BILLY von einzlkind – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 203 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (6. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458176470
ISBN-13: 978-3458176473
Autor: einzlkind

Die Geschichte:
Billy ist ein Hitman mit hohen Moralvorstellungen – klingt komisch, ist es auch stellenweise. Er tötet grundsätzlich nur Leute, die ihrerseits bereits gemordet haben.
Das Buch erzählt von Billys Trip nach Las Vegas, der eine tragische Wendung erfährt. Meist wechseln sich diese Kapitel mit Rückblicken ab, die seine Kindheit in Schottland schildern und wie es zu der ungewöhnlichen Berufswahl kam.

Meine Meinung:
Das Buch ist recht kurz mit etwa 200 Seiten, deshalb fasse ich mich auch kurz.

Der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen, der Autor spielt manchmal regelrecht mit den Worten, setzt Akzente mit extrem kurzen Sätzen und seinen Humor fand ich auch sehr erfrischend.

Billy wird sehr gut charakterisiert, er wirkte auf mich zwar nicht uneingeschränkt sympathisch, aber ich habe trotzdem mit ihm mitgefiebert und ihm ein gutes Ende gewünscht. Ob es das gibt, verrate ich natürlich nicht …
Er ist kein herzloser Killer, sondern ein Mensch, der sich viele Gedanken über das Leben, bestimmte Werte und Moralvorstellungen macht. Außerdem hat er einen totalen Faible für Musik, die deshalb im Buch eine große Rolle spielt.

Billys Roadtrip nach Las Vegas wird sehr humorvoll geschildert, ich musste oft schmunzeln. Er begegnet allerhand skurrilen Gestalten, wie beispielsweise einem geschäftstüchtigen Indianer und einem total abgewrackten Autohändler.
Die Beschreibungen von Landschaft und Leuten waren sehr lebendig und eindrucksvoll. Toll fand ich auch, dass der Autor stellenweise kritische Themen gekonnt hat einfließen lassen.

Fazit:
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, mir fehlte aber noch irgendwie das i-Tüpfelchen. Etwas, das im Gedächtnis hängen bleibt.

Bewertung:
3,5pfoten

JAWAKA von Hansjörg Schertenleib – Meine Rezension …

9783351036058

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (21. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351036051
ISBN-13: 978-3351036058
Autor: Hansjörg Schertenleib

Die Geschichte:
Wir begleiten einen Schweizer Autor, der in Südafrika lebt und der dort in einer nicht fernen Zukunft mit viel Gewalt konfrontiert wird. Immer wieder sind auch Zeitungsmeldungen etc. eingeflochten, die den langsamen Zerfall der gewohnten Ordnung ankündigen (Terroranschläge, etc.).
Eigentlich lesen wir jedoch drei Geschichten in einer, denn in wechselnden Kapiteln befinden wir uns in der Vergangenheit in Irland, im Jahr 2021 in Südafrika und in einem weiteren Handlungsstrang noch weiter in der Zukunft: im Jahr 2057 in der Schweiz.
In Schertenleibs 2057 gibt es die Welt, wie wir sie heute kennen, nicht mehr. Die Menschen leben in kleinen Gemeinschaften unter Bedingungen, die sehr an das Mittelalter erinnern: alles Moderne wurde ausgelöscht, man kleidet sich wieder in Leder, das mit Därmen vernäht wird. Keine schöne Vorstellung. Hier heißt die Hauptfigur „Halblaut“ und auch die anderen Protagonisten tragen solch seltsame Namen. Halblaut verlässt seine sichere Dorfgemeinschaft nachdem er ein Verbrechen begangen hat. Er macht sich auf die Suche nach seinem Vater und wagt sich hinaus in die Fremde, die viele Gefahren bereithält …

Meine Meinung:
Dieses Buch ist ein echter optischer Leckerbissen: komplett in unschuldigem Weiß kommt es daher und selbst die Schriften heben sich nur durch einen wunderschönen Prägedruck ab, durch den sie leicht erhaben sind und ihre Konturen wurden lediglich leicht geschwärzt. Dazu ist der Schnitt noch rot gefärbt – wirklich toll gemacht.

Leider kann ich aber den Inhalt nicht in gleichem Umfang loben wie das Äußere, denn hier tat ich mich etwas schwer. Nach dem Zuklappen des Buches und einem wenig schönen Ende habe ich mich jedenfalls gefragt, was mir der Autor jetzt damit sagen wollte. Irgendwie vermisste ich einen bleibenden Eindruck. Außer vielleicht der Erkenntnis, dass wir mit unserer Natur nicht so schändlich umgehen sollten und uns fragen sollten, welche Werte im Leben wirklich wichtig sind, konnte ich nichts herauslesen. Aber das wusste ich auch vorher schon und dazu war es mir zu ausschweifend.

Der Schreibstil ist gut zu lesen und so ausführlich, dass eine wirklich lebendige Atmosphäre entsteht. Gleichzeitig sorgt die Fülle an Details aber auch dafür, dass ich oft das Gefühl hatte, die Story würde nicht vorwärts kommen. Es zog sich manchmal alles etwas hin. Positiv ist natürlich, dass man sich die Schauplätze sehr bildhaft vorstellen konnte.

Die Geschichte(n) habe ich irgendwie als Sinnsuche verstanden, geprägt von den Gefühlen, Ängsten und Hoffnungen der Charaktere. Die Nebenfiguren waren teilweise recht skurril, teilweise sehr brutal, andere dagegen einfach nur ungewöhnlich. So richtig sympathisch konnte ich leider niemanden finden.

Eine große Rolle spielt die Natur, hauptsächlich die Tierwelt. Die Art und Weise, wie viele Informationen darüber in die Geschichte einfließen, fand ich allerdings stellenweise weniger gut gelungen. Da gibt es nämlich ein Mädchen, das sich permanent anhört, als würde es aus einem Lexikon zitieren und irgendwann nervte das – nicht nur mich, sondern auch Halblaut, ihren Begleiter.

Wie es nun zur „Großen Transformation“ kam, wird nicht so wirklich thematisiert, das kann sich jeder selbst vorstellen. Der Fokus liegt mehr auf den kleinen Dingen, die in der Welt danach noch eine Rolle spielen. Auf mich wirkte diese Zukunftsvision manchmal ein bisschen wie ein Fantasyroman, was wohl auch an den seltsamen Namen der Personen und Orte lag.

Der Schluss lässt sich mit einem Wort beschreiben: schrecklich. Wobei das größtenteils das Leben des Autors selbst betrifft, denn seine eigenen Geschichten enden etwas tröstlicher.

Fazit:
Vieles bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, während andere Passagen eher zu ausführlich erzählt werden. Wie immer ist es Geschmackssache – und für mich war hier leider das Äußere etwas besser als der Inhalt.

Bewertung:
3,5pfoten

Der Trakt von Arno Strobel – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Argon Verlag (5. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839890756
ISBN-13: 978-3839890752
Autor: Arno Strobel

Die Geschichte:
Sibylle Aurich erwacht in einem seltsamen Krankenhaus und wird sehr misstrauisch, als ihr ein Arzt erzählt, sie hätte zwei volle Monate im Koma gelegen. Kurz darauf gelingt ihr die Flucht und damit beginnt eine lange Suche nach der Wahrheit – und vor allem nach ihrem Sohn Lukas. Sie kann sich noch erinnern, dass er von einem Mann entführt wurde. Doch dann der Schock: ihr eigener Mann erkennt sie nicht mehr und leugnet obendrein, dass sie jemals ein Kind gehabt hätten. Hat sie das alles nur geträumt? Was ist Realität und was ist Fiktion?

Meine Meinung:
Die Story klang eigentlich ganz spannend und ich mag die Bücher von Arno Strobel auch immer sehr gerne, aber hier wurde ich leider herb enttäuscht.
Das fing schon mit den Charakteren an, die ich einfach allesamt nicht sympathisch finden konnte, am wenigsten die Hauptpersonen. Sibylle war anfangs noch ganz ok in ihrer Verwirrtheit, aber dann nervte sie zunehmend, was auch an oft völlig irrationalem Verhalten lag und daran, dass sie Offensichtliches einfach nicht kapieren wollte.
Das hat sie gemeinsam mit einigen anderen Figuren, deren Verhalten aber wenigstens im Nachhinein noch etwas erklärbar wurde.

Die Geschichte ist nur ganz am Anfang etwas spannend, doch das lässt leider ganz schnell nach. Durch die Informationen, die man erhält, ist man sehr früh in der Lage, sich die Zusammenhänge vorzustellen. Und ab diesem Punkt wurde es immer nerviger und nerviger – und sehr unglaubwürdig. Auf der Suche nach der Wahrheit und nach Lukas geht Sibylle völlig seltsame Wege und ignoriert konsequent logische Ansätze – und das zieht sich über viele CDs, um die Geschichte irgendwie am Laufen zu halten. Als Hörer konnte ich mich nur noch aufregen und hätte die Figuren am liebsten angebrüllt, damit sie endlich mal ihr Hirn einschalten und logisch denken. Es war ein bisschen wie in einem Horrorfilm, bei dem man tatenlos zusehen muss, wie sich die Darsteller in dämliche, ausweglose Situationen bringen.

Die Auflösung war dann also in keinster Weise überraschend, nur einige Personen sorgten während der Geschichte für ein paar Wendungen, weil man nie so genau weiß, wem Sibylle vertrauen kann und wem besser nicht.

Fazit:
Leider extrem durchschaubar, es zieht sich so in die Länge und von logischem Verhalten der Protagonisten fehlte oft jede Spur. Hat mich leider meist genervt und nicht wirklich gut unterhalten.

Bewertung:
2pfoten

Tote Oma mit Schuss von Christiane Martini – Meine Rezension …

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 445 KB
Seitenzahl: ca. 124 Seiten
Verlag: dotbooks Verlag; Auflage: 1 (1. September 2015)
Sprache: Deutsch
ASIN: B014RH93UY
Autorin: Christiane Martini

Die Geschichte:
Dorfpolizist Hinercks hat nicht wirklich viel zu tun im beschaulichen Norderheverkoog. Umso aufgeregter ist er, als plötzlich ein paar bayerische Urlauber eine Wasserleiche finden. Gut, dass er tatkräftige Unterstützung bei der Aufklärung des Falles hat: Kriminalhauptkommissarin Lisa Denkewitz ist zufällig gerade im Urlaub in Oma Elses Pension „Zur Goldenen Möwe“ und nimmt sofort alles in die Hand. Dann geht es plötzlich Schlag auf Schlag und die Leichen häufen sich geradezu … wer steckt hinter den Morden – oder sind es doch nur Unfälle?

Meine Meinung:
Diese Rezension fällt mir irgendwie ein bisschen schwer, denn ich weiß nicht so ganz, was ich von der Geschichte halten soll. Was fest steht: es ist eben erst zu Ende und auch schon wieder größtenteils aus dem Gedächtnis.

Der Schreibstil ist sehr einfach und wirkte manchmal ein bisschen wie ein Schüleraufsatz. Allerdings denke ich, dass die Autorin dies bewusst so geschrieben hat, um eine etwas tumbe Atmosphäre zu erzeugen. Dazu passen auch die Charaktere, die größtenteils eher naiv und manchmal auch etwas seltsam agieren.
Der angekündigte Humor und Wortwitz war durchaus vorhanden, aber für meinen Geschmack eher in einem Bereich, der mich noch nicht besonders zum Schmunzeln bringt.

Unter den Figuren gab es für mich keine herausstechenden Sympathieträger. Sie blieben auch allesamt etwas blass und austauschbar: keine wirklichen Persönlichkeiten, die im Gedächtnis bleiben würden.
Die Schauplätze konnte man sich dagegen ganz gut vorstellen, da kam sogar ein bisschen Urlaubsgefühl auf.

Die Story könnte gut als komischer Krimi verfilmt werden, da würde sie wohl ganz gut funktionieren. Wer Wert auf Realitätsnähe legt, der ist hier nicht gut beraten. Alles ist ein bisschen überzogen und manchmal kann man sich über das Verhalten der Protagonisten nur wundern. Aber auch das ist bestimmt alles so beabsichtigt und Teil des speziellen Humors, schätze ich. Hat eben leider nur nicht so meinen persönlichen Geschmack getroffen.
Die Auflösung war zwar schon überraschend, aber trotzdem fehlte mir einfach etwas Spannung. Es wirkte auf mich alles ein bisschen gleichförmig, ohne besondere Highlights – und vor allem ohne haftende Eindrücke.

Fazit:
Alles leider ein bisschen zu flach für mich – so wie die Gegend, in der es spielt.
Aber wer auf der Suche nach leichter, humoriger Unterhaltung ist, kann es durchaus mal probieren – ist ja alles Geschmackssache! 🙂

Bewertung:
3pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge 2015 hake ich hiermit Punkt 22 ab.

Todesurteil von Andreas Gruber – Meine Rezension …

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442480256
ISBN-13: 978-3442480258
Autor: Andreas Gruber

Der 1. Teil der Reihe:

Die Geschichte:
Im zweiten Teil der Reihe um die junge Kommissarin Sabine Nemez und den exzentrischen Profiler Maarten S. Sneijder erfüllt sich endlich Sabines großer Traum: sie darf eine Ausbildung an der Akademie des BKA Wiesbaden beginnen.
In ihrem Kurs behandeln sie auch noch ungelöste Mordfälle, bei denen Sabine bald einige Zusammenhänge entdeckt.
Ihr Ex-Freund Erik liegt indes auf der Intensivstation und kämpft um sein Leben: ihm wurde von einem Unbekannten in den Kopf geschossen.
In Wien taucht zur gleichen Zeit die 11-jährige Clara wieder auf, die ein Jahr vorher offenbar entführt worden war. Auf ihrem Rücken trägt sie ein fürchterliches Tattoo, das die Hölle aus Dantes „Inferno“ darstellt.
Staatsanwältin Melanie Dietz nimmt sich persönlich des Falles an, da sie früher eng mit Claras Mutter befreundet war. Bald finden sie heraus, dass es noch weitere Mädchen gibt, die von dem verrückten Tattookünstler entführt wurden. Doch wer steckt dahinter?

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir fast noch besser gefallen als Teil 1 der Reihe und ich freu mich jetzt schon auf eine baldige Fortsetzung.

Andreas Grubers Schreibstil ist einfach toll: schnörkellos, mit glaubwürdigen Dialogen, viel Spannung und genau dem richtigen Maß an Details. An keiner Stelle wird es langweilig; ganz im Gegenteil: die zwischen zwei Schauplätzen wechselnden Kapitel machen es fast unmöglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Man will ständig wissen, wie es weitergeht, absolut fesselnd!

Maarten S. Sneijder hat inzwischen viel von seiner Bissigkeit verloren, er wirkt immer sympathischer und mit Vincent hat er endgültig mein Leserherz erobert.
Vincent ist einer von zwei Hunden, denen in der Geschichte eine nicht unwichtige Rolle zugedacht wurde. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich absoluter Hundefan bin und es für mich ein absolutes No-Go ist, wenn in Thrillern oder Krimis Tiere zu Schaden kommen. Bei Andreas Gruber muss man solche Szenen nicht befürchten – und dafür hat er gleich noch einen Sondersympathiepunkt verdient!
Sabine muss in diesem Teil schon wieder einen schlimmen Verlust ertragen und sie tut mir wirklich oft sehr leid. Doch trotzdem rappelt sie sich immer wieder auf und setzt auch oft ihr eigenes Leben aufs Spiel, um andere zu retten. Sie ist eine tolle Protagonistin, die ich von Anfang an sehr mochte.
Doch neben diesen Personen gibt es wieder viele weitere nette Figuren, die das Lesen zur Freude werden lassen. Bei allem Mord und Totschlag finden sich in Andreas Grubers Geschichten auch immer sehr viele tröstliche, herzliche Momente, die für ein gutes Gleichgewicht sorgen.

Was die beschriebenen Morde und Verbrechen angeht, muss man als Leser schon etwas Blut und Schrecken ertragen können. Die Methoden sind dabei wieder sehr unterschiedlich und kreativ erdacht. Der Autor hat sich eine sehr komplexe Geschichte ausgedacht, die immer wieder zu überraschen weiß, selbst wenn man denkt, man hätte endlich alles durchschaut.

Fazit:
Temporeich, super durchdacht, spannend – und mit tollen Charakteren. Ich liebe diese Reihe!

Bewertung:
5pfoten

Big Magic von Elizabeth Gilbert – Eine Gastrezension von Tina …

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (21. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596033705
ISBN-13: 978-3596033706
Originaltitel: Big Magic

Tinas Meinung zum Buch:

Spirituelle Gedanken einer Autorin

BIG MAGIC ist kein klassischer Ratgeber, wie es der Titel vielleicht vermuten lässt. Die Autorin Elizabeth Gilbert schildert dabei eher in einer Art authentischem Erfahrungsbericht von ihrem Leben als Autorin, der Inspiration zum Schreiben und der Suche nach Ideen. Unterlegt wird das Ganze mit diversen Anekdoten über mehr oder weniger bekannte Autoren, Verleger und Bekannte der Autorin.

Unterteilt ist das Buch in mehrere Kapitel mit verheißungsvollen Überschriften wie Vertrauen, Beharrlichkeit oder Göttlichkeit. Ein durchlaufend roter Faden ließ sich dabei aber nur schwer erkennen. Mrs. Gilbert greift vielmehr Gedanken wiederholt auf, verstrickt sich in Widersprüche und sagt selbst, dass BIG MAGIC nicht primär für den Leser sondern eher für sie selbst bestimmt ist. Warum sie nicht gleich ein Tagebuch daraus gemacht hat, bleibt offen.

Anfangs noch erwartungsvoll, langweilten mich ihre Aussagen leider immer mehr und die Lektüre verlief äußerst schleppend. Titel, Cover und auch der Klappentext versprühen eine gewisse Lebensfreude und Energie, die das Buch keinesfalls rüberbringt oder erfüllt. Oft schweift sie in die Welt des Spirituellen und Esoterischen ab.

Fazit:
Ein netter Tatsachenbericht über die Arbeit einer Autorin, aber keinesfalls eine durchdachte Aufforderung an den Leser. Damit das eigene Leben gelingt, benötigt man nicht unbedingt BIG MAGIC.

Lieblingszitat: „Geschafft ist besser als gut.“ (Womit auch alles gesagt wäre.)

Bewertung: 3 von 5 Sterne

Todesfrist von Andreas Gruber – Meine Rezension …

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442478669
ISBN-13: 978-3442478668
Autor: Andreas Gruber

Der 2. Teil der Reihe:

Die Geschichte:
Ein anscheinend total verrückter Serienmörder treibt sein Unwesen und hat sich ausgerechnet ein bekanntes Kinderbuch als Vorlage für seine ausgefallenen Tötungsarten ausgesucht.
Die erst 26-jährige Sabine Nemez ist die jüngste Kommissarin in München und wird leider sehr persönlich in diesen verzwickten Kriminalfall involviert. Sie will den Täter unbedingt überführen und ihre beste Chance, um diesen zu finden, ist leider ein sehr unsympathischer Profiler aus den Niederlanden: Maarten S. Sneijder.
Gemeinsam gehen sie auf Spurensuche und landen schließlich in Österreich, wo sie der blutigen Spur des Killers bis zum großen Showdown folgen …

Meine Meinung:
In meinem Bücherregal warten noch so viele Schätze darauf, endlich von mir gelesen zu werden. Und das hier ist mal wieder so ein Fall. 🙂

Endlich habe ich es in die Hand genommen und konnte es dann auch nur noch schwerlich wieder weglegen: Andreas Gruber weiß seine Leser zu fesseln und bestens zu unterhalten.
Eine durchgehende Spannung zieht sich durch die Geschichte und das haben wir nicht nur den manchmal reichlich blutigen Szenen zu verdanken, in denen sich der Killer kreativ „austobt“. Normalerweise lese ich in letzter Zeit eher harmlosere Krimis, aber zwischendurch geht so ein Thriller schon mal, aus dem das Blut quasi raustropft. 😀 Wichtig ist dabei, dass keine Tiere zu Schaden kommen und das hat der Autor bravourös gemeistert … wäre auch zu schade gewesen um den süßen Dusty.

Ebenfalls super fand ich die Charaktere, die mir stellenweise sofort sehr sympathisch waren. Sabine ist noch recht jung und ehrgeizig, aber sie wirkt niemals nervig-übermotiviert. Ihre Familie spielt auch eine große Rolle in diesem Buch.
Ihr Ermittlungspartner Maarten ist eine sehr interessante Figur: auf den ersten Blick ein echtes Ekelpaket, doch so nach und nach lernt man ihn kennen – und lieben.

Die Geschichte fand ich anfangs noch etwas kompliziert durch viele Personen und verschiedene Handlungsstränge, die teilweise auch noch in der Vergangenheit angesiedelt waren. Doch der Nebel lichtete sich bald und dann verdichteten sich die Informationen bald zu einem großen Ganzen. Trotzdem sorgten diverse Wendungen und Überraschungen noch bis zum Schluss für Spannung und manches wurde erst im Epilog vollends geklärt.

Für Leser mit schwachem Magen würde ich das Buch zwar nicht empfehlen, aber für alle Spannungsfans, die es gerne mal etwas blutiger mögen ist es ein klarer Kauftipp!

Fazit:
Blutig, grausam, eklig, aber trotzdem auch mit Szenen, die zu Herzen gehen. Eine tolle Mischung und ein interessantes Ermittlerteam, mit dem man gerne mitfiebert! Freu mich schon auf Teil 2!

Bewertung:
5pfoten

Der Prophet des Todes von Vincent Kliesch – Meine Rezension …

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. April 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442377978
ISBN-13: 978-3442377978
Autor: Vincent Kliesch
LESEPROBE

Die gesamte „Julius Kern“-Reihe:

Die Geschichte:
Im dritten Teil der Reihe kommt es zum großen Showdown zwischen Hauptkommissar Julius Kern und dem irgendwie sympathischen Serienmörder Tassilo.
Für alle, die Tassilo noch nicht kennen und sich jetzt wundern: er ist ein bisschen wie „Dexter“ (TV-Serie bzw. Buchvorlage von Jeff Lindsay), der eigentlich nur Menschen umbringt, die es durch ihr eigenes Verhalten irgendwie „verdient“ haben. Allerdings sind seine Kriterien hier weniger streng, denn während Dexter meistens Serienmörder spurlos verschwinden lässt, reicht es bei Tassilo schon, wenn man sich im Restaurant absolut daneben benimmt und – vor allem – wenn man die Angestellten schlecht behandelt.
Der „Prophet des Todes“, vom Ermittlerteam schnell „Nostradamus“ getauft, hat einem total zerstrittenen Ehepaar Briefe geschickt mit seltsamen Botschaften. Während er dem Ehemann prophezeite, dass er innerhalb von drei Tagen seine Frau erschlagen und sich anschließend selbst richten würde, hat er der Ex-Frau ein ähnliche Nachricht zukommen lassen: sie soll innerhalb der Frist ihren Mann vergiften und sich selbst erhängen.
Tatsächlich trifft die Prophezeiung ein, doch für die Einleitung umfangreicher Ermittlungen fehlt einfach die Grundlage, denn alle Spuren deuten wirklich auf erweiterten Selbstmord der Frau hin. Die gefundenen Briefe alleine können den Staatsanwalt nicht vom Gegenteil überzeugen.
Doch dann tauchen weitere Botschaften auf – und diesmal betreffen sie Kommissar Julius Kern und seine Familie ganz persönlich. Und die Forderung lautet ausgerechnet, dass Julius seinen alten Rivalen Tassilo töten soll, um seine Frau und Tochter zu retten. Ein perfides Katz- und Maus-Spiel beginnt, bei dem die ablaufende Uhr sehr laut tickt …

Meine Meinung:
Die beiden Vorgängerbände habe ich schon mit großer Begeisterung gelesen, da mir die Grundidee so super gefällt: ein eigentlich „böser“ Serienmörder, der trotzdem irgendwie sympathisch ist und dem Kommissar, der ihn unerbittlich jagt, noch bei den Ermittlungen hilft und als Krönung sogar dessen Leben rettet.

Wer es gerne bei Thrillern blutig und ein bisschen eklig mag, der ist hier genau richtig. Tassilo ist nämlich extrem einfallsreich, wenn es darum geht, seine Opfer möglichst langsam und kreativ zu Tode zu quälen. Diese Szenen sind dann nicht gerade für schwache Lesermägen geeignet.
Eigentlich lese ich in letzter Zeit auch lieber „softere“ Thrillerkost, aber bei Tassilo mache ich da gerne eine Ausnahme. Im dritten Teil gibt es auch eigentlich gar nicht so viele solcher Szenen, aber dafür einige schauerliche Rückblicke auf frühere Taten, damit sich auch Neuleser der Reihe ein besseres Bild machen können.

Die Story ist wieder bestens durchdacht und wird spannend und undurchsichtig erzählt. Tatsächlich habe ich lange Zeit den Falschen unter Verdacht gehabt und wurde am Ende noch einmal überrascht. Die Auflösung hat mir gefallen, obwohl das Ende durchaus Raum für weitere Teile lässt, die ich liebend gerne lesen würde. 🙂

Natürlich ist es – wie bei jeder Bücherreihe – auch hier ratsam, dass man zuerst Band 1 und 2 liest, denn dann kennt man einfach viel besser die handelnden Figuren und die gesamte Vorgeschichte, die hier oft sehr wichtig ist. Es werden zwar einige Sachen aus den Vorgängerbänden kurz angesprochen, aber für den vollen Lesegenuss empfehle ich unbedingt alle Teile!

Super an der Reihe ist auch, dass der Autor auf das Privatleben der Ermittler eingeht, was sie lebendiger und menschlicher macht. Es gibt einige Sympathieträger, mit denen man einfach gerne mitfiebert, wenn sie sich ganz thrillertypisch oft selbst in große Gefahr bringen.

Fazit:
Der gelungene Abschluss (oder hoffentlich auch noch nicht?) der „Julius Kern“-Reihe: spannend, blutig, actionreich und zwischendurch auch mit vielen tröstlichen Szenen, die das Böse fast wieder vergessen machen.

Bewertung:
4,5pfoten

Freitags in der Faulen Kobra von Stefan Nink – Meine Rezension …

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (14. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734101719
ISBN-13: 978-3734101717
Autor: Stefan Nink

Die gesamte Reihe:

Die Geschichte:
Schon den ersten Teil der Reihe („Donnerstags im Fetten Hecht“) fand ich sehr amüsant und so habe ich mich natürlich sehr auf ein neues Abenteuer mit Siebeneisen & Co. gefreut.
In Stefan Ninks „Freitags in der Faulen Kobra“ erhält Siebeneisen den Auftrag, die Einzelteile einer Elefantenstatue zu suchen, die niemand geringeres als der berühmte James Cook in aller Welt versteckt hat.
Glücklicherweise muss Siebeneisen diesmal das Abenteuer nicht alleine bestehen: er wird von seiner Freundin Lawn begleitet. Man könnte also sagen: „Geteiltes Leid ist halbes Leid!“… denn Schatten und Wipperfürth bringen die beiden Reisenden mit ihrem chronischen Sparzwang in so manch unschöne Situation.
Auf Seite 268 heißt es so schön: „Und so endete ein Tag, der mit einem sehr großen Tier begonnen hatte, mit sehr vielen sehr kleinen Tieren. Aber die konnte man glücklicherweise mit Handtüchern erschlagen.“
Bei ihrer Suche kommen Siebeneisen und Lawn allerdings immer einen Hauch zu spät: die Statuenteile sind immer schon weg. Wer steckt dahinter und können sie am Ende doch ihren Auftrag erfüllen?

Meine Meinung:
In gewohnt humorvoller lockerer Art und Weise schildert Stefan Nink die lustigen Abenteuer von Siebeneisen und seinen Freunden.
Viele skurrile Charaktere, viele lustige Details und die eindrucksvolle Beschreibung der Schauplätze machen das Buch einfach lesenswert.
Geschickt vermittelt der Autor eine Menge Wissen über Land und Leute, das man quasi so nebenbei aufnimmt, ohne sich jemals belehrt vorzukommen.
Besonders die lieben Tiere haben es Siebeneisen immer angetan, mit ihnen hat er wieder die ein oder andere Konfrontation, was meistens für Lacher sorgt.
Die Geschichte wird gut aufgelöst und lässt trotzdem viel Raum für einen hoffentlich entstehenden dritten Teil der Reihe!

Fazit:
Ein sehr unterhaltsames, lustiges Buch mit skurrilen Charakteren und interessanten Infos zu Land und Leuten!

Bewertung:
4,5pfoten

Blutapfel von Till Raether – Meine Rezension …

Broschiert: 480 Seiten
Verlag: rororo (30. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267098
ISBN-13: 978-3499267093
Autor: Till Raether

LESEPROBE (PDF)

Der 1. Teil der Reihe:

Die Geschichte:
Nach seinem letzten spektakulären Fall trägt sich Hauptkommissar Adam Danowski mit dem Gedanken, sich beruflich etwas zurück zu ziehen. Seine Hypersensibilität und der bevorstehende Karrieresprung seiner Frau haben ihn auf die Idee gebracht, sich eine bequeme Teilzeitstelle zuteilen zu lassen. Doch dann kommt ihm ein Mord dazwischen: ein IT-Spezialist wird während eines Staus im Elbtunnel in seinem eigenen Auto erschossen.
Danowskis Kollegen ermitteln in Richtung eines Bandenkriegs, an den er nicht so recht glauben will. Doch auch seine eigenen Nachforschungen verlaufen zunächst eher ergebnislos.
Nebenbei besucht Adam seinen Ex-Partner Finzi im Pflegeheim, in dem er seit einem noch nicht entdeckten Mordversuch lebt. Leider ist er noch nicht wirklich ansprechbar und wirkt wie im Koma … und leider bleibt Adam nicht sein einziger Besuch.
Dann läuft ein MEK-Einsatz total schief und der Fall wird immer brisanter, Danowski und seine Kollegin Jurkschat werden schließlich sogar offiziell von den Ermittlungen ausgeschlossen. Eine höhere Instanz scheint Interesse an der Sache zu haben, doch Adam lässt nicht locker und legt sich sogar mit Geheimdiensten an!

Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, denn der etwas schrullige Hauptkommissar Adam Danowski ist einfach ein total sympathischer Typ, den ich schon im ersten Teil der Reihe sofort ins Leserherz geschlossen habe. Durch seine Hypersensibilität hat er es nicht leicht im Alltag: er nimmt alle Eindrücke besonders ungefiltert wahr und fühlt sich dadurch schnell überfordert. Er ist ein Typ, der nicht davon träumt, Karriere zu machen: er will einfach nur in Ruhe gelassen werden.
Genauso hab ich mich auf ein Wiedersehen mit Finzi gefreut. Der hatte ja im letzten Buch großes Glück im Unglück: er hat den heimtückischen Mordanschlag einer Profikillerin überlebt, den diese leider als beinahe tödlichen Alkoholrückfall getarnt hat.
Auch die anderen Mitglieder des Ermittlerteams sind genial ausgedacht: Jurkschat, die ständig an ihrem Pferdeschwanz herumfummelt, die Chefin mit ihrer Ehefrau und die beiden unliebsamen Kollegen Behling und Kienbaum, mit denen sich Danowski gerne verbale Schlagabtäusche liefert.
Alle haben ihre Macken, wirken lebendig und authentisch. Das trifft auch auf die übrigen Charaktere zu, die Till Raether mit genauso viel Liebe zum Detail beschreibt wie seine Schauplätze. Ein großer Teil der Handlung befasst sich mit verlassenen Orten und dem ungewöhnlichen Hobby „Urban Exploring“: das verbotene Entdecken von beispielsweise still gelegter Fabrikgebäude, alter Schulen, verschlossener Bunkeranlagen oder aufgegebener Tunnel.

Besonders toll finde ich an dieser Reihe den genialen Schreibstil des Autors: es fühlt sich beim Lesen anfangs immer etwas an, als würde man durch dichten Nebel irren. Seltsame Szenen werden beschrieben, in denen man zunächst keinen Sinn erkennen kann. Erst so nach und nach schälen sich Zusammenhänge heraus und man sieht klarer.
Absolut super finde ich auch die ständigen ironisch-witzigen Kommentare von Adam und überhaupt die ganzen Dialoge, die niemals konstruiert und steif wirken.
Der ganze Schreibstil von Till Raether ist humorvoll, locker und ungekünstelt – einfach super zu lesen!
Und natürlich weiß er auch, wie man Spannung aufbaut. Durch das anfängliche „Im-Dunkeln-tappen“ ist man sofort gefesselt von der Story und will immer wissen, wie es weitergeht. An Action und brenzligen Situationen fehlt es auch nicht, doch vor zu viel Blut und ekligen Szenen muss man hier keine Angst haben: das hat der Autor nicht nötig, um seinen Krimi spannend zu machen!

Super finde ich auch, dass es viele liebevolle, irgendwie tröstliche Szenen gibt inmitten der Mordermittlungen. Vor allem was Finzi betrifft, aber auch der Umgang zwischen Adam und seiner Ehefrau hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Eher tragisch dagegen war der Moment im Buch, den das Coverbild darstellt: das ging wirklich zu Herzen.

Fazit:
Ein rundum gelungener Krimi mit viel Spannung, tollen Figuren, einem genial-humorvollen Schreibstil und einem stimmigen Ende, das mich auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt. Ich liebe diese Reihe!!!

Bewertung:
5pfotenplus