Brennender Fluss von Karin Salvalaggio – Meine Rezension …

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Marion von Schröder (11. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3547712033
ISBN-13: 978-3547712032
Originaltitel: Burnt River
Übersetzerin: Sophie Zeitz
Autorin: Karin Salvalaggio

Band 1 der „Macy Greeley“-Reihe:

Die Geschichte:
Im Flathead Valley leiden die wenigen Einwohner unter einer großen Hitzewelle und einigen Bränden, die Wälder und auch Häuser zerstören. Doch das ist noch nicht das Schlimmste, denn dann gibt es in der kleinen Idylle auch noch einen Mord: ein Ex-Soldat wird mitten in der Stadt erschossen. Detective Macy Greeley wird zur Aufklärung des Falls hergebeten und zusammen mit dem ortsansässigen Sheriff Aiden begibt sie sich auf Spurensuche.
Es folgen zahlreiche Verhöre und Gespräche mit Zeugen, doch so richtig will niemand mit der Wahrheit rausrücken. Dann wird auch noch eine Polizistin tot aufgefunden und Macy selbst gerät ebenfalls in große Gefahr.
Zu allem Überfluss mischt sich Macys Chef Ray Davidson auch noch persönlich in den Fall ein. Er ist ihr allerdings nicht wirklich eine Hilfe, sondern eher unwillkommene Ablenkung – und der Vater ihres kleines Sohnes.

Meine Meinung:
Macy als Hauptcharakter ist mir schon im ersten Teil der Reihe sehr sympathisch gewesen. Sie wirkt sehr authentisch mit einer starken, aber auch einer sehr verletzlichen Seite. Seit der Geburt ihres Sohnes ist ihr Leben als Polizistin nicht gerade einfacher geworden, auch wenn sich ihre Mutter ganz toll um den Kleinen kümmert. Die On-/Off-Beziehung zu ihrem Chef Ray findet in diesem Buch endlich Klärung, aber in welcher Art werde ich euch natürlich nicht verraten! 😉
Wirklich sympathisch war mir auch noch Aiden, der Sheriff. Er und Macy bilden ein super Ermittlungsteam, das man gerne bei der täglichen Arbeit begleitet.

Da wären wir dann auch schon bei den Ermittlungen. Der Krimi besteht zu einem Großteil aus Dialogen und Ermittlungsgesprächen. Etwas mehr Action kommt erst im letzten Teil des Buches auf. Das Ganze liest sich trotzdem sehr fesselnd und durchaus spannend, aber ohne dass man Angst um seine Nerven haben müsste. Auch für Leser, die es nicht so ausführlich blutig mögen, ist dieses Buch lesenswert, denn die Autorin verzichtet größtenteils auf solche Szenen und schmückt sie nicht unnötig aus.

Auch wenn sich Karin Salvalaggio nicht mit langatmigen Beschreibungen der Umgebung und irgendwelcher Nebensächlichkeiten aufhält, bekommt man als Leser doch einen guten Eindruck von der Gegend, in der sich das Ganze abspielt. Die drückende Hitze ist fast spürbar beim Lesen. Überhaupt gefällt mir ihr Schreibstil außerordentlich gut. Auch die zahlreichen Dialoge wirken immer sehr lebensnah und nicht gekünstelt.

Es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht, mit Macy auf Verbrecherjagd zu gehen und ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe!

Fazit:
Ein klassischer Ermittlerkrimi mit vielen Dialogen, der spannende und weitgehend unblutige Unterhaltung bietet!

Bewertung:
4pfoten

Runa von Vera Buck – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Limes Verlag (24. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3809026522
ISBN-13: 978-3809026525
Autorin: Vera Buck

LESEPROBE

Die Geschichte:
Der junge Schweizer Medizinstudent Jori (Johann Richard Hell) arbeitet Ende des 19. Jahrhunderts in der Salpêtrière in Paris, einem riesigen Komplex, der offiziell ein Altershospiz für Frauen ist. Eigentlich sind dort aber auch alle möglichen jüngeren Frauen und auch Kinder untergebracht, die als geisteskrank gelten. Der Leiter Prof. Dr. Jean-Marie Charcot ist berühmt für seine Veröffentlichungen und Vorträge, immer wieder testet er neue Behandlungsmethoden an seinen Patientinnen.

Jori ist zunächst sehr beeindruckt und begeistert von Charcot, doch mit der Zeit bröckelt seine Bewunderung. Die Frauen und Mädchen, die der Arzt seinem Publikum wie Jahrmarktsattraktionen vorführt, tun ihm zunehmend leid. Das liegt auch ein bisschen daran, dass seine große Liebe Pauline auch in die Mühlen solcher Kliniken geraten ist: sie gilt ebenfalls als geisteskrank und Jori möchte unbedingt einen Weg finden, um sie zu heilen. Erreichen will er dieses Ziel, indem er eine neue Operationsmethode testet – und das ausgerechnet an einem sehr seltsamen Mädchen: Runa.

Meine Meinung:
Dieser Roman hat mich gleichermaßen fasziniert wie erschreckt. Vera Buck hat sehr viel recherchiert und wahre Personen und Begebenheiten geschickt mit einer fiktionalen Geschichte verknüpft. Entstanden ist daraus ein fesselndes, authentisches Buch, das uns mitnimmt ins Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Quasi nebenbei erfährt man dabei auch so interessante Dinge wie die Geschichte von Eugène Poubelle, dessen Nachname heute in Frankreich zur Bezeichnung für „Mülleimer“ geworden ist, da er im Jahr 1883 in Paris die Mülltrennung einführte.
Aber natürlich liegt das Hauptaugenmerk auf den damaligen Zuständen in den psychiatrischen Einrichtungen, die damals noch andere Namen trugen. Von einer Heilung der kranken Menschen war man noch sehr weit entfernt, es wurde mit teils grausamsten Methoden „therapiert“, über die wir heute nur den Kopf schütteln können. Vera Buck beschreibt einige solcher Situationen extrem eindrucksvoll und authentisch. Man ist beim Lesen einfach nur froh, so etwas nicht selbst erleben zu müssen.
Auch einige Tierversuche, die natürlich damals ebenfalls u. a. zur Erforschung des Gehirns durchgeführt wurden, werden erläutert. Diese Szenen waren für mich als Tierfreund auch nicht leicht zu ertragen.

Hauptperson in diesem Buch ist – neben Runa natürlich – Jori, aber erzählt wird uns die Geschichte von Maxime, der zur Zeit der Ereignisse noch ein Jugendlicher war und eher zufällig in die Ereignisse verwickelt wird.
Doch es gibt auch noch einen weiteren Erzählstrang, der sich mit dem sehr ungewöhnlichen Monsieur Lecoq befasst. Er ist ein Ex-Polizist, der sich aufgrund seiner eigenen Physiognomie nach der Lektüre eines Lehrbuches selbst für einen geborenen Verbrecher hält. Klingt komisch und ist es auch irgendwie, aber mir war der skurrile Kerl doch sympathisch.
Ihre Charaktere zeichnet Vera Buck sehr detailliert und lebensnah mit all ihren Schrulligkeiten und Eigenarten. Bei Jori hat mir besonders sein eigener Wandel gefallen, den er sehr deutlich durchlebt: vom übereifrigen Studenten zu einem gefühlvollen, empathischen Menschen, der die Frauen nicht mehr nur als Forschungsmaterial betrachtet. Das machte ihn zunehmend liebenswerter und ich hätte ihm ein echtes Happy End gewünscht.
Runa, das titelgebende Mädchen, ist eine sehr tragische und geheimnisvolle Figur. Ihr Verhalten lässt sie erst abschreckend wirken, aber je mehr man aus ihrer Vergangenheit erfährt, desto verständlicher wird ihre Situation.

Die Autorin schafft es, gleich zu Beginn ein hohes Maß an Spannung aufzubauen, das sich konstant bis zum Ende auf diesem Level hält. Wirklich super geschrieben und durch den ungekünstelten Schreibstil absolut flüssig und wunderbar zu lesen.
An manchen Stellen tragen schon die lebendigen Beschreibungen der Schauplätze dazu bei, dass sich beim Leser eine leichte Gänsehaut einstellt: das „alte“ Paris war nicht gerade ein Ort zum Wohlfühlen für Jedermann. Die hygienischen Bedingungen und andere damalige Zustände waren alles andere als schön, wie beispielsweise eine Szene mit einem von Ratten angeknabberten Säugling wirkungsvoll zu unterstreichen weiß.

Da es praktisch nur um weibliche Patientinnen bzw. „Versuchsobjekte“ geht und auch sehr eindrücklich geschildert wird, wie die Ärzte, Studenten und Zuschauer sich an so manchen Situationen richtiggehend ergötzt haben, muss man schon manchmal aufpassen, keine Abneigung gegen Männer zu entwickeln. 🙂 Aber glücklicherweise gibt es ja noch Typen wie Jori oder Lecoq, die dann wieder etwas versöhnlich wirken auf die weibliche Leserschaft.

Den gelungenen Abschluss bildet ein Epilog, in dem wir noch erfahren, was aus den wichtigsten Figuren geworden ist. Für manche hätte ich mir ein schöneres Ende gewünscht und einiges bleibt auch im Dunkeln.

Fazit:
So authentisch, dass es beim Lesen manchmal fast weh tut … interessant, fesselnd, spannend, erschreckend. Ein Buch, das man nur empfehlen kann!

Bewertung:
5pfoten

Dumm gelaufen von Moritz Matthies – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Argon Verlag; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839892503
ISBN-13: 978-3839892503
Autor: Moritz Matthies
Sprecher: Christoph Maria Herbst

Die gesamte Reihe:

Die Geschichte:
Im dritten Teil der Erfolgsreihe rund um Erdmännchen Ray und seinen Clan geht es um einen tragischen Unfall während eines Pferderennens. Ein Pferd stürzt und kann nur noch eingeschläfert werden, der Jockey ist schwer verletzt. Ray und sein Kumpel, der Privatdetektiv Phil sind zufällig vor Ort, da sie als Leibwächter für das Rennpferd Störtebeker engagiert wurden.
Ray brennt darauf, endlich wieder mit Phil zu ermitteln, die lange Zeit im Winterquartier des Zoos war ziemlich langweilig für ihn. Dann erhält er einen Auftrag, aber ausgerechnet von einem Pferd: Angeleyes, die Gefährtin des verstorbenen Stardust glaubt nicht an einen tragischen Unfall, sie ist sich sicher, dass es Mord war.
Zunächst ist Phil nicht besonders begeistert, für ein Pferd arbeiten zu sollen, doch dann erhält er einen anderen Anreiz: die Versicherung soll über eine Million Euro an den Gutsbesitzer zahlen – außer, es würde sich herausstellen, dass es sich nicht um einen Unfall handelte. Kann Phil dies nachweisen, würde er eine saftige Prämie erhalten …

Meine Meinung:
Diese Reihe mag ich ja sehr und das liegt nicht nur an der tollen Vortragsweise von Christoph Maria Herbst.
Ray, sein Bruder Rufus und auch Phil sind sehr sympathische Gestalten, die zusammen viele gefährliche Abenteuer bestehen. Und trotz aller manchmal sogar tödlicher Gefahren leiden sie alle am Ende wieder am meisten unter einem Phänomen: ganz trivialer Liebeskummer.
Rays große Liebe Elsa, ein Chinchilla, ist während seiner Zeit im Winterquartier spurlos aus dem Zoo verschwunden. Rufus‘ Ex-Verlobte Natalie vergnügt sich mit anderen Erdmännchen und Phil hat seine Freundin in Südafrika zurück gelassen.
Der Autor hat sich auch in diesem Teil wieder sehr viele lustige, skurrile Charaktere ausgedacht: vom versnobten Hengst über eine Schlange mit posttraumatischer Belastungsstörung bis hin zu etwas realitätsfernen Eichhörnchen und Maulwürfen ist alles dabei.
Auch die Story ist wieder bestens durchdacht und durchaus spannend zu hören.
Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier ist wieder sehr gelungen dargestellt, fast schon glaubhaft, wenn der Anblick eines Erdmännchens mit Smartphone nicht doch etwas abwegig wäre. 🙂

Fazit:
Eine actionreiche und sehr humorvolle Geschichte, die uns während der Fahrt in den Urlaub bestens unterhalten hat!

Bewertung:
4pfoten

Trügerische Nähe von Susanne Kliem – Meine Rezension …

Broschiert: 352 Seiten
Verlag: carl’s books (14. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570585506
ISBN-13: 978-3570585504
Autorin: Susanne Kliem

Die Geschichte:
Die Mittvierzigerin Marlis erbt einen Hof in einem kleinen Dorf. Zusammen mit ihrem Ehemann Johannes und dessen Jugendfreund Alexander samt Ehefrau Nora und Sohn Lukas ziehen sie dort ein, um endlich ein ruhigeres Leben abseits des Städtetrubels zu genießen. Was sich zunächst wie eine echte Idylle anhört, wird ganz schnell zum fragilen Experiment als plötzlich Marlis‘ 20-jährige Tochter Livia auftaucht. Die Stimmung auf dem Hof wird zunehmend feindseliger, schwelende Konflikte brechen auf, wachsende Zwietracht und Intrigen verpesten den Traum vom friedlichen Landleben. Seinen Höhepunkt findet das Ganze in einem rätselhaften Mord …

Meine Meinung:
Dass das Buch als „Kriminalroman“ betitelt wurde, kann man wohl kaum der Autorin anlasten. Bleibt aber zu hoffen, dass es deshalb nicht so viele Leser mit falschen Erwartungen in die Hand nehmen, wie ich das getan habe.
Wäre nicht wenigstens bereits im Prolog kurz die spätere Leiche erwähnt worden, dann würde die eigentliche Krimihandlung erst auf den letzten 50 Seiten stattfinden.

Alles davor war für meinen Geschmack eher ein konfliktgeladener Psychothriller, der mit wenigen Personen auskommt, die aber dafür umso detailreicher charakterisiert wurden.
In die Beschreibung ihrer Protagonisten und der Schauplätze legt Susanne Kliem sehr viel Herzblut, so dass gleich eine authentische und lebendige Atmosphäre entsteht. Zusätzlich sorgt sie mit manchmal recht kurzen Kapiteln, die abwechselnd aus der Sicht verschiedener Personen erzählt werden, für eine besondere Nähe zur Handlung und den Figuren.
Im Verlauf der Handlung kann man auch eindrucksvoll sehen, wie verschieden Menschen auf Probleme reagieren. Wobei Alkohol und Drogen hier schon eine große Rolle spielen als vermeintliches Allheilmittel.

Vielleicht war es gerade diese zunächst sehr authentische Stimmung und die lebensnahen Charaktere, die dafür sorgten, dass ich mich mit der Story nicht so recht anfreunden konnte. Die zunehmenden zwischenmenschlichen Konflikte nervten mich schnell, ich fühlte mich beim Lesen an die gehäuften Intrigen in so mancher Vorabendserie erinnert. Als empathischer und harmoniebedürftiger Mensch mag ich solche Geschichten nicht besonders, die von Streit, Zickereien, Verrat und Lügen beherrscht werden. Das liegt daran, dass ich der Ansicht bin, dass man sich schon im „echten Leben“ viel zu oft mit Derartigem rumplagen muss – und wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich Ablenkung darin finden.

Im Verlauf der Geschichte wurden die Aktionen mancher Figuren etwas unglaubwürdig für meinen Geschmack. Leider gab es auch keinen einzigen richtigen Sympathieträger, erst zum Ende hin wurde ich in dieser Hinsicht noch leicht versöhnt: dann erhält eine Person mehr Raum, die vorher eher als Nebendarsteller fungierte.

Das Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, es war auf jeden Fall alles andere als langweilig. Aber fesselnd war es hauptsächlich, weil ich ständig wissen wollte, wo die Aktionen bleiben, die ich in einem Krimi erwarte.
Im letzten Drittel wurde es dann etwas spannender, stellenweise sogar richtig actionreich und die ersehnten Ermittlungen fanden auch noch statt. Das wirkte dann zwar leider etwas schnell abgehandelt an manchen Stellen, aber die Auflösung war auf jeden Fall gut durchdacht und schlüssig.
Das Ende hat mir echt gut gefallen, da wurde auch meine Harmoniesucht wieder vollends befriedigt! 🙂

Fazit:
Wer einen eher klassischen Kriminalroman erwartet, der könnte – wie ich – etwas enttäuscht sein. Man sollte sich vielmehr auf einen Psychothriller einstellen: zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, Intrigen und eine unterschwellig bedrohliche Atmosphäre inklusive!

Bewertung:
3,5pfoten

Todeskampf von Michael Robotham – Meine Rezension …

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (7. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442465796
ISBN-13: 978-3442465798
Originaltitel: The Night Ferry
Übersetzer: Kristian Lutze
Autor: Michael Robotham

Die Geschichte:
In Band 3 der Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz – Reihe übernimmt die Hauptrolle die 29-jährige DI Alisha Barba. O´Loughlin taucht in diesem Buch gar nicht auf, aber Vincent Ruiz steht Alisha in weiten Teilen zur Seite und unterstützt sie bei der Aufklärung eines sehr komplexen Falles.
Alles beginnt damit, dass sich nach ganz langer Zeit Alishas Jugendfreundin Cate wieder bei ihr meldet. Sie verabreden sich auf einem Ehemaligentreffen ihrer Schule und dort kommt es zu einem schrecklichen Unfall: Cate und ihr Ehemann Felix werden von einem Taxi überfahren. Während ihr Mann sofort tot ist, liegt die hochschwangere Cate schwerstverletzt im Koma.
Bevor es zu dem tragischen Unglück kam, konnte sie Alisha gerade noch mitteilen, dass jemand hinter ihr her ist und ihr ihr Baby wegnehmen will. Diese Aussage erscheint umso seltsamer, als sich im Krankenhaus herausstellt, dass Cate gar nicht wirklich schwanger war, sondern dies nur vorgetäuscht hat.
Alisha steht vor einem großen Rätsel und bei dem Versuch, es zu lösen, gerät sie selbst in allergrößte Gefahr …

Meine Meinung:
Dieser Thriller wurde zwar schon vor einigen Jahren geschrieben, aber gerade jetzt ist dessen Thematik auch für uns in Deutschland brandaktuell: es geht nämlich um Flüchtlingsschicksale.
Michael Robotham schildert sehr eindrücklich, welche Verbrechen im Zusammenhang mit Flüchtlingen begangen werden: von Menschenschmuggel über Menschenhandel bis hin zu Zwangsarbeit, Prostitution, etc.
Auch hier in diesem Thriller ersticken Menschen qualvoll im LKW einer Schlepperbande, genau wie es bei uns gerade traurigste Realität geworden ist.

Die Thematik an sich fand ich also sehr interessant, aber am Anfang waren mir einige Exkursionen in die Vergangenheit einen Tick zu ausführlich. Es kam dabei zwar noch keine Langeweile auf, aber richtig spannend wurde das Buch erst später. Dann geht es aber sehr actionreich zur Sache und man konnte sehr gut mitfiebern mit den Protagonisten.

Alisha war mir als Hauptperson zwar ganz sympathisch, aber Ruiz hat die Sache schon noch ein bisschen aufgelockert und für einige humorvolle Szenen gesorgt. Sie ist eher eine etwas verbissene, ernste Figur, was sich aber vielleicht durch ihre schwierige Vergangenheit erklären lässt: sie hat eine extrem schwere Verletzung überlebt.
Unter den weiteren Personen finden sich einige sehr sympathische Charaktere, die der Autor ebenso wie seine Hauptfigur sehr lebendig und authentisch dargestellt hat.

Die Auflösung des Ganzen war sehr interessant und wahrscheinlich näher an der Realität als wir uns wünschen würden. Ein stimmiges Ende rundet die ganze Geschichte prima ab – und ich freu mich schon auf den nächsten Teil der Reihe.

Fazit:
Aufgrund des Themas „Flüchtlinge und ihre Schicksale“ ist dieser Thriller gerade wieder brandaktuell. Spannend, gut durchdacht und leider nur allzu authentisch … ein fesselndes Buch!

Bewertung:
4pfoten

Auentod von Maxim Leo – Meine Rezension …

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (10. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462048295
ISBN-13: 978-3462048292
Autor: Maxim Leo

LESEPROBE

Der erste Teil der Reihe:

Die Geschichte:
Im zweiten Teil der Krimireihe hat Kommissar Daniel Voss gerade angefangen, sich wohl zu fühlen in seinem neuen Leben. Mit Maja führt er inzwischen eine zwar eher heimliche, aber glückliche Beziehung, in seinem Job ist er zum Chef der Mordkommission aufgestiegen. Alles könnte so perfekt sein, doch dann wird Maja in ihrem Heimatland Polen plötzlich entführt. Voss ermittelt – und zwar legal und teilweise auch illegal, denn in Polen hat er keinerlei Befugnisse.
Ein toter Softwareentwickler in Bad Freienwalde lenkt Voss dann etwas von seiner Suche nach Maja ab: war sein Sturz von einem Baugerüst nur ein Unfall oder steckt mehr dahinter? Und welche Rolle spielt Maja? Daniel deckt immer mehr Geheimnisse aus deren Vergangenheit auf, die ihn in arge Zweifel stürzen: kennt er Maja überhaupt und kann es sein, dass sie möglicherweise gar nicht wirklich entführt wurde?

Meine Meinung:
Schon der Vorgängerband „Waidmannstod“ hat mir sehr gut gefallen, doch mit „Auentod“ hat mich Maxim Leo vollends überzeugt: das ist einer meiner absoluten Lieblingskrimis 2015!

Daniel Voss ist ein liebenswürdiger Protagonist, der in hohem Maße authentisch und lebendig wirkt. Seine ironische, etwas menschenscheue Art, mit der er seinen Kollegen begegnet, finde ich total sympathisch. Er liebt die Natur und ist gerne alleine mit seinen Gedanken und Gefühlen.
Auch einige andere Charaktere, wie beispielsweise Daniels Mitarbeiter Neumann, Frau Kaminski von der Spurensicherung, Maja oder Zydan habe ich schnell ins Herz geschlossen. Es gibt ungewöhnlich viele Menschen in dieser Geschichte, die unerwartet Gutes tun und das hat mir sehr gut gefallen.

Der Autor schafft es, schon auf den ersten Seiten Spannung aufzubauen und diese durchgehend auf einem konstant hohen Level zu halten. Und das trotz vieler Exkursionen in die Natur und die Tier- und vor allem Vogelwelt der Umgebung. Wunderschöne, lebendige Beschreibungen der Landschaft und Schauplätze machen richtig Lust darauf, die Gegend einmal selbst zu erkunden. Einige interessante historische Hintergründe bringen dem Leser außerdem die Geschichte des Grenzlandes zwischen Deutschland und Polen nebenbei etwas näher.

Die bestens durchdachte Story hat alles, was ein guter Krimi braucht: undurchsichtige Verdächtige, falsche Spuren, ein bisschen Action und viele Überraschungen. Und Maxim Leo benötigt keine unnötig blutigen Szenen und Dutzende von Leichen, um eine fesselnde Atmosphäre zu erzeugen. Das Ende ist auch absolut stimmig und ich freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung.

Besonders toll fand ich auch, dass es einige Szenen gab, die mich zum Lachen brachten: gut portionierter Humor an den richtigen Stellen. So wurde die Story manchmal etwas aufgelockert und wirkte nicht zu ernst.
Etwas Aufheiterung hätte auch Hauptfigur Voss oft vertragen können, denn Maxim Leo lässt ihn in diesem Buch schwere Glaubensprüfungen bestehen. Seine innere Zerrissenheit und seine Zweifel wirken sehr glaubwürdig – und seine Gratwanderung zwischen Legalität und Liebe machte ihn für mich noch liebenswürdiger.

Fazit:
Einer der besten Krimis 2015: spannend, intelligent durchdacht, menschlich und mit so vielen wunderschönen Naturimpressionen. Hat mir super gefallen!

Bewertung:
5pfotenplus

Ozapft is! – Das Wiesn-Handbuch von Moses Wolff – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (13. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442313112
ISBN-13: 978-3442313112
Autor: Moses Wolff

In wenigen Tagen am 19. September geht es wieder los: München lädt ein zur alljährlichen „Wiesn“! International bekannt ist das Event unter dem Begriff „Oktoberfest“, was übrigens laut Buch das weltweit bekannteste deutsche Wort ist. Früher fand es traditionell wirklich erst im Oktober statt, doch dann stimmte man nach langem Hin und Her zu, das Ganze aufgrund der Witterungsverhältnisse bereits im September stattfinden zu lassen.
Wie und wann es zu dieser terminlichen Verlegung gekommen ist, ist eines der Themen, die in diesem sehr interessanten Sachbuch behandelt werden.

Moses Wolff kann man getrost als bayerisches Urgestein bezeichnen, was er nicht nur als „Wildbach-Toni“ eindrucksvoll und vor allem sehr humorvoll unter Beweis stellt. Sein Schreibstil ist locker, ungekünstelt und einfach toll zu lesen.

Hier muss niemand Angst haben, ein „trockenes“ Sachbuch in die Finger zu bekommen. Ganz im Gegenteil: unterhaltsam und mit viel Humor schildert Moses Wolff zunächst die Entstehungsgeschichte des Oktoberfestes.
Dann geht es weiter mit praktischen Tipps, zum Beispiel zur Anfahrt: per Rikscha zur Wiesn oder doch lieber mit der Bahn?
Wie kleide ich mich auf der Wiesn? Wie krieg ich mögliche Flecken wieder aus meiner Lederhose raus und wo kann ich das schönste Dirndl kaufen?
Die Münchner sind ein gastfreundliches Völkchen und so darf auch eine Übersicht nicht fehlen über verschiedene Nationalitäten, die einem auf dem Oktoberfest begegnen werden und wie man mit ihnen „anbandeln“ kann. Auch einige Tipps zum richtigen Umgang mit Polizei und anderen Fleißigen, die auf der Wiesn dafür sorgen, dass alles rund läuft, finden sich in diesem Handbuch.

Dann geht es weiter mit einem kleinen Übersichtsplan und sehr vielen Informationen zu größeren und kleineren Festzelten: welche Musik wird gespielt, was ist kulinarisch geboten, wie sieht es drinnen aus, wo kann ich reservieren und vieles mehr.

Das Ganze wird durchgehend begleitet von tollen farbigen Fotos und bunten Zeichnungen. Den krönenden Abschluss bildet der „Persönlichkeitstest für Wiesngänger“.

Ein rundum gelungenes, sehr interessantes Nachschlagewerk für Oktoberfest-Besucher! Unbedingt lesen, falls ihr einen Wiesn-Besuch plant!

Bewertung:
5pfoten

Der namenlose Tag von Friedrich Ani – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: OSTERWOLDaudio; Auflage: 1 (10. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869522917
ISBN-13: 978-3869522913
Autor: Friedrich Ani
Sprecher: Udo Wachtveitl

Die Geschichte:
Der pensionierte Kommissar Jakob Franck wird vom Vater eines vor 20 Jahren verstorbenen Mädchens darum gebeten, den alten Kriminalfall noch einmal neu aufzurollen. Ludwig Winthers Tochter Esther hatte sich damals mit 17 Jahren an einem Baum erhängt, doch er will nicht an einen Selbstmord glauben. Er ist sich ganz sicher, dass ein Verbrechen dahintersteckt.
Franck begibt sich daraufhin auf Spurensuche, wobei ihm nicht nur die Geister einiger Verstorbener begegnen …

Meine Meinung:
Dies war mein erster Krimi von Friedrich Ani und da es sich doch um einen recht berühmten Autor in diesem Genre handelt, waren meine Erwartungen entsprechend hoch.
Leider muss ich sagen, dass ich absolut enttäuscht wurde und dass ich das Buch auch nur zu Ende gebracht habe, weil ich es nebenbei im Auto hören konnte. Hätte ich es selbst lesen müssen, dann wäre etwa bei Seite 50 absolut Schluss gewesen mit meiner Geduld.

Von Spannung ist das Ganze so weit entfernt wie ein Lemming vom Abitur – vielleicht sogar noch weiter. Was ich aber oft empfunden habe während des Hörens, das war Aufregung: ich habe mich furchtbar aufgeregt über die langatmigen, wirren Dialoge und teilweise auch Monologe aller möglicher Personen. Es hat mich manchmal einfach nur noch genervt.

Es gibt in dieser Geschichte auch keine einzige Figur, die ich irgendwie sympathisch finden konnte. Sie waren alle einfach nur anstrengend, nervig und oft auch total egoistisch.

Auch was den Schreibstil betrifft, kann ich nicht wirklich was Positives erwähnen. Da waren Formulierungen dabei, bei denen ich mir schon beinahe irgendwie veräppelt vorkam, wie z. B. dieser Satz, über den meine Nichte nur lauthals gelacht hat, als ich ihn ihr vorgelesen hab:

Mehr und mehr mutete Franck dieser in einer einzigen Tonlage aus ihrem Mund strömende Klagelaut wie der Gesang des letzten Menschen auf Erden an, der keinen Schatten mehr warf und sich an nichts mehr erinnerte, außer an den Geschmack von Stachelbeeren in einer mondlosen Nacht vor abertausend Jahren. (S. 46/47)

Das Ende konnte mich dann auch absolut nicht überzeugen, da hätte wenigstens noch irgendwas Überraschendes kommen müssen, um das Vorherige etwas wettzumachen, aber leider Fehlanzeige.

Fazit:
Das war absolut gar nix für mich: unsympathische Figuren, eine wahnsinnig langatmige Story und ein langweiliges Ende.
Nur der Sprecher hat seine Sache wirklich grandios gemacht!

Bewertung:
1 Pfote gebührt alleine dem Sprecher für seine tolle Leistung, dem Buch würde ich nur eine geben.
2pfoten

Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid von Frederik Backman – Eine Gastrezension von Tina …

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3810504815
ISBN-13: 978-3810504814
Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt

Tinas Meinung zum Buch:

Fehlende Magie in einer chaotischen Fantasiewelt

Inhalt:
Oma mag Zimtschnecken nur zusammen mit Bier, lebt in einem großen Schloss und denkt sich für ihre Enkelin Elsa gern Geschichten von Drachen und Prinzessinnen aus, die alle in Miamas – dem Land FAST-NOCH-WACH wohnen. Elsa ist 7 Jahre alt, eigentlich fast 8 und Oma ist ihre einzige Freundin und Seelenverwandte. Oma ist aber keine gewöhnliche Großmutter, sondern eine Mischung zwischen chaotisch, übertrieben, verrückt, fürsorglich, hilfsbereit und unberechenbar. Zusammen mit Elsa erlebt sie verworrene Abenteuer, denkt sich Märchen aus, lässt Fantasiewelten zum Leben erwachen oder bewirft Polizisten mit Hundekot. Und auch Elsa ist keine gewöhnliche 7-jährige, sie ist voller Neugier, altklug, wissbegierig und in Sachen Wikipedia und Apple kann ihr schon lange kein Erwachsener etwas vormachen. Mittels einer Schatzsuche schickt Oma die kleine Elsa auf eine abenteuerliche Reise ins Reich der Erwachsenen.

Leseeindrücke:
Wenn man den Klappentext von „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ liest, vermutet man doch eher einen kurzweiligen, humorvollen Roman. Ich würde das Buch im Nachgang doch eher als Jugendbuch einstufen.

Der Roman wird aus Sicht von Elsa erzählt und damit ist der Erzählstil mitunter sehr anstrengend und ich konnte keine 100 Seiten am Stück lesen, was natürlich etwas aufhält bei fast 500 Seiten. Viele Dinge wiederholen sich ständig, was wahrscheinlich aus der Sicht einer 7-jährigen verständlich ist, auf einen Erwachsenen aber teilweise ermüdend wirkt. Streckenweise fehlt einfach der rote Faden und die Charaktere wirken leider allesamt sehr blass.

Der Versuch Fiktion mit trockener Realität zu verbinden und daraus ein magisches Abenteuer zu machen, ist dem Autor meiner Meinung nach nur mäßig gelungen. Allerdings kommt die Hauptaussage des Buches – ungewöhnlich und anders zu sein ist nichts Schlechtes – am Ende sehr gut zum Vorschein.

Fazit:
Wer hier eine packende Fortsetzung des Debütromans „Ein Mann namens Ove“ erwartet, wird eher enttäuscht sein. Leider ein gutes Beispiel für: Cover und Titel allein machen das Buch zu einem Bestseller. Inhaltlich kommt es nicht heran.

Lieblingsstellen:
„Leg dich niemals mit jemanden an, der mehr Freizeit hat als du selbst.“
„Eine Oma zu haben, ist als hätte man eine ganze Armee.“

Bewertung:
3 von 5 Sterne

Verflucht seist du von Inge Löhnig – Meine Rezension …

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (14. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548611230
ISBN-13: 978-3548611235
Autorin: Inge Löhnig

Die gesamte Reihe bisher:

Die Geschichte:
Der junge Kfz-Mechaniker Daniel wird nachts auf einer Baustelle aus nächster Nähe erschossen. In seiner Tasche finden Kommissar Dühnfort und sein Team Bargeld und Drogen. Hat er – wie früher schon einmal – wieder gedealt und wurde deshalb ermordet? Oder hat das Verbrechen irgendwie mit dem Selbstmord von Isa zu tun, einem Mädchen aus der Clique von Daniel?
Der Fall entpuppt sich als sehr kompliziert und bis zum Ende warten immer wieder neue Überraschungen auf die Ermittler – und auf den Leser!

Meine Meinung:
Wer gerne spannende Krimis mit vielen Hintergrundinfos über die Ermittler liest, ist mit dieser Reihe rund um Kommissar Dühnfort sehr gut bedient.
Inge Löhnig zeichnet so lebendige, authentische Charaktere, die man schnell ins Leserherz schließt und über deren Privatleben man sehr viel erfährt. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Hauptfigur Konstantin Dühnfort, sondern auch seine Kollegen erhalten sehr viel Raum in der Geschichte.

Der Kriminalfall ist super durchdacht und bewegt sich fast gemächlich einem sehr spannenden, schwer vorhersehbarem Ende zu. Im letzten Drittel geht es richtig zur Sache und viele Todesfälle sorgen für Entsetzen. Inge Löhnig hat es aber niemals nötig, bei blutigen Szenen zu sehr ins Detail zu gehen, sie versteht es, fesselnde Spannung auch ohne Ekelfaktor zu erzeugen.

Man kann die Bücher auch einzeln lesen, doch – wie bei jeder Buchreihe – würde ich empfehlen, alle Bände nacheinander zu genießen. Und deshalb werde ich auch gleich mit „Deiner Seele Grab“ weitermachen! 🙂

Fazit:
Authentische, liebenswürdige Ermittler und ein sehr spannender, verzwickter Mordfall – der perfekte Krimi!

Bewertung:
5pfoten