Arztroman von Kristof Magnusson – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 1 (20. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3888979668
ISBN-13: 978-3888979668

Die Geschichte:
Wir begleiten die Notärztin Anita nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Privatleben.
Zusammen mit ihrem Kollegen Maik rettet sie so manches Menschenleben und stellt sich souverän der beruflichen Herausforderung. Doch in ihrem privaten Alltag ist sie leider nicht so erfolgreich: von ihrem Mann Adrian lebt sie getrennt, der gemeinsame Sohn wohnt beim Vater und dessen neuer Lebensgefährtin.
Wir werden Zeuge von Anitas vielfältigen Problemen, die sich hauptsächlich um ihren Ex und dessen neue Familie drehen. Wird sie es schaffen, sich selbst wieder ein glückliches Leben aufzubauen und die Vergangenheit ruhen zu lassen?

Meine Meinung:
Dieses Buch liest sich sehr schnell, der Schreibstil ist unkompliziert und angenehm.

Mit Anita, der Hauptperson, konnte ich mich leider nicht wirklich anfreunden. Oft war ihr Verhalten für mich nicht nachvollziehbar und gegen Ende des Buches verlor sie noch zusätzlich an Sympathie.
Positiv anzumerken ist allerdings ihr Kollege Maik: er war für mich der beste Charakter in diesem Buch. Ein freundlicher, realistisch wirkender Protagonist, ohne den die Geschichte nicht funktionieren würde. Er holt Anita des Öfteren wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und versucht, sie vor sich selbst zu schützen, was ihm leider nicht immer gelingt.

Die Story besteht recht ausgewogen aus Arbeits- und Privatleben von Anita: wir begleiten sie bei vielen Notarzteinsätzen, die sehr realistisch und gut recherchiert geschildert werden. Diesen Einblick in die Welt der Medizin fand ich sehr interessant. Verbunden wird das Ganze mit etwas Sozial- und Gesellschaftskritik. Diese bildet in dieser Geschichte eine Schnittstelle zu den Geschehnissen im privaten Bereich: Anita und die „Neue“ ihres Ex-Mannes vertreten absolut kontroverse Meinungen, was für reichlich Zündstoff sorgt.

Im Privatleben kämpft Anita um die Zuneigung ihres 14-jährigen Sohnes und um ihren Einfluss auf sein Denken und Handeln. Dabei schießt sie oft über das Ziel hinaus und wirkt durch ihre manchmal recht unbeherrschte Art leicht anstrengend.

Was mir an diesem Buch gefehlt hat, das war der Nachklang. Man klappt es zu und damit ist das Gelesene auch schon größtenteils wieder aus dem Kopf verschwunden. Damit ist es zwar durchaus unterhaltsame Lektüre für Zwischendurch, aber kein Werk, das im Gedächtnis bleibt.

Fazit:
Wäre Anita mir etwas sympathischer gewesen, hätte ich noch einen Stern mehr vergeben. Sie wirkte aber leider oft etwas anstrengend und ihre Handlungen waren für mich nicht so wirklich nachvollziehbar.
Ansonsten liest sich das Buch aber wirklich gut und die Notarzteinsätze waren sehr interessant und bestens recherchiert beschrieben.

Bewertung:
3pfoten