DAS IMPERIUM DES LICHTS von Torsten Fink – Meine Rezension …

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734160464
ISBN-13: 978-3734160462
Autor: Torsten Fink

Die Geschichte:
Torsten Finks neuestes Buch nimmt uns mit in eine Welt, in der zwei große Mächte herrschen: das Licht und die Dunkelheit. Zwischen den Anhängern der beiden „Religionen“ wüten viele Kriege, unter anderem um einen Landstrich, der „Dämmermark“ genannt wird. Die Dunkelheit gewinnt immer mehr Land zurück, das das Imperium des Lichts bereits erobert hatte.
Der Kaiser der Lichtanhänger ist durch eine tödliche Krankheit geschwächt und fürchtet um die Zukunft seines Reiches. Seine Heiler können ihm nicht helfen und so ersinnt er einen seltsamen Plan: er will Männer auf eine weite Reise schicken zur „Dhurna“, der Herrin der Dunkelheit. Diese verfügt über ein Mittel, das sämtliche Krankheiten heilen kann.
Anführer dieser Männer ist Aureos Moris, ein junger Mann aus der Dämmermark, der noch während der Dunkelheit gezeugt wurde, aber erst geboren wurde, als dort schon das Licht herrschte. Nicht alle seine untergebenen Männer schenken ihm ihr Vertrauen aufgrund seiner Herkunft. Kann er das Heilmittel für den Kaiser beschaffen – und welche Opfer sind dafür nötig?

Meine Meinung:
Für mich war es das erste Buch von Torsten Fink. Sein Schreibstil ist ausführlich und atmosphärisch: sehr detailreich entsteht eine lebendige fremde Welt in den Gedanken des Lesers. Da annähernd die gesamte Geschichte aus einer Reise besteht, dürfen wir auch viele verschiedene Landschaften und Völker kennenlernen. Der fantastische Teil besteht dabei eigentlich fast ausschließlich aus Geisterglauben und -erscheinungen, ansonsten ist alles „normal“ und könnte genauso gut in der realen Welt spielen. Es gibt keine Fabelwesen, wie Drachen, Elben etc. Diese werden höchstens als Sagengestalten erwähnt.

Auch die Charaktere zeichnet Torsten Fink mit der gleichen Liebe und Sorgfalt wie seine übrige Welt. Auf mich wirkten diese Figuren wohl sogar etwas zu authentisch, denn ich konnte mich mit keinem Protagonisten wirklich „anfreunden“. Aureos handelt mir oft zu widersprüchlich: mal ist er der harte Kriegsherr, dann macht er sich wieder Sorgen um Einzelne. Außerdem machte ihn der ständige Zwist mit seinem Adoptivbruder und das Buhlen um die gleiche Frau auch nicht wirklich sympathischer. Also alles sehr lebensnah – und im wirklichen Leben würde ich ihn auch nicht unbedingt mögen.
Leider war auch sonst kein Charakter dabei, der mir wirklich sympathisch war. Das macht es aber andererseits auch leichter, die vielen Verluste zu ertragen, die während der Reise haufenweise zu beklagen sind. Es geht ziemlich blutig zu und an Kämpfen, Hinterhalten und Kriegsgräuel mangelt es dieser Geschichte nicht.

Sehr ungeschickt fand ich den Einstieg in die Geschichte: ohne vorher auch nur einen Protagonisten näher zu kennen, befinden wir uns sofort mitten in einer Schlacht. Die fremden Namen, die seltsamen Titel der Männer und dazu noch die Umgebung und die Andeutungen über den Sinn der ganzen Auseinandersetzung waren einfach nur verwirrend und so brauchte ich fast 100 Seiten, um endlich irgendwie einen Zugang zu dieser Story zu finden. Es fiel mir echt schwer, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen und ich war sogar kurz davor, es abzubrechen.

Dann geht es irgendwann auf die große Reise zur Dhurna und man kann getrost behaupten, dass hier der Weg gleichzeitig praktisch das Ziel ist, denn außer Marschieren, Rasten und Kämpfen passiert kaum etwas.
Dem Autor ist es wirklich hervorragend gelungen, den Fokus auf die Grauzonen zu lenken: nichts ist nur gut oder nur böse … das Licht und die Dunkelheit haben gleichermaßen ihre Berechtigung. Das drückt sich in den Handlungen der Figuren aus, aber auch im unerwarteten Ende des Ganzen.

Fazit:
Eine sehr atmosphärische Geschichte, in deren Mittelpunkt der Widerstreit zwischen Licht und Dunkelheit liegt. Stellenweise sehr grausam, reich an Kriegshandlungen und mit einem irgendwie „sperrigen“ Einstieg, der es mir nicht leicht gemacht hat.

Bewertung:
3,5pfoten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.