Czernin oder wie ich lernte, den Ersten Weltkrieg zu verstehen – Rezension

Ein beeindruckendes Buch über das Leben und Wirken des Grafen Ottokar Czernin, das die menschliche und verletzliche Seite des Mannes in den Mittelpunkt stellt.

Geschickt versteht es Hans von Trotha in seinem Roman „Czernin oder wie ich lernte, den Ersten Weltkrieg zu verstehen“ die Vergangenheit mit der Zukunft zu verweben.
Er erzählt eigentlich die Geschichte von Max, dem Urenkel des Grafen Czernin, der im Jahr 1991 von seiner Großmutter eine mysteriöse Tasche mit Papieren ihres Vaters ausgehändigt bekommt. Eigentlich will er zunächst mit der Sache gar nichts zu tun haben, doch bald ist seine Neugier geweckt und er begibt sich auf Spurensuche, um die Geheimnisse, die seinen Urgroßvater umgeben, zu lüften.
Dabei stößt er jedoch schnell auf Hindernisse: hinter den alten Dokumenten sind auch noch andere Menschen her – und diese schrecken auch vor einem Verbrechen nicht zurück.

Im Verlauf des Buches können wir erleben, wie die Ähnlichkeiten zwischen Max (der eigentlich auch „Ottokar“ heißt) und seinem Urgroßvater Ottokar immer deutlicher zutage treten. Der Autor verbindet in vielen Parallelen geschickt die Vergangenheit mit der Gegenwart und lässt die Geschichte lebendig erscheinen.
Eher kurze Kapitel und häufigere Orts- bzw. Zeitenwechsel verhindern zusätzlich, dass Längen entstehen. Die Wirren des Ersten Weltkriegs werden dem Leser auch sehr wahrheitsgetreu durch die Verwendung vieler echter Dokumente aus dieser Zeit wiedergegeben.

Das Buch würde ich allen Lesern empfehlen, die bereits über ein solides Grundwissen über den Ersten Weltkrieg verfügen, die aber in unterhaltsamer Form noch mehr darüber erfahren möchten.

Fazit: Ein sehr interessantes Stück Geschichte, geschickt und unterhaltsam verwoben mit Fiktion und Gegenwart.

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