Phantom von Jenk Saborowski – Meine Rezension …

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492304702
ISBN-13: 978-3492304702
LESEPROBE

Alle bisherigen Bücher der Reihe:

Über den Autor:
Jenk Saborowski, geboren 1977 im Taunus, studierte Publizistik und Germanistik und zog nach New York. Er organisierte die erste interaktive Hundeschau der Welt, betextete Reklametafeln und arbeitete bei mehreren Medienunternehmen, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Heute lebt der Autor mit seiner Frau und seiner Tochter in München und Frankfurt.
Mehr Informationen finden Sie unter www.jenksaborowski.com.

Der Buchrückentext:
Sie verwenden kein Telefon, kein Internet, keine Banktransaktionen. Niemand weiß, wer sie sind, sie hinterlassen keine Spuren. Sie sind ein Phantom.
Solveigh Lang von der Europapolizei ECSB und Kriminalhauptkommissar Paul Regen vom LKA Bayern sind auf der Jagd nach einer Gruppe gewaltbereiter Terroristen, die sich allen modernen Ermittlungstechniken entzieht. Sie müssen ihre Arbeit vollkommen neu erfinden. Und dabei dürfen sie keine Zeit verlieren, denn der nächste Anschlag steht unmittelbar bevor …

Die Geschichte:
Die Überwachung von Internet und anderen Kommunikationswegen durch diverse Geheimdienste wird ja oft angeprangert, aber wenn dann eine konkrete Terrorgefahr dadurch abgewendet werden kann, wird sie von vielen wieder gutgeheißen. Doch was passiert, wenn die Terroristen diesen Faktor einkalkulieren und wieder zurück zu den Anfängen gehen und bewusst auf moderne Technik verzichten? Sie werden zum Phantom – und die Ermittlungsbehörden müssen sich ebenfalls wieder auf alte Werte besinnen: viele Befragungen und Überwachungen sind die Folge. Ob sie das drohende Unglück noch abwenden können?

Meine Meinung:
Natürlich handelt es sich um einen abgeschlossenen Fall, der in diesem Thriller behandelt wird, trotzdem rate ich allen Lesern dazu, die Reihe von vorne zu beginnen. Die Charaktere entwickeln sich stetig weiter, erleben so manchen Schicksalsschlag, der sie schließlich zu dem macht, was sie jetzt sind. Manches aus der Vergangenheit wird zwar kurz angesprochen, aber es wäre schade, wenn die Figuren zu blass blieben, nur weil man die Vorgeschichte nicht kennt. Und außerdem: ich kann alle Bücher der Reihe nur empfehlen. 🙂

Für mich war es also ein Wiedersehen mit vielen liebgewonnenen „alten Bekannten“, denn nicht nur Solveigh spielt wieder eine große Rolle in diesem Buch, sondern auch Paul Regen und sein Team.
Der Autor eröffnet viele Handlungsstränge, die sich in gewohnter Weise in zahlreichen kurzen Kapiteln abwechseln. Genaue Orts- und Zeitangaben verhindern dabei, dass man evtl. den Überblick verliert.

Durch einige Cliffhanger und die schnellen Szenenwechsel fesselt dieses Buch enorm. Man will es kaum noch aus der Hand legen – und dank der kurzen Kapitel ist man auch ständig dazu verleitet, noch ein paar Seiten weiter zu lesen. 😉
So richtige Hochspannung mit Nägelkaugefahr habe ich zwar nicht verspürt, aber das störte mich überhaupt nicht. Trotz der brisanten, teils recht aktuellen Themen erscheint das Buch irgendwie eher ruhig und die Bedrohung tritt nicht so reißerisch in den Vordergrund.

Trotz allem gibt es auch blutige, erschreckende Szenen, die jedoch allesamt realistisch und niemals effektheischend wirken. Was ich dabei sehr gut fand: der Autor schafft eine gewisse Beziehung zwischen Leser und Opfer, so dass das Geschehene noch mehr zu berühren vermag.

Das Ende des Buches hat mir wieder prima gefallen: trotz aller Schrecken schafft es Jenk Saborowski immer, auch tröstliche und glückliche Momente nicht zu kurz kommen zu lassen. Ebenso dürfen wir uns auch über einige humorvolle und kritische Aspekte freuen, die er geschickt in die Geschichte eingeflochten hat.

Fazit:
Ein sehr fesselndes Buch, das erschreckende, aktuelle Themen aufgreift. Eine klare Leseempfehlung für alle Thrillerleser!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 2 ab.

Die Hüterin Midgards von Ivo Pala – Meine Rezension …

Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (1. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839846595
ISBN-13: 978-3839846599
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Die gesamte Trilogie im Überblick:

Die Kurzbeschreibung:
In der Nacht vor ihrem 17. Geburtstag gerät Svenyas Welt aus den Fugen. Sie wird von einem Wolf durch Dresden gejagt und schließlich von drei unheimlichen, seltsam anachronistisch anmutenden Gestalten in den Untergrund entführt. Was Svenya dort entdeckt, sprengt jede Vorstellungskraft: Mitten in Dresden, unter dem Fundament des Residenzschlosses, liegt die letzte Bastion der Lichtelben und das Tor zur Menschenwelt – Burg Elbenthal. Ihre Bewohner leben in tödlicher Bedrohung, denn der Schwarze Prinz der Dunkelelben rückt unaufhaltsam näher. Svenya ist die letzte Hoffnung – denn sie ist die Auserwählte, die Hüterin Midgards …

Die Geschichte:
Svenya hat es nicht leicht: als Waisenkind ist sie bei Pflegefamilien und in Heimen aufgewachsen – und immer wieder abgehauen. Mit ihren sechzehn Jahren schlägt sie sich alleine durchs Leben, schläft unter Brücken und jobbt für wenig Geld. Doch in der Nacht ihres 17. Geburtstags ändert sich alles: Svenya wird von einigen seltsamen Gestalten angegriffen, die dann auch noch einen Kampf gegeneinander beginnen. Sie versteht gar nichts mehr, denn die Männer sprechen außerdem davon, dass sie eine Prinzessin ist und „die Auserwählte“ sei.
Kurz darauf erwacht sie in einer völlig anderen Welt und glaubt zunächst, das alles nur zu träumen. Sie befindet sich in Elbenthal, Teil einer ganzen Untergrundwelt, bevölkert von fantastischen Geschöpfen, wie z. B. Elben, Mannwölfen, Gargoyles oder Drachen.
Svenya erfährt, was von ihr erwartet wird: nichts Geringeres als die ganze Welt vor dem Bösen zu beschützen! Ob sie die Herausforderung annehmen wird?

Meine Meinung:
Zunächst habe ich mich doch etwas über die Vermischung von realer Welt und Fantasy gewundert: hier sind Elben unterwegs mit modernen Handfeuerwaffen, allerdings komischerweise ohne Handys – was an mancher Stelle hilfreich gewesen wäre! 🙂

Svenya ist eine ganz sympathische Protagonistin, mit der ich mich recht schnell anfreunden konnte. Aber es gibt in dieser Story noch mehr Charaktere, die von großer Bedeutung sind und die nicht minder lebendig und authentisch (soweit man das bei Fantasiewesen so bezeichnen darf) wirken.

Was die Story betrifft: es wird nie langweilig, stellenweise ist es auch sehr actionreich und durchaus spannend.
Der ganze erste Teil der Trilogie dreht sich eigentlich hauptsächlich darum, dass Svenya ihren neuen Platz in der Welt der Elben akzeptiert und annimmt. Am Ende fragt man sich, was sie nun als „Hüterin Midgards“ so alles erleben wird – und das erfahren wir in den nächsten Teilen der Saga.

Insgesamt hat mir die dargestellte Fantasiewelt mit ihren ganzen Besonderheiten und Gestalten sehr gut gefallen. Allerdings werde ich wohl kein Freund der lispelnden Elbensprache und einen halben Punkt Abzug gibt es von mir für nervigen, säuselnden Schwerter-Singsang und einen Zauberspruch, der mir einfach zu oft wiederholt wurde.

Fazit:
Eine tolle Mischung aus realer Welt, Fantasygestalten und alten Sagen. Super geschrieben, spannend und unterhaltsam!

Bewertung:
4,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 53 ab.

OPC – Das Fundament menschlicher Gesundheit! von Robert Franz – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 129 Seiten
Verlag: Andrea Weber Verlag; Auflage: 2. Auflage (2014)
ISBN-10: 3000431373
ISBN-13: 978-3000431371
LESEPROBE

Über den Autor:
Robert Franz, gebürtiger Rumäne, lebt in der Nähe von Würzburg und ist mittlerweile sehr bekannt als Verfechter von Gesundheit. Sein Hauptaugenmerk dabei ist, „OPC“ bekannt zu machen. (OPC ist ein Traubenkernextrakt und hilft bei rd. 90 Krankheiten! – wird aber von der Pharmazie erfolgreich ignoriert.) So ist es Robert Franz seit vielen Jahren ein Anliegen, die Menschen darüber zu informieren, wie sie gesund bleiben (oder gesund werden) können, ohne auf pharmazeutische Medikamente zugreifen zu müssen. „Naturheilmittel gibt es genügend, die die chemischen Medikamente ersetzen können!“, sagt Robert Franz.
(Quelle: www.opc-franz.de)

Der Buchrückentext:
Jährlich sterben 100.000 Mitmenschen an Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten. Die Natur kennt keine Pillen, Krankenkasse und keine Tötungsmaschine wie die Pharmaindustrie. Alles im Leben hat solide Basis, ein Haus, eine Fremdsprache und auch unsere natürliche Gesundheit steht oder fällt durch die Stärke ihres Fundaments. Durch dieses Buch will Robert Franz seinen Mitmenschen den Mut und das Wissen vermitteln, um wieder mündig selbstbestimmend eine starke Lebenskraft zu erlangen. Traubenkernextrakt, natürliche Mineralien, Vitamin C und reines Wasser sind die Geheimnisse seiner Vitalität und mentaler Stärke. Mehr unter www.anti-pharma.de oder www.opc-franz.de.

Meine Meinung:
Dieses Buch wurde mir von einigen Menschen empfohlen, die bereits von der Wirksamkeit von „OPC“ überzeugt sind. Bei „OPC“ handelt es sich um einen natürlichen Extrakt, der unter anderem aus Traubenkernen gewonnen werden kann. Das Mittel ist nicht neu, es wurde schon 1949 entdeckt und gilt als stärkster Gefäßschutz und stärkstes Antioxidans.

Robert Franz hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, seine Mitmenschen darüber aufzuklären, wie sie mit völlig natürlichen Mitteln, ihre Gesundheit erhalten oder wieder herstellen können. Er berichtet über seine eigenen Erfahrungen und seine Philosophie … für ihn bestehen die fünf Säulen seiner Lebenskraft aus folgenden Dingen:
1. OPC
2. natürliche Mineralien und Spurenelemente
3. gesundes Wasser
4. gesunde Atmung
5. Vitamin C

Anhand zahlreicher Beispiele erklärt der Autor die Wirkungsweise von OPC und erläutert, gegen welche Krankheiten es wirksam eingesetzt werden kann. Er betont immer wieder, dass nicht wir bei richtigem Verhalten kaum Krankheiten heilen müssten, denn wichtig ist die Prävention! Wenn wir unserem Körper die nötigen Bausteine liefern, dann können die meisten Krankheiten erst gar nicht entstehen.

Robert Franz klärt aber nicht nur über die Vorteile von OPC auf. Er stellt uns auch noch zahlreiche andere natürliche, gesunde (Lebens-)Mittel vor, mit deren Hilfe wir unsere Gesundheit erhalten können. Darunter zum Beispiel Hirtentäschelkraut, Eichenblättertee, Arginin, L-Carnitin, Olivenöl, MSM, DMSO, Broccoli oder Vitamin D3.

Für mich war das Buch eine sehr interessante Informationsquelle, die mich auf zahlreiche natürliche Mittel aufmerksam gemacht hat, die ich teilweise auch selbst ausprobieren werde. Denn, wie schon Arthur Schopenhauer wusste:
„Es gibt 1000 Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.“

Und diese eine Gesundheit sollte es uns wert sein, dass wir nicht nur blind den Aussagen von Medizinern und Pharmaindustrie vertrauen, sondern uns auch selbständig informieren, um zu entscheiden, was wir für das individuell Richtige halten.

Einen halben Stern muss ich leider abziehen für das nicht erfolgte Korrektorat. Es wird zwar gleich zu Anfang darauf hingewiesen, dass absichtlich nicht lektoriert wurde, um die genaue Ausdrucksweise des Buchautors wiederzugeben, aber deshalb könnte man trotzdem die zahllosen Schreibfehler beseitigen, die doch manchmal den Lesefluss beeinträchtigen.

Fazit:
Natürlich – wie viele solcher Bücher – etwas reißerisch vorgebracht, was auf manche Leser zu einseitig wirken mag. Aber die interessanten Infos sind es allemal wert, sich damit zu beschäftigen. Wer möchte nicht gesund bleiben (oder werden) auf natürliche Art und Weise – und ohne Nebenwirkungen?

Bewertung:
4,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 52 ab.

Vor der Glotze zum Weltmeister von Joachim Staat – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 166 Seiten
Verlag: Delius Klasing; Auflage: 1. Auflage 2015 (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3667101562
ISBN-13: 978-3667101563

Der Buchrückentext:
Willkommen im WM-Studio!

Als sich Joachim Staat beim Fußballspielen ein Bein bricht, steht glücklicherweise „Italia 90“ vor der Tür. Da er mit Gips jedoch über den Aktionsradius eines Möbelstücks verfügt, gründet er kurzerhand in den eigenen vier Wänden sein ganz persönliches WM-Studio. Schnell bildet sich ein harter Kern von „Allesguckern“ heraus. Theoretisch alle Weltklasse, praktisch eher Kreisklasse.

Mit Witz und Ironie erzählt der Autor, wie im Jahr der Deutschen Einheit seine Liebe zur deutschen Nationalmannschaft geweckt wird und wie er – fast ein Vierteljahrhundert später – den Titelgewinn von Jogis Jungs bei der WM 2014 in Brasilien erlebt. Selbstverständlich viel, viel abgeklärter. Oder nicht?

Die mit leichter Hand geschriebene Fanbiografie bietet tiefe Einblicke in das Seelenleben eines Mannes, der dem Fußball verfallen ist. Eine Liebeserklärung, in der sich viele Fans wiederfinden werden.

Meine Meinung:
Es ist Zeit für ein Bekenntnis: ja, auch ich leide unter der tückischen Krankheit, die sich so harmlos „Fußballfieber“ nennt. Aber bei mir handelt es sich glücklicherweise um einen sehr leichten Krankheitsverlauf: die Symptome treten praktisch nur schubweise alle vier Jahre auf und halten dann auch nicht lange an. Mit anderen Worten: wenn die „deutschen Jungs“ in die WM-Schlacht ziehen, dann laufen bei uns zu Hause fast alle Spiele, man will ja schließlich mitreden können. 🙂

Mit „Vor der Glotze zum Weltmeister“ kann man prima die Höhe- aber auch Tiefpunkte der deutschen Fußballgeschichte ab 1966 noch einmal wieder aufleben lassen.
Joachim Staat hat umfassend recherchiert und lässt uns an seinem persönlichen WM-Fieber teilhaben. Er schreibt so locker und humorvoll, dass man gleich das Gefühl hat, man würde einem alten Kumpel zuhören.
Dabei geht es nicht nur um Fußball, Tore und den Sieg, sondern um viel mehr … Wie lässt sich ein WM-Spiel mit der Geburtstagsparty der lieben Freundin vereinbaren – ohne das Beziehungs-Aus zu riskieren? Was ist die adäquate Verpflegung für so einen Fußballabend? Wie infiziert man seine Tochter mit dem Fußballvirus? Wie locke ich meine Kumpels zum gemeinsamen Fernsehen in meine Wohnung, weil das Gipsbein „Auswärtsspiele“ unmöglich macht? Hatten wir nur Glück beim Wetten oder können wir wirklich hellsehen? Welche Fragen sollte man als Fußballneuling niemals stellen? Und ist es wirklich sinnvoll, die Panini-Sammelhefte gleich in dreifacher Ausfertigung zu kaufen?
Es ist eine schöne, kurzweilige Geschichte „mitten aus dem Leben“, die sich sehr gut lesen lässt. Bei der WM 1990 war ich selbst noch zu jung, um mich an Einzelheiten erinnern zu können. Aber der Rückblick auf das letztjährige Fußballereignis hat mir so manche Momente wieder ins Gedächtnis gerufen, nicht zuletzt das legendäre 7:1 gegen Brasilien.

Fazit:
Auch Leser, die nur zur WM vom Fußballfieber befallen sind, dürften an diesem kurzweiligen Buch ihre Freude haben. Humorvoll, ehrlich, informativ … wie im richtigen Leben! 🙂

Bewertung:
3,5pfoten

Hawelka & Schierhuber laufen heiß von Günther Pfeifer – Meine Rezension …

Taschenbuch: 275 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1. (3. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709978033
ISBN-13: 978-3709978030
LESEPROBE

Hawelka & Schierhuber haben bereits in diesem Fall ermittelt:

Über den Autor:
Günther Pfeifer, geboren in Hollabrunn, lernte Maler und Anstreicher beim Weiss Fritz in Oberfellabrunn. Dessen Vater wiederum, der alte Weiss, hat das Handwerk bei Pfeifers Opa gelernt. Aus der Maler-Karriere ist trotzdem nichts geworden. Pfeifer sattelte auf Berufssoldat um, später Wechsel in die Privatwirtschaft. Schreibt für eine Programmzeitschrift, außerdem Theaterstücke und Kriminalromane. Lebt in Grund im Weinviertel.

Der Buchrückentext:
Ein schräges Ermittlerduo, ein schauderhafter Mord und keine Zeugen!
In dem winzigen Dorf Vestenötting ist ein Unglück passiert. Hawelka und Schierhuber werden ins Waldviertel berufen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Der Birnstingl ist nämlich nicht von allein in seine Kreissäge gefallen. Jammerschade nur, dass im Dorf zwar alle alles wissen, aber keiner etwas gehört oder gesehen haben will …
Pures Krimivergnügen, eine Riesenportion Humor und Figuren, die man einfach ins Herz schließen muss.

Die Geschichte:
Die Polizisten Hawelka und Schierhuber müssen ihren niederösterreichischen Kollegen Amtshilfe leisten und werden in ein kleines Dorf abberufen, in dem ein schauerliches Verbrechen passiert ist. Das Opfer wurde mit seiner eigenen Kreissäge ermordet und anschließend brach noch ein Feuer aus.
Während sie tagsüber recht erfolglos fast sämtliche Dorfbewohner befragen, sitzen sie abends im Wirtshaus und hoffen, dass dort früher oder später jemand den Namen des Mörders preisgibt. Denn eines ist sicher: so unwissend, wie sich alle geben, sind die Einwohner von Vestenötting nicht.
Schon bald kennen sie zwar den gesamten Dorfklatsch und es gibt einige Ermittlungsansätze, aber das Motiv bleibt weiter unbekannt. Hawelka und Schierhuber geraten langsam in Bedrängnis, denn ihr Vorgesetzter möchte endlich Ergebnisse sehen und macht mächtig Druck …

Meine Meinung:
Endlich mal ein Buch, bei dem der Klappentext auch wirklich hält was er verspricht!
Der Autor schreibt mit so viel Wortwitz und einem feinen Blick für die Eigenarten der Menschen. Die Charaktere wirken lebendig und er erschafft so eine authentische Atmosphäre, dass alle Szenen wie ein Film vor dem geistigen Auge ablaufen.

Die Figuren schließt man tatsächlich schnell ins Leserherz: Hawelka und Schierhuber sind zwei ganz normale Männer und keinesfalls übermenschliche Superhelden. Ihr freundlicher Umgang miteinander und ihre ganze Art lässt sie gleich sympathisch wirken. Besonders über Hawelka erfahren wir sehr viel, denn er ist quasi ein bisschen der Erzähler der Story und lässt uns oft an seinen Gedankengängen teilhaben.
Auch die übrigen Personen werden detailliert beschrieben mit ihren teils recht schrulligen Eigenarten. Mit der gleichen Akribie wurden auch die zahlreichen Dialoge verfasst: ob Befragungen, Telefonate oder eine Stammtischauseinandersetzung. Alles wirkt so realistisch.
An dieser Stelle muss ich leider auch kurz meinen einzigen Kritikpunkt anbringen: manche Szenen waren mir ein bisschen zu ausführlich. Da gerät schon einmal ein Zeuge ins Schwafeln oder Hawelka verliert sich in seinen Gedankenspielen oder im Wirtshaus wird zu lange und detailliert über ein Thema diskutiert … das ist zwar auch in der Realität oft so, aber da stört es mich ja auch! 🙂

Der Autor versteht es auch, den Leser sehr geschickt auf falsche Fährten zu führen, wenn es um die Aufklärung des Falles geht. Erst zu einem sehr späten Zeitpunkt enthüllt sich der wahre Hintergrund des Verbrechens. Das Buch hat mich sehr gefesselt, dafür benötigt es gar keine Hochspannung oder viele blutige Details.
Die Auflösung hat mir gut gefallen, es gibt ein schlüssiges Ende. Was allerdings das Privatleben von Hawelka und vor allem Schierhuber betrifft: hier bleibt einiges offen, das neugierig macht auf weitere Krimis mit den beiden sympathischen Ermittlern!

Fazit:
Sehr fein gezeichnete Charaktere und viel Wortwitz machen diesen Krimi zu einem echten Lesevergnügen!

Bewertung:
4pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 49 ab.

Frauenmahd von Marc Ritter – Meine Rezension …

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (19. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492306039
ISBN-13: 978-3492306034

LESEPROBE

Die bisher erschienenen Bücher der Reihe:

Über den Autor:
Marc Ritter, geboren 1967 in München, wuchs in Garmisch-Partenkirchen auf, wo er nach dem Abitur für eine Garmisch-Partenkirchner Lokalzeitung schrieb. Zum Studium kehrte er nach München zurück. Ritter arbeitete als Manager für Print- und Online-Medien und ist seit mehreren Jahren als Unternehmensberater tätig. Er wohnt mit seiner Familie in München.
Mehr auf www.marcritter.de!

Der Buchrückentext:
»Der Förster schmeißt einen Mann in den Kuhflucht-Wasserfall. Die Story musst du machen!« Als der Garmisch-Partenkirchner Lokalreporter Karl-Heinz »Gonzo« Hartinger den Anruf von der Zeitung bekommt, ist er gerade in Berlin gelandet, um ein wildes Wochenende zu verbringen. Daraus wird nichts. Kurz darauf stürzt die grüne Landtagsabgeordnete auf einer steilen Bergwiese, der Frauenmahd, zu Tode. Zufall, dass beide Tote in der Nähe des geplanten Pumpspeicherkraftwerks gefunden werden? Und wie kommt die Haschischplantage in das Bestattungsinstitut Kupfer?

Die Geschichte:
Eigentlich will „Gonzo“ Hartinger nur ein schönes Wochenende in Berlin verbringen mit seinem alten Kumpel Klaus Westphal, doch er muss seine Pläne kurzfristig ändern: zu Hause in Garmisch-Partenkirchen gab es nämlich einen Mord. Der örtliche Bestatter wurde von einer unbekannten Person in eine Schlucht gestoßen. Als Hauptverdächtiger wurde der Ehemann einer berühmten Bankerin und Milliardärin festgenommen. Karl-Heinz hofft auf eine ganz große Story.
Seine Hoffnung scheint sich zu erfüllen, als schließlich auch noch eine Landtagsabgeordnete tot aufgefunden wird. Doch es dauert mal wieder nicht lange und Gonzo steckt selbst ganz gefährlich tief in der Sache drin und muss um sein eigenes Leben fürchten. Während die Polizei keine Ahnung hat, scheint er dem Täter empfindlich nahe zu kommen …

Meine Meinung:
Der freche, flüssige Schreibstil von Marc Ritter macht das Lesen zum Vergnügen. Auch für Nicht-Bayern ist das Buch bestens geeignet: es enthält keine komplizierten Dialektpassagen und regionale Begriffe erklären sich aus dem Zusammenhang.
Wenn man die (bayerische) Politik etwas verfolgt, dann kann man noch mehr über diverse Anspielungen schmunzeln, die der Autor geschickt in die Story eingeflochten hat. Überhaupt kommt der Humor hier nicht zu kurz.
Die Morde sind allesamt eher unblutig, wenn man von der abgestürzten Leiche mal etwas absieht. Aber so insgesamt ist das Buch auch für zartbesaitete Leser gut geeignet.
Geschickt gelegte falsche Spuren und viele mögliche Motive sorgen dafür, dass man sehr schön miträtseln kann. So gelingt es Marc Ritter, die Spannung lange aufrecht zu erhalten, bis man endlich weiß, wie alles zusammenhängt.
An Sympathieträgern fehlt es in diesem Alpenkrimi auch nicht: „Gonzo“ Karl-Heinz Hartinger ist ein unangepasster Typ, der sich nur ungern etwas vorschreiben lässt und der nichts unversucht lässt, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Seine Ex Kathi ist auch eine starke Persönlichkeit, die man schnell ins Leserherz schließt. Auch die Nebenfiguren bleiben nicht blass, sondern wirken alle lebendig – auch wenn sie es im Krimi manchmal nicht lange bleiben.
Mir hat das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten sehr viel Spaß gemacht und ich bin schon gespannt, wie es im nächsten Teil der Reihe weiter geht. Am Ende ist der Fall zwar aufgeklärt, aber es bleiben schon noch viele Dinge offen, auf die ich mir noch Antworten erhoffe.

Fazit:
Ein toller Regionalkrimi mit interessanten Charakteren und einer gut durchdachten komplexen Story. Es geht viel um Politisches, aber auch um andere aktuelle Themen, die der Autor gekonnt auf die Schippe nimmt.

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 23 ab.
Das Buch war eines von über 20 ungelesenen Büchern aus dem PIPER-Verlag, die noch im Regal auf mich warten.

Natchez Burning von Greg Iles – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 1008 Seiten
Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (13. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3352006814
ISBN-13: 978-3352006814
Originaltitel: Natchez Burning

Dieses Buch ist der inzwischen 4. Teil der „Penn Cage“ – Reihe. Bisher erschienen:
1. Unter Verschluss
2. Blackmail
3. Adrenalin

Der Buchrückentext:
Penn Cage, Bürgermeister von Natchez, Mississippi, hat eigentlich vor, endlich zu heiraten. Da kommt ein Konflikt wieder ans Tageslicht, der seine Stadt seit Jahrzehnten in Atem hält. In den sechziger Jahren hat eine Geheimorganisation von weißen, scheinbar ehrbaren Bürgern Schwarze ermordet oder aus der Stadt vertrieben. Nun ist Viola Turner, eine farbige Krankenschwester, die damals floh, zurückgekehrt – und stirbt wenig später. Die Polizei verhaftet ausgerechnet Penns Vater – er soll sie ermordet haben. Zusammen mit einem Journalisten macht Penn sich auf, das Rätsel dieses Mordes und vieler anderer zu lösen.

Die Geschichte:
Im vierten Band der Reihe wird Rechtsanwalt Penn Cage in sehr schmerzhafter Form mit der Vergangenheit konfrontiert. Er selbst war damals erst ein kleiner Junge, trotzdem erinnert er sich an die Konflikte zwischen Weißen und Schwarzen. In seiner Heimatstadt Natchez bildete sich eine gefährliche Nebengruppe des Ku-Klux-Klans: die sogenannten „Doppeladler“. Wesentlich effizienter und noch viel brutaler gingen die Mitglieder gegen schwarze Mitbürger vor, die ihnen nicht passten. Mehrere grausame Morde gehen auf ihr Konto und wurden nie aufgeklärt.
Penns Vater Tom wird beschuldigt, seine ehemalige Krankenschwester getötet zu haben. Er äußert sich nicht zu den Vorwürfen und will sich nicht verteidigen. Penn will daraufhin selbst herausfinden, was passiert ist. Er gerät in eine extrem brisante Lage, in der es schließlich um Leben und Tod geht!

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Greg Iles ist zwar wirklich schön zu lesen, aber auch oft sehr ausschweifend und etwas zu ausführlich. Die Szenen werden detailliert beschrieben, besonders auch die Schauplätze in vielen Einzelheiten.

Die Story an sich entwickelt sich langsam. Manche Geheimnisse werden gelüftet, dafür tauchen wieder neue auf. Alles wird sehr minutiös beschrieben. Zunächst reisen wir zurück in die Jahre 1964 – 1968 und erleben mit, wie die „Doppeladler“ schlimmste Gräueltaten begehen.

Der Autor verpackt geschickt kritische Äußerungen über verschiedenste Missstände in einer fiktiven Handlung, die durchaus auch zum Nachdenken bewegt. Im Nachwort erläutert er auch einige reale Hintergründe, die ihn zu diesem Buch inspiriert haben.

Was die Figuren betrifft: auch diese werden sehr detailliert charakterisiert. Einige Sympathieträger gibt es durchaus, leider ist nicht allen ein längerer Auftritt vergönnt. Mit dem Protagonisten Penn Cage, seiner Verlobten Caitlin und dem Vater Tom konnte ich mich nicht so richtig anfreunden: viele ihrer Handlungen waren für mich nicht wirklich nachvollziehbar.

An blutigen Szenen mangelt es dem Buch nicht, aber trotzdem wollte bei mir keine richtige Spannung aufkommen. Als „Thriller“ würde ich die Story größtenteils nicht bezeichnen, erst zum Ende hin wurde es richtig actionreich. Leider überschlugen sich dann die Ereignisse fast schon wieder und die Glaubwürdigkeit ließ immer mehr nach.

Der Schluss hat mir gar nicht gefallen. Irgendwie hatte ich nach der letzten Seite das Gefühl, wieder am Anfang zu stehen. So richtig aufgeklärt wurde kaum etwas – und das nach über 1.000 Seiten. Es ist zwar eine Fortsetzung geplant, aber trotzdem hätte ich mir für dieses Buch einen runderen Abschluss erhofft.

Fazit:
Interessante Denkanstöße über den noch immer schwelenden Konflikt zwischen „Weißen“ und „Schwarzen“, verpackt in eine facettenreiche Geschichte, die manchmal allerdings etwas zu ausführlich erzählt wird.

Bewertung:
3pfoten

Du bist mein Tod von Claire Kendal – Meine Rezension …

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: List Hardcover (6. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3471351043
ISBN-13: 978-3471351048
Originaltitel: The Book of You

Der Buchrückentext:
Ein Mann, der ihr die Welt zu Füßen legt: der Traum einer jeden Frau. Doch für Clarissa ist es ein Alptraum. Denn sie will seine Geschenke, seine Blumen, seine Nähe nicht. Nirgends ist sie mehr sicher. Er lauert ihr auf, Tag und Nacht. Aber keiner erkennt die Gefahr, selbst ihre beste Freundin nicht. Für alle anderen sieht es aus wie die große Liebe. Was sie auch macht, sie kann sich nicht wehren, er kommt ihr näher und näher.

Die Geschichte:
Clarissa hat ein Problem – und das trägt den Namen „Rafe“. Ihr Arbeitskollege verfolgt sie nach bester Stalkermanier: er lauert ihr auf, er macht ihr Geschenke, er terrorisiert sie mit Anrufen.
Sie ist froh, dass sie zum Geschworenendienst bestimmt wurde, denn im Gerichtsgebäude ist sie wenigstens tagsüber vor ihm sicher. Doch auch der Prozess ist alles andere als einfach für Clarissa: es geht um eine missbrauchte Frau.
Als ihr ein Ex-Kollege von Rafe mitteilt, dass vor vielen Jahren dessen damalige Freundin spurlos verschwunden ist, wird Clarissa immer klarer, in welcher Bedrohung sie sich befindet. Sie beschließt, sich endlich zu wehren …

Meine Meinung:
Das Cover konnte mich noch nicht so wirklich überzeugen, es wirkte auf mich irgendwie etwas unprofessionell aufgrund des Titel-Schriftzuges. Die Story klang allerdings sehr interessant und so wagte ich mich an dieses Buch.
Vom Schreibstil war ich sofort begeistert: flüssig, atmosphärisch, eindrücklich. Passagen, die aus Sicht von Clarissa geschrieben sind, wechseln sich ab mit Abschnitten, die uns aus neutraler Erzählersicht geschildert werden.
Claire Kendal schaffte es so grandios, mich total in die Story hineinzuziehen: ich war absolut gefesselt und habe mit Clarissa mitgelitten. Es dauerte nicht lange und ich hatte fast so etwas wie Hassgefühle gegenüber Rafe entwickelt. Man möchte ihm wirklich irgendwas antun, damit er endlich aufhört mit seinen Belästigungen.
Unweigerlich stellt man sich vor, wie man selbst handeln würde, wenn man in solch eine Situation geraten würde. Das Buch beschäftigt auch nach dem Zuklappen der Seiten.
Was letztendlich leider doch zum Abzug eines Sternchens führte, das waren die letzten Seiten. Irgendwie war mir da vieles zu diffus und ging in eine Richtung, die mir nicht so gefallen hat. Auch das Ende hätte ich mir anders gewünscht und es war mir etwas zu offen gestaltet. Hier wäre ein kleiner Ausblick in die Zukunft toll gewesen mit einigen Antworten auf noch offene Fragen.

Fazit:
Ein extrem eindrückliches Buch, das den Leser so richtig mitleiden lässt. Leider blieben mir am Ende zu viele Fragen offen.

Bewertung:
4pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 24 ab.

RAD – 1. Generation von Stefan Schweizer – Meine Rezension …

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Broschiert: 300 Seiten
Verlag: Südwestbuch (9. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3942661799
ISBN-13: 978-3942661799

Über den Autor:
Dr. Stefan Schweizer wurde 1973 in Ravensburg/Oberschwaben geboren und wuchs in Stuttgart auf, wo er heute mit seiner Familie lebt. Stefan Schweizer ist Autor zahlreicher Sachbücher und Aufsätze.
„RAD – 1. Generation (1967-1974)“ ist sein erster Kriminalroman und bildet den Auftakt einer Trilogie, welche sich mit dem spannenden Kapitel des Linksterrorismus in Deutschland beschäftigt.

Der Buchrückentext:
Harald Grass ist kein Staatsschutzermittler wie jeder andere. Er ist der größten Bedrohung der Bundesrepublik Deutschland auf den Fersen. Die RAD mordet angeblich für eine bessere Welt. Sie möchte den Staat stürzen und eine kommunistische Gesellschaft errichten. Die deutsche Demokratie befindet sich am Abgrund. Grass stellt sich den Linksrevolutionären mutig in den Weg und versucht, sie mit allen Mitteln zur Strecke zu bringen. Grass hat einen hohen Preis zu zahlen, denn er setzt mehrfach sein Leben aufs Spiel und läuft Gefahr, alles zu verlieren!

Die Geschichte:
Wir erfahren, wie es zur Gründung der RAF in Deutschland kam und welche Verbrechen auf das Konto dieser Terrorgruppe gehen. Dazu werden größtenteils authentisch die wahren Geschehnisse mit verfälschten Namen wiedergegeben: so wird beispielsweise Ensslin zu Gänslin, aus Meinhoff wird Steinhoff usw.
Als Ermittler und Hauptfigur fungiert Harald Grass. Er wird von seinem verzweifelten Chef auf die Truppe angesetzt und muss schnell Ergebnisse liefern. Nicht immer ist er dem Druck gewachsen, zumal er auch noch mit privaten Problemen zu kämpfen hat.

Meine Meinung:
Mit diesem Buch hatte ich leider so meine Probleme, die schon mit dem Schreibstil begannen. Er wirkte auf mich irgendwie berichtsmäßig, geprägt von meist recht kurzen Sätzen und mit Textstellen, die fast wie Aufzählungen anmuteten. Außerdem wurde mir vieles zu oft wiederholt und was die „-“ am Ende mancher Zeilen bzw. Absätze ausdrücken sollten, habe ich auch nicht so richtig verstanden. Vielleicht bin ich da zu dumm dafür!? 🙂

Die Anschläge der Terrorismusgruppe, deren Planung und das Leben der Beteiligten wurden sehr authentisch beschrieben, für meinen Geschmack oft fast zu ausführlich: welcher Sprengstoff wurde verwendet, mit welchen Autos waren sie unterwegs, wer legt wen flach, wer zieht sich welche Drogen rein, wer hat sich diese oder jene ansteckende Krankheit geholt, usw.
Mit den seltsamen Namen der Charaktere konnte ich mich auch nicht so recht anfreunden.
Man muss auf jeden Fall schon Interesse für dieses Thema mitbringen, sonst könnte es passieren, dass man sich beim Lesen irgendwann eher langweilt. So richtige Gefühle und Spannung kamen nämlich bei mir nicht rüber – bleiben also noch viele Informationen und Originalzitate der RAF.

Die Hauptfigur Harald Grass fand ich leider einfach nur fürchterlich: ein gewalttätiger, unbeherrschter Unsympath, der praktisch dauergei* in der Gegend rumläuft. Zunächst hatte er noch eine Beziehung, die jedoch in einem Fiasko endete. Während seine Gedanken vorher nur darum kreisten, wie er „seine“ Monika „für immer besitzen“ könnte, ergeht er sich danach in nervendem Selbstmitleid und ständig wiederholenden Gedankengängen á la „Wie konnte sie mir das nur antun?“.
Doch die wichtigste aller Feststellungen war dann doch „Er brauchte eine Frau!“ – und das auf fast jeder 2. Seite. Irgendwann konnte ich es einfach nicht mehr lesen und diese Se*geschichten nehmen auch viel zu viel Raum in der Geschichte ein, was nur ablenkt und stört.
Harald wird dadurch auch keineswegs sympathischer, eher im Gegenteil. Auch den Helden, auf dessen Schultern alles lastet, kann ich ihm nicht abnehmen. Daran können auch die letzten Sätze des Buches nichts ändern:
„Grass kam sich unendlich einsam vor. Verlassen. Alleine auf sich geworfen in der Welt. Er glaubte, das Kreuz der Welt zu tragen. -„ Zitat Seite 299
Auch hier wieder der geheimnisvolle Strich am Ende, der hier heißen könnte „Wird fortgesetzt …“???

Fazit:
Das war leider so gar nichts für mich. Keine Spannung, keine Gefühle, ein unsympathischer Ermittler … man sollte für die Thematik auch echtes Interesse mitbringen, sonst wird es schnell eintönig.

Bewertung:
2pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 45 ab.

Die Königin der Orchard Street von Susan Jane Gilman – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 600 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (7. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345817625X
ISBN-13: 978-3458176251
Originaltitel: The Ice Cream Queen of Orchard Street
LESEPROBE und weitere Infos

Über die Autorin:
Susan Jane Gilman, geboren in New York, studierte an der Universität von Michigan. Sie hat bislang drei Sachbücher veröffentlicht, außerdem schreibt sie u. a. für The New York Times, The Los Angeles Times, Ms. Magazine.
Die Königin der Orchard Street ist ihr erster Roman.
Susan Jane Gilman lebt derzeit in Genf in der Schweiz und in New York.
Weitere Infos auf www.susanjanegilman.com

Der Buchrückentext:
New York, 1913. In den dicht gedrängten Straßen der Lower East Side, wo Armut herrscht und der Hunger erfinderisch macht, gelingt es der kleinen Malka, dem Schicksal dank ihrer Raffinesse und einer gehörigen Portion Chuzpe immer wieder ein Schnippchen zu schlagen. Bis sie es schließlich ganz nach oben schafft – zur „Eiskönigin von Amerika“!

Meine Meinung:

Macht euch bereit, meine lieben Leser. Schlüpft in eure besten Klamotten, zeigt euch von eurer besten Seite. Denn jetzt ist es so weit: ihre königliche Hoheit Lillian Dunkle persönlich spricht zu ihren Untertanen. 🙂
Sie redet uns Leser mit „meine Schätzchen“ an – und sie hat einiges zu erzählen …

Wir schreiben das Jahr 1983 und die inzwischen 75-jährige Lillian blickt zurück auf ein extrem bewegtes Leben. Geboren wurde sie eigentlich als „Malka Treynovsky“ in einem kleinen russischen Dorf namens Wischnew. Doch als die Übergriffe auf Juden immer mehr zunahmen, beschlossen ihre Eltern auszuwandern. Eigentlich sollte das Ziel Südafrika sein, doch dann verschlug es die 6-köpfige Familie nach Amerika.
Der Start in der neuen Welt war mehr als beschwerlich: die Kinder mussten arbeiten gehen, damit niemand verhungern musste. Dazu kamen noch verheerende Epidemien, wie die Spanische Grippe oder andere tödliche Krankheiten.
Und dann geriet die kleine Malka auch noch unter den Pferdekarren eines Eisverkäufers und wurde sehr schwer verletzt. Die Mutter ließ das Mädchen einfach im Krankenhaus zurück und verschwand spurlos. So kam es, dass aus der russischen Malka die italienische „Lillian Maria“ wurde. Der Eisverkäufer nahm sich nämlich ihrer an und bot ihr ein neues Zuhause.

Schon bis zu diesem Zeitpunkt hat Lillian viel Schlimmes erleben müssen, doch die Schicksalsschläge nehmen kein Ende. Immer wieder rappelt sie sich auf und kämpft weiter – leider nicht immer mit lauteren Methoden. Sie ist eine Frau, die nicht nur einsteckt, sondern auch gehörig austeilt. Das lässt sie nicht immer sehr sympathisch erscheinen, aber dafür umso authentischer. Wir sehen ganz deutlich, was so ein hartes Leben aus einem Menschen machen kann: Lillian wirkt oft verschlagen, berechnend, verbissen, gefühllos oder ungerecht. Aber dann gibt es wieder Momente, in denen sie naiv, großherzig, lustig und liebenswert ist.

Dieses Buch zeigt die ganzen Facetten eines Lebens: das ständige Auf und Ab, die Schicksalsschläge, die man überwinden muss, aber auch die wunderschönen Momente. Anfangs geht es fast nur ums nackte Überleben und einem kleinen Mädchen verzeiht man sowieso so manches. Doch später, als Lillian es schon zu ansehnlichem Reichtum gebracht hat, geht es oft nur noch um Geld, Macht und Ansehen.
Das Buch hat mich bestens unterhalten, gefesselt und berührt. Der Schreibstil ist lebendig und prima zu lesen. Einziger Kritikpunkt: irgendwann ging mir das oft verwendete „meine Schätzchen“ und das ständige „verklagt mich doch“ und „vielen Dank“ etwas auf die Nerven.

Bewertung:
4,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 56 ab.