TANTE POLDI UND DIE SCHWARZE MADONNA von MARIO GIORDANO – Meine Rezension …

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 29. März 2019
ISBN-13: 978-3431041156
Autor: Mario Giordano
Teil 4 der „Poldi“-Reihe nach
Tante Poldi und die sizilianischen Löwen
Tante Poldi und die Früchte des Herrn
Tante Poldi und der schöne Antonio

Meine Meinung:
Schon zum vierten Mal erzählt uns der im Leben etwas planlose Neffe von Poldi ein weiteres Abenteuer, wobei er seiner Tante nicht immer alles so richtig glauben kann.
Poldi ist eine echte bayerische Naturgewalt auf zwei Beinen, die sich gern lautstark bemerkbar macht, obwohl man sie rein optisch schon kaum übersehen kann – getreu ihrem Lebensmotto „Dezenz ist Schwäche“. Sie ist mit einem tollen italienischen Commissario liiert, wirft aber trotzdem gern mal das ein oder andere Auge auf männliche Verlockungen.

Im neuen Fall wird es sehr geheimnisvoll und das liegt nicht nur daran, dass Poldi wieder mit dem Tod persönlich ein Gläschen Wein trinkt und folgenschwere Wetten abschließt. Sie wird mit einem Exorzismus in Rom in Verbindung gebracht, denn die Besessene soll mit ihrer Stimme gesprochen haben … Poldi als Dämon? Das geht nun doch zu weit und so setzt sie natürlich alles daran, die wahren Hintergründe zu erforschen und ihren guten Namen wieder reinzuwaschen. Dass davon weder ihr Freund, noch die Verantwortlichen im Vatikan besonders begeistert sind, stört Poldi überhaupt nicht. Sie stürzt sich Hals über Kopf in Ermittlungen, die sie am Ende in tödliche Bedrängnis bringen …

Mario Giordanos Schreibstil ist einfach toll, er unterhält seine Leser mit humorvollen, lebendigen Beschreibungen von Land und Leuten und er hat sich einen echt verzwickten Kriminalfall ausgedacht. So spürt man nicht nur die fesselnde Spannung, sondern bekommt auch immer gleich Lust auf Urlaub im sonnigen Süden.
Seine Charaktere sind bunt, vielfältig, emotional und zumeist sehr liebenswürdig. Poldi, ihr Neffe und Commissario Montana sind Sympathieträger, mit denen man gerne mitfühlt.
Erst so nach und nach kristallisiert sich die ganze Tragweite des Verbrechens heraus, mit dem Poldi diesmal zu tun hat. Es wird sehr persönlich für sie und oft weiß sie nicht, wem sie noch vertrauen kann. Prima durchdacht und am Schluss stimmig aufgelöst.

Wir erfahren in diesem Band auch einiges über Poldis Vergangenheit und Kindheit und das Ende hält auch noch eine echte Überraschung bereit, über die ich mich sehr gefreut habe.
Eine wirklich tolle Reihe mit viel Humor, Emotionen und einer liebenswürdig urbayerischen Hauptfigur, die ihre Wurzeln auch in ihrer neuen Heimat Sizilien nie vergisst.

Bewertung:

GIER von MARC ELSBERG – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2019
ISBN-13: 978-3764506322
Autor: Marc Elsberg
LESEPROBE

Meine Meinung:
Marc Elsbergs gesellschaftskritische Thriller liebe ich immer sehr, denn es ist für mich wie eine Verbindung von Nützlichem mit Schönem.
Im neuen Thriller kam diese Kritik an der zunehmenden Ausbeutung der Schwächeren zwar größtenteils auch sehr gut rüber, aber an einigen Stellen wirkte es auf mich doch zu klischeehaft. Jan, die Hauptperson, verkörpert in der Geschichte quasi diese Menschen, die von früh bis spät arbeiten und es doch niemals zu Reichtum bringen, egal wie sehr sie sich auch anstrengen. Die möglichen Gründe dafür zeigt dieses Buch aber sehr anschaulich auf.

Jan ist Pfleger und gerade auf dem Weg nach Hause, als er Zeuge eines unglaublichen Vorfalls wird. Eine Oberklasselimousine kommt mitten in Berlin von der Fahrbahn ab und überschlägt sich, so dass mehrere Insassen sofort tot sind. Doch ein Mann hat den Unfall überlebt und Jan kann noch kurz mit ihm sprechen, bevor ein bewaffnetes Killerkommando den Wagen mitsamt Opfern einfach in die Luft sprengt.
Wider Erwarten kann Jan dem Inferno noch ganz knapp entkommen und mit der Polizei sprechen, die kurz darauf vor Ort ist. Doch Jörn, der die Ermittlungen zunächst leitet, glaubt ihm leider nicht. Gut, dass später Kriminalkommissarin Maja mit von der Partie ist, denn diese ist weniger voreingenommen und geht das Ganze etwas schlauer an.
Jan indes geht den Hinweisen nach, die er aus den letzten Worten des unbekannten Unfallopfers rekonstruieren konnte. In einer Bar trifft er auf den Spieler Fitzroy, der ein Freund des Toten war. Zusammen versuchen sie herauszufinden, welche Gründe zu diesem grausamen Mordanschlag geführt haben. Doch das wird erheblich erschwert durch die Killerbrigade, die ihnen ständig auf den Fersen ist, um auch letzte Zeugen der Tat noch zu beseitigen.

Die Geschichte ist eine atemlose Katz-und-Maus-Jagd durch Berlin, bei der die Killer leider sehr gut vernetzt sind und Jan und Fitz manchmal sogar ein Stück voraus. Oft können sie nur noch knapp entkommen und verdanken ihr Leben einigen Helfern, auf die sie im Lauf der Story stoßen.
Die Charaktere fand ich größtenteils recht sympathisch, manche etwas klischeehaft, aber durchaus liebenswürdig. Man kann auf alle Fälle gut mit ihnen mitfiebern, was mir sehr wichtig ist.
Der Schreibstil ist bestens lesbar, unkompliziert und man kann sich alles sehr schön visualisieren. Einige Formulierungen fand ich aber zu bemüht und der „Durchsuchungsbefehl“, der eigentlich ein „-beschluss“ ist, blieb leider auch nicht aus.
Aber trotz allem liest sich die Geschichte wirklich sehr fesselnd und spannend und man möchte ständig wissen, wie es weitergeht.

Das eigentliche Geheimnis, das hinter allem steckt, entpuppt sich ja letztendlich als ein recht einfaches Rechenmodell, welches wirklich die Kraft hätte, die Welt zu verändern. Das hat mich ehrlich tief beeindruckt und man kann im Internet auch weitere Informationen über die sogenannte „Bauernfabel“ finden. Es wäre uns allen nur zu wünschen, dass sich diese Vorgehensweise bald wirklich weltweit durchsetzen würde, aber aktuell sind wir noch sehr weit davon entfernt. Marc Elsberg zeigt dies im Lauf der Geschichte immer wieder an anschaulichen Beispielen und es ist auch für Mathematik- und Finanzlaien bestens nachvollziehbar.

Dieser Thriller ist sehr spannend und rasant, die Protagonisten kommen kaum zur Ruhe, es ist wirklich eine fesselnde Hetzjagd, die den Leser schnell in ihren Bann zieht. Das Ende fand ich sehr stimmig und die Moral von der Geschichte kam bei mir sehr gut an. Von mir gibt es deshalb trotz kleinerer Kritikpunkte eine klare Leseempfehlung!

Bewertung:

Auch Daggi hat das Buch bereits gelesen. HIER findet ihr ihre Meinung dazu! 🙂

DER MONGOLE von IAN MANOOK – Meine Rezension …

Broschiert: 640 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2019
ISBN-13: 978-3764506056
Originaltitel: Yeruldelgger
Autor: Ian Manook
Teil 1 der „Yeruldelgger“-Reihe

Meine Meinung:
Das Lesen diesen Buches habe ich aufgrund der etwas furchteinflößenden Dicke von über 600 Seiten doch tatsächlich immer wieder aufgeschoben, um es letztendlich in zwei Tagen förmlich zu verschlingen.
Und am Schluß hätte ich sogar noch gerne weitergelesen, denn es endet mit einem Cliffhanger, der bereits ankündigt, dass es weitere Bücher mit Kommissar Yeruldelgger geben wird. Ich freue mich schon darauf.

Schon die ersten Seiten haben mich total in ihren Bann gezogen, denn der Schreibstil ist so lebendig, mit der richtigen Menge an Details und vor allem mit einem wunderbaren Humor, der einem sogar bei blutigen Szenen noch ein Schmunzeln entlocken kann.
Kommissar Yeruldelgger ist ein Mann, der gezeichnet ist vom Verlust seiner kleinen Tochter, die ermordet wurde. Aufgrund der damaligen Umstände geben ihm viele Menschen eine Mitschuld daran. Und zu allem Überfluss hat ihn dieser Schicksalsschlag auch noch von seiner Frau und der älteren Tochter Saraa getrennt, die nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. Ich habe mich sehr schnell mit seiner Art angefreundet und mag ihn als Hauptperson sehr gern.
Auch die Inspektorin Oyun und die Gerichtsmedizinerin Solongo sind absolut sympathische Charaktere, die man gleich ins Leserherz schließt, genau wie viele weitere Figuren, die im Laufe der Geschichte auftauchen.
Im Gegensatz dazu stehen einige Kollegen von Yeruldelgger, die sehr passend als echte Nervensägen dargestellt werden. Alle Personen sind sehr fein gezeichnet und wirken durchaus authentisch.

Auch die Schauplätze kann man sich stets bestens visualisieren und dieses Land und seine Bräuche und Probleme waren mir bis dato noch recht unbekannt. Das konnte das Buch ein bisschen ändern und ich fand den kleinen Einblick sehr interessant.

Die Kriminalfälle, die Yeruldelgger aufzuklären hat, sind teils wirklich sehr brutal und es fehlt nicht an Szenen, bei denen man schon einen etwas stabileren Magen braucht. Doch die ironisch-witzigen Stellen überwiegen, so dass die Mischung für einen Krimi wirklich extrem gelungen ist. Es fehlt auch nicht an Emotionalem und wir dürfen auch – wie in Reihen üblich – viel am Privatleben von Yeruldelgger teilhaben.
Bestens durchdacht und klug konstruiert weiß diese Story wirklich zu fesseln und den Leser durch überraschende Wendungen und ungeahnte Zusammenhänge von Anfang bis zum Ende grandios zu unterhalten. Kann ich nur empfehlen!

Bewertung:

DIE MELODIE DER SCHATTEN von MARIA W. PETER – Meine Rezension …

Verlag: Bastei Lübbe
Taschenbuch, 671 Seiten
ISBN: 978-3-404-17774-5
Erscheinungsdatum: 26.10.2018
Autorin: Maria W. Peter

Meine Meinung:

Zur Abwechslung greife ich zwischendurch auch gerne mal zu einem historischen Roman, man kann schließlich nicht nur Krimis oder Thriller lesen, aber auch diesem Buch hier mangelte es nicht an fesselnder Spannung!

Wir reisen nach Schottland ins Jahr 1837 und begleiten Fiona Hemington, die Tochter eines angesehenen Richters bei ihrem atemberaubenden Abenteuer.
Fiona und ihre Begleiter werden Opfer eines brutalen Überfalls und nur ihr allein gelingt die Flucht in die schottischen Highlands. Sie trifft auf ein abgelegenes Herrenhaus, in dem sie Zuflucht findet.
Schon am ersten Tag dort kommt ihr einiges seltsam vor: es gibt kaum Bedienstete und der Hausherr ist ein sehr verschlossener, unnahbarer Mann, den eine geheimnisvolle Aura umgibt.
Weite Teile des Hauses sind ungenutzt und Aidan, der Besitzer von Thirstane Manor, sieht es nicht gern, wenn Fiona sich neugierig überall umsieht.

Er scheint einiges zu verbergen, sei es im düsteren Keller oder in einem exotischen Gewächshaus.
Immer mehr wird Fiona in den Bann von Thirstane Manor gezogen und hat sich in den Kopf gesetzt, hinter Aidans Geheimnis zu kommen. Sie zweifelt manchmal schon an ihrem Verstand, denn sie glaubt fest daran, seltsame Stimmen oder Melodien zu hören und ein unheimlicher schwarzer Mann erscheint ihr immer wieder.

Sorgfältig recherchiert und sehr detailreich beschrieben liest sich dieses Buch wirklich fesselnd und mitreißend von Anfang bis zum gelungenen Ende. Manchmal hätte ich mir allerdings noch etwas mehr Tempo gewünscht, da wurde es mir ein bisschen zu ausführlich und detailliert. Man will ja ständig wissen, welches Geheimnis hinter allem steckt und da kommt bei mir schnell Ungeduld auf.

Maria W. Peter lässt uns an einer schicksalshaften Familiensaga teilhaben, die alles hat, was man für beste Leseunterhaltung benötigt: sympathische Charaktere mit viel Tiefe und Herz, glaubwürdige Emotionen, geheimnisvolle Spannung, ein bisschen Action und natürlich auch Liebe, Drama und Eifersucht.
Kann ich nur weiterempfehlen!

DAS GRAB UNTER ZEDERN von REMY EYSSEN – Meine Rezension …

Kriminalroman
477 Seiten / Ullstein Verlag
ISBN-13 978-3-548-28907-6
Erscheinungsdatum: 11.05.2018
Band 4 der „Leon Ritter“-Reihe
Autor: Remy Eyssen

Meine Meinung:
Als großer Fan dieser Reihe musste ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit Leon, Isabelle und Lilou weiter geht. Im Privatleben des Paares gibt es allerdings keine großen Veränderungen, dafür wird es wieder sehr spannend, was den Fall angeht.
Zunächst wird Leon, der ja „nur“ Rechtsmediziner ist, von einigen Polizisten lediglich müde belächelt, als er einen Unfalltoten und einen Selbstmörder als Mordopfer identifiziert. Doch je mehr er eigene Nachforschungen anstellt, umso klarer wird, dass er einer ganz großen Sache auf der Spur ist, die weiter in die Vergangenheit und auf die idyllische Insel Porquerolles führt.
Allerlei skurrile Gestalten vom nervenden Medizinerkollegen über eine Hexe bis hin zum rollstuhlfahrenden Ex-Fremdenlegionär mit Schoßhündchen machen die Story alleine schon zu einem Lesevergnügen, aber natürlich hat dieser Krimi noch viel mehr zu bieten.
Eine spannende Geschichte, die von allerlei Überraschungen und Wendungen begleitet wird und die den Leser zu fesseln weiß von der ersten bis zur letzten Seite. Besonders gefällt mir an dieser Reihe auch, dass alles recht realistisch wirkt: die kleinen Zwistigkeiten in der Beziehung zwischen Leon und Isabelle, die Reibereien im Kollegenkreis bei der Polizei und der Rechtsmedizin und auch das Leben in Südfrankreich im Allgemeinen.
Für mich ist dieses Buch auch wieder ein Stückchen Urlaub gewesen und ich freue mich schon heute auf eine Fortsetzung.

Bewertung:

WAHRHEIT GEGEN WAHRHEIT von KAREN CLEVELAND – Meine Rezension …

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: btb Verlag (10. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442716748
ISBN-13: 978-3442716746
Originaltitel: Need to know
Autorin: Karen Cleveland

Meine Meinung:
Dieser Thriller hat mich wirklich sehr in seinen Bann gezogen, obwohl ich normalerweise Psychothriller nicht ganz so gut finde und als solchen muss man „Wahrheit gegen Wahrheit“ wohl bezeichnen.

Alles dreht sich um Vivian Miller und ihren Ehemann Matt: sie arbeitet beim CIA als Analystin in der Abteilung Spionageabwehr „Russland“ und Matt ist IT-Spezialist.
Viv steht kurz vor einem großen Durchbruch, denn es ist ihr gelungen, sich in den Computer eines Verdächtigen zu hacken. Was sie dort allerdings findet, verändert ihr komplettes Leben in Sekundenbruchteilen.
Jeder Agentenbetreuer ist angeblich für fünf Schläfer zuständig und Viv entdeckt fünf Fotos verschiedener Personen: einer davon ist ihr Mann Matt.
Sie stellt ihn zur Rede und er streitet nichts ab. Was Vivian erfährt, wirft ein völlig neues Licht auf ihr gesamtes Leben mit Matt. Doch was soll sie jetzt mit diesen Informationen tun? Sie kann nicht für sich allein entscheiden, denn sie und Matt haben vier gemeinsame Kinder. Was ist ihr wichtiger? Ihre Familie oder die Treue zu ihrem Vaterland?

Die Geschichte wird aus der Sicht von Vivian erzählt und verbindet geschickt die Gegenwart mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit. Was sie jahrelang als Wahrheit angenommen hatte, erscheint im Nachhinein in einem ganz anderen Licht. Viele Situationen gehen ihr wieder durch den Kopf und was ihr damals seltsam erschien, ergibt plötzlich einen Sinn.
Vivs innere Zerrissenheit und ihr Kampf um die Wahrheit sind stellenweise sehr emotional, ich habe zwar keine Kinder, aber ich konnte gut mit ihr mitfühlen.
Die ganze Story ist ein Auf und Ab, mal besteht wieder Hoffnung, dann erscheint alles aussichtslos. Überraschende Momente und fesselnde Unterhaltung sorgen dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte.
Echt heftig fand ich auch das Ende, das ja geradezu nach einer Fortsetzung schreit.

Das Buch ist spannend, fesselnd und lebt von der ständigen Ungewissheit, in der Vivian schwebt. Für Fans unblutiger Thriller auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung!

Bewertung: