Der namenlose Tag von Friedrich Ani – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: OSTERWOLDaudio; Auflage: 1 (10. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869522917
ISBN-13: 978-3869522913
Autor: Friedrich Ani
Sprecher: Udo Wachtveitl

Die Geschichte:
Der pensionierte Kommissar Jakob Franck wird vom Vater eines vor 20 Jahren verstorbenen Mädchens darum gebeten, den alten Kriminalfall noch einmal neu aufzurollen. Ludwig Winthers Tochter Esther hatte sich damals mit 17 Jahren an einem Baum erhängt, doch er will nicht an einen Selbstmord glauben. Er ist sich ganz sicher, dass ein Verbrechen dahintersteckt.
Franck begibt sich daraufhin auf Spurensuche, wobei ihm nicht nur die Geister einiger Verstorbener begegnen …

Meine Meinung:
Dies war mein erster Krimi von Friedrich Ani und da es sich doch um einen recht berühmten Autor in diesem Genre handelt, waren meine Erwartungen entsprechend hoch.
Leider muss ich sagen, dass ich absolut enttäuscht wurde und dass ich das Buch auch nur zu Ende gebracht habe, weil ich es nebenbei im Auto hören konnte. Hätte ich es selbst lesen müssen, dann wäre etwa bei Seite 50 absolut Schluss gewesen mit meiner Geduld.

Von Spannung ist das Ganze so weit entfernt wie ein Lemming vom Abitur – vielleicht sogar noch weiter. Was ich aber oft empfunden habe während des Hörens, das war Aufregung: ich habe mich furchtbar aufgeregt über die langatmigen, wirren Dialoge und teilweise auch Monologe aller möglicher Personen. Es hat mich manchmal einfach nur noch genervt.

Es gibt in dieser Geschichte auch keine einzige Figur, die ich irgendwie sympathisch finden konnte. Sie waren alle einfach nur anstrengend, nervig und oft auch total egoistisch.

Auch was den Schreibstil betrifft, kann ich nicht wirklich was Positives erwähnen. Da waren Formulierungen dabei, bei denen ich mir schon beinahe irgendwie veräppelt vorkam, wie z. B. dieser Satz, über den meine Nichte nur lauthals gelacht hat, als ich ihn ihr vorgelesen hab:

Mehr und mehr mutete Franck dieser in einer einzigen Tonlage aus ihrem Mund strömende Klagelaut wie der Gesang des letzten Menschen auf Erden an, der keinen Schatten mehr warf und sich an nichts mehr erinnerte, außer an den Geschmack von Stachelbeeren in einer mondlosen Nacht vor abertausend Jahren. (S. 46/47)

Das Ende konnte mich dann auch absolut nicht überzeugen, da hätte wenigstens noch irgendwas Überraschendes kommen müssen, um das Vorherige etwas wettzumachen, aber leider Fehlanzeige.

Fazit:
Das war absolut gar nix für mich: unsympathische Figuren, eine wahnsinnig langatmige Story und ein langweiliges Ende.
Nur der Sprecher hat seine Sache wirklich grandios gemacht!

Bewertung:
1 Pfote gebührt alleine dem Sprecher für seine tolle Leistung, dem Buch würde ich nur eine geben.
2pfoten

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