WINTERGEISTER von Kate Mosse – Meine Rezension …

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426507757
ISBN-13: 978-3426507759
Originaltitel: The Winterghosts
Übersetzer: Ulrike Wasel + Klaus Timmermann
Autorin: Kate Mosse

Die Geschichte:
Im Dezember 1928 reist der 27-jährige Engländer Freddie alleine durch die Berge in Südfrankreich. Er sucht Abstand von seinem alten Leben, flüchtet geradezu vor einem nicht verarbeiteten Trauma, da sein Bruder im Krieg gefallen ist. Als er von einem Schneesturm überrascht wird, hat er einen Unfall und sein Auto stürzt beinahe in eine Schlucht.
Nach dem Verlassen des Fahrzeugs hört er geheimnisvolle Stimmen im Wald und schließlich findet er einen Pfad, der ihn in das kleine Bergdorf Nulle führt. Dort wird er in einer Pension freundlich aufgenommen und seine Wirtin lädt ihn sogar zu einem Fest ein, das ausgerechnet an diesem Abend stattfindet.
In altertümlichen Kostümen feiern alle Einwohner des Dorfes das fête de Saint-Étienne. Neben Freddie sitzt eine hübsche, junge Frau am Tisch, die sich als Fabrisse vorstellt. Er kommt mit ihr ins Gespräch und sie erzählen sich gegenseitig ihre tragischen Lebensgeschichten. Danach spazieren sie noch gemeinsam durch die Gegend. Doch als Freddie am nächsten Tag aufwacht, weiß er nicht mehr, wie er ins Bett gekommen ist. Und Madame Galy behauptet, er hätte ihre Pension am Abend gar nicht verlassen und niemand hätte ihn auf dem Fest gesehen. Verzweifelt macht er sich auf die Suche nach Fabrisse und entdeckt dabei Unglaubliches …

Meine Meinung:
Bücher mit einem Bezug zu realen Themen lese ich ja sehr gerne, vor allem wenn es um alte Geschichten, z. B. über die Templer oder ähnlich spannende Legenden geht. In „Wintergeister“ bilden die Katharer und deren Verfolgung im 14. Jahrhundert den Hintergrund.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht Freddie, der mir schon oft leidgetan hat. Mit seinen Eltern hat er es nicht leicht, fühlt sich nie wirklich geliebt. Er steht im Schatten seines fünf Jahre älteren Bruders, trotzdem empfindet er keinerlei Rivalität, ganz im Gegenteil. Als George aus dem Krieg nicht mehr heimkehrt und zunächst als verschollen gilt, ist für Freddie nichts mehr wie vorher. Er kann sein Leben nicht mehr genießen und erstickt beinahe an der Trauer. Irgendwann folgt der Zusammenbruch und Freddie fühlt sich oft den Toten näher als den Lebenden.

Kate Mosse schildert das alles so eindrücklich und atmosphärisch, dass man das Buch nicht mehr weglegen möchte. Nicht nur die Schauplätze und die allgemeinen Stimmungen, sondern auch die Gefühle von Freddie wirken so lebendig. Wenn sie beschreibt, wie jemand durch einen eisigen Schneesturm stapft, dann kann man die Kälte beinahe fühlen. Wirklich ein wundervoller Schreibstil!

An Spannung fehlt es dem Buch auch nicht, stellenweise wird es sogar etwas gruselig. Auch ohne Geister ist ein nebelverhangenes und von Schnee bedecktes Bergdorf mit seinen zahlreichen kleinen Gässchen in der Nacht ein Ort, an dem man Gänsehaut bekommen kann. Über allem liegt eine trügerisch-ruhige Atmosphäre, die nicht nur der einsamen Gegend geschuldet ist, in der sich alles abspielt.

Freddie und Fabrisse sprechen über Liebe, Verlust, Trauer und die Notwendigkeit des Loslassens. Vergessen sollte man allerdings auch nicht, aber das eigene Leben annehmen und schätzen.
Viele emotionale Momente schaffen in der Geschichte eine wunderbare Harmonie zwischen fesselnder Unterhaltung und Herzerwärmendem. Denn: nicht alle Geister sind böse …

Fazit:
Ein absolut atmosphärisches Buch, das mich richtig in seinen Bann gezogen hat. Spannend und mitreißend – und nebenbei noch informativ.

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 17 ab.

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