DAS EHERNE BUCH von Christian von Aster – Meine Rezension …

Broschiert: 347 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1. Aufl. (22. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608939342
ISBN-13: 978-3608939347
Autor: Christian von Aster

Die Geschichte:
Der Junge Jaarn wächst in einer riesigen Bibliothek auf, abgeschirmt von der Außenwelt, in der schon immer erbitterte Kriege toben. Eines Nachts wird er überraschend zum Fürst von Ghidt-Lhorr, dem legendären „Eisernen Raben“, gerufen. Dieser offenbart ihm ein unglaubliches Geheimnis: Jaarn ist der jüngste Sohn des Raben, der verborgen vor der Welt aufwachsen sollte, um schließlich eine große Bestimmung zu erfüllen.
Der Fürst überreicht seinem staunenden Sohn ein ganz besonderes Schwert: das „Eherne Buch“, auch „Legendeneisen“ oder „Geschichtenklinge“ genannt. Beim Schmieden dieses Schwertes wurden alle möglichen Geschichten und Sagen im Stahl eingeschlossen und es soll die Macht besitzen, der Welt endlich Frieden zu bringen.
Dazu muss Jaarn sich aber auf eine gefährliche Reise begeben, um am Ende das legendäre Schwert zu Füßen des Kriegsbringers abzulegen, auf dass fortan überall Frieden herrschen möge. Auf seinem Weg begleiten ihn allerhand skurrile Gestalten, allen voran der „Narbensammler“ Rugk, in dem Jaarn einen treuen, wenn auch mysteriösen Freund findet. Doch die beiden begegnen leider nicht nur freundlich gesinnten Gefährten, es gibt auch eine stetig wachsende Söldnerarmee, die Jagd auf Jaarn und seine Getreuen macht.
Werden sie es lebend zum Berg Gul’Firrin schaffen und können sie den Krieg für immer stoppen?

Meine Meinung:
In dieser Geschichte, so fantastisch sie auch sein mag, steckt viel Wahres über die Natur der Menschen. Überall herrscht Krieg und Unfrieden, der Großteil der Bevölkerung leidet darunter, muss flüchten und verliert alles Liebgewonnene. Wenige andere dagegen verdienen gut an dem Krieg, sie heizen die Gefechte an und zeigen keinerlei Mitgefühl oder Skrupel. So viel zum durchaus realistischen Hintergrund, aber kommen wir erst einmal zu den tollen Charakteren.

Jaarn ist zunächst ein recht unbedarfter, fast schon naiver Junge, der im Schutz dicker Mauern zwischen unendlich vielen Büchern aufgewachsen ist. In der rauen Außenwelt muss er sich erst einmal zurechtfinden, wobei ihn der geheimnisvolle Rugk mehr oder weniger unterstützt. Manche Erfahrungen muss er einfach alleine machen, anderes dagegen lernt er schnell von seinen Begleitern. Jaarn habe ich schnell ins Leserherz geschlossen, genau wie auch viele seiner Freunde.
Rugk, der Narbensammler, ist ein total mysteriöser Kerl, der so wandlungsfähig ist wie ein Chamäleon: in allen Gesellschaftsschichten kann er sich bewegen und hat Verbündete, die man ihm nicht zutrauen würde. Ihn mochte ich auch sehr gerne.
Genauso sympathisch war mir auch der „Knochenkönig“ Kydhan mit seinem Geier Srigk, der in einer beeindruckenden Höhlenwelt zu Hause ist. Damit kommen wir auch gleich zu den tollen Schauplätzen …

Die Welt, in der der Autor seine Geschichte angesiedelt hat, unterscheidet sich äußerlich gar nicht so sehr von unserer eigenen. Es gibt keine Fabelwesen, keine seltsamen Tiere oder besondere Landschaften. Trotzdem faszinierten mich manche Schauplätze sehr, vor allem die Stadt des Knochenkönigs. Durch die lebendigen, detaillierten Beschreibungen konnte ich mir alles wie einen Film vorstellen. Christian von Aster erschafft eine Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann.

An Spannung mangelt es der Story natürlich auch nicht, es bleibt praktisch bis zur letzten Seite geheimnisvoll und fesselnd. Die Gefährten müssen allerhand Hürden meistern auf ihrem Weg. Es wird manchmal ein bisschen blutig, aber auch humorvolle, emotionale und schöne Momente findet man in dieser Story. Sehr vielschichtig und wundervoll geschrieben, so dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte.
Das Ende war stimmig, wenn auch eher unerwartet. Wenn es eine Fortsetzung gäbe, würde ich das Buch sofort kaufen!

Fazit:
Eine spannend-fesselnde Story ganz ohne Fabelwesen mit sympathischen Charakteren und einem moralischen Nachhall.

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 29 ab.

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