Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek von David Whitehouse – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 314 Seiten
Verlag: Tropen-Verlag Label von Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608501487
ISBN-13: 978-3608501483
Originaltitel: Mobile Library

Über den Autor:
David Whitehouse wurde 1981 in Nuneaton, England geboren. Sein Debut »Bed« wurde 2010 mit dem »To Hell with Prizes Award« ausgezeichnet. Er lebt in London.

Der Klappentext:
Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.

Die Geschichte:
Alles beginnt mit Bobby, einem Jungen, der es nicht leicht hat im Leben. Sein Vater beachtet ihn überhaupt nicht und wenn er es doch tut, dann nur, um ihn grundlos zu schlagen. Einziger Trost im Dunkel des Alltags: seine Hoffnung auf eine baldige Rückkehr seiner geliebten Mutter – und sein neuer Freund Sunny. Sunny ist auch ein ganz besonderer Junge: er lebt alleine mit seiner Mutter und hat den Plan, mit Bobbys Hilfe zum Cyborg zu werden. Dann könnte er sie vor allen Gefahren des Lebens beschützen.
Eines Tages lernt Bobby das Mädchen Rosa kennen und deren Mutter Val. Immer öfter verbringt er seine Zeit mit den beiden, denn zu Hause vermisst ihn ja sowieso niemand.
Dann nimmt das Unheil seinen Lauf: Sunny erscheint nach den Ferien nicht mehr in der Schule, Bobby begeht eine Verzweiflungstat und Val verliert ihren Job: das Putzen im Bücherbus. So kommt es, dass Val, Bobby und Rosa schließlich die rollende Bibliothek einfach stehlen und sich auf große Abenteuerfahrt begeben.
Unterwegs treffen sie auf Joe, dessen Vorgeschichte auch alles andere als glücklich ist und zusammen erleben sie einen Road Trip der ganz besonderen Art.

Meine Meinung:
Es gibt Bücher, an die ich hohe Erwartungen stelle – und es gibt Bücher, die ich mit dem Gedanken „Naja, kann man ja mal lesen. Vielleicht gefällt es mir ja.“ in die Hand nehme.
So ein Buch ist dieses hier gewesen: das Cover und der Titel sagten mir nicht sofort zu, es klang nach einer halbwegs lustigen Unterhaltung für Zwischendurch.
Doch weit gefehlt: schon nach wenigen Seiten war ich so hin und weg, dass ich das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Das liegt natürlich erst einmal am wundervollen Schreibstil von David Whitehouse: so bildgewaltig und atmosphärisch, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Ein toller Humor, der niemals aufdringlich wirkt, unterstreicht das Ganze noch gekonnt.

Die lebendig und authentisch wirkenden Protagonisten machen es einem praktisch unmöglich, nicht mit ihnen zu fühlen. Bobby ist ein Junge, der einerseits sehr zerbrechlich wirkt, dem aber auch eine unglaubliche Stärke innewohnt. Man möchte ihn fast selbst aus seiner lieblosen Umgebung reißen – und ist dann erleichtert, als Val diesen Schritt geht.
Auch sie hat es im Leben nicht leicht: von der einzigen Liebe verlassen, weil der sich nicht vorstellen konnte, sich mit ihr um die gemeinsame behinderte Tochter Rosa zu kümmern.
Rosa ist eher der Sonnenschein in der Geschichte: meistens wirkt sie sorglos und zeigt den Anderen, dass wahre Freude auch in kleinen Dingen stecken kann.
Und dann wäre da noch Joe, der auch einen ganzen Haufen an Problemen mit sich herumschleppt … doch ihnen allen ist eines gemein: sie sehnen sich nur nach einer Familie, nach Liebe und Geborgenheit.

In weiten Teilen ist das Ganze schon recht tragisch und man glaubt kaum an ein gutes Ende. Das verdeutlicht das folgende Zitat über Bobby ganz schön:

„Er wollte Teil eines Buches sein, wollte ein Abenteuer erleben. Aber seine Geschichte schien schon geschrieben zu sein. Und es würde sich niemals lohnen, sie zu lesen.“ (Seite 74)

Doch dann gibt es auch wieder so viele Momente der Freude, der Hoffnung und der Gewissheit, dass diese Menschen einfach ein Happy End verdient haben. Eine große Hilfe auf ihrer turbulenten Reise sind ihnen immer wieder die vielen Bücher, aus denen sie neue Ideen und Kraft schöpfen:

„Liebe, Verlust, Leben, Tod, all jene gewaltigen Schicksalsstürme, die über einen Menschen hereinbrechen, waren auf den Seiten der Bücher so oft überwunden worden, dass man sich ihnen niemals wieder allein gegenüberstellen musste.“ (Seite 301)

Das Buch hat mich so gefesselt, dass ich es fast in einem Rutsch gelesen habe. Es berührt das Leserherz und es ist spannend und unterhaltsam. Das Ende, mit dem das Buch übrigens seltsamerweise beginnt, lässt viel Raum für das Weiterspinnen der Geschichte. Und ich fand es sehr gelungen.

Fazit:
Ein absolutes „Unbedingt lesen“-Buch, das ich allen nur wärmstens empfehlen kann! So bildhaft erzählt, dass man alles mit den sympathischen Protagonisten zusammen durchlebt: man spürt Liebe, Verzweiflung, Hoffnung, Wut, Schmerzen, Trost und Zusammengehörigkeit – und manchmal kann man auch ein bisschen lachen.

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 10 ab.

Fahr zur Hölle von Kathy Reichs – Meine Rezension …

MP3 CD
Verlag: Random House Audio; Auflage: gekürzte Lesung (15. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837121046
ISBN-13: 978-3837121049

Bei diesem Buch handelt es sich bereits um Band 14 der Temperance-Brennan-Reihe, die einigen vielleicht auch als TV-Serie „Bones – Die Knochenjägerin“ bekannt sein dürfte.

Die Kurzbeschreibung:
In Charlotte, Tempe Brennans Heimatstadt, ist die Hölle los. 200.000 Motorsport-Fans sind auf dem Weg zum Charlotte Motor Speedway und dem großen NASCAR-Rennwochenende. Da wird auf einer Müllhalde nahe der Anlage in einem Teerfass eine Leiche gefunden. Ist es die lange vermisste Cindi Gamble? Ihre Ermittlungen führen Tempe ins Fadenkreuz einer Verschwörung. Sie arbeitet fieberhaft daran, den Fall schnell aufzuklären. Doch sie weiß: Das Böse holt dich immer ein.

Die Geschichte:
Tempe wird zu einer Mülldeponie gerufen, auf der Arbeiter ein altes rostiges Fass mit seltsamem Inhalt gefunden haben: in Asphalt eingegossen liegt eine Leiche darin. Bei der Untersuchung stellt sich schnell heraus, dass es sich dabei nicht um einen erst kürzlich verschwundenen Mann handeln kann, denn die Überreste sind bereits älter.
Bei den Ermittlungen stoßen sie auch noch auf ein vor vielen Jahren verschwundenes junges Pärchen, auf eine seltsame Sekte, die Giftanschläge plante und auf allerhand andere spannende Dinge. Alles immer vor dem Hintergrund des NASCAR-Rennwochenendes und des ganzen dazugehörigen Drumherums, das die Geschichte in weiten Teilen dominiert.

Meine Meinung:
Die Sprecherin Ranja Bonalana verdient auf jeden Fall ein Lob, sie liest das Buch sehr gut.
Anfangs hatte ich schon einige Schwierigkeiten, mir die vielen Namen und Zusammenhänge zu merken, es ist ein sehr komplexer Fall. In gelesener Form wäre mir das vielleicht noch etwas besser gelungen, aber wenn man nur zuhört beim Autofahren, dann ist es etwas schwerer, dem Geschehen zu folgen.
Es tauchen auf jeden Fall immer mehr Verdächtige auf und es geht auch um verschiedene Verbrechen, die teils weiter in der Vergangenheit liegen. Tempe beweist sich mal wieder bestens in der männerbeherrschten Rennwelt und oft musste ich schmunzeln, wenn sie sich über andere Menschen Gedanken macht. So vor allem über die neue Verlobte ihres Ex-Mannes, die gerade mitten in den Hochzeitsplanungen steckt.
Spannend ist der Fall durchaus, aber nicht gerade zum Nägelkauen, sondern gut auszuhalten.
Was mich normalerweise stört, fand ich hier sehr hilfreich: am Ende des Buches erfolgt noch einmal eine lange und sehr ausführliche Zusammenfassung aller Tatzusammenhänge, Motive, Hintergründe und so weiter.
Leider wird an dieser Stelle auch noch einmal recht detailliert über weibliche Fahrer im Motorsport referiert, das hat mich nicht so wirklich interessiert.

Fazit:
Es ist nicht meine Lieblingsfolge aus der Reihe, aber durchaus hörenswert. Anfangs noch sehr verworren, klärt sich am Ende alles ausführlich auf.

Bewertung:
3pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 48 ab.

Landpartie von Jürgen Seibold – Meine Rezension …

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (8. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492305423
ISBN-13: 978-3492305426

Die gesamte bisherige Reihe:

Über den Autor:
Jürgen Seibold lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Nach zahlreichen Musikerbiografien in verschiedenen Verlagen (Heyne, Moewig, Zsolnay, …) erschien 2007 mit dem Regionalkrimi ENDLICH IST ER TOT (Silberburg) der erste Roman – daraus wurde eine Serie mit bisher sechs Bänden, die alle im Rems-Murr-Kreis angesiedelt sind.

Im Frühjahr 2013 startete im Piper-Verlag mit ROSSKUR eine neue Allgäukrimiserie um den aus Niedersachsen stammenden, von Kempten aus ermittelnden und in Füssen wohnenden Kommissar Eike Hansen. Bereits im Frühjahr 2012 erschien der Psychothriller KINDER (Piper), der an einem Gymnasium im Raum Stuttgart und an einem Internat in der Vulkaneifel spielt. Sowohl im Silberburg- als auch im Piper-Verlag sind weitere Veröffentlichungen geplant.

So schreibt Seibold eine Krimireihe um den Bestatter Gottfried Froelich, in der im März 2012 der dritte Band GRÜNDLICH ABGETAUCHT erschien, und um den LKA-Ermittler Stefan Lindner, der im Oktober 2011 seinen ersten Fall LINDNER UND DAS APFELMÄNNLE und im März seinen zweiten Fall LINDNER UND DIE TAGESLOSUNG löste. 2010 erschien mit BLOSS KEINE MAULTASCHEN eine Komödie, die im Herbst 2012 mit MAULTASCHEN-KOMPLOTT fortgesetzt wurde.

Laufende Infos zu Lesungen, Signierstunden und Krimiwanderungen finden sich auf der Homepage von Jürgen Seibold: www.juergen.seibold.de. Dort können Sie sich auch für den Newsletter des Autors registrieren.
(Quelle: Amazon Autorenseite)

Der Buchrückentext:
Das idyllische Bad Hindelang bereitet sich auf das alljährliche »Jochpass Memorial« vor – ein spektakuläres Bergrennen für Oldtimer. Der Titelverteidiger Rudi Groß geht als Favorit ins Rennen, doch in einer der letzten Kurven verliert er die Kontrolle über seinen Wagen und stürzt in die Tiefe. Schnell steht fest: Der Oldtimer war manipuliert. Als Kommissar Hansen mit seinen Ermittlungen beginnt, stößt er auf wahre Besessenheit und auf Oldtimer-Fans, die um jede Schraube ihrer auf Hochglanz polierten Schätze kämpfen.

Die Geschichte:
Das Buch startet direkt mit einem tragischen Unfall, doch dieser liegt erst einmal noch in der Zukunft. Zunächst geht es eher um eine Erpressung und die ungewöhnliche Bitte, dass Kommissar Hansen als Teilnehmer eines Oldtimerrennens doch unauffällig „undercover“ ermitteln könnte. Mangels anderer Urlaubspläne sagt er zu und landet zusammen mit seinen Kollegen Hanna Fischer und Willy Haffmeyer in einer ganz neuen Welt, die er bisher nicht kannte. Die Faszination für die alten Autos ist aber schnell entfacht und so macht es den Dreien bald richtig Spaß, sich als Fahrer auszugeben.
Als am letzten Tag der Rallye der furchtbare Unfall passiert, tappen die Ermittler – und auch wir Leser – noch völlig im Dunklen. So viele Verdächtige, so viele Motive, doch wer steckte wirklich dahinter?

Meine Meinung:
Dieser Krimi hat mich total gefesselt und ich habe sehr ungern Lesepausen eingelegt. Den lockeren, flüssigen Schreibstil fand ich angenehm und dass es auch einige Stellen zum Lachen gibt ist quasi noch das Sahnehäubchen.

Die Charaktere kannte ich vorher noch nicht, da ich mit dem dritten Teil der Reihe begonnen hatte. Trotzdem fiel es mir gar nicht schwer, Eike und seine Truppe kennen zu lernen – und sie schnell ins Leserherz zu schließen! Natürlich fehlen mir noch viele Hintergrundinfos aus den Vorgängerbänden, aber ich hatte nie das störende Gefühl von Wissenslücken, das sich manchmal einstellt, wenn man mitten in einer Buchreihe erst einsteigt. Trotz allem werde ich jetzt sowieso die Reihe noch von vorne lesen, denn „Landpartie“ hat mich absolut überzeugt!

Als geübter Krimileser habe ich ja häufig schon recht früh einen konkreten Verdacht, der sich dann auch oft bewahrheitet. Nicht so bei diesem Krimi: der Autor schafft es wirklich grandios, den Leser fast bis zur letzten Seite im Dunklen tappen zu lassen. Echt super geschrieben!
Auch die Auflösung fand ich dann sehr gelungen und fast schon ein bisschen zu harmonisch für einen Krimi.

Das ist überhaupt so eine Sache in diesem Buch: es gibt überdurchschnittlich viele freundliche, hilfsbereite Menschen. Ein Stückchen heile Welt, verpackt in eine spannende Geschichte. Und die Krönung des Ganzen ist der freche Kater Ignaz, den man einfach gern haben muss und der immer wieder für lustige Szenen sorgt. Eine insgesamt absolut gelungene Mischung, die mir super gefallen hat.
Dazu zählen natürlich auch noch die schönen Beschreibungen der Landschaft und die authentische Schilderung der ganzen Oldtimer- und Rennszene.

Fazit:
Es ist zwar ein Krimi – und der hat alles, was man erwarten könnte: Spannung, eine Leiche, viele Verdächtige, ausführliche Ermittlungen … aber: über allem liegt so eine heimelige, freundliche Atmosphäre und ein gewisser Humor, der das Buch auch für Nicht-Krimi-Leser zu einem echten Vergnügen machen dürfte!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 8 ab.

Sei ganz still von Sebastian Thiel – Meine Rezension …

Broschiert: 277 Seiten
Verlag: Gmeiner Verlag (4. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839217016
ISBN-13: 978-3839217016

Über den Autor:
Sebastian Thiel, geboren 1983 in Viersen, lebt und arbeitet als freier Autor in Tönisvorst am Niederrhein. Nach einer Ausbildung zum Fachinformatiker arbeitete er als IT-Manager in einem mittelständischen Dienstleistungsunternehmen, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.
Mehr auf www.sebastianthiel.net oder auf der Autorenseite bei Gmeiner

Der Buchrückentext:
Die Jagd beginnt!
Im Sommer des Jahres 1938 brodelt die Stimmung im Deutschen Reich. Hitler verlangt nach mehr Lebensraum im Osten, das Volk stimmt blind vor Euphorie ein. Nur der Schläger, Trinker und Polizist Friedrich Wolf bekommt von alldem nichts mit.
Eingesperrt im Strafgefangenenlager schuftet er unter schlimmsten Bedingungen, bis ein mysteriöser SS-Arzt ihn herausholt und ihn beauftragt, ein ganz bestimmtes Mädchen in der Düsseldorfer Unterwelt ausfindig zu machen. Eine Jagd beginnt, die Wolf an seine Grenzen bringt. Und bald schon wird aus dem Jäger ein Gejagter …

Die Geschichte:
Friedrich Wolf war eigentlich Polizist, doch seine Ermittlungs- und Verhörmethoden fanden keine Zustimmung bei seinen Vorgesetzten und so landete er schließlich selbst als Krimineller in einem Strafgefangenenlager. Nach einem besonders harten Tag mit vielen Misshandlungen taucht plötzlich ein SS-Arzt auf und Wolf darf das Lager mit ihm verlassen. Zunächst glaubt Friedrich noch an eine Falle, doch an einem offenen Grab in seiner Heimatstadt Düsseldorf erfährt er schließlich die Hintergründe seiner wundersamen Befreiung: er soll die Verlobte des SS-Arztes ausfindig machen, die eigentlich tot dort im Sarg liegen sollte.
Eine Jagd beginnt, die geprägt ist von Gewalt und Verrat, aber auch von Hoffnung, Liebe und Freundschaft.

Meine Meinung:
Dies ist nicht das erste Buch, das ich von Sebastian Thiel gelesen habe – und sicher auch nicht das letzte. Er schreibt einfach toll: man fühlt sich sofort mitten im Geschehen, kann die lebendig geschilderten Situationen bestens nachvollziehen und fiebert mit den Protagonisten. Er schafft in diesem Krimi eine so düstere, spannende Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Die Hauptfigur Friedrich Wolf ist ein vielschichtiger Charakter, dessen harte und weiche Seite sehr gut verdeutlicht werden. Er schreckt vor Gewalt nicht zurück und erfährt sie auch immer wieder am eigenen Leib. Trotzdem hat er ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und ist insgesamt einfach ein sympathischer Kerl.

Von der Story war ich wirklich begeistert. Allein der erschreckend reale Hintergrund (die Vernichtung „unwerten Lebens“ in der NS-Zeit) verursacht Gänsehaut und beschleunigt den Puls. Die Gräuel dieser Zeit ergeben zusammen mit der gut durchdachten Geschichte einen wirklich spannenden, fesselnden Krimi, bei dem auch einiges an Blut fließt.

Das Ende bleibt in einigen Punkten etwas offen, was auf eine baldige Fortsetzung hoffen lässt. Der Fall selbst ist aber abgeschlossen und den Schluss fand ich auch sehr gelungen.

Fazit:
Ein sehr spannendes Buch mit einem erschreckend realen Hintergrund. Der „böse Wolf“ muss unbedingt seine eigene Buchreihe bekommen! Bitte mehr davon!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 15 ab.

Von Herzen von Juliane Käppler – Meine Rezension …

Taschenbuch: 364 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (3. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734741831
ISBN-13: 978-3734741838

Über die Autorin:
Juliane Käppler, Jahrgang 1977, zog aus Liebe zum Rheinland nach Mainz. Die freiberufliche Autorin schreibt für verschiedene Verlage Jugendromane, Contemporary und Humor. Alias Alexa McNight kennt man sie für erotische Romane.
Als Tochter einer Deutschlehrerin und Enkelin eines Geschichtenerzählers wuchs Juliane Käppler mit Literatur und der Liebe zu phantastischen Welten auf. Der Reiz, eigene Märchen zu schreiben, packte sie früh. Schon auf den letzten erlernten Buchstaben des Alphabets türmten sich Wörter.
Es gab keinen besonderen Zeitpunkt, an dem sie beschlossen hat, Schriftstellerin zu werden. Vielmehr glaubt sie nicht, dass die Schreiberei etwas ist, zu dem man sich entschließt, das man erlernen oder aufgeben kann. Für sie ist es weder Hobby noch Alternative, sondern ein Teil ihrer selbst.

Der Buchrückentext:

SPERLING MIT HASE AUF DER JAGD NACH MISS O

EIN HERZ WILL IM TAUSCH EROBERT WERDEN, NICHT GESTOHLEN.
STIEHLST DU ES DOCH, RECHNE DAMIT, DASS DER BESTOHLENE ES SICH WIEDERHOLT UND DABEI MEHR EINFORDERT, ALS DU IHM JE GEBEN WOLLTEST.
DEIN LEBEN VIELLEICHT.

Ein toter Arzt, der zu Lebzeiten bei seinen Patienten so beliebt war wie bei den Frauen seines Herzens – für Natalie Sperling, Kommissarin der 8. Mordkommission von Berlin, sieht das nach einem übersichtlichen Fall aus. Sie hält es für eine Frage der Zeit, bis einer der üblichen Verdächtigen einknickt: die im Stolz verletzte Lebensgefährtin oder eine der beiden in die Schranken verwiesenen Geliebten. Dann aber verliert der Tote mehr als sein Leben und andere Männer werden für seine Verfehlungen zur Rechenschaft gezogen. Unterstützung bei ihrer Suche nach Miss O erhält Natalie nicht nur von ihrem schrulligen Teamkollegen und einem Barkeeper mit Womanizer-Potenzial, sondern auch von Inspektor Harvey – einem Plüschhasen, dessen Gesellschaft so sehr Segen wie Fluch ist.

Die Geschichte:
Die junge Kommissarin Natalie Sperling wird an einen blutigen Tatort gerufen: einem Arzt wurde die Kehle durchgeschnitten. Mordverdächtige – ausnahmslos weiblich – gibt es gleich mehrere: der Tote war kein Kind von Traurigkeit und hatte viele Affären.
Entgegen den ersten Annahmen ziehen sich die Ermittlungen dann doch sehr lange hin und Natalie muss immer mehr Verdächtige ausschließen. Dann gibt es ein weiteres Opfer und der Fall wird noch komplizierter.
Nur gut, dass ihr Inspektor Harvey (ein Plüschhase) stets dabei hilft, die umherschwirrenden Gedanken zu sortieren. Und dann gibt es da ja auch noch Barkeeper Elias, den sie nicht nur für dienstliche Befragungen gerne wiedersehen würde …

Meine Meinung:
Ein schöner lockerer, flüssiger Schreibstil sorgt dafür, dass man kaum merkt, wie man die Seiten umblättert. Mit etwas Umgangssprache und ausführlichen Ortsbeschreibungen erhält die Geschichte auch ein bisschen Lokalkolorit.
Auch etwas Humor fehlt nicht, nicht zuletzt durch Hase „Inspektor Harvey“. Er ist irgendwie Maskottchen und innere Stimme gleichzeitig – und für Natalie ein unersetzlicher Begleiter. Und wesentlich süßer, als wenn sie dauernd schrullige Selbstgespräche führen würde! 🙂

Bleiben wir gleich bei den Charakteristika: Natalie ist eine ganz normale Frau mit Ängsten, Zweifeln und einem Job, der sie ziemlich in Beschlag nimmt. Ich fand sie gleich recht sympathisch und ihre Hasenmarotte (nicht zu verwechseln mit „Hasenkarotte“) ist liebenswert. Ihr Kollege Markus hat es auch nicht leicht: er wohnt noch bei seiner Mutter, die ihn behandelt wie ein kleines Kind. Und dann wäre da noch ein Kollege, der permanent schlechte Laune verbreitet – wer kennt so was nicht?
Juliane Käppler hat glaubwürdige Figuren erschaffen, mit denen man gerne mitfiebert.

Die Story ist anfangs noch verworren, lichtet sich aber bald und wird gegen Ende etwas vorhersehbar für geübte Krimi- und Thrillerleser. Die Ermittlungen werden authentisch geschildert: es werden keine Wunder vollbracht, es gibt keine Übertreibungen oder überzogene Actionszenen. Der Alltag der Polizisten ist eben eher geprägt von Verhören, zeitraubender Laufarbeit und dem Abgleichen von Daten und Fakten.
Man merkt deutlich, dass die Autorin viel Zeit mit ausführlicher Recherche verbracht hat. Trotzdem versucht sie nicht krampfhaft, dem Leser ständig irgendwelche Fachbegriffe oder ähnliches „unterzujubeln“. Das fand ich sehr angenehm.
Auch die Auflösung wirkte schlüssig, auch wenn sie ein bisschen schnell abgehandelt wurde. Aber da man auf eine Fortsetzung hoffen darf, ist das etwas offene Ende vollkommen ok für mich als Fan von Bücherreihen!

Fazit:
Eine glaubwürdige Story, sympathische Ermittler und ein frecher Hase machen dieses Krimidebüt zu einem sehr unterhaltsamen Lesevergnügen. Leider ein bisschen zu vorhersehbar, deshalb insgesamt 4,5 Sterne – und eine Leseempfehlung für alle Krimifans!

Bewertung:
4,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 35 ab.

28 Tage lang von David Safier – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Argon Verlag; Auflage: 2 (25. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839813069
ISBN-13: 978-3839813065

Über den Autor:
David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der letzten Jahre. Seine Romane erreichen Millionenauflagen, als Drehbuchautor erhielt er den Grimme-Preis und den amerikanischen Emmy. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Die Kurzbeschreibung:
Was für ein Mensch willst du sein?
Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

Die Geschichte:
Mira ist Jüdin und mit ihrer Mutter, Schwester und Bruder im Ghetto in Warschau eingesperrt. Die Lebensbedingungen sind unvorstellbar grausam: kaum Platz, wenig zu essen und zu trinken, Krankheiten und Ungezieferbefall sind an der Tagesordnung. Miras Bruder hat sich der Judenpolizei angeschlossen und ihre Mutter ist zu schwach und krank, um sich um den Lebensunterhalt zu kümmern. So schlägt sich die Sechzehnjährige als Schmugglerin durch, unternimmt riskante Ausflüge in die Stadt außerhalb des Ghettos, um Lebensmittel und andere Waren auf dem dortigen Markt zu kaufen.
Eines Tages erfährt Mira, dass die SS plant, alle Juden im Ghetto zu töten. Angeblich werden die Menschen nur in Arbeitslager geschickt, aber in den Zügen sitzen auch Kranke, Alte und Kinder … ihre Mutter will zunächst nicht daran glauben, doch dann beginnen die Hausdurchsuchungen und niemand ist mehr sicher vor der Deportation. Mira schließt sich einer Widerstandsbewegung an, die gegen die SS kämpfen will. Wie lange werden sie durchhalten gegen die Übermacht?

Meine Meinung:
Zunächst gleich ein großes Lob an die Sprecherin Maria Koschny: sie hat ihre Sache super gemacht. Es machte wirklich Spaß, ihrer eindrucksvollen Vertonung zu lauschen.

Der Schreibstil von David Safier ist auch grandios: man ist mittendrin im furchtbaren Geschehen des 2. Weltkriegs. Er erschafft eine lebendige Atmosphäre mit einer absolut glaubwürdigen Story.

Seine Charaktere wirken sehr lebensnah und man fiebert sofort mit ihnen. Mira ist ein ganz normales Mädchen, das schon früh große Verantwortung übernehmen muss. Ihre Zweifel, ihr Leiden, ihr Gefühlschaos sind sehr gut nachzuvollziehen. Ihre kleine Schwester ist auch eine starke Person: etwas aufsässig fordert sie ihr kleines Stück vom Glück und flüchtet sich in Traumwelten.

Die Beschreibungen der Lebensumstände im Ghetto sind erschreckend und grausam. Drastisch und authentisch geschildert, aber doch immer wieder mit kleinen Hoffnungsschimmern versehen, dürfen wir an Miras Leben teilnehmen. Ihr widerfahren viele schlimme Dinge, aber sie gibt nie auf. Entscheidungen über Leben und Tod wollen getroffen werden – manchmal innerhalb von Sekunden. Mira macht sich das Ganze nie leicht und wird im Verlauf des Buches immer stärker.

Vor dem Ende der Geschichte hatte ich etwas Angst. Mira und ihre Leidensgenossen müssen so viel Schlimmes ertragen und oft sind sie dem Tod näher als dem Leben. Trotzdem geben sie nicht auf und so empfand ich die Szene am Schluss als sehr tröstlich, wenn auch vieles offen und der eigenen Phantasie überlassen bleibt.

Fazit:
Ein bildgewaltiges, erschreckendes Szenario, das für so viele Menschen leider traurige Realität gewesen ist – oder in ähnlicher Form auch heutzutage noch zum Alltag verfolgter Gruppen gehört. Mitreißend, berührend und sehr authentisch geschildert!

Bewertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 17 ab.

nichts als blauer dunst von Renate Behr – Meine Rezension …

Taschenbuch
Verlag: Brighton Verlag (27. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958760023
ISBN-13: 978-3958760028

Über die Autorin:
Renate Behr wurde 1954 in Bochum-Wattenscheid geboren. Schon von frühester Jugend an gehörten Geschichte, Literatur und das Schreiben zu ihren bevorzugten Hobbys. Aus dem Hobby „Schreiben“ ist inzwischen ein Beruf geworden. Seit 2007 wurden von der im südlichen Münsterland wohnenden Autorin Romane aus unterschiedlichen Genres veröffentlicht . Es gibt darüber hinaus zahlreiche weitere Veröffentlichungen in Anthologien und unter dem Label „B-Project Behr und mehr“ fungiert die Autorin als Herausgeberin einer eigenen Anthologiereihe mit humorvollen Alltagsgeschichten. (Mehr auf der Autorenseite bei Amazon)

Der Buchrückentext:
Im Jahr 2007 erschüttern mehrere Vermisstenmeldungen die Kleinstadt Werne. Zunächst verschwindet Friedhelm Opendieck, Ehemann der bekannten Werner Unternehmerin Annette von Bechtholf-Opendieck. Dann sind nacheinander drei junge Frauen aus Werne und Lünen nicht mehr aufzufinden. Erst als der junge Polizeibeamte Christian Wörner Kommissar Jens Wischkamp bittet, einen Zusammenhang der Vermisstenfälle zu untersuchen, gibt es neue Erkenntnisse. Mindestens zwei der verschwundenen jungen Frauen können mit Friedhelm Opendieck in Verbindung gebracht werden. Als einige Wochen später seine Psychotherapeutin Beatrice Mengels ermordet aufgefunden wird, deutet alles auf Friedhelm Opendieck als Täter hin. Aber die Fahndung nach ihm bleibt erfolglos.
In seinem siebten Fall später greifen die Schatten der Vergangenheit nach Kriminalkommissar Jens Wischkamp. Beim Abbruch der Schule am Windmühlenberg im Jahr 2013 in Werne werden menschliche Knochen gefunden. Handelt es sich dabei um die Überreste der Vermissten? Bei genauerer Untersuchung des Fundes stellt sich heraus, dass dort nicht nur drei, sondern fünf menschliche Leichen versteckt worden waren. Aus Tätern werden Opfer und Kriminalkommissar Wischkamp verfolgt die Spuren bis in die Vergangenheit. Wird es ihm gelingen, die Wahrheit ans Licht zu bringen?

Die Geschichte:
Eine unsympathische reiche Frau meldet ihren Mann bei Polizist Christian Wörner als vermisst. Sonderlich traurig scheint sie über den Verlust allerdings nicht zu sein. Sie spricht von diversen Affären ihres untreuen Ehemannes und vermutet, dass er vielleicht mit einer seiner Gespielinnen durchgebrannt sei. Angesichts ihres Verhaltens ist Christian schnell geneigt, deren Vermutung zu glauben: mit dieser furchtbaren Person möchte man wirklich nicht sein Leben verbringen.
Kurz darauf verschwinden allerdings auch noch drei junge Frauen spurlos und diese Vermisstenquote ist doch ungewöhnlich für die sonst eher ruhige Gegend. Ein Leichenfund macht schließlich aus dem vermissten Ehemann einen dringend Tatverdächtigen – die Fahndung verläuft allerdings ergebnislos.
Nach einigen Jahren werden bei Abbrucharbeiten verschiedene Skelette gefunden. Kommissar Jens Wischkamp und sein Kollege Christian Wörner nehmen die Ermittlungen wieder auf. Ob sie den Fall jetzt endlich abschließen können?

Meine Meinung:
Der Schreibstil gefiel mir gleich sehr gut. Das Buch las sich flüssig und die Dialoge wirkten lebendig und glaubwürdig.

Die Ermittler Wörner und Wischkamp sind mir sofort sympathisch gewesen. Eine kurze einleitende Erklärung brachte mir auch die Vergangenheit von Kommissar Jens Wischkamp und seiner Frau näher, so dass ich auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände die wesentlichen Eckdaten kannte.
Das Privatleben von Jens spielte auch im Buch eine nicht unwesentliche Rolle. Mir als Buchreihenfan hat das super gefallen, denn dadurch wirken die Charaktere noch menschlicher und man fühlt sich ihnen als Leser näher.

Auch positiv aufgefallen ist mir, dass die Autorin umfassend recherchiert hat. Die Ermittlungen wirkten glaubwürdig, es wurden keine Wunder vollbracht, sondern es steckte akribische, aufwändige Arbeit dahinter.

Der aufzuklärende Kriminalfall erschien zunächst sehr undurchsichtig. Eine Vermutung hatte ich allerdings schon recht früh und die verdichtete sich zunehmend.
Der titelgebende blaue Dunst zog sich wie ein roter Faden durch das Buch, doch auch dieser konnte vieles nicht verschleiern. Größter Kritikpunkt meinerseits sind die vielen Wiederholungen, die mir irgendwann das Gefühl vermittelten, ich würde als Leser nicht ganz ernst genommen: Details und Fakten wurden ständig „wiedergekäut“. Dabei sollte doch das gerade den Reiz eines spannenden Krimis ausmachen: auf versteckte Hinweise zu achten, auf glaubhafte falsche Spuren geführt zu werden, scheinbar unwichtige Details zu erkennen. Das fehlte mir hier gänzlich und so schlich sich bald das Gefühl ein, die Story würde sich im Kreis drehen und nicht so recht vorwärts kommen.
Die leider wenig überraschende Auflösung wurde dann in Rekordzeit abgehandelt. Es gab keine weiteren Erklärungen darüber, wie das alles zu bewerkstelligen war. Das wirkte dann auf mich etwas konstruiert und nicht sehr glaubwürdig.

Am Ende konnte allerdings wieder die Geschichte über das Privatleben von Jens Wischkamp einiges gutmachen: es gab eine berührende Szene, die auch durchaus den Wunsch weckte, die Reihe weiterhin zu verfolgen. So klappte ich das Buch mit sehr gemischten Gefühlen zu …

Fazit:
Schöner Schreibstil, sympathische Ermittler und eine zunächst recht spannende Story. Dann wiederholt sich alles viel zu oft und mir fehlten Überraschungen und Wendungen … die Auflösung wird dagegen in wenigen Sätzen abgehandelt. An manchen Stellen zu viel, an anderen zu wenig.

Bewertung:
3pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 38 ab.

Nachtflug von Antoine de Saint-Exupéry – Meine Rezension …

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Fischer; Auflage: 21 (13. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596293162
ISBN-13: 978-3596293162

Über den Autor:
In seiner Heimat Frankreich gehört er zu den meistgelesenen Autoren, dort wurde Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) für seine Werke schon zu Lebzeiten ausgezeichnet. Bereits seine frühen Romane, darunter „Nachtflug“ (1931) und „Wind, Sand und Sterne“ (1939), reflektieren seine Erlebnisse als Flieger und mit ihnen Grenzerfahrungen wie Einsamkeit und Todesgefahr. Weltruhm erlangte der Autor erst nach seinem Tod. „Der kleine Prinz“ (1943), jene zauberhafte Geschichte um einen notgelandeten Flugreisenden mit Herz und Verstand, dürfte eines der bekanntesten Bücher der Welt sein. Zeit seines Lebens war Saint-Exupéry fasziniert von der Fliegerei und der modernen Technik. Sein Todestag ist ungewiss. Am 31. Juli 1944 startete er seinen letzten Aufklärungsflug, von dem er nicht zurückkehrte.
(Autorenseite bei Amazon)

Die Kurzbeschreibung:
Der Nachtflug, auf der Strecke Rio–Buenos Aires 1928 erstmals unternommen, war noch ein gefährliches Wagnis, als der Autor diesen Roman schrieb. Die Schnelligkeit der Dampfer und Eisenbahnen, die nachts den Vorsprung der Flugzeuge wettzumachen suchten, zwang die Flieger in den dunklen Abgrund zwischen Tag und Tag. Sie erfuhren zwischen Himmel und Erde die gewaltige Schönheit und die furchtbare Drohung elementarer Kräfte, die Sehnsucht und die Furcht inmitten unermesslicher Weite. Die Menschen dieses Romans erleben, »wie das Ungewollte immer wieder die Oberhand gewinnt«: über die Tat des planenden Willens und auch über das persönliche Glück, die miteinander im Widerstreit stehen. Sekunden erweisen an zwei Menschen und ihrem Flugzeug das gnadenlose Wirken der Zerstörerin Zeit. Aber mit jedem neuen Start »wird das Brausen des Lebens alle Zweifel und Fragen gelöst haben«.
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Die Geschichte:
Das Buch schildert die Erlebnisse einer einzigen schicksalshaften Nacht. Die Fliegerei war um 1930 noch oft ein gefährliches Abenteuer, weit entfernt von der heutigen Technik und Ausstattung – besonders, wenn man in der Nacht fliegen musste. Drei Kuriere sind unterwegs und werden in Buenos Aires erwartet. Doch nicht alle kommen pünktlich an. Der Pilot Fabien gerät in ein schlimmes Unwetter, ist auf sich allein gestellt ohne Funkverbindung, ohne Sichtkontakt zur Erde …

Meine Meinung:
Nachdem ich ja kürzlich erst ein Sachbuch über den letzten Tag im Leben des berühmten Antoine de Saint-Exupéry gelesen habe, musste ich jetzt auch endlich mal ein Werk dieses Autors lesen.
Sein Schreibstil ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig, wirkte manchmal zerrissen und stichpunktartig. Es gibt vieles „zwischen den Zeilen“, das ungesagt bleibt. Anspruchsvoll und an vielen Stellen – vor allem bei den Beschreibungen von Landschaft und Umgebung – sehr poetisch …
Die Charaktere bleiben eher in gebührlicher Distanz, nur zur Frau des Piloten konnte ich eine gewisse Beziehung aufbauen und mit ihr fühlen.
Der Leiter Rivière ist ein strenger Vorgesetzter, der jegliche Verfehlungen seiner Mitarbeiter sofort bestraft. Er hat zwar auch eine weiche, menschliche Seite, doch er betont, dass er diese nicht zeigen dürfe. Ihm geht es um Pflichterfüllung, die über allen persönlichen Belangen stehen muss. Aber seine Zweifel kommen trotzdem deutlich zum Vorschein.
Fabien ist der Pilot, der in den Zyklon gerät. Er beschreibt eindrucksvoll die Bedingungen und Schwierigkeiten der Mission, aber durch seine Augen sehen wir auch die Umgebung, die oft sehr schön beschrieben wird.
Beim Lesen spürt man, dass viel Wahrheit und selbst Erlebtes in diesem Roman stecken. Antoine de Saint-Exupéry war begeisterter Pilot und hat am eigenen Leib gespürt, wie es sich anfühlt, in lebensbedrohliche Situationen zu geraten. Er hat sogar Abstürze überlebt mit zahlreichen Knochenbrüchen.
Da ich nun absolut kein Mensch bin, der unbedingte Pflichterfüllung als seinen Lebenszweck ansieht, konnte ich der Grundstimmung der Geschichte nicht viel abgewinnen. Für mich ist Rivière, der praktisch nur seine Arbeit kennt, eine eher traurige Figur. Was hat man schon davon, wenn man andere Menschen zwar liebt, es ihnen aber nie zeigen kann?

Fazit:
Der Schreibstil war etwas schwer lesbar für mich, nicht so richtig flüssig, stellenweise sehr poetisch. Die Botschaft kam zwar an, deckt sich aber nicht mit meiner Lebensanschauung.

Bewertung:
3pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 55 ab.

Thaddeus und der Februar von Shane Jones – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: Aufl. 2010 (24. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 382186107X
ISBN-13: 978-3821861074
Originaltitel: Light Boxes

Der Buchrückentext:
EINE STADT ERKLÄRT DEM FEBRUAR DEN KRIEG.
Ich verstehe das nicht, sagte Bianca.
Ich auch nicht, sagte Thaddeus.
Macht das der Februar?, fragte Bianca.
Vielleicht, sagte Thaddeus, der gen Himmel sah.

Die Geschichte:
Der Februar herrscht über das Land und lässt sich nicht mehr vertreiben. Er bringt den Menschen Massen an Schnee und Eis, Kälte und Hoffnungslosigkeit. Doch das ist nicht das Schlimmste: er verschleppt ihre Kinder, lässt Vögel töten, verbietet das Fliegen … alle Ballons und Fluggeräte werden verbrannt. So auch der Ballon von Thaddeus, der mit seiner Frau Selah und Tochter Bianca auf einem Hügel wohnt. Das Leben scheint immer sinnloser, Depressionen sind an der Tagesordnung, mit aussichtslosen Mitteln kämpfen die Menschen gegen die Situation. Da geschieht etwas Furchtbares: auch Bianca verschwindet einfach aus ihrem Bett, offensichtlich hat sie der Februar geholt.
Die einzige Hoffnung der Menschen ist eine Widerstandsgruppe, die einen Krieg plant. Ob sie damit Erfolg haben?

Meine Meinung:
Äußerlich ist das Buch wirklich wunderschön: die Schutzhülle und auch der Einband haben einen leichten Glitzereffekt.
An den eigentümlichen Schreibstil konnte ich mich jedoch lange nicht gewöhnen. Shane Jones spielt mit den Worten … mit bewussten Wiederholungen, Aufzählungen, verschiedenen Schriftgrößen und vielem mehr. Es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch fesselnd.
So habe ich also tapfer weitergelesen und lernte so langsam viele wichtige Menschen in der Stadt kennen. Manchmal tauchen sie häufiger auf, manchen ist nur eine kurze Seite gewidmet.
Die Hauptpersonen sind Thaddeus und seine Familie – und natürlich der Februar. Da alles etwas phantastisch und skurril wirkt, konnte ich nicht so richtig mit den Leuten mitfühlen. Es kommt kaum Nähe auf – trotz der schlimmen Ereignisse bzw. Erlebnisse.
Man sollte auch nicht den Fehler machen, das Buch für ein Kinderbuch zu halten, auch wenn es irgendwie auf den ersten Blick so wirkt. Dafür geht es meiner Meinung nach viel zu grausam zur Sache: Menschen und Tiere sterben auf schreckliche Art und Weise – und dazu gibt es auch noch Illustrationen.
Die Story an sich ist etwas verworren, durchaus spannend, aber eben auch grausam und brutal. Eigentlich weiß ich nicht so richtig, was ich davon halten soll … es ist absolut nicht schlecht, aber doch so speziell, dass es einfach nicht jedem Leser gefallen kann.

Fazit:
Diese Art der Erzählkunst muss man zweifellos zu schätzen wissen, für mich war es jetzt nicht wirklich das Richtige. Zu wirr, zu grausam, irgendwie komisch …

Bewertung:
2pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 7 ab.

Voll Speed von Moritz Matthies – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Argon Verlag; Auflage: 3 (24. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839891965
ISBN-13: 978-3839891964

Die gesamte bisherige Reihe:

Über den Autor:
Moritz Matthies ist ein Pseudonym. Bisher sind von ihm die Romane ›Ausgefressen‹, ›Voll Speed‹ und ›Dumm gelaufen‹ erschienen.

Die Kurzbeschreibung:
Voll Speed schlittern Ray und Rufus in die Unterwelt. Genauer: in die Kanalisation. Und mitten hinein in einen neuen Fall. Die Erdmännchenbrüder verfügen nämlich seit kurzem über ein Speedboot, mit dem sie durch die Kanäle unter der Stadt cruisen – und prompt an einer Wasserleiche hängen bleiben.
Inzwischen wird der Zoo von seltsamen Vorfällen erschüttert: Nashorn Justus zertrümmert sein Stahlgeländer. Antilopenmännchen Kamba springt lebensmüde ins Löwengehege. Und Nick, ein Erdmännchen aus dem berüchtigten vierten Wurf, fällt ins Delirium. Ray, Rufus und der des Erdmännischen mächtige Detektiv Phil nehmen die Ermittlungen auf …

Die Geschichte:
Rufus, der kluge und technikversierte Erdmännchenbruder von Ray, hat ein ferngesteuertes Speedboot in der Kanalisation gefunden und so umgebaut, dass sie ab jetzt damit die Unterwelt erkunden können. Dummerweise geraten sie dabei wieder mit ihren Erzfeinden, den Ratten, aneinander. Und noch schlimmer: sie finden eine Wasserleiche.
Ray kontaktiert seinen Menschen-Kumpel Phil, einen melancholischen Detektiv, der komischerweise die Sprache der Erdmännchen verstehen kann. Zusammen nehmen sie die Ermittlungen auf – und den Kampf gegen die Ratten!
Und dann wären da auch noch seltsame Vorfälle im Zoo, die große Rätsel aufgeben: die Tiere scheinen durchzudrehen. Eine Antilope fordert einen Löwen heraus, Flamingos fliegen plötzlich in der Gegend herum und irgendwie scheinen die Ratten auch hier ihre dreckigen Pfoten im Spiel zu haben.

Meine Meinung:
Wer die Reihe noch nicht kennt, dem würde ich raten, mit dem ersten Teil zu beginnen. Dort wird die Truppe und ihr menschlicher Freund Phil ausführlich vorgestellt. Außerdem erfährt man alles über die allgemeine Vorgeschichte zwischen den Ratten und den Erdmännchen, die auch für den zweiten Teil wichtig ist.
Grundsätzlich kann man aber natürlich die Bücher auch getrennt voneinander lesen – oder besser hören, denn einen großen Teil des Charmes dieser Reihe ist der wundervollen Vertonung durch Christoph Maria Herbst zu verdanken. Er verleiht den menschlichen und tierischen Charakteren einzigartige Stimmen und Dialekte und lässt alles richtig lebendig wirken.

Die Story ist mal wieder gut durchdacht, fesselnd und actionreich.
Phil wird mir immer sympathischer. Es wäre ihm wirklich zu wünschen, dass er etwas fröhlicher wird und er auch mal Glück im Leben hat.
Rufus wächst mit seinen Erfindungen und technischen Spielereien wieder über sich hinaus und Ray setzt gekonnt seine detektivische Spürnase ein. Ihr Bruder Rocky benutzt lieber seine Fäuste – alles wie gehabt. Auch die Liebesgeschichte mit Chinchilla-Dame Elsa geht weiter – auf diesen Handlungsstrang könnte ich aber auch gut verzichten. Das ist aber so eine Eigenart von mir, dafür gibt es meines Erachtens andere Genres.

Mir hat es wieder gut gefallen und Spaß gemacht, Ray bei seinen Streifzügen durch den Zoo zu begleiten.
Bin schon gespannt, was die Truppe im nächsten Teil erleben wird.

Fazit:
Wieder ein lustiges und actionreiches Abenteuer mit den verrückten Erdmännchen. Toll gesprochen von Christoph Maria Herbst!

Bewertung:
3,5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge hake ich hiermit Punkt 39 ab.