Elias & Laia von Sabaa Tahir – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2015 (15. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3846600091
ISBN-13: 978-3846600092
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: An Ember in the Ashes
Autorin: Sabaa Tahir

Klickt HIER, um euch den Buchtrailer anzusehen!

Die Geschichte:
Laia wächst mit ihrem Bruder bei den Großeltern auf, nachdem ihre Eltern und die ältere Schwester gestorben sind. Sie gehören zum Volk der „Kundigen“ und führen ein bescheidenes Leben als Markthändler und Heiler.
Eines Tages wird die Familie von einer Truppe Soldaten überfallen, unter denen sich auch eine sogenannte „Maske“ befindet. Die „Masken“ sind die grausamsten aller Krieger des Imperiums, die keinerlei Mitleid kennen. Laias Großeltern werden nach einem kurzen Verhör getötet, ihr Bruder Darin wird verhaftet und ihr gelingt in letzter Sekunde die Flucht.
Laia will unbedingt ihren Bruder aus dem Gefängnis befreien und steigt deshalb hinab in die Katakomben unter der Stadt, um die Mitglieder des Widerstands um Hilfe zu bitten. Leider will man ihr nicht ohne Gegenleistung helfen: sie soll sich als Spitzel nach „Schwarzkliff“ bringen lassen, in das extrem gut bewachte Trainingscamp der „Masken“, um dort als die neue Dienerin der berüchtigten Kommandantin zu arbeiten.

Elias wurde als kleiner Junge aus seiner vertrauten Umgebung gerissen und nach „Schwarzkliff“ verschleppt, wo er 15 harte Jahre Ausbildung zur „Maske“ hinter sich gebracht hat. Er ist mit diesem Leben aber alles andere als zufrieden oder glücklich: er will keine unschuldigen Menschen töten und plant deshalb seine Flucht. Nicht einmal seiner besten Freundin Helena, der einzigen Frau unter den Absolventen, kann er sich anvertrauen, denn diese glaubt zu sehr an die Macht des Imperiums und das Recht, die anderen Völker zu unterdrücken.

Elias und Laia haben also auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam: er ist ein Kämpfer des Imperiums und sie ein Sklavenmädchen, das die „Masken“ verabscheut und fürchtet. Trotzdem kreuzen sich ihre Wege bald und das Schicksal nimmt seinen Lauf …

Meine Meinung:
An dieses Buch bin ich ehrlich gesagt mit etwas Skepsis herangegangen: weder der Plot noch das Setting klangen besonders aufregend oder neu. Wir betreten eine Fantasywelt, die leicht dystopische Züge trägt: das Imperium hat die alleinige Macht über andere Völker und Stämme. Es herrscht ein strenges, unbarmherziges Regiment und eine besonders schlimme Rolle nimmt Keris, die Kommandantin ein: sie ist eine scheinbar gefühllose, grausame Frau, die gerne foltert und tötet.
An fantastischen Gestalten gibt es eigentlich gar nicht so viele in dieser Geschichte: Dschinns, Ifrits, Ghule und ähnliche Geister treiben gelegentlich ihr Unwesen. Die wichtigste Rolle spielen die unsterblichen Auguren (lateinisch augur: Zeichendeuter, Seher), deren Macht auch das Imperium anerkennen muss. Sie prophezeien einen neuen Herrscher und die Anwärter auf diesen Posten müssen sich schlimmsten Prüfungen stellen.

Laia hat es – genau wie Elias – sofort geschafft, sich einen Ehrenplatz in meinem Leserherz zu erobern. Beide sind sympathisch, ehrlich und wirken so lebendig und authentisch. Es war mir wirklich eine Freude, dass ich sie über 500 Seiten begleiten und mit ihnen bangen, trauern, hoffen und lachen durfte. Wobei das Lachen leider die seltenste Gemütsregung war.
Es geht nämlich wirklich sehr grausam zur Sache in dieser Geschichte: es wird gefoltert, gelitten, getötet und haufenweise gestorben. An manchen Stellen dachte ich wirklich, die Auguren müssten gleich ihre Macht einsetzen und das alles wieder ungeschehen machen … so viele Tote, so viel Leid, das kaum zu ertragen war.

Dank des lebendigen und wunderschön-atmosphärischen Schreibstils von Sabaa Tahir erlebt man die Szenen wie in einem 3D-Film, der uns mitten ins Geschehen versetzt und so schnell nicht wieder loslässt. (An dieser Stelle sei kurz gesagt: die Filmrechte sind bereits verkauft! 🙂 )
Nach nur wenigen Seiten ist man von diesem Buch so gefesselt, dass man es nicht mehr aus der Hand legen will. Die relativ kurzen Kapitel wechseln sich immer ab zwischen Laia und Elias, so dass wir das Geschehen oft auch aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachten dürfen. So mancher Cliffhanger sorgt zusätzlich für Spannung bis zum großen Showdown.

Der Schluss, der viele Fragen offen lässt, fühlte sich auch für mich an wie die Mitte einer Geschichte, die unbedingt noch zu Ende erzählt werden muss!
Inzwischen konnte sich der Verlag vom Erfolg der Story überzeugen und Sabaa Tahir schreibt ihre Fortsetzung, die voraussichtlich 2016 erscheinen wird. Hoffentlich müssen wir dann auch nicht lange auf die Übersetzung warten! 🙂

Fans von beispielsweise „Das Lied des Blutes“ von Anthony Ryan, der „Die Bestimmung“-Reihe oder der „Panem“-Trilogie dürften dieses Buch ebenfalls lieben.
Mir hat es – trotz aller Brutalität – extrem gut gefallen, ich habe viele Charaktere (nicht nur Elias und Laia) ins Herz geschlossen und will unbedingt wissen, wie es mit ihnen weitergeht! Eine wunderschön erzählte Geschichte, die ich nur wärmstens empfehlen kann!

Fazit:
Absolut fesselnd, mitreißend und emotional, aber auch grausam und brutal – ein Buch, das unter die Haut geht!
Kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen …

Bewertung:
5pfoten

Tante Poldi und die sizilianischen Löwen von Mario Giordano – Meine Rezension …

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth); erschienen am 12. März 2015
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431039146
ISBN-13: 978-3431039146
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Autor: Mario Giordano

Die Geschichte:
Die 60-jährige Isolde, Tochter eines Kriminalkommissars und von allen nur „Poldi“ genannt, zieht zu ihrer Verwandtschaft nach Sizilien, um dort ihren Depressionen freien Lauf zu lassen und ihren Plan von einem perfekten Tod zu verwirklichen: sich mit Meerblick gepflegt ins Grab trinken.
Doch leider wird erst mal nichts aus ihrem Vorhaben, denn Valentino steht vorher auf der Liste von Gevatter Tod (mit dem sie sich auch zuweilen recht lebhaft austauscht). Der junge Mann war ein Gelegenheitsarbeiter und hat nicht nur Poldi ab und zu im Haushalt und Garten geholfen: er war bei allen Leuten sehr beliebt. Warum musste er dann so grausam sterben durch einen Schuss ins Gesicht? Steckt am Ende sogar die Mafia dahinter?
Tante Poldi ermittelt auf eigene Faust – und ihr Neffe erzählt uns das alles ganz ausführlich!

Meine Meinung:
Auf dieses Buch war ich echt gespannt, denn ich liebe humorvolle Krimis ja sehr. Vor allem, wenn es sich um ironischen, schwarzen oder unterschwelligen Humor handelt – oder wenn der Autor durch lustige Wortschöpfungen oder Formulierungen überzeugen kann. Was das betrifft wurde ich hier nicht enttäuscht.
Mario Giordano schreibt wirklich toll und sehr abwechslungsreich. Es sind nicht nur die deftigen bairischen Sprüche von Tante Poldi, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben („Jaleckmiamarsch!“), sondern auch die Szenen, in denen Dinge zum scheinbaren Leben erweckt werden, wie zum Beispiel ein flüchtiger Gedanke, der sich manifestiert in Gestalt eines Hundes. Oder aber auch witzige Situationen, in denen sich manche Personen verhalten wie in einer Polizeikomödie. Es gibt viele humorige Szenen, die so vielfältig und bunt sind wie das gelungene Cover.

Tante Poldi ist zwar nicht gerade ein einfacher Mensch, aber sie war mir trotzdem gleich sympathisch. Sie begegnet ihrer Umwelt meistens mit einem Lächeln im Gesicht und einem „Namaste“ auf den Lippen, ihre zerstörerischen Züge wendet sie nur gegen böse Menschen – oder leider gelegentlich gegen sich selbst. Ihre depressiven Phasen sind meist sehr gut nachvollziehbar und das Ganze macht sie irgendwie sehr menschlich und authentisch.
Ihr Neffe ist ja der Erzähler des Buches, aber ansonsten spielt er eher eine untergeordnete Rolle. Für mich blieb er als Person eher blass und irgendwie nicht so greifbar.
Wesentlich lebendiger dagegen: der Commissario Vito Montana, der Poldi den Kopf verdreht und ihr so manche Standpauke halten muss. Von ihm würde ich gerne auch noch mehr lesen, wenn es hoffentlich bald eine Fortsetzung gibt.

Der Kriminalfall ist wirklich gut durchdacht und man kann sehr lange miträtseln und mit Poldi die vielen Spuren verfolgen. Verdächtige gibt es viele, doch erst ganz am Ende verknüpfen sich die Fäden und es folgt eine schlüssige Auflösung. Von absoluter Hochspannung kann man zwar nicht sprechen, aber das erwarte ich auch nicht von einem Krimi, der mit viel Humor überzeugen kann. Trotzdem liest sich das Ganze sehr fesselnd und das Verhältnis zwischen Privatem und Krimihandlung stimmt absolut für meinen Geschmack. Von gewissen „Stellen“ (wie Tante Poldi es im Buch nennt) blieb ich auch verschont – trotz der obligatorischen Liebesgeschichte, ohne die es meistens ja einfach nicht geht. 🙂

Auch lobend erwähnen muss ich noch die atmosphärische Beschreibung der Schauplätze und vieler landestypischer Eigenheiten. Das versetzt den Leser direkt in Urlaubslaune – und an vielen Stellen knurrt leider auch der Magen bei der Erwähnung diverser kulinarischer Köstlichkeiten.

Einen halben Punkt Abzug gibt es von mir eigentlich nur für die ständige Formulierung „die Poldi“, die mir einfach zunehmend auf die Nerven ging. Nur der Name hätte mir auch gereicht, zumindest für den Großteil der Geschichte.

Fazit:
Unterhaltsam, witzig, fesselnd – und es macht Lust auf Urlaub im Süden!
Hoffentlich gibt es bald mehr von Poldi!

Bewertung:
4,5pfoten

Die Magie der kleinen Dinge von Jessie Burton – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: Limes Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3809026476
ISBN-13: 978-3809026471
Originaltitel: The Miniaturist
LESEPROBE
Autorin: Jessie Burton

Die Geschichte:
Wir schreiben das Jahr 1686 und begleiten die 18-jährige Petronella Oortman nach Amsterdam, wo sie künftig als frisch getraute Madame Brandt wohnen soll. Die Ehe mit dem viel älteren Johannes ist nicht etwa auf Liebe begründet, sondern Ergebnis einer Abmachung, die zum Wohl beider Familien geschlossen wurde.
Zunächst fühlt sie sich in dem fremden großen Haus nicht so recht wohl: ihre Schwägerin verhält sich abweisend, die beiden Hausangestellten sind ihr auch keine große Unterstützung. Und das Eheleben gestaltet sich ebenso seltsam … Johannes ist sehr distanziert – und dann macht er ihr ein großzügiges Geschenk: eine luxuriöse Miniaturausgabe des Hauses, in dem sie alle wohnen. Nella fragt sich, was sie damit machen soll, denn dem Alter für Kinderspiele ist sie ja wohl längst entwachsen. Doch dann beauftragt sie einen Miniaturisten damit, einige Gegenstände für das Puppenhaus anzufertigen.
Sie erhält kurz darauf die bestellten Gegenstände, wie zum Beispiel eine kleine Laute und einen Hochzeitskelch. Doch die Lieferung enthält noch weitere Dinge, die Nella nicht einordnen kann – und die ihr irgendwie Angst machen. Immer wieder erhält sie kleine Pakete mit Miniaturen, obwohl sie längst nichts mehr bestellt und bezahlt hat. Jemand scheint sie damit auf gewisse Geheimnisse ihrer Mitbewohner hinweisen zu wollen. Es wird immer mysteriöser und wirkt fast wie eine Art Voodoozauber, den jemand mit ihr veranstaltet. Das Schicksal nimmt seinen Lauf, schreckliche Dinge geschehen und Nella fragt sich ständig, ob sie alles hätte verhindern können …

Meine Meinung:
Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, doch dann habe ich verhältnismäßig lange gebraucht, um damit wirklich „warm zu werden“.
Erst nach etwa 150 Seiten hat mich die Story in ihren Bann gezogen und fast ebenso lange habe ich gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Dieser ist zwar absolut nicht schlecht, aber stellenweise nicht so flüssig lesbar, wie ich es mir gewünscht hätte.
Allerdings passt der Stil auch irgendwie wieder sehr gut zum 17. Jahrhundert, in dem die Geschichte angesiedelt ist. Und Sätze – wie dieser auf Seite 283 – machen das Buch auch wieder zu etwas Besonderem:
„Weihnachten schlurft vorbei wie ein armer Verwandter der Freuden, die es einst verheißen hat.“

Die Charaktere, die zunächst noch etwas sperrig wirken, entwickeln sich im Lauf der Geschichte – und am Ende blickt man zurück und kann gar nicht verstehen, dass man sie einmal fast unsympathisch fand. Nella ist eine tolle Protagonistin, die glaubwürdig und authentisch wirkt. Ihre Zweifel, Gefühle und Ängste machen sie zu einer lebendigen Figur, mit der man gerne mitfühlt.

Zunächst kam es mir so vor, als würde sich die Geschichte viel zu langsam entwickeln. Doch rückblickend versteht man viele Kleinigkeiten besser und ich hatte fast das Gefühl, das Buch direkt noch einmal von vorne lesen zu müssen, um die versteckten Hinweise und Geheimnisse besser zu verstehen. Die zweite Hälfte ist dagegen direkt actionreich und die Story wird zunehmend tragischer und dramatischer.
Die titelgebende Magie ist nicht allzu fantastisch und wird größtenteils am Ende gut erklärt. Überhaupt wirkt der Schluss sehr passend, wenn auch für meinen Geschmack noch zu viele lose Enden bleiben, die ich gerne in einer Fortsetzung verknüpft sehen möchte.

Das Buch hat mich nach anfänglichen Startschwierigkeiten sehr gefesselt und bestens unterhalten. Die Personen sind mir im Lauf der Geschichte so ans Herz gewachsen, dass ich gerne wissen möchte, wie es mit ihnen allen weitergeht. Auch nach dem Zuklappen der letzten Seite denkt man noch länger darüber nach – und erst dann versteht man auch das kurze erste Kapitel, das eigentlich einen Teil des Schlusses darstellt.

Fazit:
Wer bereit ist, sich anfangs etwas zu gedulden, wird mit einer sehr emotionalen, tragisch-schönen Geschichte belohnt.

Bewertung:
4pfoten

In weisser Stille von Inge Löhnig – Meine Rezension …

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (13. Januar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354826865X
ISBN-13: 978-3548268651
Autorin: Inge Löhnig

Die gesamte Reihe bisher:

Die Geschichte:
Ein ehemaliger Kinderarzt wird tot in seinem Ferienhaus aufgefunden: er wurde an eine Heizung gefesselt und ist dort langsam und qualvoll gestorben. Zunächst erkennt Kommissar Dühnfort kein Motiv, die Spurenlage deutet auf einen Raubmord hin. Doch so nach und nach wird klar, dass in der Familie des Toten vieles im Argen liegt. Außerdem findet Dühnfort ein sehr pikantes Fotoalbum in der Wohnung des Verstorbenen, das möglicherweise auch Anlass für einen Mord sein könnte. Ein sehr kniffliger Fall …

Meine Meinung:
Im zweiten Teil der „Dühnfort“-Reihe nimmt das Privatleben von Konstantin etwas weniger Platz ein als im Vorgängerbuch.
In gewohnt lebendiger, flüssiger Schreibweise entführt uns Inge Löhnig in ein Familiendrama der besonderen Art. Eine sehr komplexe Story, bei der man lange im Dunkeln tappt. Weitere Spuren sorgen zusätzlich für Verwirrung und die nötige Spannung beim Lesen.
Konstantin ist mir sehr sympathisch, zusammen mit seinen Kollegen bildet er ein tolles, glaubwürdiges Ermittlerteam. Wir dürfen hier etwas mehr über Gina erfahren, was mir sehr gut gefallen hat. Hoffentlich kapiert Tino es endlich und kommt mir ihr zusammen – das Ende lässt hier vieles offen!
Der Fall dagegen wird sauber abgeschlossen und die Auflösung fand ich auch sehr gelungen.
Ein sehr fesselndes Buch, das ich sehr schnell gelesen habe. Und jetzt freue ich mich auf den dritten Teil! 🙂

Fazit:
Gut durchdachte Story und ein sympathischer Kommissar … bitte mehr davon!

Bewertung:
4,5pfoten

Apfelblütenzauber von Gabriella Engelmann – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426515776
ISBN-13: 978-3426515778
Autorin: Gabriella Engelmann

Die Vorgeschichte zu „Apfelblütenzauber“ findet ihr in diesem Buch:

Und HIER könnt ihr Gabriella Engelmann auf ihrer Recherchereise begleiten … mit vielen tollen Tipps zu den Originalschauplätzen!

Die Geschichte:
Die drei Freundinnen Stella, Nina und Leonie, die gemeinsam eine wunderschöne Villa in Hamburg bewohnen, stehen wieder einmal vor einschneidenden Änderungen in ihrem Leben. Bei Nina kriselt es in der Beziehung, Leonie verliert ihren Job in einem Restaurant wegen Schließung und Stellas Mann will zurück in seinen Heimatort Husum ziehen. Zunächst scheint die Idylle völlig zusammenzubrechen, doch die drei Frauen erweisen sich wieder einmal als sehr stark.
Hauptsächlich geht es in diesem Buch um Leonies Geschichte – und sie erzählt sie auch aus ihrer Sicht. Ihre Eltern durchleben gerade eine schwere Ehekrise: die Mutter begibt sich auf eine Reise durch Europa und der Vater bandelt mit einer berühmten Krimi-Autorin an. Bleibt noch die Frage, wie es mit ihrem Apfelhof und der kleinen Pension weitergeht, die sie gemeinsam aufgebaut haben …

Meine Meinung:
Was gibt es Schöneres als Bücherreihen, die es möglich machen, dass man liebgewonnene Charaktere über viele Jahre hinweg begleiten kann und sich nicht gleich nach dem Zuklappen des Buches wieder von ihnen trennen muss? Also ich bin ein totaler Fan davon … und so war es eigentlich klar, dass ich mir sofort „Eine Villa zum Verlieben“ gekauft habe, nachdem ich erfahren habe, dass es die Vorgeschichte zu diesem Buch erzählt.

So konnte ich jetzt also beide Bücher direkt hintereinander genießen, was mir echt gut gefallen hat. In „Apfelblütenzauber“ geht es ja hauptsächlich um Leonies Leben im „Alten Land„, einer wunderschönen Gegend mit vielen Obstplantagen und direkter Nähe zur Elbe. Die tollen Landschaftsbeschreibungen machen wirklich absolut Lust auf Urlaub, vor allem weil sich ein Teil der Handlung auch noch in der Provence, also in meinem geliebten Südfrankreich abspielt.

Während im ersten Teil noch Stella die etwas Schwierige des Trios war, nahm jetzt Nina manchmal diese Rolle ein. Sie wirkte oft ein bisschen zickig, aber insgesamt fand ich sie schon sympathisch – genau wie ihre beiden Freundinnen und deren Familien.

Es geht wieder sehr turbulent zu im Leben der drei Frauen. Ein ständiges Auf und Ab – fast wie im richtigen Leben. Tröstlich, wenn man weiß, dass am Ende alles gut wird. 😉 Doch trotz allen guten Fügungen und einiger Liebesgeschichten wird es nie wirklich kitschig, das finde ich sehr löblich. Noch besser: es gibt auch keine ausführlichen Bettszenen, bei denen ich mich immer genötigt fühle, einige Zeilen oder gar Seiten zu überspringen! Einfach toll geschrieben: die richtige Mischung aus Liebe, Dramatik, Regionalem, Kulinarischem, Urlaubsfeeling und ernsthaften Themen.

Die Geschichte konnte mich wirklich fesseln, so dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Es hat mich sehr gut unterhalten und das Ende fand ich sehr gelungen. Ob es wohl noch eine Fortsetzung geben wird? Das Potential wäre durchaus vorhanden …

Fazit:
Dieses Buch macht total Lust auf Urlaub, egal ob im Alten Land oder in der Provence.

Bewertung:
4,5pfoten

Eine Villa zum Verlieben von Gabriella Engelmann – Meine Rezension …

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426517108
ISBN-13: 978-3426517109
Autorin: Gabriella Engelmann

Die Geschichte:
Drei Frauen im Alter von Mitte bis Ende Dreißig stehen vor entscheidenden Änderungen in ihrem Leben: Stella ist eine erfolgreiche Innenarchitektin, die darunter leidet, dass sie nur die „Zweitfrau“ ihres Liebhabers ist, Leonie ist sehr frustriert von ihrem Job in einem Reisebüro und die Floristin Nina verliert ihren Arbeitsplatz. Jede von ihnen ist unglücklich und hat sehr viele Sorgen – und dann ziehen sie gemeinsam in eine alte Villa.
Sie werden im Lauf der Zeit zu richtigen Freundinnen. Gemeinsam meistern sie so manche Herausforderung und helfen sich gegenseitig aus schwierigen Situationen.

Meine Meinung:
Anfangs geht alles recht schnell: wir lernen die drei Frauen kennen, die teilweise sehr unterschiedlich sind. Dann ziehen sie auch schon gemeinsam in die alte Villa ein.
Nicht alle Charaktere wirkten sofort sympathisch auf mich, aber das änderte sich im Lauf des Buches. Stella nimmt zunächst ein wenig die Rolle der Außenseiterin ein, doch gesundheitliche Probleme zwingen sie bald, sich der Lebensweise ihrer Mitbewohnerinnen anzunähern. Jede von ihnen hat etwas andere Ziele und Träume im Leben, so weit war das Ganze recht realistisch.
Im Laufe der Geschichte fügt sich alles früher oder später nur allzu schön ineinander, was ein bisschen märchenhaft klingt, aber ein Wohlfühl-Entspannungsroman darf das! 😉 Da stört es auch nicht so besonders, dass vieles natürlich sehr vorhersehbar ist.
Die Story fand ich trotzdem recht fesselnd und interessant. Im letzten Drittel haben die Frauen es dann allerdings noch ein bisschen übertrieben mit ihrer Schwarzseherei, aber diese Szenen sollten für das letzte Quäntchen Dramatik vor dem großen Finale sorgen. Am Ende ging dann irgendwie alles fast ein bisschen zu schnell: plötzlich wendet sich alles Mögliche und dann kam der abrupte Schluss.
Doch das ist in diesem Fall nicht so tragisch, denn inzwischen ist „Apfelblütenzauber“ erschienen und dieses Buch erzählt die Geschichte von Leonie, Nina und Stella weiter.
Extrem positiv fand ich übrigens, dass keinerlei ausführliche Bettszenen enthalten waren, so was kann ich nämlich gar nicht leiden. 🙂
Trotzdem geht es natürlich um allerlei Liebesgeschichten und Verwicklungen, aber es wird niemals kitschig. Genau das richtige Maß von allem – und einfach schön beschrieben, auch was die Schauplätze betrifft.

Fazit:
Ein leichtes Wohlfühlbuch mit sympathischen Charakteren … hat mir gut gefallen!

Bewertung:
4pfoten

Wie es mit den drei Frauen weiter geht, kann man in diesem Buch lesen:

Der Sünde Sold von Inge Löhnig – Meine Rezension …

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: Orig.-Ausg., 1. Aufl. (9. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548268641
ISBN-13: 978-3548268644
Autorin: Inge Löhnig

Die gesamte Reihe bisher:

Die Geschichte:
Ein kleiner Junge ist spurlos verschwunden und das gesamte Dorf Mariaseeon ist auf der Suche nach ihm. Doch bald wird klar: er wurde entführt, jede Minute zählt. Kommissar Konstantin Dühnfort und sein Team finden schnell heraus, dass der Täter aus der näheren Umgebung stammen muss. Das schürt große Ängste in dem kleinen Örtchen.
Agnes lebt erst seit ganz kurzer Zeit in Mariaseeon. Sie hat sich dort ein altes Haus gekauft, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen: vor einem Jahr sind ihre kleine Tochter und ihr Mann bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen. Während der Ermittlungen kommen sie und Konstantin sich näher.
Der Junge bleibt leider nicht das einzige Opfer des Entführers: eine Frau verschwindet ebenso spurlos. Können Dühnfort und sein Team sie noch rechtzeitig finden?

Meine Meinung:
Bisher kannte ich nur Band 5 der „Dühnfort“-Serie als Hörbuch und das hatte mir auch schon sehr gut gefallen. Deshalb habe ich beschlossen, die Reihe jetzt komplett „am Stück“ zu lesen und heute bin ich mit Band 1 fertig geworden.
Damals (2008) war dies ja der Debütroman von Inge Löhnig und inzwischen gibt es schon sieben Teile der Reihe – ein Riesenerfolg. Aber wenn man bedenkt, wie toll sie schreibt, dann musste das einfach so kommen. 🙂
Die Autorin schaffte es schon mit wenigen Seiten, dass ich sehr gefesselt war von der Story. Alles wirkte recht realistisch: die Schauplätze genau so wie die Charaktere.
Konstantin Dühnfort, genannt „Tino“, ist ein sympathischer Kerl, den ich schnell ins Leserherz geschlossen habe. Auch seine Kollegen und einige andere Figuren in der Geschichte mochte ich ganz gerne.
Inge Löhnig schaffte eine sehr gute Balance zwischen Kriminalfall und Nebenhandlungen (Tinos Privatleben). Es kam an keiner Stelle zu Längen, die Seiten flogen nur so dahin.
Die Szenen aus der Vergangenheit des Täters (das leider authentische Einstiegsverbrechen „Tierquälerei“) habe ich großzügig quergelesen, so etwas mag ich leider gar nicht in Büchern. 🙁
Insgesamt war die Story wirklich gut durchdacht und durchaus spannend zu lesen, doch was den Täter betrifft, da hatte ich den richtigen Riecher. Er war für mich also keine Überraschung mehr.
Am Ende bleibt offen, wie es im Privatleben von Tino weitergeht. Aber das werde ich bald wissen, denn „In weißer Stille“ liegt schon lesebereit hier. 🙂

Fazit:
Ein super Krimidebüt! Hat mir echt gut gefallen … ich freu mich auf den Rest der Reihe!

Bewertung:
4,5pfoten

Damenopfer von Helmut Barz – Meine Rezension …

Taschenbuch: 408 Seiten
Verlag: Sutton Verlag GmbH; Auflage: 1 (23. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954004518
ISBN-13: 978-3954004515

Die komplette Reihe bisher:

Über den Autor:
Helmut Barz wurde in Braunschweig geboren und lebt in Offenbach am Main. Nach einem Studium der Theaterwissenschaften und -regie arbeitet er als freier Autor, Regisseur und Texter in der Werbung und Unternehmenskommunikation. (Autorenseite von Sutton)

Mehr von und über Helmut Barz und die „Katharina Klein“-Reihe gibt es auch hier:
http://www.sonderermittlungseinheit.de.

Die Geschichte:
Die Sonderermittlungseinheit soll in sehr feierlichem Rahmen ihr neues Gebäude beziehen. Doch dann erschießt sich plötzlich der Justizminister Jan-Ole Vogel vor versammelter Mannschaft während seiner Rede. Wieso?
Das dürfen Katharina und ihr neues Team gleich einmal herausfinden, denn sie erhalten vom Innenminister die Order, den Selbstmord Vogels aufzuklären. Während der Ermittlungen stolpern sie über allerhand Schachspiele – und pikanterweise trug der Tote auch einen Frauenslip mit einer aufgestickten Dame. Was wollte Vogel ihnen damit posthum mitteilen?
Katharina und Andreas werden erheblich bei ihren Nachforschungen behindert, da ein Unbekannter ständig geheime Informationen aus ihrer Vergangenheit an die Presse weiterleitet. Außerdem verschwinden immer wieder wichtige Beweismittel aus der Villa der Sonderermittlungseinheit – ob sie wohl einen Maulwurf in ihrer Mitte haben?

Meine Meinung:
Als großer Fan der „Katharina Klein“ – Reihe musste ich natürlich auch den vierten Band unbedingt lesen. Da die Geschichten allerdings immer sehr komplex sind, muss ich zugeben, dass ich mich zunächst leider nicht mehr an Details der letzten Bände erinnern konnte. Doch Helmut Barz hat sehr geschickt grobe Eckdaten aus der Vergangenheit mit in die aktuelle Story eingeflochten, so dass ich beim Lesen permanent „Aha“-Momente erlebte und die Erinnerungen wieder auflebten.
Man kann das Buch durchaus separat lesen, aber grundsätzlich würde ich schon empfehlen, die Reihe von Beginn an zu genießen – es lohnt sich! 🙂

Was man bei dieser Reihe beachten sollte: es geht actionreich und nicht immer sehr realitätsnah zur Sache. Der Autor arbeitet bewusst mit Übertreibungen und parodiert gerne klassische Krimis. Das sorgt für eine Extraportion Ironie und Humor, die mir immer sehr gefällt.
Wobei ich sagen muss, dass sich „Damenopfer“ meiner Meinung nach etwas von den Vorgängerbüchern unterscheidet: hier bewegt sich die Geschichte schon eher im vorstellbaren Bereich und Szenen a´la MacGyver oder James Bond bleiben fast gänzlich aus. Trotzdem kommen die humorvollen Szenen nicht zu kurz, das beginnt schon in den Kapitelüberschriften.

Katharina und Andreas und praktisch alle Mitglieder der „Sonderermittlungseinheit“ sind ein wirklich sympathischer Haufen. Alle Figuren haben so ihre kleinen (oder größeren) Macken, die sie menschlich und liebenswert machen: von der Ärztin, der beim Anblick von kranken Menschen schlecht wird bis zum ständig Obst essenden Polizist, der gleichzeitig Geistlicher ist und von allen nur „Bruder Rapunzel“ gerufen wird.
Für Neuleser der Reihe mögen einige Charaktere etwas farblos bleiben, da sie im Buch nur eine untergeordnete Rolle spielen, die Stammleser kennen alle Teammitglieder bereits aus den früheren Abenteuern. Man könnte fast behaupten, der Autor hätte quasi ein „Best of“ der Figuren aus der Vergangenheit in seiner Sonderermittlungseinheit vereint. 🙂

Die Story ist gewohnt komplex und kann mit allerlei Überraschungen und Wendungen überzeugen. Die titelgebenden „Schlagzeilen“ ziehen sich wie ein roter Faden durchs Buch und am Ende wird uns auch die Bedeutung des „Damenopfers“ klar.
Die privaten Verwicklungen von Katharina und Andreas bzw. die Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit nimmt nicht zu viel Raum ein, was es auch Neueinsteigern leicht machen dürfte, nie den Überblick zu verlieren.
Moderne Ermittlungsmethoden mit vielen technischen Spielereien prägen die Arbeit der Sonderermittlungseinheit, aber oft genug bewegen sich Katharina und Andreas auch wieder – wie gewohnt – abseits des offiziellen Dienstweges.

Auch der vierte Fall von Katharina Klein konnte mich wieder voll überzeugen. Das Lesen hat wirklich Spaß gemacht und es wurden auch noch einige offene Fragen aus dem letzten Buch beantwortet.

Fazit:
Ein komplexer Krimi mit sympathischen Ermittlern und einer bestens durchdachten Story. Hat mich super unterhalten!

Bewertung:
5pfoten