lesen, nur so erhält man den vollen Seriengenuss!

Die Ereignisse in „Kreuzverhör“ bauen direkt auf dem Vorgängerbuch auf und verraten endlich, was nach dem fiesen Cliffhanger am Ende weiter passiert. Emelie hat sich inzwischen mit einer eigenen Kanzlei selbständig gemacht, Teddy hadert noch immer mit seiner Vergangenheit und Nikola versucht, sich ein normales Leben aufzubauen mit einem Job als Elektriker.
Doch sie alle werden bald von den früheren Ereignissen eingeholt, nämlich in Form von Katja, einer jungen Frau, die Emelie um Hilfe bittet. Sie war eines der Opfer der Typen, die leider über Verbindungen in höchste Kreise zu verfügen scheinen, leider auch zur Polizei. Mächtige Gegner für Teddy und Emelie, die schon im ersten Band vor nichts zurückschreckten.
Zu den bekannten Personen kommen noch einige neue hinzu, die ich auch ganz interessant fand und die geschickt mit einem eigenen Handlungsstrang in die Story eingebunden wurden. Am Ende überschneidet sich alles und endet sehr zufriedenstellend und nicht wieder mit einem Cliffhanger, der vieles offen lässt.

Das Besondere an der Reihe ist neben den sympathischen Figuren auf jeden Fall der frech-mitreißend-lebendige Schreibstil von Jens Lapidus. Als „echter“ Strafverteidiger weiß er einfach, worüber er da schreibt. Wechselnde Kapitel, die jeweils von einem Schauplatz zum nächsten switchen, lassen keine Langeweile aufkommen. Kleine Cliffhanger sorgen zusätzlich für Spannung. Es gibt einige tragische Momente, aber der Humor kommt auch nicht zu kurz – eine rundum gelungene Mischung.
Das Hauptthema ist aktueller denn je und leider auch weitaus realer als sich viele Leser*innen vorstellen mögen. Der Thriller ist unterhaltsam, bewegend und spannend. Hoffentlich wird auch diese Reihe irgendwann verfilmt, so wie es bereits mit einigen seiner früheren Bücher erfolgreich geschehen ist.
Das Buch eignet sich meines Erachtens auch für Leser mit schwächerem Magen, da blutige Szenen nicht unnötig detailliert beschrieben werden. Dafür stimmt die Balance zwischen Spannung und Emotionen … für mich ein absolut stimmiger und empfehlenswerter Thriller!

Bewertung:

ACHTSAM MORDEN AM RANDE DER WELT von KARSTEN DUSSE – Meine Rezension …

Heyne Verlag
Gebundener Roman, 384 Seiten
ISBN 9783453273566
Erscheinungsdatum: 26.04.2021
Autor: Karsten Dusse
Teil 3 der Reihe mit Björn Diemel

Meine Meinung:
Schon die ersten beiden Teile „Achtsam morden“ und „Das Kind in mir will achtsam morden“ waren einfach grandios, umso mehr habe ich mich über die Fortsetzung gefreut.
Björn ist ein echt sympathischer Protagonist, den man schnell ins Leserherz schließt. Er ist ein liebender Vater, ein fürsorglicher Chef – und er ist leider oft etwas gestresst. Seine Besuche bei seinem Therapeuten Joschka Breitner sind durchaus erfolgreich, obwohl man natürlich schon behaupten könnte, dass Björn bei der Umsetzung der Tipps manchmal etwas übers Ziel hinausschießt.
Was, oder besser: wer das Seelenheil des Anwalts bedroht, der könnte möglicherweise nicht mehr lange leben. Björn ist da nämlich inzwischen recht pragmatisch und wer ihm schaden will, der muss weg. Wobei man dazusagen muss, dass ihm auch häufig Zufälle zu Hilfe kommen. Als gewalttätig kann man ihn nämlich so gar nicht bezeichnen, eher als harmoniesüchtig.
Diesmal geht er unter die Pilger, um den Sinn seines Lebens und sich selbst zu finden. Natürlich wird das alles andere als ein langweiliger Wanderausflug, was schon daran liegt, dass sich seine Mitarbeiter vorher noch mit der chinesischen Mafia angelegt haben.

Der Schreibstil von Karsten Dusse ist einfach grandios, denn man hat beim Lesen fast durchgehend mindestens ein Schmunzeln im Gesicht, das sich oft zu lauten Lachern steigert. Dies verwundert nicht, wenn man sich etwas über seine bisherigen Erfolge im Comedybereich informiert, zahlreiche Fernsehauftritte inklusive. Eigentlich ist er jedoch Rechtsanwalt, wie auch seine Hauptfigur Björn.
Als Leser ist man immer richtig mit dabei, man kann sich alle Schauplätze gut vorstellen und hat schnell einen Draht zu den Personen. Auch die Nebenfiguren sind alles andere als blass und wirken authentisch und trotz mancher Überspitzung lebensnah.

An Spannung fehlt es an keiner Stelle und so manche Wendung sorgt für Überraschungen. Besonders der Schluss hat mir extrem gut gefallen und lässt mich hoffnungsvoll zurück. Mehr kann ich hier nicht verraten, aber den dringenden Tipp geben: lest unbedingt alle drei Bände der Reihe nach. Es lohnt sich nicht nur sehr in humoristischer Sicht, sondern man kann auch die persönliche Entwicklung mancher Figuren einfach besser nachvollziehen.

Blutige Szenen bleiben eher im Hintergrund, weshalb sich das Buch auch für Leser eignet, die normalerweise nicht so gern zu Krimis oder Thrillern greifen.
Tatsächlich stecken auch sehr viel Weisheit und wirklich gute Tipps in dieser Reihe, bei allem Humor, der das Ganze durchgehend auflockert. Joschka Breitner wäre fast ein eigenes Buch wert … vielleicht dürfen wir uns mal über einen Ratgeber von ihm freuen!

Bewertung: