Um Mitternacht von Augusto Cruz – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 392 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (6. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518424777
ISBN-13: 978-3518424773
Originaltitel: Londres después de medianoche
Übersetzer: Christian Hansen
Autor: Augusto Cruz

Die Geschichte:
Der Ex-Agent McKenzie wird vom berühmten Horror- und Science-Fiction-Sammler Forrest Ackerman angeheuert, um ein Exemplar des längst als verschollen geltenden Stummfilmes „Um Mitternacht“ zu finden.
McKenzie hat keine Ahnung, auf welches Abenteuer er sich einlässt und dass es durchaus gefährlich werden könnte. Er reist durchs Land, verfolgt eine Spur nach der anderen und landet schließlich in Mexiko. Je näher er dem Geheimnis kommt, das sich um den alten Film rankt, desto tödlicher wird die Bedrohung. Liegt auf dem Vampirfilm wirklich ein Fluch?
Auf seiner Reise begegnet er so manch seltsamen Zeitgenossen und besucht Orte, die so fantastisch klingen, als würden sie einem Märchen entstammen.

Meine Meinung:
Erst nach dem Lesen habe ich erfahren, dass sehr vieles an dieser Geschichte keineswegs nur der Fantasie des Autors entsprungen ist. Viele Personen, aber auch Schauplätze sind (oder waren) real und vor allem das absolut ungewöhnliche Schloss mit dem seltsamen Garten inmitten des mexikanischen Dschungels gibt es wirklich: im Internet einfach Bilder zu „Las Pozas“ suchen und staunen.

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, da ich spannende Geschichten und Vampire sehr gerne mag, aber die Erwartungen konnte es leider nicht ganz erfüllen.
Streckenweise war es wirklich sehr fesselnd und durch die skurrilen Figuren und fantastischen Schauplätze fühlte man sich manchmal wie in einem schaurigen Horrormärchen. An anderen Stellen war die Geschichte dann aber wieder eher zäh und man muss aufpassen, dass man den Überblick nicht verliert, denn so manches scheint irgendwie nur in den Gedanken oder Träumen von McKenzie stattzufinden. Was ist Wahrheit, was ist Fiktion? Das ist hier oft die Frage und die Grenzen sind fließend.

Den dicksten Minuspunkt muss ich dem Buch aber leider für die gleichförmige Schreibe verleihen: kaum ein Absatz ist hier zu finden, es wird erzählt und erzählt und man muss sich ständig konzentrieren, um nicht den Anschluss zu verlieren. Zwischendurch mal nach einem Absatz kurz die Augen ausruhen? Fehlanzeige … dann muss man erst wieder suchen, wo man aufgehört hat mit dem Lesen. 🙂
Auch ganz schlimm: Dialoge werden weder durch Anführungszeichen gekennzeichnet, noch irgendwie abgesetzt. So weiß man erst nach dem Lesen, wem der vorangegangene Satz zuzuordnen ist. Echt anstrengend auf die Dauer. Aber ihr könnt euch gerne ein eigenes Bild machen: hier geht es zur LESEPROBE!
Andererseits mochte ich aber den ironisch-humorvollen Unterton, der mich an vielen Stellen zum Schmunzeln brachte.

Man merkt an vielen Stellen, dass der Autor sehr genau recherchiert hat. Beispielsweise über die Stummfilmzeit habe ich mir noch nie größere Gedanken gemacht, aber durch das Buch sehr viel Interessantes darüber erfahren.
Auch Edward James war mir vorher kein Begriff, obwohl er ein sehr interessanter Mann mit einem außergewöhnlichen Lebenswerk (dem vorher erwähnten Skulpturengarten „Las Pozas“) war. Viele weitere Personen werden im Zusammenhang mit McKenzies Agentenjob erwähnt, aber diesen Teil der Handlung fand ich nicht ganz so interessant und empfand es manchmal eher als Ablenkung vom Wesentlichen.

McKenzie als Hauptfigur war mir nicht unsympathisch, aber so richtig ins Herz schließen konnte ich ihn auch nicht wirklich. Ich würde unser „Leser-Protagonisten-Verhältnis“ daher als eher neutral beschreiben. 🙂

Besonders am Ende ließ mich das Buch irgendwie mit dem Gedanken zurück, dass der Autor etwas Wichtiges ausdrücken wollte, das ich aber nicht so richtig verstanden habe. Es blieb so ein diffuses Gefühl zurück, das mich fast dazu veranlasst hätte, wieder einige Seiten zurück zu blättern. Dafür war das Ganze aber dann einfach nicht fesselnd genug, sonst wäre es wirklich ein guter „Re-Read-Kandidat“.

Fazit:
Stellenweise fesselnd, stellenweise eher langweilig … überzeugt durch den geheimnisvollen Touch und die skurrilen Figuren und Schauplätze, die häufig sogar real existieren. Eher anstrengend zu lesen durch die fehlende Gliederung des Textes.

Bewertung:3pfoten>

Blaues Blut von Felicitas Gruber – Meine Rezension …

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Diana Verlag (13. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453358503
ISBN-13: 978-3453358508
LESEPROBE

Die beiden bisherigen Bücher der Reihe:

Die Autorin(nen):
Felicitas Gruber ist das Pseudonym der Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch. Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und begeistert seit vielen Jahren mit ihren historischen Romanen ihre zahlreichen Leserinnen und Leser. Gesine Hirsch ist Kunsthistorikerin und entwickelte die erfolgreiche Serie »Dahoam is Dahoam« für das Bayerische Fernsehen mit. Beide Autorinnen leben in München, wo auch ihre Krimireihe mit der sympathischen Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth spielt.
(Autorenseite des Verlags)
Brigitte Riebe freut sich auch auf euren Besuch bei Facebook! 🙂

Die Geschichte:
Im bereits dritten Buch der Reihe um die Rechtsmedizinerin Sofie Rosenhuth geht es wieder heiss her – und das nicht nur beim Wetter. Ausgerechnet Polizeireporter und Sofie-Verehrer Charly wird des Mordes an seiner Ex-Frau verdächtigt. Dabei kommt einiges ans Licht, zum Beispiel, dass der smarte Charly eigentlich der Spross einer adeligen Familie ist und „Karl Maria Ritter zu Loessl“ heißt.
Für Sofie ist das kein einfacher Fall: sie ist mal wieder hin- und hergerissen zwischen zwei Männern. Einerseits genießt sie die neu erwachte Liebe zu Ex-Mann Joe, andererseits glaubt sie – entgegen Joes Meinung – an die Unschuld von Charly und schürt damit die Eifersucht und das Misstrauen des Hauptkommissars.
Und mittendrin ist Mops Murmel, der Gemeinschaftshund von Sofie und ihrer Kollegin Elke, der zwischendurch auch hin und wieder für Aufregung sorgt.

Meine Meinung:
Auf diese Fortsetzung habe ich schon sehnsüchtig gewartet … endlich wieder Neues von Sofie & Co.
In dieser Reihe spielen so viele sympathische Figuren mit, dass sich jedes neue Buch wie ein Treffen mit lieben alten Bekannten anfühlt.
Allen voran natürlich die manchmal etwas chaotische Sofie, die im Dauerclinch mit ihrer eigenen inneren Stimme liegt. Einfach köstlich, wenn sie sich mal wieder in Gedanken selbst beschimpft und sich die x-te Diät verordnet.
Aber natürlich gibt es noch viele weitere liebenswürdige Charaktere, wie Sofies Ziehmutter Vroni, deren Lebensgefährte Flo, Joe, Charly und einige andere, die schon in den Vorgängerbänden eine Rolle gespielt haben und mir inzwischen ganz fest ans Leserherz gewachsen sind. Und natürlich dürfen wir die Hauptperson, pardon, den Hauptvierbeiner nicht vergessen: Murmel, den süßen Mops, dessen Vorgeschichte ihr in „Vogelfrei“ nachlesen könnt.

In gewohnt humorvoller, aber nicht minder fesselnder Manier erzählen uns die Autorinnen eine mörderische Geschichte, die sich innerhalb einer Adelsfamilie abspielt und anfangs sehr verzwickt wirkt. Man kann super miträtseln und mit Sofie und Joe auf Spurensuche gehen. Dabei fällt man mitunter auch auf so manch geschickt gelegte falsche Spur herein, aber die echten Krimispürnasen dürften schon bald ahnen, wie alles zusammenhängt. Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen und der schöne Epilog beantwortete alle noch offenen Fragen. Toll geschrieben!

Nicht nur durch einige Dialoge in schönstem bayerischen Dialekt, sondern durch viele idyllische Beschreibungen diverser Schauplätze in München kann dieser Krimi auch mit viel Lokalkolorit überzeugen.
Auch diverse Herzensangelegenheiten sind wieder Teil der Geschichte, aber niemals unnötig ausführlich, kitschig oder irgendwie störend, sondern genau im richtigen Maß und sehr liebenswürdig – oder oft auch witzig – beschrieben.

Fazit:
Und schon warte ich auf den 4. Teil und kann es kaum erwarten! 🙂 Das war wieder ein echtes Lesevergnügen und viel zu schnell vorbei … 300 Seiten Spannung, Humor, tolle Charaktere, liebenswürdige Vierbeiner und ganz viel Bayernfeeling!

Bewertung:
5pfoten

Mord ahoi! von Frida Mey – Meine Rezension …

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (13. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746630541
ISBN-13: 978-3746630540

Die Autorin(nen):
Hinter FRIDA MEY verbergen sich Friedlind Lipsky und Ingeborg Struckmeyer, die ihre Figuren am liebsten gemeinsam um die Ecke bringen. Friedlind Lipsky arbeitet als Journalistin und lässt sich von den Abgründen ihres Umfelds zu ihren tödlichen Einfällen inspirieren. Ingeborg Struckmeyer lebt in München und sammelte ihre Mordserfahrung in Kurzgeschichten, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Bei Aufbau Taschenbuch liegen ihre Romane “Manchmal muss es eben Mord sein. Ein Büro-Krimi”, “Radieschen von unten. Ein Bestatter-Krimi” und “Mord ahoi! Ein Kreuzfahrt-Krimi” vor. (Quelle: aufbau Verlag)

Die bisherigen Bücher der Reihe:

Die Geschichte:
Für alle, die die tolle Krimireihe noch nicht kennen: Hauptperson ist die selbständige Elfie Ruhland, die bei verschiedensten Unternehmen engagiert wird, um Arbeitsabläufe zu optimieren oder Unstimmigkeiten zu klären, z. B. in der Buchführung.
Elfie deckt bei ihren Arbeitseinsätzen aber nicht nur finanzielle Probleme auf, sondern vor allem zwischenmenschliche Widrigkeiten. Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter schlecht behandeln, sammeln bei ihr schnell genug Minuspunkte, um zu einem besonderen „Projekt“ zu werden … doch ich will nicht zu viel verraten. 🙂 Ihr solltet die nette, ältere Dame selbst kennen lernen.

Im dritten Teil der Reihe geht es auf große Kreuzfahrt. Elfie soll herausfinden, wieso eines der Schiffe so viel weniger Gewinne abwirft als die übrigen. Begleitet wird sie dabei von ihrer Freundin Alex und Mops Amadeus.
An Bord wird es schnell spannend: ein Crewmitglied wird vermisst, nachts geht es heiß her – und Elfie hat außerdem schon wieder einen Kandidat für ein neues „Projekt“ entdeckt …

Meine Meinung:
Diese Krimireihe mag ich sehr gerne, denn es steckt eine ordentliche Portion Humor drin. Außerdem kann sie mit sympathischen Charakteren punkten, allen voran natürlich Elfie, die rüstige Fast-Mittsechzigerin mit ihrem eigentlich längst verstorbenen Verlobten.
Herrlich schrullig und voller Tatendrang stürzt sich Elfie immer wieder auf neue Projekte, die für so manche unliebsame Mitmenschen nicht selten tödlich enden.

Die Autorin(nen) verstehen es, den Leser zu fesseln und die Geschichte richtig lebendig wirken zu lassen. Langeweile kommt niemals auf, während wir mal mit Elfie und mal mit Alex an Bord herumschnüffeln … apropos Schnüffeln:
Für mich als Hundenarr war dieses Buch besonders toll, denn viele Vierbeiner spielen eine Rolle. Natürlich allen voran der etwas übergewichtige Mops Amadeus, der immer wieder für ein Schmunzeln sorgt. Wirklich eine traumhafte Vorstellung: ein Kreuzfahrtschiff mit so viel Luxus nur für die Vierbeiner inkl. personalisiertem Napf, Schwimmweste, etc.

Wie bei fast allen humorvollen Krimis wirkt das Gesamtszenario nicht so richtig bedrohlich. Es kommt zwar durchaus Spannung auf, aber man muss keine Angst um seine Nerven haben. Auch von allzu blutigen Szenen bleibt man verschont, so dass man das Buch auch getrost Lesern empfehlen kann, die etwas zartbesaiteter sind.

Die Story fand ich sehr gut durchdacht und mit einigen Überraschungen und Wendungen unterhält sie bestens bis zur letzten Seite! Freu mich jetzt schon auf Nachschub!

Fazit:
Liebenswürdige Charaktere und eine fesselnde Story, dazu noch ein bisschen Kreuzfahrt-Urlaubsfeeling … ein tolles Buch! Freu mich schon auf den nächsten Teil der Reihe!

Bewertung:
5pfoten

Heimweh von Marc Raabe – Meine Rezension …

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286909
ISBN-13: 978-3548286907
Autor: Marc Raabe

Die Geschichte:
Der Arzt Jesse erlebt einen Albtraum: eines Abends findet er seine ermordete Ex-Frau und die gemeinsame Tochter Isa ist spurlos verschwunden. Der Täter hat eine Botschaft hinterlassen: „Du hast sie nicht verdient“ – was steckt dahinter?
Alles deutet darauf hin, dass die Lösung in Jesses Vergangenheit zu finden ist. Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in einem Kinderheim in Garmisch-Partenkirchen. Sofort fährt er in die verschneiten Berge, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und seine Tochter wieder zu finden. Sein Albtraum ist noch nicht zu Ende …

Meine Meinung:
Die beiden vorherigen Bücher von Marc Raabe („Schnitt“ und „Der Schock“) habe ich geradezu verschlungen und mit Höchstwertung versehen. „Heimweh“ konnte für mich da leider nicht so ganz mithalten. Das kann aber auch ein bisschen mit einem unglücklichen Zufall zusammenhängen: erst kürzlich habe ich einen Thriller gelesen, der thematisch recht ähnlich war, also war die Auflösung noch früher erkennbar. Das nahm etwas die Spannung raus.

Aber trotzdem ist „Heimweh“ wieder ein toll geschriebenes Buch, das ich Thrillerlesern gern weiterempfehle: die Story ist gut durchdacht und überzeugt mit einigen Wendungen und Überraschungen.

Der Protagonist Jesse war mir schnell sympathisch, genau wie seine Tochter Isa und Mitstreiterin Jule. Auch wenn ich an vereinzelten Stellen das Verhalten mancher Figuren nicht ganz nachvollziehen konnte, wirkten sie meistens authentisch und glaubwürdig.

Die Geschichte wird durch den häufigen Schauplatz- und Zeitenwechsel nie langweilig: Berlin, Garmisch-Partenkirchen und immer wieder Rückblicke in die Kindheit von Jesse bzw. noch weiter zurück. Das Setting war jetzt nicht ganz neu inklusive Showdown im fast eingeschneiten, etwas gruseligen Internat / Kinderheim in den Bergen, aber Marc Raabe holt doch einiges an Gänsehautpotential aus den Szenen, nicht nur bei den Exkursionen durch den Kellertrakt des alten Gebäudes.

Fazit:
Spannend, gut durchdacht und überraschend – wieder ein toller Thriller von Marc Raabe. Wenn ihr „Schnitt“ und „Der Schock“ noch nicht kennt: unbedingt auch lesen!

Bewertung:
4pfoten

Herzensschwestern von Åsa Hellberg – Meine Kurzmeinung …

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (8. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548612474
ISBN-13: 978-3548612478
Originaltitel: En liten värld
Autorin: Åsa Hellberg

Meine Meinung zum Buch:
Dieses Buch hat so ein schönes Cover, das mich gleich angesprochen hat. Auch die Kurzbeschreibung klang ganz interessant. Aber dann folgte schnell die Ernüchterung …

Nach fast 100 Seiten war ich mit den vielen Charakteren immer noch nicht wirklich vertraut, da die Erzählung ständig von einem Protagonisten zum nächsten hüpft, alle sind sich unglaublich ähnlich und es wimmelt nur so von Zufällen, Gemeinsamkeiten und Reisen quer um den Erdball. Die Frauen kämpfen überwiegend mit Wechseljahresbeschwerden, haben irgendwelche tragischen Beziehungsgeschichten hinter sich und – das ist weniger alltäglich – haben alle Geld ohne Ende, so dass sie nichts arbeiten müssen und einfach so in den Tag leben können.
Dann werden diverse Wohnungen und Häuser verkauft oder besser doch nicht verkauft, sondern nur zwischenvermietet … dabei sind natürlich die Mieter auch zufällig wieder flüchtige Bekannte von anderer Stelle des Buches. Es tut mir leid, aber da setzte es bei mir schon aus: alles wirkte viel zu kompliziert, konstruiert und irgendwie anstrengend.
Es wurde auch im weiteren Verlauf nicht besser. Ich konnte zu keiner der Figuren eine wirkliche Beziehung aufbauen, sie waren mir auch nicht sonderlich sympathisch. Die Zufälle und Häufungen (nicht eine Entführung, sondern lieber gleich zwei hintereinander, etc.) ziehen sich durch die ganze Geschichte.
Ein weiteres extremes Ärgernis für mich kam noch dazu: ausführliche Bettszenen, auf die ich schon mal grundsätzlich verzichten kann!

Fazit:
Dieses Buch war für meinen Geschmack bei vorablesen etwas falsch eingestuft: es hätte unter Frauen- / Liebesroman sicher mehr begeisterte Leser gefunden. Für mich war das leider absolut nix! Trotzdem herzlichen Dank an den List Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bewertung:
1,5pfoten

Sündenbock von Judith Arendt – Meine Rezension …

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (6. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548285651
ISBN-13: 978-3548285658
Autorin: Judith Arendt ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimi-Autorin. Sie schreibt gelegentlich Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München. Sündenbock ist der zweite Krimi mit der Schöffin Ruth Holländer.

Der erste Teil der Reihe:

Die Geschichte:
Die ehrenamtliche Schöffin Ruth Holländer wurde dem nächsten Prozess zugeteilt: es geht um einen Rentner, der angeblich seine todkranke Frau vergiftet haben soll. Spricht die Tatsache, dass er noch einige Wochen mit der Toten in der Wohnung gelebt hat, eher für ihn als Täter oder nicht? Ruth ist sich da absolut nicht sicher, in ihr regen sich einige Zweifel an der Schuld des Angeklagten, der selbst nur zu den Vorwürfen schweigt.
Als sie schließlich durch missliche Umstände von ihrer Schöffenpflicht befreit wird, beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln und begibt sich damit wieder einmal in große Gefahr …

Meine Meinung:
Auf diese Fortsetzung habe ich mich schon gefreut, denn Ruth und ihre Familie sind mir bereits im ersten Teil ans Leserherz gewachsen. Außerdem wollte ich auch wissen, wie es mit ihrer On-/Off-/Vielleicht-Beziehung zu Staatsanwalt Hannes weitergeht.

Der Kriminalfall, um den es sich hier dreht, ist toll konstruiert und kann durch einige Überraschungen und langes Im-Dunkeln-Tappen seitens des Lesers punkten. Der Zusammenhang zwischen den Handlungssträngen wurde erst spät klar und war raffiniert durchdacht.

Wie schon erwähnt: Ruth und ihre Familie bzw. Freunde finde ich sehr sympathisch und auch Leser, die die Vorgeschichte nicht kennen, werden sie bestimmt ebenfalls schnell mögen. Auch diverse nette und weniger freundliche Nebenfiguren bleiben nicht blass, sondern wirken sehr lebendig und authentisch.

Was mir an dieser Reihe sehr gefällt: das Privatleben von Ruth spielt eine große Rolle. Wir erleben sie in gleichem Maße als neugierige Hobbyermittlerin wie auch als sorgende Mutter, gestresste Bistrobesitzerin und liebende Frau.

Allzu blutige Szenen und nervenzerreißende Spannung muss man nicht befürchten, deshalb kann ich das Buch auch Nicht-Krimi-Lesern wirklich empfehlen. Es ist einfach angenehm fesselnd und sehr unterhaltsam!

Am Schluss war natürlich der Fall gelöst und alles aufgeklärt, doch es blieben sehr viele Fragen offen, die Ruths Leben betreffen. Deshalb bin ich wieder sehr gespannt auf den nächsten Teil der Reihe!

Fazit:
Wieder ein unterhaltsamer Teil der Reihe: sympathische Charaktere, eine gut durchdachte Story und ein bisschen Action und Spannung.

Bewertung:
4,5pfoten

Tiefer Fall von Annelie Wendeberg – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Random House Audio; Gekürzte Lesung (18. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837125858
ISBN-13: 978-3837125856
Sprecherin: Esther Schweins
Autorin: Annelie Wendeberg

Der erste Teil der Reihe:

Die Fortsetzung „Die lange Reise“ ist bereits für Oktober 2015 angekündigt, der vierte Fall wird den Titel „Der irische Löwe“ tragen und wird voraussichtlich Anfang 2016 erscheinen.

Die Geschichte:
Anna Kronberg, die sich bisher verkleidet als Dr. Anton Kronberg einen großen Namen als Bakteriologin gemacht hat, hat sich nach dem letzten Fall mit Sherlock Holmes zurückgezogen in ein verstecktes Cottage. Doch ihr Widersacher James Moriarty spürt sie schließlich auf und entführt sie. Sie soll für ihn tödliche Viren isolieren, um sie für die bakteriologische Kriegsführung nutzen zu können. Als Druckmittel verwendet er Annas Vater, den er ebenfalls in seine Gewalt gebracht hat.
Anna wohnt fortan mit James in einem Haus und darf bzw. muss tagsüber ihrer Arbeit nachgehen. Inzwischen sind auch Frauen an den Universitäten zugelassen und sie benötigt ihre Verkleidung als Anton nicht mehr.
Wie soll sie Kontakt zu Holmes aufnehmen und wie kann sie ihren Vater befreien? Annas Situation spitzt sich immer mehr zu, denn sie will James unbedingt davon überzeugen, dass er ihr vertrauen kann …

Meine Meinung:
Der erste Teil der Reihe hat mir recht gut gefallen, es war zwar ein eher ruhiger Krimi, aber durch viele skurrile Charaktere und eine gute Story hatte er einen hohen Unterhaltungswert.
Verglichen damit schneidet dieses Buch etwas schlechter ab. Die Geschichte dreht sich praktisch ausschließlich um die Entführungssituation von Anna und deren tägliche Arbeit mit den Viren – und vor allem um die Beziehung zu James Moriarty.
Sherlock spielt eher eine Nebenrolle, aber es ist ja schließlich auch die „Anna Kronberg“-Reihe. Trotzdem fehlte mir etwas die Vielfalt und die zuweilen recht ungewöhnlichen Gestalten aus Band 1.

Sherlock wird natürlich nicht mehr großartig vorgestellt oder charakterisiert, aber das sollte auch nicht nötig sein. Über Anna erfährt man noch einiges aus der Vergangenheit, so dass man auch ohne Vorkenntnisse eine ganze gute Vorstellung von ihr erhält. Mir war sie in „Teufelsgrinsen“ etwas sympathischer als in diesem Krimi.
Oft konnte ich ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen und manchmal erschien sie mir schon fast gemein und ungerecht – ich fürchte, ich litt beim Hören selbst beinahe mehr unter dem „Stockholm-Syndrom“ als sie selbst. 🙂

Erst zum Schluss hin wurde es etwas actionreicher, die meiste Zeit kam dagegen eher wenig Spannung auf und die Handlung zog sich manchmal schon fast etwas für meinen Geschmack. Das Ende ließ mir zu viele Fragen offen, aber eine Fortsetzung folgt ja bald, dann wird sich hoffentlich noch einiges klären.

Sehr interessant fand ich wieder die medizinischen Details und die Vorstellung der damals lebenden Menschen was beispielsweise die moderne Kriegsführung betrifft. Man merkt an den fundierten Informationen immer wieder, dass die Autorin „vom Fach“ ist, schließlich ist sie selbst Mikrobiologin.
Da Anna die meiste Zeit in Moriartys Haus und im Institut verbringt, kommen kaum andere Schauplätze ins Spiel und mir fehlte dadurch leider wieder etwas die düstere Atmosphäre, die ich mit dem alten London verbinde.

Fazit:
Ein eher ruhiger Krimi, der sich durch den begrenzten Radius der Schauplätze und die wenigen Handelnden in sehr geordneten Bahnen abspielt. Die Thematik der bakteriologischen Kriegsführung fand ich sehr interessant.

Bewertung:
3,5pfoten

Zwetschgendatschikomplott von Rita Falk – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Der Audio Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3862314170
ISBN-13: 978-3862314171
Sprecher: Christian Tramitz
Autorin: Rita Falk

Die gesamte bisherige Reihe im Überblick:

Ergänzend dazu gibt es noch zwei Bücher der Eberhofer Oma, die ja bekanntlich grandios gut kochen kann und den Haushalt schmeißt:

Und inzwischen wurden einige Teile der Reihe bereits sehr gelungen verfilmt. Ihr könnt also die Eberhofer-Krimis auch als DVD genießen:

Die Geschichte:
Franz Eberhofers Ex-Kollege Rudi Birkenberger wohnt neuerdings im hippen Schlachthofviertel. Doch eines Morgens findet er die unmittelbare Nähe zu Fleischabfallcontainern und Krähenschwärmen nicht mehr so erholsam, denn ein Vogel hat ihm einen abgetrennten Frauenfinger auf den Balkon gelegt.
Gleich erwacht im Birkenberger der alte Polizei-Spürsinn und er durchsucht bei Nacht und Regen mit vollem Körpereinsatz die umliegenden Container – am Ende hat er etwas Ärger am Hals … und eine Frauenleiche gefunden!
Als kurze Zeit später noch weitere tote Frauen gefunden werden, die anscheinend alle zu Wiesnzeiten im Dirndl ermordet wurden, kann auch Franz nicht mehr leugnen, dass hier ein Serienmörder unterwegs sein muss.
Etwas abgelenkt von der komplizierten Spurensuche wird der Eberhofer allerdings durch „die Sache mit der Susi“ … findet selbst raus, ob er wieder ins Liebesfettnäpfchen tritt! 🙂

Meine Meinung:
Die „Eberhofer“-Reihe als Hörbuch liebe ich total und ich verpasse keine Folge. Extrem lebendig vorgetragen von Christian Tramitz hat man fast das Gefühl, es wäre ein Comedyprogramm von ihm. Einfach absolut lustig mit so viel Lokalkolorit.
Es fiel mir zwar nicht leicht, so lange zu warten, da ich es gleich nach Erscheinen gekauft hatte, aber für uns ist es schon Tradition, dass uns der neueste „Eberhofer“ die Fahrt in den Urlaub angenehm versüßt – und so war es neulich wieder so weit.

Da ich auch die beiden bisherigen Verfilmungen sehr gelungen fand und die Charaktere absolut passend besetzt (vielleicht mit Ausnahme der Oma, die etwas zu agil wirkt), habe ich jetzt beim Hören immer die Schauspieler vor Augen – noch lebendigeres Kopfkino.
Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall von vorne beginnen und alle Folgen genießen – es lohnt sich. Und vor allem das Privatleben von Franz wird fortlaufend erzählt und ist nicht ganz unwichtig. Was Liebesdinge betrifft, ist er manchmal schon ein echter Gefühlstrampel. Bin gespannt, wie sich die On- / Off-Beziehung mit seiner Susi weiter entwickelt.
Außer dem Franz gibt es noch viele andere Sympathieträger in dieser Geschichte, unter anderem den Rudi. Die beiden bilden wirklich ein unschlagbares Team und keifen einander zuweilen an wie ein altes Ehepaar – einfach köstlich!

Die Story ist mal wieder reich an Überraschungen und sehr gut durchdacht. Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen und lässt keine Fragen offen – bis auf die Sache mit der Susi! 🙂

Fazit:
Wie immer extrem humorvoll, liebenswürdig und urbayrisch. Ich liebe diese Reihe!!!

Bewertung:
5pfoten

Strafe von Håkan Nesser & Paula Polanski – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: btb Verlag (25. Mai 2015)
LESEPROBE
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442756065
ISBN-13: 978-3442756063
Originaltitel: Straff
Übersetzer: Paul Berf
Autoren: Håkan Nesser ist einer der beliebtesten Autoren Schwedens. Er gilt als der „Philosoph unter den Krimautoren Skandinaviens“ (Hannes Hintermeier, FAZ). Nesser begegnete Paula Polanski während einer seiner Lesereisen in Deutschland, wo sie ihm ihre Geschichte erzählte.

Paula Polanski ist das Pseudonym einer deutschen Publizistin, die dieses Buch gemeinsam mit Håkan Nesser verfasst hat. Warum sie lieber anonym bleiben möchte, erschließt sich aus der Lektüre des Romans.

Die Geschichte:
Der Autor Max Schmeling erhält einen seltsamen Brief von seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski. Dieser leidet an einer tödlichen Krankheit im Endstadium und fordert nun eine alte Schuld ein: er hat als Jugendlicher gleich zwei Mal das Leben von Max gerettet – und nun soll der ihm dafür einen Gefallen tun.
Er überreicht ihm seinen Wunsch in Form einiger geschriebener Seiten, auf denen er seine Lebensgeschichte erzählt. Am Ende weiß Max, was er zu tun hat – und begibt sich damit auf einen gefährlichen Weg.

Meine Meinung:
Es dauerte sehr lange, bis ich mich mit der Story etwas anfreunden konnte. Im Nachhinein weiß man natürlich, dass viele Details irgendwann noch wichtig werden, doch anfangs empfand ich vieles als zu ausführlich und fast schon langatmig.

So richtig Action und Spannung fehlte mir dann aber irgendwie gänzlich in der Geschichte. Wechselnde Ezählperspektiven lockern das Ganze zwar noch etwas auf, aber trotzdem wirkte alles zu emotionslos auf mich.
Der Schreibstil ist gut lesbar und nach einer Überraschung am Ende sieht man noch manches mit anderen Augen, doch so insgesamt fehlten mir einige Höhepunkte, die die gefühlte Gleichförmigkeit der Erzählung durchbrechen.

Zu den Charakteren konnte ich keine wirkliche Beziehung aufbauen, so richtige Sympathieträger fehlten auch in der ganzen Story. Die Schicksale gingen mir nicht wirklich nahe.

Einen Teil der Auflösung hatte ich zwar schon recht bald erraten, trotzdem überraschte mich das Ende noch – und ließ mich auch etwas schmunzeln. Um das zu verstehen, muss man das Buch aber unbedingt gelesen haben.

Diese Geschichte ist etwas speziell, sehr gut durchdacht und kann mit einigen Wendungen überraschen. Manche Leser werden sie lieben, anderen wird es vielleicht so ergehen wie mir – findet es doch selbst raus!

Fazit:
Wirklich super durchdacht, aber ich fand es viel zu zäh und doch wenig spannend.

Bewertung:
3pfoten

Die Buchspringer von Mechthild Gläser – Meine Rezension …

Das Buch könnte ihr beispielsweise HIER bestellen.

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Loewe (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785574975
ISBN-13: 978-3785574973
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
Autorin: Mechthild Gläser

Die Geschichte:
Die 15-jährige Amy flüchtet mit ihrer Mutter Alexis vor einigen Widrigkeiten in Bochum auf die schottische Heimatinsel ihrer Familie. Auf dem kleinen Eiland wohnen nicht viele Menschen und alle scheinen ein wenig seltsam zu sein. Noch komischer wird es allerdings, als Amy erfährt, dass sie eine ganz besondere Fähigkeit geerbt hat: sie kann in Bücher „springen“ und dort absolut live und wahrhaftig die Handlung erleben. Ihr Übungsbuch wird das „Dschungelbuch“, doch schnell merkt Amy, dass sie von dort auch andere Geschichten erreichen kann. Und so kommt es, dass sie mit dem berühmten „jungen Werther“ einige Abenteuer in verschiedenen Romanen erlebt. Bis dann plötzlich alles durcheinander gerät: ein Dieb ist unterwegs und stielt elementare Grundlagen aus diversen Geschichten, wie zum Beispiel das weiße Kaninchen von „Alice im Wunderland“. Nichts funktioniert mehr, die Literatur ist in Gefahr und Amy versucht sie zu retten!

Meine Meinung:
Zunächst hatte ich kleinere Schwierigkeiten mit dem Buch, da die Handlung irgendwie nicht ganz rund auf mich wirkte. Es war ein bisschen wie im Zeitraffer und vor allem Amy hinterfragte zu wenig die Geschehnisse, in die sie plötzlich hineingeraten ist. Das war mir ein klein wenig zu unrealistisch, aber bei einer so fantastischen Geschichte kann man das vielleicht auch nicht unbedingt erwarten.

Dann hatte ich mich langsam mit Amy und den anderen Figuren angefreundet und es sind wirklich viele Charaktere dabei, die man schnell ins Leserherz schließen kann. Amy wurde von ihren Mitschülern ganz böse gemobbt und man kann ihre Flucht aus Deutschland sehr gut nachvollziehen. Ihre Mutter Alexis wirkt recht geheimnisvoll und der erste Eindruck bestätigt sich dann auch bald.

Wenn man dann erst einmal mit Amy durch die Geschichten reist, möchte man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Zahlreiche bekannte Figuren aus der Weltliteratur tauchen auf und neben all der Spannung, die sich schnell aufbaut, präsentiert sich die Story vor allem sehr humorvoll.
Das Ende hätte ich mir noch etwas ausführlicher gewünscht, es blieben doch viele Fragen offen, die ich mir während des Lesens gestellt hatte.

Ganz neu erschien mir die Idee des Buchspringens allerdings nicht, es erinnerte mich sehr an die Tintenwelt-Trilogie.
Für die Zielgruppe ab 12 Jahren ist es sicher bestens geeignet. Es geht auch mal sehr actionreich zur Sache, die Spannung hält sich lange auf einem hohen Level und die Gewaltszenen halten sich sehr in Grenzen.

Fazit:
Ein sehr fesselndes, fantastisches Buch mit liebenswürdigen Charakteren und einer gut durchdachten Story. Die Idee ist nicht ganz neu und am Anfang und Ende ging mir einiges zu schnell, trotzdem hat es mich bestens unterhalten!

Bewertung:
4pfoten