SCHLÜSSEL 17 von MARC RAABE – Meine Rezension …

Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (9. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548289134
ISBN-13: 978-3548289137
Autor: Marc Raabe
Teil 1 der „Tom Babylon“-Reihe

Meine Meinung:
Dieser Thriller ist mein erstes Lesehighlight 2018: atmosphärisch, bestens durchdacht, vielschichtig, emotional, blutig und ich mag den Protagonisten sehr.

Marc Raabes Bücher sind immer hochspannend und extrem fesselnd. Umso mehr habe ich mich auf den Start einer neuen Reihe gefreut, in der Tom Babylon im Mittelpunkt steht.
Tom war mir sofort sympathisch, er ist ein Mensch, der sich gerne von seinem Bauchgefühl leiten lässt und der es nicht immer so genau nimmt mit den Vorschriften. Er ist hartnäckig, emotional und leider auch leicht traumatisiert durch einen Vorfall in seiner Kindheit. Damals fand er zusammen mit einigen Freunden eine Wasserleiche, die einen Schlüssel bei sich trug. Tom nahm diesen mysteriösen Schlüssel mit nach Hause und schließlich verschwand seine kleine Schwester Viola damit spurlos.
Diesen Verlust hat er nie richtig verkraftet und er zweifelt noch heute daran, dass Viola nicht mehr lebt.

Als er nun zu einem Mordfall in den Berliner Dom gerufen wird, fällt ihm sofort der Schlüssel auf, der an einer Kette am Hals der schlimm zugerichteten Leiche hängt. Er sieht exakt so aus wie damals. Was hat das zu bedeuten?
Tom will der Sache unbedingt nachgehen, doch leider wird er von dem Fall sofort wieder abgezogen. Nur in Begleitung der Psychologin Sita Johanns darf er weiter ermitteln.
Sita und Tom sind beide eher dickköpfig und jeder hat mit alten Wunden zu kämpfen. So dauert es eine Weile, bis sie sich zusammengerauft haben und diese Dynamik ist interessant zu beobachten.

Was den Fall betrifft: dieser ist extrem fesselnd, spannend und durch sehr viele überraschende Wendungen ergeben sich immer wieder neue Blickwinkel. Toll ausgedacht und durch die Verbindungen von Vergangenheit und Gegenwart noch vielschichtiger und sehr komplex.
Nicht nur in den Hauptrollen finden sich wunderbare Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert, auch die Nebenrollen sind mit Personen besetzt, die interessant und glaubhaft wirken.
Mit genauso viel Liebe zum Detail beschreibt der Autor auch seine Schauplätze und sorgt so dafür, dass wir Leser immer ein lebendiges Bild vor Augen haben. Der Schreibstil ist grandios und man merkt kaum, wie schnell man die Seiten umblättert.

Diesen Thriller kann ich nur empfehlen und ich freue mich schon sehr auf weitere Fälle mit Tom Babylon und Sita Johanns. Dieses toughe Ermittlerduo gehört zu meinen Favoriten, bitte mehr davon!

Bewertung:

DER AUGENBLICK von IRENE MATT – Meine Rezension …

Taschenbuch: 249 Seiten
Verlag: Schardt, M; Auflage: 1 (1. Dezember 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3961521247
ISBN-13: 978-3961521241
Autorin: Irene Matt

Meine Meinung:
Dieses Buch ist wie ein Blick hinter die Kulissen, es zeigt eine völlig andere Perspektive, die bei normalen Krimis meist im Dunkeln bleibt. Die Geschichte befasst sich weniger mit der Aufklärung eines Verbrechens, sondern mit dem Schicksal der Täter.
Das klingt zunächst abenteuerlich, denn im ersten Moment denken wir ja meistens eher schwarz-weiß: es gibt die „Guten“ und die „Bösen“, Täter und Opfer. Doch was ist, wenn die Täter eigentlich auch nur Opfer sind?

Irene Matt erzählt uns von einer eigentlich ganz normalen jungen Frau, die plötzlich eine unglaubliche Tat begeht. Niemand kann sich das Ganze erklären, am wenigsten sie selbst. Hauptkommissarin Alexandra Keller kann den Fall nicht aufklären, da es keine verwertbaren Spuren gibt.
Doch einige Monate später stellt sich die Frau selbst der Polizei und wird inhaftiert.
Alexandra lässt dieses Geständnis keine Ruhe, sie spürt, dass mehr hinter der Sache steckt und wendet sich an ihren früheren Ausbilder, den Fallanalytiker Hermann Rau.
Dieser ruft eine Therapiegruppe ins Leben, die sich näher mit dem Leben und dem Schicksal der Täter befasst. Sechs Patienten, ein Theologe, eine Analytikerin, ein forensischer Psychiater, Alexandra als Protokollführerin und Hermann als Leiter treffen sich zu Gruppen- und Einzelsitzungen und arbeiten alte Traumata auf.

Eindrucksvoll zieht uns Irene Matt in einen Strudel aus Emotionen, Zweifeln und überraschenden Enthüllungen. Wir lernen die andere Seite kennen, dürfen teilhaben an den Gedanken und Gefühlen der sogenannten „Täter“.

Wer einen herkömmlichen Krimi erwartet, der könnte vielleicht leicht enttäuscht sein, denn es fehlt etwas an Spannung und natürlich auch Action. Der Schreibstil ist gut lesbar, wirkte aber auf mich manchmal etwas „hölzern“, was auch in den Dialogen zum Ausdruck kommt. Aber die Geschichte liest sich trotzdem sehr fesselnd und es hat mir gefallen, diesen anderen Blickwinkel einmal näher kennenlernen zu dürfen.

Leider muss ich noch erwähnen, dass das Korrektorat etwas versagt hat: doppelte Satzfragmente oder falsche Namen bei den Protagonisten haben mich manchmal leicht verwirrt beim Lesen, hier ist noch Verbesserungspotential vorhanden.

Bewertung:

HANGMAN von DANIEL COLE – Meine Rezension …

Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: Deutsche Erstausgabe, 1. Auflage (2. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548289215
ISBN-13: 978-3548289212
Autor: Daniel Cole
Teil 2 der „New-Scotland-Yard“-Thriller

Meine Meinung:
Diesen Thriller habe ich leider ohne Kenntnis des Vorgängers „Ragdoll“ gelesen und ich würde deshalb allen raten, die Reihenfolge einzuhalten. Es wird zwar einiges erklärt, aber der Großteil der Vergangenheit bleibt natürlich im Dunkeln und man hat doch an vielen Stellen das Gefühl von Wissenslücken.
Verstehen kann man natürlich den aktuellen Fall trotzdem, aber die Reihe baut schon sehr aufeinander auf, was auch das Ende deutlich macht: ein Cliffhanger und offene Fragen machen jetzt schon neugierig auf Teil 3.

Zunächst zu den Charakteren: Chief Inspector Emily Baxter ist nicht jedermanns Sache, denn sie ist eine eher schwierige Person. Extrem misstrauisch, unangepasst, vorlaut und rücksichtslos. Aber ich mochte sie wirklich gerne, genau wie ihren Kollegen Alex Edmunds, ihren Freund Thomas und Agent Rouche, der sie beim aktuellen Fall unterstützt. Rouche ist ein sehr geheimnisvoller Charakter mit einer bewegenden Geschichte, dessen Schicksal mich sehr berührt hat.
Die Personen wirken allesamt lebendig und glaubwürdig, was auch dem allgemein atmosphärischen und wunderbaren Schreibstil des Autors zu verdanken ist. Besonders toll fand ich die immer wieder eingestreuten humorvollen Szenen, die manchmal schon absurd komisch waren und den blutigen Stoff echt aufgelockert haben.

An Spannung mangelt es diesem Buch absolut nicht und auch grausame, horrorähnliche Momente sorgen für Gänsehaut. Alles läuft wie ein actionreicher Film ab, dem man sich nicht entziehen kann. Einzig bei der Auflösung hätte ich mir noch etwas mehr Raffinesse gewünscht, aber alles ist stimmig und ganz gut nachvollziehbar.

Für Leser mit schwachem Magen würde ich das Buch nicht empfehlen, aber echte Thrillerfans werden ihre Freude daran haben. Eine Leseempfehlung, aber zuerst bitte „Ragdoll“ genießen!

Bewertung:

DR. SIRI UND DIE GEISTERFRAU von COLIN COTTERILL – Meine Rezension …

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (16. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442487072
ISBN-13: 978-3442487073
Originaltitel: The Woman Who Wouldn’t Die
Autor: Colin Cotterill
Teil 9 der „Dr. Siri“- Reihe

Meine Meinung:
Wer auf der Suche nach einem etwas anderen Krimi ist bzw. einer ganzen gelungenen Reihe, dem kann ich Dr. Siris Abenteuer nur wärmstens empfehlen. Hier ist alles etwas anders, angefangen beim Protagonisten: kein junger, dynamischer Draufgänger, sondern ein 74-jähriger Mann, der inzwischen offiziell bereits seine Rente genießen sollte und der buchstäblich mit allen Wassern gewaschen ist. Die Handlung ist in der Vergangenheit angesiedelt im Jahr 1978 und der Schauplatz ist Laos. Die damaligen politischen Umstände und das ganz andere Leben ist allein schon ein Abenteuer und zuweilen ist etwas konzentriertes Lesen erforderlich, um nichts zu verpassen.

Dr. Siri ist ein absolut sympathischer, sehr skurriler Zeitgenosse, der sich liebend gern mit Obrigkeiten anlegt und ihnen immer wieder ein Schnippchen schlägt. Das führt zu herrlich humorvollen Szenen und dazu, dass man ihn einfach lieben muss. Außerdem besitzt er die besondere Gabe, Geister sehen zu können.
Genauso liebenswürdig ist seine Frau, die dieses Mal eine große Rolle spielt und von der man viel aus ihrer Vergangenheit erfährt. Des Weiteren gibt es noch viel mehr tolle Charaktere, die alles andere als gewöhnlich sind und mit sehr viel Liebe zum Detail beschrieben werden, so dass man immer ein lebendiges Bild vor Augen hat.
Auch die Schauplätze wirken immer sehr authentisch und man schwitzt förmlich mit in der Hitze des Dschungels, in den sie eine Expedition unternehmen müssen, um mit Hilfe der titelgebenden Geisterfrau den toten Bruder eines Generals zu finden.

Eine sehr gut durchdachte Story mit überraschenden Wendungen und viel Spannung, aber mindestens genauso viel Humor erwartet den Leser in diesem Krimi. Wer die Reihe noch nicht kennt, hat trotzdem keine Probleme, sich zurechtzufinden, aber euch entgeht etwas, wenn ihr die übrigen Bände nicht lest.
Dieses Buch und alle Vorgänger kann ich nur empfehlen, da sie sich deutlich von der übrigen Krimikost unterscheiden und allerbeste Leseunterhaltung bieten. Fesselnd, humorvoll, skurril, liebenswürdig, emotional … einfach toll!

Bewertung:

DAS LIED DER TOTEN MÄDCHEN von LINUS GESCHKE – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (12. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548289312
ISBN-13: 978-3548289311
Autor: Linus Geschke

Die gesamte bisherige Reihe:

Meine Meinung:
Erst vor Kurzem habe ich den zweiten Band gelesen, so dass die Eindrücke noch ganz frisch waren und ich mich umso mehr auf eine Fortsetzung gefreut habe. Der Journalist Jan Römer, seine Kollegin und Freundin „Mütze“ und sein Kumpel Arslan sind mir schon so sehr ans Herz gewachsen, dass ich immer wieder gerne mit ihnen mitfiebere, wenn sie auf Verbrecherjagd gehen.
Eigentlich sollten Jan und Stefanie alias „Mütze“ nur über alte, ungelöste Kriminalfälle berichten, doch dabei sind sie immer so erfolgreich dank ihrer Spürnasen, dass die Verbrechen am Ende gar nicht mehr ungelöst sind.
Im neuesten Band recherchieren sie im Fall einer ermordeten jungen Frau, die erstochen auf einem Berg gefunden wurde. Neben der Leiche wurde damals eine Spieluhr gefunden und sie war schick gekleidet, so dass man auf einen Mord aus Leidenschaft tippte. Doch was Jan und Stefanie im Lauf ihrer Nachforschungen ans Tageslicht zerren, ist noch viel weitläufiger und brisanter als sie es für möglich hielten.

Ein weiterer, sehr spannender Fall für den sympathischen Jan und seine genauso liebenswürdige Freundin „Mütze“, bei dem sie wieder ihren enormen Spürsinn unter Beweis stellen dürfen. Der gewohnt lebendige und atmosphärische Schreibstil von Linus Geschke sorgt dafür, dass man gar nicht merkt, wie beim Lesen die Zeit vergeht. Absolut prima durchdacht und total fesselnd geschrieben, mit authentischen Beschreibungen der Schauplätze und der Charaktere und zuweilen ganz humorvollen Dialogen.

Jedem Neueinsteiger würde ich empfehlen, vorher die anderen beiden Bände zu lesen. Es ist zwar für das Verständnis nicht nötig, aber euch würden zwei wirklich tolle Krimis entgehen. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall und vielleicht auf ein Wiedersehen mit einem interessanten Bösewicht, worauf der Cliffhanger am Ende hoffen lässt.
Eine sehr empfehlenswerte Krimireihe, die überzeugt durch vielschichtige, bestens durchdachte Stories und die sympathischen, authentisch wirkenden Protagonisten!

Bewertung:

BEKLAGE DEINE SÜNDEN von DEBORAH CROMBIE – Meine Rezension …

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. Mai 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442480248
ISBN-13: 978-3442480241
Originaltitel: Garden of lamentations
Teil 17 der „Kincaid & James“ – Reihe
Autorin: Deborah Crombie

Meine Meinung:
Auf diese Fortsetzung habe ich mich schon sehr gefreut, da in Band 16 noch einige Dinge offen blieben. Insgesamt konnte mich das Buch wieder überzeugen, aber im Vergleich zum Vorgänger war es etwas schwächer.
Bei Buchreihen freue ich mich immer sehr über viele Infos aus dem Privatleben der Ermittler. Das bietet sich natürlich hier auch sehr an, denn die Hauptpersonen sind ein Polizisten-Ehepaar, das allerdings meist getrennte Fälle aufzuklären hat. Leider erfahren wir hier aber nicht viel Neues, das Private beschränkt sich eher auf Spannungen zwischen Gemma und ihrem Mann Duncan.

Gemma muss den Tod einer jungen Frau aufklären, die im Garten einer Villensiedlung gefunden wurde. Eigentlich wäre es gar nicht ihr Zuständigkeitsbereich, aber sie wird von einem anderen Revier angefordert. Zusammen mit einer Kollegin klopft sie an viele Türen, führt Verhöre und deckt immer mehr Geheimnisse der Siedlungsbewohner auf.

Duncan ermittelt eher im Verborgenen, denn der vermeintliche Selbstmord von Ryan Marsh am Ende des letzten Bandes wirft große Schatten auf die Vertrauenswürdigkeit der Polizeikollegen. Als dann auch noch weitere Cops unter mysteriösen Umständen zu Tode kommen, wird immer klarer, dass auch Duncan in Gefahr sein könnte, wenn er seine Nachforschungen nicht einstellt.

In diesem Band fand ich Gemmas Fall nicht so fesselnd, denn durch die sehr ausführliche Ermittlungsarbeit, die größtenteils aus Befragungen besteht, empfand ich kleine Längen.
Über die Kapitel, in denen wir Duncan begleiten, habe ich mich dagegen sehr gefreut, denn dieser Teil war sehr spannend und komplex. Hier spielen auch liebgewonnene Charaktere, wie Melody und Doug eine Rolle.

Insgesamt hat mir das Buch aber wieder sehr gefallen, denn die Hauptpersonen wirken realistisch und lebendig und der Schreibstil ist wundervoll zu lesen. Ich hoffe, dass es im nächsten Band wieder etwas harmonischer zugeht zwischen Duncan und Gemma und dass wir – neben einem sehr fesselnden Fall – wieder mehr an ihrem Familienleben teilhaben dürfen.

Bewertung:

ENGELSGLEICH von MARTIN KRIST – Meine Rezension …

Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (5. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286399
ISBN-13: 978-3548286396
Autor: Martin Krist
Teil 4 der „Paul Kalkbrenner“-Reihe

Meine Meinung:
Dieser Thriller ist ziemlich harter Stoff, denn es geht um Kindesmissbrauch, Entführung und alle möglichen anderen Verbrechen, wie Drogenhandel. Blutige Szenen sind an der Tagesordnung und leider auch viele unschuldige Opfer.

Aber das Buch bietet für hartgesottenere Leser auch viele Stunden fesselnde Hochspannung. Einige Handlungsstränge und verschiedene Zeitebenen finden langsam zueinander und die Puzzleteile fallen an ihren Platz.
Der sympathische Ermittler Paul Kalkbrenner und seine Kollegin Sera Muth haben es wieder mal nicht leicht, denn der Fall, den sie lösen müssen, hat mit elf Kinderleichen zu tun. Misshandelt und teilweise verstümmelt wurden sie auf einem alten Fabrikgelände wie Müll entsorgt.
Eine Mutter ist auf der Suche nach ihrer Pflegetochter und gegen alle Widerstände gibt sie niemals auf, obwohl sogar ihre eigene Lebensgefährtin ihr nicht helfen will.
Und dann ist da noch ein Drogenkurier, der sich in der Hierarchie der Organisation nach oben arbeiten will: ein gefährliches Vorhaben.

Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, da er von Anfang bis zum Ende die Spannung konstant hoch halten kann. Ich mag das Ermittlerteam und Pauls Tochter und seinen Hund Bernie. Und die kurzen Kapitel mit vielen Szenenwechseln sorgen dafür, dass sowieso niemals Längen aufkommen könnten. Kann ich nur empfehlen und ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Bewertung:

MÄRCHENWALD von MARTIN KRIST – Meine Rezension …

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (12. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548287646
ISBN-13: 978-3548287645
Autor: Martin Krist
Band 5 der „Paul Kalkbrenner“-Reihe

Meine Meinung:
Dieser Thriller hat es wirklich in sich … er zeichnet sich durch ein besonders hohes Tempo aus und man kann gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen, wenn man mal angefangen hat. Besonders gelungen fand ich vor allem auch, wie die einzelnen Handlungsstränge sich immer wieder durch kleine Zufälle überlappen bis am Ende alles in einem großen Showdown gipfelt.
Zunächst lernen wir den 10-jährigen Max und seine kleine Schwester Ellie kennen. Deren Mutter verschwindet und die beiden schlagen sich durch bis zu ihrem Opa. Eine weitere wichtige Figur ist Zoe, die nach einem schlimmen Erlebnis an einer Amnesie und zahlreichen Verletzungen leidet und auf der Suche nach ihrer Vergangenheit ist.
Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von einem Rentner, der tot in seiner Wohnung aufgefunden wird und der Unbeschreibliches in seiner Gefriertruhe gelagert hat. Und dann gibt es noch einen Einbruch, bei dem einer der Täter durch einen Unfall stirbt.
Wie das alles zusammenpasst? Bei Martin Krist geht das hervorragend, auch wenn man am Anfang noch nicht weiß, wohin alles führt. Es ist ein Buch mit kurzen Kapiteln und vielen Szenenwechseln, die die Spannung noch zusätzlich erhöhen. Viele Geheimnisse und unsagbar grausame Verbrechen, deren Beschreibung eher nichts für zartbesaitete Leser ist, machen die Story so fesselnd, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen will.
Einzig das Finale fand ich etwas fragwürdig, weil es doch sehr plötzlich und wie im Zeitraffer abgehandelt wurde, aber im Großen und Ganzen wurden die wichtigsten Fragen geklärt. Hätte mir nur noch gewünscht, zu erfahren, was danach aus den Personen geworden ist.

Ein hochspannender, fesselnder, recht blutiger und schneller Thriller, den ich nur empfehlen kann!

Bewertung:

DIE VERBORGENE STADT PERCEPLIQUIS von MICHAEL J. SULLIVAN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 637 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1 (29. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608960171
ISBN-13: 978-3608960174
Originaltitel: Percepliquis
Autor: Michael J. Sullivan
abschließender 6. Teil der „Ryria“-Reihe

Meine Meinung:
Dieses Buch hatte ich bereits am 15.05.16 vorbestellt, es erschien Ende Oktober 2016 und trotzdem habe ich es jetzt erst beendet. Das lag bestimmt nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat, sondern es war vielmehr so, dass dies der Abschluss der wundervollen „Ryria“-Reihe ist und ich wohl einfach nicht wollte, dass es zu Ende ist. Also habe ich das Unvermeidliche hinausgezögert und auch wenn ich jetzt Abschied von den vielen liebgewonnenen Charakteren nehmen musste, bin ich noch einmal begeistert worden.

Wie erklärt man jemandem, der die Reihe nicht kennt, was das Besondere daran ist? Ich würde sagen, sie ist ein Abbild unserer Realität mit allem, was dazugehört: Trauer, Schmerz, Liebe, Freundschaft, Rückschläge und Siege, Verrat, Zusammenhalt, Akzeptanz und Toleranz, Spaß, Krieg und Versöhnung, Verblendung durch Religion oder falsche Überzeugungen und leider auch viel Tod. Gestorben wurde wirklich viel in den vergangenen Bänden und auch im letzten müssen wir uns wieder von ein paar Figuren verabschieden, deren Verlust nicht leicht fällt. Aber über allem liegt immer ein unzerstörbarer Hoffnungsschimmer und die Hauptpersonen, die mir im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind, haben ihr Happy End mehr als verdient. Die Reihe zeichnet sich aus durch spannende Abenteuer und ganz viel Emotionen, durch eine lebhafte Atmosphäre, eine vielschichtige Story und sympathische Charaktere. Das „Fantastische“ beschränkt sich hauptsächlich auf Magie, auf die Existenz von Elben, Zwergen, Drachen und einigen anderen Wesen. Den größten Teil nehmen die „normalen“ Menschen ein, so dass die Reihe auch für Leser empfehlenswert ist, die dieses Genre eigentlich nicht so auf dem Schirm haben.

Im großen Finale der sechsteiligen Reihe wird es noch einmal sehr brisant für Royce, Hadrian, Arista, Alric, Modina, Myron, Magnus, Mauvin und die anderen. Sie müssen ein sagenumwobenes Horn holen, um einen drohenden Krieg gegen die überlegenen Elben abzuwenden. Doch dieses Horn befindet sich ausgerechnet in einer unterirdischen Stadt, an deren Existenz viele gar nicht zu glauben wagten. In diese verborgene Welt unter der Erde dringt eine kleine Expeditionstruppe vor und nicht alle von ihnen werden das Sonnenlicht am Ende wieder erblicken. Aber was sie dort finden, stellt alle ihre Überzeugungen und ihren Glauben auf den Kopf, nichts ist mehr so wie es war.

Der letzte Band hält ein Wiedersehen mit vielen netten Figuren aus den Vorgängerbüchern bereit, über das ich mich extrem gefreut habe. Aber auch sonst konnte mich das Finale absolut überzeugen, denn es ist die übliche grandiose Mischung aus Spannung, Humor, Emotionen und wundervollen Schauplätzen. Obwohl ich mir eine Fortsetzung wünschen würde, hat der Autor erst einmal ein versöhnliches Ende für alle konstruiert, mit dem ich sehr gut leben kann.
Jeder findet seinen Platz und bis zur letzten Seite dürfen wir uns über Überraschungen freuen.
Ergänzt wird das Buch noch durch hilfreiches Kartenmaterial und ein umfangreiches Glossar für die gesamte Reihe.

Ein grandioses Fantasyepos, das damit seinen fulminanten Abschluss findet … unbedingt lesen, aber nur der Reihe nach!

Bewertung:

WOLFSWUT von ANDREAS GÖSSLING – Meine Rezension …

Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Knaur TB (12. Januar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426521326
ISBN-13: 978-3426521328
Autor: Andreas Gößling

Meine Meinung:
Basierend auf einer wahren Mordserie (hier Infos dazu auf tagesspiegel.de) präsentiert uns der Autor hier einen extrem fesselnden, sehr blutigen Thriller, der mit Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt.

Nach dem Tod des bei allen Menschen sehr beliebten Bauunternehmers Alex Soltau entdeckt dessen Tochter in einem Lagerraum fünf Plastikfässer mit unvorstellbar grausigem Inhalt: verschiedenste Körperteile toter Frauen schwimmen in Konservierungsflüssigkeit. Sofort schaltet sie die Polizei ein, im sicheren Glauben, dass ihr Vater damit niemals etwas zu tun haben könnte.
Die Ermittlungen übernimmt Hauptkommissarin Kira Hallstein zusammen mit ihrem Kollegen Max Lohmeyer. Die beiden bilden ein sehr gutes Team, nicht zuletzt, weil sie oft mehr auf ihr Bauchgefühl vertrauen und weniger auf die gesetzlichen Vorgaben. Welche Ausmaße dieser Fall noch annehmen wird, ist ihnen zunächst nicht klar, doch je tiefer sie in die Vergangenheit von Alex Soltau vordringen, so schauriger werden ihre Erkenntnisse.

Der Schreibstil von Andreas Gößling gefällt mir ausgesprochen gut: die Dialoge wirken glaubwürdig, zusätzlich lässt uns der Autor an den Gedanken seiner Protagonisten teilhaben. Auch die Beschreibungen der Schauplätze sind immer so eindrücklich, dass man alles genau vor sich sieht, obwohl durchaus Orte dabei sind, die man sich lieber nicht genau vorstellen möchte. Elendsstriche, verfallene Gebäude, Folterkeller und alte Militäranlagen sorgen allein schon für Gänsehaut beim Lesen.
Die Charaktere wirken auch sehr authentisch, sie haben eine Vergangenheit, die sie maßgeblich geprägt hat. Kira ist 42 und damit fast 10 Jahre älter als ihr Kollege Max. Das Verschwinden ihres Bruders vor 20 Jahren hat sie niemals überwunden und sie hofft immer noch auf Aufklärung. Max ist ein sehr intuitiver und empathischer Ermittler, der sich in sein Gegenüber schon beinahe zu intensiv einfühlen kann, aber meistens liegt er mit seiner Einschätzung goldrichtig.

Einen minimalen Punktabzug bei der Bewertung gibt es von mir nur, weil manchmal Begriffe verwendet wurden, die mir etwas gewollt „cool“ erschienen, aber das stört nicht wirklich beim Lesen. Und an manchen Stellen musste der Zufall nachhelfen, um der Story die richtige Richtung zu geben, aber auch das ist leicht zu verzeihen bei diesem spannenden Stoff.

Mich hat das Buch jedenfalls durchgehend gefesselt und die dichte, vielschichtige Story hat mich bestens unterhalten. Für zartbesaitete Leser kann ich diesen Thriller leider nicht wirklich empfehlen, denn es geht schon extrem blutig und grausam zur Sache. Wir lernen menschliche Abgründe kennen, die so unvorstellbar sind, dass wir uns wünschen, dies würde alles nur der Phantasie des Autors entspringen. Aber leider sind die geschilderten Zustände und Szenen nur allzu realistisch und für viele Menschen täglicher Alltag und Alptraum. Ein aufrüttelndes Buch, das man nicht zuklappen kann, ohne noch weiter darüber nachzudenken. Was steckt hinter der Fassade scheinbar normaler Mitmenschen? Kennen wir vielleicht gar selbst so einen Wolf im Schafspelz, der ein dunkles Doppelleben führt und unerkannt über Jahrzehnte zahlreiche Morde begeht?

Besonders freut mich, dass der Autor bereits an einer Fortsetzung schreibt, so dass ich auch in Zukunft nicht auf das sympathische Ermittlerduo Kira und Max verzichten muss.

Bewertung: